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Mitarbeiterorientierte Produktivitätssteigerung – Anreize und Vorgaben

Eine möglichst hohe Produktivität ist und bleibt vorrangiger Zielpunkt einer Betriebsoptimierung. Es geht hierbei nicht nur um kontinuierlich angestrebte Verbesserungen. Vielmehr können bestimmte Umstände auch besondere Anstrengungen zur Produktivitätssteigerung erforderlich machen – etwa Rationalisierungsgründe oder eine zu steigernde Produktionskapazität. Andreas Beyerle-Köster, Sales Director  der Bilfinger Maintenance GmbH, setzt in jedem Fall auf die verstärkte Einbindung von Mitarbeitern.

Herr Beyerle-Köster – wie definieren Sie die Produktivität der Instandhaltung?

Die Produktivität in der Instandhaltung ist die Produktivität der Produktionsanlagen. Aus unserer Sicht kann die Instandhaltung nicht nur zur Verbesserung der Anlagenverfügbarkeit beitragen sondern auch zur Prozessgeschwindigkeit oder Prozessstabilität und zur Produktqualität. Wir sehen die Instandhaltung also in der Mitverantwortung, alle Elemente der sogenannten „Overall Equipment Effectivness“ (OEE) gemeinsam mit der Produktion zu verbessern.

… inwieweit erscheint es sinnvoll, Mitarbeitern der Produktion auch Instandhaltungsaktivitäten zu übertragen?

Das ist ein ganz wichtiger Aspekt. So können sich die Anlagenbediener mit ihren Anlagen identifizieren, diese besser kennenlernen und Fehler beziehungsweise nahende Ausfälle bereits in der Entstehungsphase erkennen. Insbesondere dann, wenn wir als Dienstleister für die komplette Instandhaltung verantwortlich sind, ist es für uns wichtig, dass wir über solche TPM-Konzepte zu einer guten Zusammenarbeit mit den Anlagenbedienern kommen.

Welche Anreize sind für den individuellen Instandhalter relevant, um produktiver zu arbeiten?

Aus unserer Sicht sind das beispielsweise die Anzahl von Verbesserungsmaßnahmen und die Anzahl gemeldeter, gefährlicher Situationen, im Sinne der Arbeitssicherheit. Hinzu kommen eine adäquate moderne Arbeitsumgebung – etwa durch eine mobile Instandhaltungssoftware, sowie die Rückmeldung zur Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen. Weitere sehr wichtige Anreize sind Leistungsanerkennung und fachliche Weiterbildungsmöglichkeiten. Wichtig ist, dass der individuell als Facharbeiter tätige Instandhalter diese Anreize, die als Kennzahlen gemessen werden, auch direkt beeinflussen kann.

… welchen Vorgaben unterliegt die Beeinflussung von Kennzahlen?

Kennzahlen sind nie Selbstzweck. Neben dem momentanen Ist-Wert muss es immer einen Zielwert geben. Es ist Aufgabe des Instandhaltungsleiters, hieraus konkrete Maßnahmen abzuleiten, um die Ziele zu erreichen. Diese Ziele sollten sich darauf fokussieren, Kosten zu senken, Anlagenproduktivität zu steigern und die Anlagen- und Arbeitssicherheit zu erhöhen. Hierbei spielen natürlich auch Zeitvorgaben und Termine eine wichtige Rolle, um solche Verbesserungsprozesse zu überwachen.

… und welche konkreten Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung haben derzeit Konjunktur?

Momentan boomt die Wirtschaft und es fehlen Fachkräfte. Daher haben alle Maßnahmen „Konjunktur“, die geeignet sind, die Anlagenproduktivität zu steigern, ohne dabei den erforderlichen  Ressourceneinsatz, wie beispielsweise  weitere Produktionsschichten, zu erhöhen. In diesem Zusammenhang wundert es mich immer wieder, dass in vielen Unternehmen die Ist-Produktivität (OEE) und die Kosten von Ausfällen nicht transparent sind.

Haben sich Leistungsprämien bewährt?

