Atomkraftwerke altern – und aktivieren einen Planungsprozess

Bis zum Jahr 2015 müssten etwa 40 neue Kernkraftwerke gebaut werden, um die Anzahl der aktiven AKWs konstant zu halten; bei einer erwarteten Laufzeit von 40 Jahren und zusätzlich zu den ohnehin geplanten Anlagen. Bis 2025 liegt der erforderliche Zuwachs sogar bei rund 190 neuen Reaktoren. Begründet wird dieses Szenario mit dem aktuellen Durchschnittsalter der 435 weltweit aktiven Kernkraftwerke: und das liegt bei 25 Jahren.

Atomkraftwerke – Laufzeit für Planung, Bau und Betrieb

Bei einer durchschnittlichen Kraftwerk-Laufzeit von 40 bis 50 Jahren ist die zweite Lebenshälfte der Anlagen im Durchschnitt also erreicht. Ob nun ein solches Ziel überhaupt realisierbar ist, hängt nicht zuletzt von der Planungs- und Bauzeit für einen neuen Reaktor ab; diese wird von der „Prognos AG“ auf 15 bis 25 Jahre geschätzt. Jedenfalls erwarten Organisationen wie die „Internationale Energie Agentur“ und die „Internationale Atomenergieorganisation“ einen zunehmenden Anteil der Kernenergie am weltweiten Energiemix; bedingt durch eine bessere internationale Zusammenarbeit und Fortschritte bei der Kraftwerkstechnologie.

Atomkraftwerke – Globaler Status

In den USA sind 90 Prozent der 104 Atomkraftwerke bereits mehr als 20 Jahr alt, die Hälfte ist sogar schon mehr als 30 Jahr am Netz. In Westeuropa sind 65 Prozent der Reaktoren zwischen 21 und 30 Jahre alt, weitere 20 Prozent bereits über 30 Jahre in Betrieb. Jüngere Anlagen stehen vor allem in Osteuropa, Indien und Ostasien. Dort finden sich auch die meisten der weltweit im Bau befindlichen und geplanten Reaktoren; so das ifo Institut für Wirtschaftsforschung e.V. an der Universität München.

Nachtrag 2013: Atomkraftwerke und der Stresstest

Nach dem Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland gilt es, den Betrieb von Kernkraftwerken in europäischen Ländern – die an deren Nutzung festhalten wollen – stetig zu verbessern. Das deutsche Bundesumweltministerium propagiert, sämtliche noch aktiven, europäischen Kernkraftwerke einem Stresstest zu unterziehen. Die zweite europäische Konferenz zur nuklearen Sicherheit, am 11./12.06.2013 soll eine nukleare Sicherheitsstruktur in Europa schaffen.