Globaler Service – mit Verbindlichkeit weltweit Vertrauen schaffen

Serviceleistungen haben bekanntlich globale Dimensionen. Servicestrukturen sind weltweit durchgängig zu gestalten, unter Berücksichtigung regionaler und kultureller Gegebenheiten. Global durchdachte Serviceprozesse sind eine Voraussetzung, um schlummernde Umsatzpotenziale zu heben und die Kundenbindung zu stärken. Global gültige Serviceversprechen sind lokal umzusetzen. Ein weltweit operierender Service in einer globalisierten Wirtschaft trägt entscheidend dazu bei, dass Wertschöpfungsketten stabil bleiben.

Globaler Service – obligatorische Rahmenbedingungen

Für Serviceunternehmen war es schon immer ein Kompetenzkriterium, den Anteil an Vor-Ort-Einsätzen zur Problemlösung möglichst niedrig zu halten. Dieses Kriterium hat sich insofern verschärft, als mittlerweile online realisierbare Supportleistungen prädestiniert sind, Einsätze vor Ort signifikant in den Hintergrund zu drängen. Das bedingt allerdings, dass ein kompetenter Service rund um die Uhr und über sämtliche Kanäle erreichbar ist, insbesondere über diverse „Service-Apps“. Außerdem können kürzeste Problemlösungszeiten in der Regel nur erreicht werden, wenn der Kunde „mitspielt“ – das heisst beispielsweise, dass die unmittelbare Präsenz eines Systemanwenders vor Ort zur Problemlösung genutzt werden kann. Gegebenenfalls unterstützt der Herstellerservice auch die betriebsinterne Instandhaltung. Für die direkt beim Kunden trotzdem erforderlichen Serviceeinsätze sind eine adäquate Anzahl an Servicestandorten zwingend zu etablieren, um die Reisedauer zum Kunden zu minimieren. Ob von einem solchen Standort aus dann die volle Bandbreite an technischen Systemen eines Unternehmens betreut werden kann, ist eine andere Frage. Gegebenenfalls sind dann doch längere Reisen in Kauf zu nehmen, ausgehend von einem anderen autorisierten Servicestandort oder der Servicezentrale.

Globaler Service – leistungssteigernde Normung

Wer wünscht sich nicht, immer bessere Ergebnisse mit immer weniger Aufwand zu realisieren. Work smarter, not harder – so die einschlägig akzeptierte Empfehlung, diese zu realisieren ist eine andere Sache. Effizienzsteigerung verspricht etwa der Einsatz von Normen. Die internationalen Normungsorganisationen ISO, IEC und ITU sowie ihre nationalen Mitglieder – in Deutschland das DIN – betrachten internationale Normen als leistungsstarke Unternehmenstools. Normen können dazu dienen, Potenziale auf dem globalen Markt auszuschöpfen. Sie sollen für die weltweite Handelsentwicklung als Katalysator fungieren – zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit, zur Erhöhung der Sicherheit sowie zur nachhaltigen Verbesserung der Lebensqualität. Die Protagonisten der Normung zelebrieren jedes Jahr am 14. Oktober ihren Weltnormentag. Das diesjährige Motto lautet:“Standards make cities smarter“. Auch Services werden von einer Standardisierung entsprechend profitieren – DIN forciert Dienstleistungsnormen bereits seit 2011.

Globaler Service – weltweite Transparenz

Bereits 2012 präsentierte IBM eine Studie, wonach sich CEOs erfolgreicher Unternehmen aus 60 Ländern und 18 Branchen für mehr Offenheit und Transparenz in ihren Unternehmen einsetzten. Die Zusammenarbeit mit externen Partnern sollte verstärkt werden – über den Einsatz von Technologie bei der Vernetzung nach innen und nach aussen. Doch unabhängig von der intensiven Nutzung der sozialen Medien, wurde die Kontaktpflege über das persönliche Gespräch priorisiert. Als Gegengewicht wurde auf die Notwendigkeit der Mitarbeiterbindung hingewiesen – hierzu sollten die Entscheidungsspielräume der Mitarbeiter erweitert und die Mitarbeiterqualifikation ausgebaut werden. Inwieweit Unternehmen solchen Empfehlungen auch Folge leisten, mag dahingestellt sein.