Individuelle Leistung in der Instandhaltung zu messen, ist aus unserer Erfahrung sehr schwierig. Wir halten es nicht für praktikabel oder sinnvoll, jeden Verbesserungsvorschlag aus der Instandhaltung im Rahmen eines mitbestimmungspflichtigen Verbesserungsvorschlagswesen zu prämieren. Für praktikabel halten wir hingegen eine Mischung aus Gruppenprämien und individuellen Jahresprämien, etwa im Hinblick auf die Anlagenverfügbarkeit und Anlagenproduktivität. Das Gleiche gilt für Zulagen auf Grundlage der Summe an vorgeschlagenen Verbesserungsmaßnahmen oder gemeldeten gefährlichen Situationen.

Welche Rolle spielt Wissensmanagement in der Instandhaltung?

Wissensmanagement ist der Schlüssel für eine professionelle Instandhaltung. Hierbei geht es um den Wissenstransfer zwischen den Kollegen der verschiedenen Instandhaltungsgruppen – also zwischen den Kollegen der verschiedenen Entstörungsschichten und der Wartungsgruppe, sowie zwischen Jung und Alt. Realisiert werden kann das nur in einem Betriebsklima, das die Teamarbeit fördert. Honoriert wird dann nicht das „Firefighting“ sondern die Problemstrukturierung und Lösungssuche. Voraussetzung ist allerdings, dass eine intuitive, mobile IT zur Verfügung steht, um Wissen einfach zu dokumentieren und abzurufen.

In welchen Bereichen sind externe Experten von Bedeutung?

Externe Instandhaltungsdienstleister bieten Vorteile, wenn sie Spezialwissen preiswerter, einfacher und schneller zur Verfügung stellen können, als dies einer betriebsinternen Instandhaltung möglich ist. Je nach Größe der Instandhaltungsabteilung werden externe Experten beispielsweise im Bereich der Automation benötigt. Auch im Bereich „Reliability Engineering“ oder Betreiberverantwortung, beziehungsweise Betriebssicherheitsverordnung, wird häufig auf externe Experten zurückgegriffen. Hersteller-Know- how ist gefordert, wenn es sich um Spezialanlagen handelt.

Wenn man mehr von Ihnen über Produktivitätssteigerung erfahren möchte – welche Möglichkeiten bieten Sie an?

Als Dienstleister favorisieren wir das unverbindliche Gespräch vor Ort beim Kunden. Ausgehend von entsprechenden Herausforderungen, diskutieren wir gemeinsam, wie wir den Kunden in dessen Betrieb unterstützen können. Basis hierfür sind unser „Bilfinger Maintenance Concept BMC“ und verschiedene „Partnerschaftsmodelle“. Empfehlenswert ist unser „Bilfinger Maintenance Radar“ im Internet – für jeden, der sich vorab informieren möchte.

Herr Beyerle-Köster, herzlichen Dank für Ihre informativen Hinweise zur mitarbeiterorientierten Produktivitätssteigerung.

Servicephilosophie – Aspekte und Prämissen

Service, als eigenständiges Produkt, umfaßt alle Gestaltungsmerkmale für Vermarktung, Controlling und Entwicklung – soweit die harten Fakten im Servicegeschäft. In der Servicephilosophie ist die Botschaft eingebettet, die man seinen Kunden vermitteln will. Die richtige Botschaft zu finden, ist die Suche nach dem Türöffner zu potenziellen Kunden. Daran hat sich sich auch in Zeiten der Digitalisierung nichts geändert.

