DIN forciert Dienstleistungsnormen: Standards für Dienstleistungen im internationalen Wettbewerb

Der Bundesverband der Dienstleistungswirtschaft verlangt bei der Einführung einheitlicher Dienstleistungsstandards eine branchenspezifische Orientierung. Dieser Vorstoß ist an die europäische Kommission gerichtet. Der Verband befürchtet, dass vorgegebene Diensleistungsstandards nur bürokratischen Aufwand produzieren und Innovation verhindern. Als bürokratisch bezeichnet der Verband vor allem die erforderliche Kontrolle und Dokumentation zur Einhaltung solcher Normen. Andererseits anerkennt der BDWi durchaus auch die Chance, über einheitliche Dienstleistungsstandards den europäischen Wettbewerb zu verbessern. Die betreffenden Branchen müssten aber zwingend einbezogen werden.

Dienstleistungsnormen – die Gründe

Auch die Normungskonferenz für Dienstleistungen im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) hat zur europäischen und internationalen Dienstleistungsnormung Stellung bezogen. Sie hat zum Ziel, den Dienstleistungssektor der deutschen Wirtschaft mittels Normen und Standards zu stärken. Entsprechende Vorstellungen sind durchaus facettenreich. Diverse Standpunkte gehen beispielsweise davon aus:

  • dass genormte und standardisierte Dienstleistungen eine hohe Qualität garantieren;
  • dass das Wissen der freien Berufe nicht beschreibbar ist, und damit einer Normung nicht zugeführt werden kann;
  • dass Normen für technische Dienstleistungen den Produktnormen in nichts nachstehen dürfen;
  • dass sich Unternehmen durch genormte Dienstleistungen hervorheben sollten, in Anbetracht der Geringfügigkeit technischer Produktunterschiede;
  • dass sich Dienstleistungsnormen innovationsfördernd auswirken;
  • dass Dienstleistungsnormen Handelshemmnisse zwischen Mitgliedstaaten beseitigen;
  • dass Dienstleistungsnormen für mehr Transparenz und Verständnis zwischen Kunden und Unternehmen sorgen.

Dienstleistungsnormen – die Akteure

Das Deutsche Institut für Normung ist auf diesem Feld gleich mit zwei Organisationen aktiv. Die Koordinierungsstelle Dienstleistungen im DIN (KDL) ist die zentrale Stelle für alle Aktivitäten des DIN im Dienstleistungsbereich. Der Normenausschuss Dienstleistungen (NADL) ist zuständig für unternehmensbezogene und endkundenbezogene Dienstleistungen; sowie für die Grundlagenarbeit in der Dienstleistungsnormung und -standardisierung. Die bereits bestehende DIN-Ausschüsse für Normungen diverser Dienstleistungen agieren weiter wie bisher. Der NADL gilt offenbar nicht für alle DIN-Dienstleistungsbereiche als verbindliche Instanz.