Status Instandhaltung verifizieren – Akzeptanz der Betreiber sichern

IFC Ebert

[Advertorial] Betreiber sind von einer zukunftsorientiert ausgerichteten Instandhaltung abhängig. Für das Instandhaltungsmanagement ist eine entsprechende Bestandsaufnahme obligatorisch. Der aktuelle Status einer Instandhaltung resultiert aus einem etablierten Veränderungsmanagement. Die Neuorganisation der Technik ist dominiert von Lean-Ansätzen und der digitalen Transformation, gestützt von einer zeitgemäßen Mitarbeitermotivation.

Status Instandhaltung – Betreiber unterstützen

Jeder Betreiber steht in der Verantwortung für seinen Produktionsbetrieb. Es gilt, den geforderten Produktionsbedarf wunschgemäß zu realisieren und gegebenenfalls zu steigern. Auf die Erhaltung des Produktionsstandortes hat das technische Risikomanagement entscheidenden Einfluß. Entsprechende Bewertungen sind auch geeignet, Haftungsrisiken zu minimieren. In diesem Sinne ist auch die rechtliche Bedeutung technischer Normen unbedingt zu beachten – insbesondere deren Entwürfe und Verschärfungen sowie die eventuell damit verbundenen Anpassungsfristen und Anpassungspflichten.

Status Instandhaltung – Digitalisierung voranbringen

Eine digitalisierte Instandhaltung versteht sich als sogenannter „Enabler der Industrie 4.0“. Läßt diese digitale Transformation jedoch einen plausiblen Abgleich zwischen Anspruch und Wirklichkeit vermissen, entpuppt sie sich als risikoreiche Gratwanderung. Nicht zuletzt erfordert Instandhaltung 4.0 den Einsatz einer hierauf abgestimmten Software, die in der Lage ist, Echtzeitdaten über spezielle Algorithmen auszuwerten.

Status Instandhaltung – Betriebsmittel absichern

Der zuverlässige Betriebsmitteleinsatz stützt sich zunehmend auf eine Predictive Maintenance. Schwachstellen der Betriebsmittel werden über entsprechende Analysen systematisch lokalisiert und können somit beseitigt werden. Die Zustandsüberwachung definierter Komponenten und Baugruppen erlaubt geplante Instandhaltungsmaßnahmen. Neue Technologien und deren Einsatz ermöglichen bisher undenkbare Lösungen, etwa mit dem 3D-Druck von Ersatzteilen.

IFC EBERT – Tagung Instandhaltung 2017

Der Status Ihrer Instandhaltung entscheidet über deren Akzeptanz durch den Betreiber. Nutzen Sie das diesjährige Themenspektrum der Tagung Instandhaltung für eine Bestandsaufnahme – präsentiert vom Institut für Controlling Prof. Dr. Ebert GmbH.

Programm und Anmeldung zur Tagung Instandhaltung 2017

Dienstleistungspotenziale einschätzen – Kundenbedarf relativieren

Es bietet sich an, Wissen um zukünftige Szenarien auf deren Dienstleistungspotenziale hin abzuklopfen. Trends, Prognosen oder Experteneinschätzungen sind es Wert, dahingehend analysiert zu werden. Wer mit neuen Dienstleistungen die Potenziale von Märkten ausschöpfen will, muss auch den Blickwinkel zum Kunden verändern. Hierbei trägt der Service im täglichen Kundendialog entscheidende Verantwortung. Der Service unterstützt so auch den Produktverkauf und liefert den Entwicklungsabteilungen Hinweise zu bewährten und entwicklungsbedürftigen Produktmerkmalen.

Dienstleistungspotenziale – Serviceportfolio in Frage stellen

Es ist zumindest empfehlenswert, das Serviceportfolio aus einer neutralen Position heraus gelegentlich zu hinterfragen – mit der Chance, neue Ansatzpunkte für das Servicegeschäft zu finden. Das Servicemanagement ist immer auf der richtigen Spur, wenn es darum geht, potenzielle Kundenwünsche zu sondieren, um diese zum gegenseitigen Vorteil auch umzusetzen. Die entsprechende Weichenstellung spiegelt sich im Serviceportfolio. Dienstleistungsbedarf zu definierten Zeitpunkten gezielt zu wecken, heißt die Devise. Allerdings gilt auch, zweifelsfreien Bedarf zu sichern und auszubauen.