Prämissen der Servicephilosophie

Was in diesem Buch an Informationen zu finden ist, wird diejenigen überzeugen, die aus ihrem täglichen Servicegeschäft das Beste herausholen wollen.
Prämissen der Servicephilosophie [Kindle Edition]

  • Wer mit Lösungen und Leistungen beabsichtigt, bei Kunden anzudocken, muss vorher Brücken zu ihnen schlagen. Kundenwünsche sind aufzuspüren und in Serviceleistungen zu transformieren.
  • Service hat immer mit technischen Systemen zu tun: Einerseits werden sie unmittelbar oder indirekt benötigt, um Dienstleistungen auszuführen – andererseits sind sie selbst Ursache dafür, dass Serviceleistungen erforderlich werden.
  • In diesem Umfeld bewähren sich Servicepersönlichkeiten als Protagonisten ihrer Servicemission, in die auch Servicepartner integriert werden können.
  • Was zählt, ist Kompetenz, die taktisch klug eingesetzt wird, um Serviceaktivitäten in eine ertragreiche Richtung zu lenken.
  • Kunden fördern dieses Bestreben mit ihrer Unzufriedenheit, die immer wieder erneut zu beseitigen ist – was den Servicemotor am Laufen hält.

Servicephilosophie ist der Weg zum Kunden

Kunden müssen erleben, dass eine angebotene Serviceleistung exzellenter ist als beim Wettbewerber. Hierzu sind Kunden immer mehr in den Service zu integrieren, um so die Kundenbindung zu stärken. Was zählt, ist die Bereitschaft, sich einem ständigen Wandel zu unterziehen und hierbei die Relevanz der angebotenen beziehungsweise angestrebten Serviceleistungen objektiv zu bewerten.

Digitaler Reifegrad im 4.0-Zeitalter – Wertschöpfung und Produktivität innovativ absichern

IFC Ebert

[Advertorial] Instandhaltung kann sich keinen Tunnelblick leisten. Nur mit einem 360°-Blick auf das Asset Management gelingt eine ganzheitliche Transformation in das 4.0-Zeitalter. Und als neuer europäischer Standard regelt die DIN EN 17007 den „Maintenance process and associated indicators“.

Manager stehen in der Verantwortung – zunehmend auch vor Gericht, etwa aufgrund von Missachtung oder Manipulation technischer Vorschriften. Mit der Einführung der DSGVO ist der Druck noch gestiegen – auch auf Betreiber und das Instandhaltungsmanagement. Die Anforderungen der „DSGVO“ betreffen den Umgang mit Daten aus technisch-organisatorischen Abläufen und Prozessen. Hierzu zählt auch die Gewährleistung der Cybersicherheit.

Der Reifegrad der Instandhaltung korreliert mit dem Reifegrad eines Betriebs – beide sind mittlerweile von der Digitalisierung dominiert. Will die Instandhaltung ihre signifikanten Verbesserungspotenziale erkennen, dann müssen sich Zustand, Stärken und Schwächen sowie der Handlungsbedarf am digitalen Reifegrad orientieren. Insbesondere im Hinblick auf die digitale Kommunikation hat die Instandhaltungsorganisation ihre Möglichkeiten auszuschöpfen, um ihren Betrieb auf das 4.0-Zeitalter angemessen vorzubereiten.

Was zählt, ist Wertschöpfung und Produktivitätssteigerung. Automatisiertes Condition Monitoring resultiert in die Ersatzteilbeschaffung, verstärkt fokussiert auf obsoleszente Baugruppen und Komponenten. Worst-Case-Szenarien ergänzen sich mit routinemäßigen Abläufen und selbstredend ist jeder einzelne Mitarbeiter zu befähigen, betriebliche Anforderungen auch umzusetzen.

IFC EBERT – Tagung Instandhaltung 2018

Präsentiert vom Institut für Controlling Prof. Dr. Ebert GmbH, informieren renommierte Experten aus Wissenschaft und Praxis zu den brennenden Themen der Instandhaltung im 4.0-Zeitalter. Die etablierte Begleitausstellung wird erstmals ergänzt durch eine parallel verlaufende „Maintenance Innovation Challenge“. Hierbei präsentieren junge Start-up Unternehmen spannende neue Instandhaltungs-Innovationen.

