Energieeffizienz von Gebäuden – Nullenergiehaus ist Maßstab

Investitionen in die Energieeffizienz von Gebäuden werden als lohnenswert bezeichnet und gelten als Renditemodelle der Zukunft – vorausgesetzt, man akzeptiert den Erfolg als Fernziel, das im Übrigen auch nur mit großen Anstrengungen zu erreichen ist. Eckpunkte einer ganzheitlichen Gebäudestrategie gelten als Teil des „Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz“ der deutschen Bundesregierung.

Die Energiewende im Gebäudebereich kann über marktwirtschaftliche Anreize erreicht werden – unter Zwang eher nicht. So die Meinung von Vertretern aus Industrie, Wirtschaft, Umweltverbänden, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und den deutschen Bundesländern, die sich der „Energiewende-Plattform Gebäude“ verpflichtet haben.

Energieeffizienz von Gebäuden im Defizit

An energieeffizienten Lösungen mangelt es nicht – an vermeintlichen oder tatsächlichen Hindernissen, die einer Umsetzung entgegenstehen, offenbar aber auch nicht. Nachweislich werden immer noch Energie und finanzielle Mittel verschwendet und Tonnen von vermeidbarem CO2 produziert.

Neben einzelnen, energieeffizienten Vorkehrungen im Gebäudebereich, empfiehlt das Forum für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik („VdZ„) auch umfangreiche Maßnahmen – etwa den Komplettaustausch der Heizungsanlage, den Einbau einer Lüftungsanlage, die Integration voreinstellbarer Thermostatventile oder auch den Einbau von Hocheffizienzpumpen zur Optimierung der Wärmeverteilung.

Im Bereich der rund 18 Mio. Wohngebäude in Deutschland können – nach dem VdZ – allein durch die Modernisierung der Heizungsanlage auf ein technisch machbares Niveau ca. 15 Prozent des gesamtdeutschen Endenergieverbrauchs im Jahr eingespart werden.

Energieeffizienz von Gebäuden ist europaweit zu verbessern

Die Neufassung der EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden wurde 2009 gestartet. Die Energieeffizienz von Gebäuden soll europaweit verbessert werden – immerhin entfallen rund 40 Prozent des Endenergieverbrauchs in der EU auf den Gebäudebereich. Insofern leisten energieeffiziente Gebäude einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit, zur Bewältigung tendenziell steigender Energiepreise und nicht zuletzt zum Klimaschutz.

Die EU-Mitgliedstaaten sollen nationale Mindeststandards festsetzen – im Hinbick auf Neubauten, umfassende Sanierungen sowie bei der Erneuerung wesentlicher Bauteile. Nationale Standards sollen sich möglichst an einer europaweiten Vergleichsmethode ausrichten.

Weiterhin gilt für alle Neubauten ab 2020 – bei öffentlichen Gebäuden ab 2019 – , dass sie höchsten Energieeffizienzstandards entsprechen müssen. Insbesondere soll der verbleibende Heiz- bzw. Kühlbedarf zu wesentlichen Teilen durch erneuerbare Energien gedeckt werden.

In gewerblichen Immobilienanzeigen informiert die Energiekennzahl über die Energieeffizienz von Gebäuden. Der bedarfs- und verbrauchsorientierte Energieausweis gilt als Nachweis gegenüber Mietern und Käufern.

Maßstab der Energieeffizienz von Gebäuden ist das Nullenergiehaus

Für den Betrieb eines sogenannten Netto-Nullenergiegebäudes sollte die gesamte Energie aus regenerativen Energiequellen am Gebäude stammen. Eine Fotovoltaikanlage auf der Dachfläche ist zuständig für die Stromerzeugung, eine Wärmepumpe kann Energie aus dem Grundwasser für die Gebäudeheizung gewinnen.

Das Umweltbundesamt (UBA) hat demonstriert, was man unter einem Nullenergiehaus zu verstehen hat. Das neu erstellte UBA-Gebäude entspricht bereits den schärfsten Anforderungen der europäischen Gebäuderichtlinie für Neubauten der öffentlichen Hand. Für das 2013 fertiggestellte  UBA-Gebäude wird mit einem Heizenergiebedarf gerechnet, der unter 15 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter und Jahr liegt.

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Energieeffizienz von Gebäuden - Nullenergiehaus ist Maßstab
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Die Energieeffizienz von Gebäuden ist im Defizit und muss europaweit verbessert werden. Als Maßstab gilt unverändert die Energieeffizienz im Nullenergiehaus. Mit der "Energiewende-Plattform Gebäude" nehmen sich die Vertreter aus Industrie, Wirtschaft, Umweltverbänden, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und den deutschen Bundesländern in die Pflicht.
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