Dienstleistungspotenziale – Bedarf analysieren

Ansätze relevanter Dienstleistungen frühzeitig zu erkennen, bedeutet zu reflektieren, mit welchen zusätzlichen Leistungen man seine Kunden erfolgreicher machen könnte. Hierbei interessiert nicht zuletzt die Bedarfsentwicklung der Kunden eines Kunden. Zu beachten sind auch servicespezifische Potenzialunterschiede, etwa über die Anwendung technischer Systeme. Die tägliche Betriebsdauer, Einsatzart und die Anwender als solche beeinflussen den Servicebedarf individuell. Nicht zuletzt bestimmen Gestaltung und Konzeption von technischen Systemen, wie sich der alterungsbedingte Servicebedarf entwickelt.

Dienstleistungspotenziale – Auswahl treffen

Wenn Serviceangebote kontinuierlich beauftragt werden, kann man davon ausgehen, dass diese auch akzeptiert sind. Einen solchen Status lediglich zu halten, ist allerdings zu wenig, wenn man sich Wettbewerbsvorteile sichern und neue schaffen will. Die Frage ist, in welche Richtung die Weichen zu stellen sind. Einfach erscheint es, sich strikt an den Trendsettern und Marktführern zu orientieren – bis hin zu dem Versuch, die Erfolgsmodelle des Wettbewerbs zu kopieren. Eine riskante Vorgehensweise, wenn man bedenkt, dass Service hierdurch leicht vergleichbar und austauschbar wird. Als bessere Alternative bietet sich an, die Richtung in ausgewiesenen Segmenten eigenständig vorzugeben.

Onlineshopping – Vorteilhafter Handel mit Fallstricken

Das im privaten Bereich etablierte Onlineshopping setzt sich offenbar auch im geschäftlichen Umfeld zunehmend durch – so die Erkenntnisse des ibi research an der Universität Regensburg. Als erwartete Vorteile gelten eine größere Auswahl mit Verfügbarkeitsübersicht und günstigeren Preisen. Hinzu kommen Informationen zu technischen Spezifikationen, Angaben zur Lieferzeit und insgesamt eine bequemere und schnellere Abwicklung, im Vergleich zum stationären Handel.

Onlineshopping – Kundenreisen analysieren

Unternehmen sind gezwungen, dem heutigen Einkaufsverhalten im Online-Handel über eine extrem kurze Reaktionszeit gerecht zu werden. Verlässliche Prognosen basieren auf dem umfassenden Zugriff auf innerbetriebliche und externe Daten – verknüpft mit der Historie zum bisherigen Kundenverhalten.  Es gilt, dieses Kundenverhalten in Echtzeit auszuwerten – nur so sind dringliche Fragen zu „kaufentscheidenden Kundenreisen“ optimal zu fokussieren und adäquat zu beantworten.

Onlineshopping – Kaufanreize setzen

Eine kontinuierliche, echtzeitbasierte Aufzeichnung von Kundendaten erlaubt es, Kundenerwartungen vorherzusehen – um so zukünftige Käufe mit akzeptabler Wahrscheinlichkeit vorhersagen zu können. Es gilt, personalisierte Kaufempfehlungen in Echtzeit zu präsentieren, um Kunden zum Kauf empfohlener Produkte zu motivieren. Ausschließlich passgenaue und echtzeitbasierte Kaufanreize sind geeignet, Wettbewerbern zuvorzukommen.

Onlineshopping – lokalen Handel integrieren

Ob Onlineshopping oder der Kauf bei einem lokalen Händler: Kunden schätzen Internetservices. Deshalb gilt, dass auch lokale Händler ihren Internetauftritt benötigen. Aufmerksamkeit erzeugen etwa attraktive Online-Couponangebote oder kreative Rabattaktionen für Smartphone-Besitzer. Im Laden verfügbar gemachte Codes zum Einscannen vermitteln dem Kunden vor Ort weitergehende Informationen zu einzelnen Produkten.

Onlineshopping – Sicherheit gewährleisten

Es gibt eindeutige Vorgaben, um einen Onlineshop rechtssicher zu etablieren. Auf dieser Basis vermitteln seriöse Betreiber von Online Shops ihren Kunden einen vertrauenswürdigen Eindruck. Trotzdem fürchten Kunden von Online-Shops auch Fallen im Internet, und das nicht unbegründet. Die polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes verweist auf die Existenz gefälschter Internet-Verkaufsplattformen und gibt Tipps, wie man entsprechend betrügerischen Absichten begegnet. Hinzu kommen vermeidbare Sicherheitslücken in veralteter Shopsoftware, die Cyber-Kriminelle  nutzen, um die Daten der Bestellvorgänge auszuspähen.