Weitere Informationen, Programm und Anmeldung zur Tagung Instandhaltung 2018

Lifecycle im Griff – Service mit Verfügbarkeitsgarantie

Ein möglichst langfristiger Lifecycle technischer Produkte gilt durchaus als Kernanliegen in den Produktionsbetrieben – vorausgesetzt, die technisch mögliche Nutzungsdauer korreliert sinnvoll mit der wirtschaftlichen und rechtlichen Nutzungsdauer. Zu beachten hierbei sind etwa die gewünschte Produktivität, der Instandhaltungsaufwand, der effiziente Umgang mit Energie, sowie Auflagen zur Sicherheit und produktspezifische Umweltauflagen.

Im Hinblick auf den „Start“ und das geplante „Ende“ eines Systembetriebs sind diverse Szenarien denkbar. Ob ein adäquates Product-Lifecycle-Management erfolgreich durchgeführt werden kann, hängt davon ab, wie entsprechende Konzepte, Prozesse und Informationen zusammengeführt werden. Unbedingt zu berücksichtigen sind individuell anzupassende Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit und entsprechende Modernisierungsangebote – einschließlich einer möglichst langfristigen Verfügbarkeit relevanter Ersatzteile.

Lifecycle – durch Service abgesichert

Im Rahmen des Product-Lifecycle-Managements hat der Service ein ganz besonderes Interesse, produktspezifisch bedingte Problemsituationen präventiv zu vermeiden. Hierzu sollten technische Systeme servicefreundlich konzipiert sein – als zwingende Voraussetzung, Service auch kundenfreundlich gestalten zu können. Umgesetzt über nachhaltig wirksame Leistungen und Lösungen, fällt es Serviceanbietern bedeutend leichter, die Verantwortung für den systemspezifischen Lebenszyklus zu übernehmen.

Generell bietet das Lifecycle Management grundsätzliche Ansätze zur systematischen Gestaltung neuer Geschäftsmodelle im Service- und Dienstleistungsbereich – zuverlässige Produkte gibt es nicht zum Nulltarif. Jede Maßnahme zur Verlängerung, Stabilisierung und Verbesserung der produktspezifischen Lebensdauer erhöht naturgemäß die Kosten – was sich in der Regel preislich auswirkt. Mit der Akzeptanz der Kunden dürfen Serviceanbieter rechnen, wenn der entsprechende Nutzen plausibel ist und garantiert wird. Nicht zuletzt korreliert der Preis für eine dauerhaft hohe Verfügbarkeit mit den kundenspezifischen Ausfallkosten pro Zeiteinheit – insbesondere dann, wenn der Dienstleister das Ausfallrisiko übernimmt und sich gegebenenfalls gegen Schadensersatzforderungen absichern muss.

Ein gepflegter Lifecycle hängt ab von der vereinbarten Verfügbarkeitsgarantie und einer adäquaten Vergütung. Service überwacht den Produktlebenszyklus und sichert diesen ab. Aktivitäten, die den geplanten Produktlebenszyklus begleiten, werden von einer verantwortungsbewussten Serviceorganisation kontinuierlich und bedarfsgerecht wahrgenommen. Einflüsse, die den geplanten Produktlebenszyklus stören oder voraussichtlich stören könnten, werden zeitnah erfasst und neutralisiert.

Obsoleszenz in der Instandhaltung – negativen Folgen vorbeugen

IFC Ebert[Advertorial] Grundsätzlich können Instandhalter erwarten, dass sie von den Herstellern ihrer Anlagen und Maschinen über entsprechende Verbesserungen auf dem Laufenden gehalten werden. Innovative Produktionsmittel sind und bleiben eine Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit – Obsoleszenz wirkt kontraproduktiv.

Innovation resultiert in Abkündigung

Steht die Investition in Neuanlagen nicht zur Disposition, so ist zu prüfen, ob Hersteller auch optimierte Baugruppen für Altanlagen zur Verfügung stellen. Ein solches Angebot ist gegebenenfalls gekoppelt mit einer sogenannten „Abkündigung“ veralteter Baugruppen, die aus dem Produktprogramm entfernt wurden. Solche Baugruppen sind dann in der Regel noch als Ersatzteile erhältlich – allerdings nur befristet. Danach wäre der fortlaufende Betrieb von Altanlagen im originären Zustand naturgemäß gefährdet – genau das gilt es zu verhindern.

