Technischer Service braucht Ersatzteilversorgung: Kapazität und Lieferbereitschaft definieren das Ersatzteilzentrum

Um die Verfügbarkeit von Maschinen, technischen Anlagen und Systemen sicherzustellen oder zu verbessern, ist eine Prozessoptimierung erforderlich, wie sie beispielsweise vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML angeboten wird. Das Institut verweist hierbei auf die Notwendigkeit, mit einer Analyse der vorhandenen Abläufe zu beginnen, um eine Optimierung zielführend gestalten zu können. Adressiert ist dieses Angebot sicherlich an Betreiber und ihre Instandhaltungsorganisationen. Aus der transparenten Darstellung der Istprozesse sollen Schwachstellen und Optimierungspotenziale resultieren, als Ausgangspunkt zur Annäherung an Best-Practise-Prozesse. Gestaltungsmöglichkeiten zur Minimierung des Ersatzteilbedarfs werden dabei sicherlich auch berücksichtigt.

Parallel hierzu etablieren die Hersteller technischer Investitionsgüter die logistische Infrastruktur für ihre prognostizierte Ersatzteilversorgung, unter Berücksichtigung entsprechender Kapazität und Lieferbereitschaft.

Ersatzteilversorgung der Jungheinrich AG

Aktuell plant die Jungheinrich AG ein neues Ersatzteilzentrum, dessen Fertigstellung in 2013 erwartet wird. Hiermit will man dem steigenden Sortimentswachstum aus Ersatzteilen begegnen, bedingt durch das erweiterte Produktportfolio. Ein neues Logistikkonzept soll eine 24-stündige Lieferbereitschaft ermöglichen, an 365 Tagen im Jahr. Bisher wurden Läger an drei verschiedenen Standorten genutzt, deren Kapazitätsgrenzen in 2014 erreicht sind. Da außerdem ein Ausbau der bisherigen Standorte nicht möglich erscheint, wurde folgerichtig ein neuer Standort gewählt. Die Kapazität eines der bisherigen Läger soll in dem neuen Zentrum integriert sein.

Ersatzteilversorgung der Eurocopter Deutschland GmbH

Seit kurzem in Betrieb ist das Logistikzentrum der Eurocopter Deutschland GmbH mit einem weltweiten Just-in-time-Ersatzteil-Lieferservice . Das neue Zentrum ist auf ein kundennahes und reaktionsschnelles Support- und Servicenetzwerk ausgerichtet. Das Unternehmen setzt auf modernste Logistiktools und Logistikprozesse, um die Verfügbarkeit von Ersatzteilen bedarfsgerecht zu optimieren. Erwähnenswert ist außerdem, dass das Baukonzept des Zentrums offenbar umweltorientierten Kriterien folgt. Insbesondere sollen mit einem papierlosen Verfahren zur Einlagerung und Entnahme von Ersatzteilen jährlich rund 110.000 Ausdrucke eingespart werden.

Ersatzteilversorgung der Hitachi Construction Machinery (Europe) NV

Ebenso neu ist das kürzlich eröffnete europäische Ersatzteilcenter von Hitachi Construction Machinery (Europe) NV. Es ersetzt mit einer dreifachen Kapazität die bisherige Lagerhaltung am gleichen Standort und soll die Teileverfügbarkeit verbessern. Nicht zuletzt durch ein Lagerverwaltungssystem, das alle Aufgaben der bestellten Teile optimiert: vom Auspacken und Einlagern der erhaltenen Teile bis hin zur Zusammenstellung und der Versendung.

Ersatzteilversorgung der John Deere

Noch in 2011 will John Deere die Erweiterung seines europäischen Ersatzteilzentrums fertigstellen. Ursache für entsprechende Investitionen waren neben dem wachsenden Produktprogramm auch eine logistische Neuorientierung, aufgrund nicht mehr akzeptabler Rahmenbedingungen für das Teilegeschäft. Die Ersatzteillogistik sollte gestiegenen Frachtraten und umweltspezifischen Erfordernissen begegnen und dabei kürzeste Transportwege berücksichtigen. Das Unternehmen entschied sich für die Errichtung regionaler Ersatzteilläger, die mit einem Verteilerzentrum korrespondieren. Hierbei gilt das Prinzip, Teile-Lieferungen den vorliegenden Aufträgen unmittelbar zuzuordnen. Damit verhindert das Unternehmen bei internen Lieferungen unnötige Einlagerungen; bei Teile-Lieferungen von externen Lieferanten werden so Umwege ausgeschlossen.

Ersatzteilversorgung der Linde Material Handling GmbH

Seit 2008, sieht sich die Linde Material Handling GmbH veranlasst, ihr zentrales Ersatzteillager bis 2011 auszubauen. Die Entscheidung resultierte aus dem vermehrten Platzbedarf für häufig nachgefragte Artikel und zusätzlich erforderlichen Verpackungsplätzen im Hauptlager. Aus diesem Grund wurden großvolumige Ersatzteile mit niedriger Umschlaghäufigkeit dem Hauptlager entnommen und in einem neuen Lager untergebracht. Damit will das Unternehmen auch für solche Teile eine hohe Verfügbarkeit gewährleisten und die Bestandsbindung optimieren. Bestellungen, die bis 17.30 Uhr eingehen und als Express-Lieferung angefordert werden, sollen bereits am nächsten Morgen um 7.00 Uhr zugestellt sein: verfügbar im Wagen des Service-Monteurs, beim Vertragshändler oder in den ausländischen Tochtergesellschaften.

Ersatzteilversorgung der EURODRIVE GmbH Co.KG

Bereits seit 2004 ist das europäische Ersatzteilzentrum der SEW-EURODRIVE GmbH Co.KG in Betrieb. Es ist integriert in einem Service Competenz Center und unterstützt hierbei auch fünf weitere Servicecenter. Es ist angestrebt, einen schnellstmöglichen Ablauf vom Wareneingang bis hin zum Versand zu erreichen; und zwar unabhängig von der Größe des Ersatzteils. Bestellen die europäischen SEW-Niederlassungen die benötigten Ersatzteile in Kleinmengen, sollen diese binnen 24 Stunden verfügbar sein.