Plattform für Instandhalter – WEKA Akademie intensiviert Forum Instandhaltungsmanagement

[Advertorial] Das Forum Instandhaltungsmanagement etabliert sich als Plattform für Instandhalter, die Antworten auf eine innovative Industrie suchen. Es gilt, die vielfältigen Möglichkeiten technischer Entwicklungen zu beherrschen, die mit Industrie 4.0 korrelieren. Auf dieses Spektrum konzentriert sich das Forum in 2017 – mit Zukunftsperspektiven für den Bereich Smart Maintenance.

Die WEKA MEDIA GmbH & Co. KG ist einer der führenden Anbieter von multimedialen Fachinformationslösungen im Business-to-Business- und Business-to-GovernmentBereich.

Forum Instandhaltungsmanagement – Herausforderungen annehmen

Die Entwicklung von Produktionsunternehmen orientiert sich an der visionären Fabrik, die sich zunehmend im Rahmen von Industrie 4.0 behaupten muss. Um die neuen geschäftlichen Ziele eines Werkes in Zukunft realisieren zu können, ist auch das Management der Instandhaltung entsprechend anzupassen.

Forum Instandhaltungsmanagement – Digitalisierung akzeptieren

Zweifelsfrei verursacht die Digitalisierung tief greifende Veränderungen im Instandhaltungsmanagement. Selbst Veränderungsprozesse, die im Rahmen einer schlanken und wertschöpfenden „Maintenance“ bereits mehr oder weniger aktiviert sind, können so beschleunigt werden. Hierzu gehört auch die digitalisierte Erfassung und Nutzung smarter Daten aus dem Einsatz von Anlagen und deren Komponenten.

Forum Instandhaltungsmanagement – Wertschöpfung gestalten

Plattformen forcieren die Kommunikation zwischen Produktion und Instandhaltung, im Sinne einer kontinuierlichen Verbesserung. Es gilt, den Lebenszyklus von Industrieanlagen zu planen, deren  „Downtime“ zu minimieren und sich außerdem über potenzielle Risiken und die jeweilige Gefährdungslage abzustimmen.

Profitieren Sie von der aktualisierten Fortsetzung der erfolgreichen Premiere des Forums Instandhaltung im vergangenen Jahr. Weitere Details, Keyfacts und Anmeldung: Programm zum Forum Instandhaltungsmanagement 2017

Industrielle Services nachgefragt – aber welche sind das?

Die Steigerung der Anlagenverfügbarkeit ist für Betreiber ein permanentes Betätigungsfeld, unterstützt durch die Wertschöpfung einer effizienten Instandhaltung – zustandsüberwacht und optimiert über Reliability Centered Maintenance. Von der betriebsinternen Instandhaltung wird erwartet, dass sie sich so kundenorientiert verhält wie eine Fremdfirma, produktivitätssteigernd mit der Produktion vernetzt und eingebettet in einem „Lean Production System“. Demgegenüber platziert sich das Portfolio industrieller Services, permanent unter Beobachtung. Nicht zuletzt wird Angebot und Bedarf entsprechender Dienstleistungen vom Wirtschaftsverband für Industrieservice (WVIS) in Erfahrung gebracht.

Industrielle Services haben eine Basis

Im Schwerpunkt liegen die primären systemspezifischen Leistungen wie Montage, Installation, Qualitätssicherung, Überwachung, Wartung, Instandsetzung, Inspektion, Turnaround, Anlagenabstellung, aber auch Isolierung. Die entsprechende Logistik, Lagerhaltung, technische Reinigung und Entsorgung komplettieren dieses Primärpaket. Hinzu kommen begleitende Leistungen wie Beratung, Planung, Engineering, die Etablierung von Softwarelösungen, das Management von Gebäuden und Liegenschaften – nicht zu vergessen sind Personaldienstleistungen. Denkbar ist auch die Übernahme bestimmter Fertigungsleistungen oder des gesamten Standortbetriebs als Dienstleistung.

