Elektromobilität ohne Akzeptanz – Aufwertung durch Service

Potenzielle Kunden wollen sie immer noch nicht so richtig – die Elektromobilität. Und trotzdem hat die Kreation elektromobiler Dienstleistungen bereits massiv eingesetzt – Servicekonzepte warten auf ihre Umsetzung. Der Eindruck drängt sich auf, dass der Service alle Register ziehen soll, um Kunden die Elektromobilität schmackhaft zu machen.

Elektromobilität – aufwertende Dienstleistungen

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) besetzt die Elektromobilität mit der Forderung, das Automobil neu zu denken. Dass dies dringlich ist, beweist die vom BMBF geförderte Projektstudie Dienstleistungen für die Elektromobilität (DELFIN). Nach entsprechenden Erkenntnissen sollen „kundenorientierte Dienstleistungen die originären Nachteile der Elektromobilität ausgleichen – etwa die geringe Reichweite oder lange Aufladezeiten“. Als besonders erfolgversprechend gelten somit infrastrukturell abgesicherte Lademöglichkeiten mit kundenfreundlicher Abrechnung. Hinzu kommen entsprechende Informationsdienste – diese sollen die Angst nehmen, mit dem Auto liegen zu bleiben. Carsharing, insbesondere vernetzt mit weiteren Verkehrsträgern soll die Mobilität flexibilisieren. Und der Betrieb von öffentlichen und gewerblichen Flotten soll den Massenmarkt mit standardisierten Dienstleistungen anstoßen.

Elektromobilität – Projekt „On-Board-Metering“

In 2012 startete das Projekt On-Board-Metering, konzentriert auf das vorrangige Grundproblem der unzureichend verfügbaren Infrastruktur – zu wenig Ladesäulen für den Transfer elektrischer Energie zum Elektrofahrzeug. Diese Lösung ist darauf ausgerichtet, die Kosten für Investition und Instandhaltung einer solchen Infrastruktur zu minimieren. Hierzu ist die erforderliche Mess- und Kommunikationstechnik in das Fahrzeug verlegt. Der geladene Strom und weitere Messdaten werden also über ein mobiles Abrechnungssystem erfasst. Eine PTB Systemsteckdosekomplexe Ladesäule mutiert so zu einer einfachen Systemsteckdose – und diese kann kostengünstig flächendeckend installiert werden. Mit bis zu 1000 Systemsteckdosen im Feldtest sollte bewiesen werden, dass mit der mobilen Mess- und Abrechnungstechnik und der hohen Dichte an Lademöglichkeiten eine neue Ladequalität für Nutzer von Elektrofahrzeugen erreicht werden kann. Bis zum März 2015 waren gerade einmal 80 mobile Zähler und 134 Ladepunkte eingebunden, über ganz Deutschland verteilt – so die Auskunft der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), einer der Projektpartner. Das Projekt ist seit Mai 2015 abgeschlossen, der Durchbruch des On-Board-Metering wird gegen Ende 2015 erwartet – man darf gespannt sein.

Elektromobilität – die Gesamtlösung zählt

Die bislang auf den Strassen realisierte Elektromobilität ist relativ bescheiden. Da die Fahrzeuge offenbar nicht überzeugen, müssen deren Nachteile durch Service kompensiert und aufgewertet werden. Elektromobilität erscheint als Produkt, das nur mit bestimmten Dienstleistungen überhaupt marktfähig ist – weil sich erst dann ein Nutzen einstellt. Service mag für einen Kunden nicht vorrangig sein, wenn er sich für ein Produkt interessiert. Doch ein Kunde, den ein Produkt nicht überzeugt, hat überhaupt keinen Grund nach entsprechendem Service zu fragen. In solchen Fällen hat sich im Service durchgesetzt, Produkt und Service als Gesamtlösung anzubieten – das wurde bei der Elektromobilität bislang versäumt.

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Elektromobilität ohne Akzeptanz - Aufwertung durch Service
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Elektromobilität soll die Zukunft auf den Strassen repräsentieren - doch den Kunden muss diese Technologie noch schmackhaft gemacht werden, vorrangig über Nutzen stützende Dienstleistungen.
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