Betriebliche Instandhaltung – Mehr Kompetenz für aktuelle Herausforderungen

Die bisherigen Entwicklungsschritte der Instandhaltung sind als „ausfallorientiert“, „vorbeugend“ oder „autonom“ deklariert. Immer stärker sieht sich die Instandhaltung dem Total Management von Assets verpflichtet – also nicht nur dem klassischen Teil der Instandhaltung, sondern dem gesamten Zyklus von Anlagen, und zwar von der Planung bis  zur Ausmusterung. Instandhaltung im Rahmen des Total Asset Managements basiert auf Wertorientierung, der Verbesserungen von Prozessen und Anlagen, der Partnerschaft mit Herstellern und dienstleistenden Fremdfirmen, sowie dem Umgang mit entsprechenden Risiken.

Betriebliche Instandhaltung – Umgang mit Erfahrungswissen

Ein professioneller Umgang mit Wissen ist obligatorisch. Die „Halbwertzeit des Wissens“ macht auch vor dem Know-how der Instandhalter nicht halt. Inwieweit Erfahrungswissen noch aktuell ist, zeigt sich zwangsläufig im Umgang mit komplexer Technologie – als veraltet oder unzureichend erkanntes Wissen muss ersetzt beziehungsweise ergänzt werden. Gleichzeitig gilt es, wertvolles Erfahrungswissen, insbesondere langjähriger Mitarbeiter, unbedingt im Unternehmen zu halten. Eine mit definierten Zugriffsregeln dokumentierte Wissensbasis, die permanent aktualisiert wird, erscheint unerlässlich.

Betriebliche Instandhaltung – Umbau und Optimierung von Systemen

Es ist eine Kompetenzfrage, wenn die Instandhaltung den Umbau von Maschinen und Anlagen plant, ohne hierbei die Dienste des Originalherstellers in Anspruch zu nehmen – und so gegebenenfalls Verpflichtungen als Hersteller übernimmt. Optimiert werden Anlagen nicht zuletzt über messtechnische und technische Verfahren, gegebenenfalls auch ohne Betriebsunterbrechung. Insbesondere die energetische Optimierung technischer Systeme erscheint als umfangreiches Betätigungsfeld, beispielsweise wenn die Beseitigung von Leckagen einer Druckluftversorgung ansteht.

Betriebliche Instandhaltung – Condition Monitoring

Auch das Condition Monitoring gilt es zu entwickeln, um so die voraussichtliche Standzeit von Systemkomponenten unter bestimmten Betriebsbedingungen realistisch einzuschätzen. Naturgemäß sind bei veränderten oder wechselnden Betriebsbedingungen auch die erstellten Prognosen zu revidieren. Verlässliche Prognostizierbarkeit korreliert daher mit der Fähigkeit, die relevanten Parameter eines Bauteils zu bestimmen sowie dessen Veränderungen messtechnisch zu erfassen und zu bewerten – als Voraussetzung für eine entsprechende IT-gestützte Maßnahmen- und Einsatzplanung.

Betriebliche Instandhaltung – Industrie 4.0

Geht es um die Instandhaltung im Umfeld von Industrie 4.0  sprechen deren Protagonisten zutreffend von einer „smarten Maintenance“ in einer smarten Factory. Instandhaltung als „letzten Stellhebel“ zu bezeichnen, um die Wertschöpfungskette zu optimieren, resultiert hingegen aus einem etwas anachronistisch anmutenden Selbstverständnis, das mit einer smarten Factory eher wenig zu tun hat. Tragfähige Instandhaltungskonzepte der Zukunft konzentrieren sich jedenfalls auf sogenannte Cyberphysische Systeme, das Internet der Dinge und das Internet der Dienste.

Soweit die Themenbereiche aus der Fachtagung Instandhaltung von IFC EBERT zum Ende 2014, eine Quelle für Instandhalter, die ihre Kompetenzen erweitern möchten.

Zusammenfassung
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Betriebliche Instandhaltung - Mehr Kompetenz für die nächsten Herausforderungen
Beschreibung
Betriebliche Instandhaltung basiert auf Erfahrungswissen - ob das immer auch für den Umbau und die Optimierung von Systemen ausreicht, ist zu prüfen. Gleiches gilt für Condition Monitoring und den zunehmenden Einfluss von Industrie 4.0.
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