Industrielle Services entwickeln sich weiter

Wer neue Services mit Kundennutzen sucht, muss wissen, welche Serviceangebote auch erfolgversprechend sind. Unternehmen, die sich innovativen industriellen Services verpflichtet fühlen, sollten sich laut WVIS beispielsweise mit folgenden Themen befassen: Voraussschauende Wartung, Leistungskennzahlen, Internet of Things, Big Data Analysis, Zentrale Überwachung, Remote Monitoring, Erfahrungsaustasch mit Kunden, intelligente Prozessoptimierung, Remote Maintenance, Augmented Reality, Smart Metering, Nachfrageprognosen, Real Time Supply, 3D Insitu Printing.

Industrielle Services sind dominiert

Keine Frage, das Wachstum industrieller Services ist mittlerweile von Industrie 4.0 extrem beeinflusst. Aber selbst wenn dieses Thema in den Unternehmen mit hoher Priorität behandelt wird, sagt dies noch lange nichts darüber aus, inwieweit entsprechende Vorbereitungen abgeschlossen sind und Angebote zur Verfügung stehen. Auch ist die Priorisierung von Services für Industrie 4.0 naturgemäss von der Nachfrage der Kunden und entsprechender Umsatzentwicklung bestimmt.

Anlagenhersteller und Instandhalter kooperieren – zunehmend auf digitalisierter Basis

Die Erfahrung einer betriebsintern tätigen Instandhaltung ist  unersetzlich, hat aber ihre Grenzen.  Professionelle Anlagenbetreiber haben längst realisiert, dass sie auch auf  Herstellerinformationen angewiesen sind – nicht nur als  Basisinformation sondern immer auf dem neuesten Stand.  Dieser wiederum kann von einem „Anlagenhersteller“ nur auf Basis betriebsinterner Erfahrungswerte geliefert werden.  Anlagenhersteller und  Instandhalter  müssen also einen  kontinuierlichen informellen Austausch etablieren – am besten  über eine entsprechende Plattform. Christoph Attila Kun,   Manager Maintenance & Inspection Support Services  bei der BASF SE, forciert   eine solche Zusammenarbeit.

Herr Kun, wie abhängig ist die Instandhaltung von Herstellerinformationen?

Herstellerinformationen, wie  beispielsweise Reparaturanleitungen, Wartungsanleitungen, Ersatzteillisten, Zeichnungen und Pläne, technische Spezifikationen und Zertifikate, werden über den gesamten Lebenszyklus einer Anlage benötigt.

… welcher Zeitraum ist hier zu beachten?

Der Lebenszyklus einer Anlage in der Prozessindustrie beträgt  meist dreißig Jahre und mehr – von der Montage und Inbetriebnahme bis hin zur Außerbetriebsetzung und Demontage. In diesem Zeitraum werden die Herstellerunterlagen zu den verschiedenen Instandhaltungsprozessen dutzende, teils hunderte Male eingesehen. Sie sind damit ein wichtiger Teil der technischen Grundlage für die Erfüllung sämtlicher Instandhaltungsaufgaben.

Inwieweit gilt die digitale Bereitstellung instandhaltungsspezifischer Informationen als Serviceangebot?

Die Vision des Instandhalters der Zukunft  steht im Kontext von Industrie 4.0. Hierbei verfügt der Instandhalter über sämtliche, für die effiziente Ausführung einer spezifischen Tätigkeit relevanten Informationen – und zwar zu jedem Zeitpunkt und an jedem Ort. Um diese Vision auch Realität werden zu lassen, müssen die heute zumeist physisch und analog vorhandenen Herstellerinformationen auch in digitaler Form zur Verfügung gestellt werden – um sie zu hundert Prozent auf mobilen Endgeräten nutzen zu können. Ein Serviceangebot, das die Instandhalter bei der Umsetzung dieser Vision unterstützt, wird sicherlich nachgefragt.

… in welchem Umfang sind Anlagenhersteller hierauf schon vorbereitet?

Seit etwas mehr als 20 Jahren verwenden die Hersteller branchenübergreifend CAD Programme für die Konstruktion Ihrer Produkte – sowie Textsatz- bzw. Layoutprogramme für die Erstellung der Produktdokumentation. Damit haben die Hersteller bereits eine solide digitale Basis, da alle relevanten Herstellerinformationen heute schon in digitaler Form vorliegen.
Viele Hersteller speichern ihre Informationen zudem bereits in Datenbanken, in denen die Informationen klassifiziert, kategorisiert und mit verschiedenen Attributen versehen sind.  Der Weg zu intelligent nutzbaren „digitalen Herstellerinformationen“ besteht dann aus zwei einfachen Schritten:

  1.  Falls erforderlich werden die bereits herstellerseitig vorhanden Attribute um genormte Attribute ergänzt.
  2.  Die digitalen Herstellerinformationen werden in einem bestimmten Dateiformat gespeichert und die Attribute der Herstellerinformationen werden der Datei in Form von Metadaten mitgegeben.

