Emissionsvermeidung angestrebt – Anpassung an Klimafolgen trotzdem vorrangig

Die deutsche Politik sollte auf teure, nationale Alleingänge bei der Emissionsvermeidung möglichst verzichten und sich stattdessen mehr auf Anpassungsmaßnahmen konzentrieren; um so die Folgen des Klimawandels abzufedern. Diese Empfehlung des wissenschaftlichen Beirats des Finanzministeriums wird begründet mit den „enttäuschenden Ergebnissen“ der Klimaverhandlungen 2009 in Kopenhagen.

Emissionsvermeidung – Investition in globale Vorteile

Die Stoßrichtung ist klar: Bei einzelstaatlichen „Emissionsminderungen“ tragen die Bürger des jeweiligen Landes die Kosten und alle Länder profitieren davon. Wenn hingegen ein einzelnes Land „Anpassungsmaßnahmen“ durchführt, investiert es ausschließlich in die eigene „Sicherheit“. Trotzdem soll diese Strategie auch die Chancen erhöhen, doch noch zu internationalen Klimavereinbarungen zu kommen: Wenn sich einzelne Länder durch Anpassungsmaßnahmen besser gegen die Klimafolgen abschirmen als andere, erhöht sich der Druck auf die Verweigerungsländer; so die Überlegung.

Emissionsvermeidung – Investition in Sicherheit

Falls diese Drohkulisse nicht funktioniert, haben die angepassten Länder Aussicht auf ein lukratives Exportgeschäft für entsprechend konzipierte „lebenserhaltende Systeme“; wenn es hierzu irgendwann nicht zu spät ist und stattdessen die klimatischen Verhältnisse zunehmend weltweite Hilfs- und Rettungsaktionen erforderlich machen. Vor diesem Hintergrund darf spekuliert werden, ob Aufwendungen für „nationale Alleingänge zur Emissionsvermeidung“ letztlich doch sinnvoller sind als isolierte Anpassungsmaßnahmen; ohne damit zwingend erforderlichen Selbstschutz auszuschließen.

Emissionsvermeidung – Investition in innovative Produkte

Darüberhinaus gibt es ja bereits erhebliche Anstrengungen, um energieeffiziente Güter zum Exportschlager zu machen; insbesondere die „Exportinitiative Energieeffizienz“ im deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie fordert produzierende Unternehmen eindringlich dazu auf, solche Potenziale zu nutzen. Die aktuelle Empfehlung, von „nationalen Vorleistungen zur Emissionsvermeidung“ abzusehen, steht entsprechenden Geschäftsmodellen offensichtlich entgegen.

Emissionsvermeidung – Investition in Überzeugungsarbeit

Den Ausschluss einseitiger Zusagen vorausgesetzt, sollten die globalen Verhandlungen um Emissionsminderungen jedenfalls weiter vorangetrieben werden; so der Wissenschaftliche Beirat beim Bundesministerium der Finanzen; ifo Institut für Wirtschaftsforschung e.V. an der Universität München; www.cesifo-group.de