Externe Beratung: Förderungswürdig und im Trend

Spätestens, wenn Unternehmen entdecken, daß eine beauftragte Beratungsleistung ihren Zweck nicht erfüllt, sollten sie ihren Beratungsbedarf  überdenken. Um das präventiv zu vermeiden, ist der tatsächliche Beratungsbedarf frühzeitig zu erfassen – nur wenn die Anforderungen an eine externe Beratung möglichst präzise definiert sind, läßt sich auch der angestrebte Nutzen realisieren.

Es empfiehlt sich, ein Beratungsprojekt über klar gesetzte Teilziele zu erarbeiten, wobei jedes erreichte Ziel zusätzlich auf Plausiblität zu prüfen ist. Schließlich sind eine veränderte Zielsetzung des Unternehmens oder sonstige neuen Rahmenbedingungen nicht auszuschließen.

Interne Beratung versus externe Beratung

Transparenz  und überschaubare Kosten sind Kriterien, die intern organisierte Beratungsaktivitäten favorisieren können. Eine schnelle interne  Eingreiftruppe in Sachen Beratungsleistung läßt sich vermutlich auch flexibler organisieren als ein externer Beraterstab. Interne und externe Beratung können sich sowohl ergänzen als auch alternativ in Anspruch genommen werden.

Unternehmen, die ihren Beratungsbedarf genau kennen,  sind auch in der Lage, entsprechende Berater paßgenau auszuwählen, einzusetzen und damit die Beratungsleistung aktiv zu steuern. Die Effektivität und Qualität interner und externer Beratungsleistungen können durchaus gleichwertig sein – gleichwohl darf die latente Gefahr der Betriebsblindheit bei Inhouse Consultants nicht außer Acht gelassen werden.

Externe Beratung ist förderungswürdig

Unternehmen können Zuschüsse für eine zielgerichtete externe Beratung beantragen, um ihre Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit wieder herzustellen. Diese Beratungsförderung hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie zusammen mit der KfW-Bankengruppe in 2009 gestartet und ist offenbar immer noch aktiv.

Das Förderprogramm des BMWi  nennt sich „Turn Around Beratung“ – es ist gedacht für kleine und mittlere Unternehmen, die in Schwierigkeiten stecken. Über dieses Beratungsangebot sollen unternehmensspezifische Checks durchgeführt werden – mit dem Ziel, Schwachstellen aufzudecken und entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Externe Beratung ist im Trend

Beratungsaktivitäten für den Bereich „Logistik und Supply Chain“ hat der Marktforscher und Marktberater Lünendonk in 2013 als besonderen Trend ausgemacht – aufgrund von vermehrten Problemsituationen, die Logistikdienstleister zu bewältigen haben. Unternehmensberatung für „Services und Kundendienste“ liegen nach Lünendonk im Mittelfeld. Die beiden Beratungsbereiche für kundenspezifische Service-Aktivitäten zusammengenommen belegen mit 15,6% Umsatzanteilen den 2. Platz, hinter den strategischen Beratungen für Unternehmen.

Seit der Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie Ende 2009 sind grenzüberschreitende Dienstleister den heimischen Beratern weitgehend gleichzustellen – vor diesem Hintergrund winken europäischen Beratern zumindest neue Marktchancen. Um einen zu beratenden Klientenstamm grenzüberschreitend zu erweitern, bedarf es sicherlich besonderer Anstrengungen – die grenzüberschreitende externe Beratung hat eine besondere Qualität.

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Externe Beratung: Förderungswürdig und im Trend
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Es ist nicht nur Ansichtssache, ob die externe Beratung einer internen Beratung vorzuziehen ist. Wenn letztere favorisiert werden, steht höherer Flexibilität die latente Betriebsblindheit von Inhouse Consultants gegenüber. Höhere Kosten der externen Beratung können durch finanzielle Förderung abgefangen werden.
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