Wie dies im Detail aussieht wird gerade im VDI Fachausschuss 2770 „digitale Herstellerinformationen“ erarbeitet und 2018 als VDI-Richtlinie veröffentlicht.  Mit Hilfe der Ergänzungen nach VDI Richtlinie 2770 können dann die digitalen Herstellerinformationen auf jeder Plattform sowohl geöffnet als auch – mit Hilfe der Attribute – gezielt und somit intelligent auf einzelne Informationen innerhalb der gesamten digitalen Herstellerinformationen zugegriffen werden.

Welchen Einfluss nimmt die Instandhaltung auf den Inhalt digitaler Herstellerinformationen?

Viele Regelwerke und Normen stammen noch aus der Zeit, als die Herstellerunterlagen im Wesentlichen analog zur Verfügung gestellt wurden. Hierzu gehört  beispielsweise  die ISO 82079, in der die Erstellung von Anleitungen, insbesondere Betriebsanleitungen geregelt ist. Die dort getroffenen Regelungen passen jedoch in Teilen nicht mehr zu den neuen Anforderungen an die Dokumentation – wie sie aus der voranschreitenden Digitalisierung der Instandhaltungsprozesse entstehen. Deshalb müssen diese Regelwerke und Normen an die Anforderungen der fortschreitenden Digitalisierung unserer Arbeitsprozesse angepasst werden.

…  wer definiert die neuen Anforderungen?

Die Prozessindustrie hat hierfür den Fachausschuss 2770 „digitale Herstellerinformationen in der Prozessindustrie“ gegründet, um die Digitalisierung und intelligente digitale Nutzung von Herstellerinformationen in der Prozessindustrie voranzutreiben. Der Fachausschuss steht unter der Schirmherrschaft der Gesellschaft für Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen des VDI.

… mit welchem konkreten Ziel?

Ziel des Fachausschusses 2770 ist es, eine VDI-Richtlinie zu erstellen, welche die Beschaffenheit von digitalen Herstellerinformationen für die Prozessindustrie unter Einbindung aller Industrieverbände und unter Nutzung vorhandener Normen regelt. Da die Mitgliedsunternehmen ihre Anlagen mittlerweile global beschaffen respektive verkaufen, soll die erarbeitete VDI-Richtlinie im letzten Schritt zu einer global gültigen ISO-Norm weiterentwickelt werden.

… und wer nimmt daran teil?

Anlagenbetreiber wie BASF, Bayer, Covestro, Evonik, Lanxess, Merck und Wacker Chemie sowie Hersteller wie Bosch, Coperion, KSB und Siemens. Auch  die Verbandsmitglieder des DIN, des  eCl@ss-Konsortiums, der namur und der tekom sowie   IT-Unternehmen wie die SAP, Dosco und GIS.

Ist vor diesem Hintergrund eine stärkere Einbindung der Anlagenhersteller in die Aktivitäten betrieblicher Instandhaltung zu erwarten?

Die Möglichkeiten der Optimierung der Instandhaltung, unabhängig von den Herstellern, sind heute nahezu ausgeschöpft. Die intelligente Instandhaltung der Zukunft wird ihr volles Potential erst mit der engen Zusammenarbeit von Herstellern und Betreibern ausschöpfen können.  In diese Zusammenarbeit werden die Hersteller ihr spezifisches Wissen über ihre Produkte einbringen. Die Betreiber wiederum werden ihr Wissen um die Betriebsweise und die auftretenden Beanspruchungen zur Verfügung stellen.  Durch diese Kollaboration stehen den Beteiligten dann endlich alle Informationen zur Verfügung – sowohl für die Behebung von Störungen als auch die Verbesserung einer Anlage. Das Asset Intelligence Network von SAP könnte ein Schritt in die richtige Richtung sein. Dabei handelt es sich um eine bidirektionale Informationsaustausch- und Kollaborationsplattform für Hersteller und Betreiber von technischen Gütern, mit deren Hilfe die intelligente Instandhaltung der Zukunft gelebt und umgesetzt werden kann.

Herr Kun,  herzlichen Dank für Ihre Einblicke in die Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen Betrieb und Anlagenhersteller.

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