Automobile – erforscht und kundengerecht entwickelt

Es muss schon ein bedeutender Markt für Automobile sein, wenn man extra für diesen in ein Zentrum für Forschung und Entwicklung investiert. Mit dieser aktuell etablierten Charmeoffensive umwirbt Mercedes-Benz seine chinesischen Kunden – weitere Kompetenzzentren dieser Art gibt es bereits in den USA und in Indien.

Der Aufbau eines engmaschigen und komplementären Netzwerks von R&D-Zentren rund um den Globus erscheint als folgerichtige Konsequenz einer kompromisslosen Kundenorientierung und Ausrichtung auf lokale Vorlieben. Das Alltagsleben potenzieller Kunden und ihre täglichen Gewohnheiten sollen künftige Mobilitätsanforderungen offenlegen, um diese dann umgehend in intelligente Produktlösungen umzusetzen.

Daimler propagiert seine Aktivitäten für Forschung und Entwicklung etwa in den Bereichen Sicherheit und Komfort oder der Luftqualität im Fahrzeuginnenraum – aber auch zu Telematik- und Infotainmentsystemen, Apps und Internetdiensten. Hinzu kommen nachhaltige Verkehrslösungen einschließlich autonom fahrende Automobile und die Berücksichtigung des sogenannten digitalen Fahrstils.

Automobile flexibel konzipieren

Mobilität braucht flexiblere Konzepte. Bereits in 2013 propagierte die KPMG ihre Erkenntnisse zu den Strategien der Autohersteller. Demnach sind diese gezwungen, ihre Geschäftsmodelle zu überdenken, um überleben zu können. Genannt werden mittelfristige Herausforderungen, die massive Probleme bereiten.

Auf den Antrieb kommt es an. Offenbar bestehen immer noch erhebliche Zweifel, welche Antriebstechnologie künftig zu favorisieren ist. Dabei gibt es durchaus richtungsweisende Erkenntnisse. So wird innerhalb der nächsten 5 Jahre erwartet, dass Antriebe über sogenannte „Plug-In-Hybride“ die stärksten Zukunftschancen haben, dass sich ein reiner Batterieantrieb kaum durchsetzen wird und dass das Verbesserungspotenzial von Verbrennungsmotoren aktiviert wird.

Kundenwünsche orientieren sich jedenfalls immer noch an der Fahrleistung des Fahrzeugs, dessen Reichweite, den Betriebskosten und natürlich am Neupreis – daran hat sich nichts geändert. Findet der jeweilige Kunde für den Pkw-Kauf keinen akzeptablen Nenner, kommen Mobilitätsdienstleistungen zum Zug.

Automobile stellen sich auf ihre Fahrer ein

Wenn Automobile interagieren, ist möglicherweise das Ziel erreicht, den Verkehrsfluss entscheidend zu verbessern. Entsprechend wären Verkehrsunfälle weitgehend zu verhindern sowie Kraftstoffverbrauch, Lärm, Abgase und Staus signifikant zu reduzieren. So jedenfalls sieht es die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit ihrem Forschungsprogramm „Kooperativ interagierende Automobile„.

Das Fraunhofer IAO verweist in diesem Zusammenhang auf die Notwendigkeit, die Intelligenz der Automobile durch sogenannte Fahrermodelle zu prägen. Was nichts anderes bedeutet, als einen Entscheidungsmodus zu definieren, wann das Fahrzeug welche Fahraufgaben zu übernehmen hat, angepasst an den Modus des Fahrers: wach – aufmerksam – im Begriff etwas Bestimmtes zu tun –  etc.

So weit, so gut – inwieweit entsprechende Intelligenz in die Fahrzeuge implementiert wird, ist vermutlich auch eine Preisfrage. Ob sogenannte „Billigautos“ dann auch entsprechend ausgestattet sind, kann bezweifelt werden – mit Abstrichen in der Zielvorstellung ist also zu rechnen.

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Automobile - erforscht und kundengerecht entwickelt
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Werden Automobile flexibel konzipiert, stellen sie sich auch auf ihre Fahrer ein. Eine entsprechende Forschung und Entwicklung erfordert globale Zentren mit lokaler Ausrichtung. Was machbar ist, ist nicht unbedingt gewünscht und was gewünscht ist, ist nicht unbedingt bezahlbar. In jedem Fall erhöhen sich die Standards - schon aus Wettbewerbsgründen.
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