Abkündigung erfordert Massnahmen

Um den negativen Auswirkungen von Obsoleszenz und Abkündigungen zu begegnen, könnten Instandhalter eine eigene, präventive Lagerhaltung originärer Ersatzteile favorisieren – also rechtzeitig einen entsprechenden Bestand aufbauen. Alternativ bietet sich an, die Baugruppen der Altanlagen bedarfsorientiert nachzubauen oder per Re-Engineering zu realisieren – zweifelsfrei mit der Möglichkeit, Produkteigenschaften zu verbessern.

Seminar Obsoleszenz in der Instandhaltung

In jedem Fall sind Instandhalter gefordert, einen professionellen Umgang mit obsoleszenten Baugruppen und Komponenten zu erlernen. Potenzielle Obsoleszenzprobleme sind präventiv zu lösen – Obsoleszenzmanagement ist obligatorisch. Der Einsatz bewährter und neuer Instrumente im Obsoleszenzmanagement sichert Instandhaltungsorganisationen gegen Obsoleszenzrisiken ab und wirkt gleichzeitig kostensenkend. Das Institut für Controlling Prof. Dr. Ebert GmbH  bietet ein entsprechendes Seminar – in Kooperation mit GMP, German Machine Parts.

Programm und Anmeldung: Obsoleszenz in der Instandhaltung – praxisbasiertes und kompetent vermitteltes Wissen.

Dienstleistungen mit größtem Anteil an deutscher Wirtschaft – neuer ifo Index für das Geschäftsklima Deutschland

Jetzt gibt es keinen Zweifel mehr, dass Dienstleistungen die deutsche Wirtschaftsleistung dominieren. Der Status von Dienstleistungen, vom ifo-Institut bisher separat und eher beiläufig analysiert, wird aufgewertet. Wie das ifo Institut mitteilt, überarbeitet es seinen Index für das Geschäftsklima Deutschland. Dienstleistungen sollen ab April 2018 im Gesamtindex integriert sein. Begründung: „Dienstleistungen repräsentieren mittlerweile den größten Teil der deutschen Wirtschaft. Wir tragen der gestiegenen Bedeutung der Branche nun direkt im Index Rechnung.“ Der neue Index inklusive der Dienstleistungen soll den Namen „ifo Geschäftsklima Deutschland“ erhalten.

Geschäftsklima Deutschland – Dienstleistungen schon seit Jahren auf Top Level

Neu ist das nicht, denn bereits im Jahr 2011 erkannte das Statistische Bundesamt (Destatis), dass die Dienstleistungsbereiche 68,3 Prozent der Bruttowertschöpfung der deutschen Wirtschaft ausmachen. Damit repräsentierten diese schon längst den obersten Level von vier Wirtschaftsbereichen – im Vergleich mit der Land- und Forstwirtschaft, dem produzierenden Gewerbe und dem Baugewerbe.

Geschäftsklima Deutschland – Impulse und Perspektiven für Dienstleistungen

Welche Ansatzpunkte entscheidend sind, um mit Dienstleistungen die Zukunft zu gestalten, wurde bereits 2010 auf der Dienstleistungstagung des deutschen Bundesministeriums für Bildung und Forschung propagiert. Die einzelnen Bereiche sind unverändert gültig:

  • Unternehmen lernen von Unternehmen. In kleinen und mittleren Unternehmen lassen sich Dienstleistungen systematisch entwickeln.
  • Dienstleistungen sind eine Antwort auf den demografischen Wandel.
  • Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz definieren die Dienstleistungen der Zukunft.
  • Professionalisierung von Dienstleistungen bestimmen die Unternehmensstrategie für Wachstum und Beschäftigung.
  • Der Praxis-Wissenschafts-Dialog macht deutlich, was die Wissenschaft von Unternehmen lernen kann, und wie sich Forschungsergebnisse in Unternehmen umsetzen lassen.
  • Mit produktiven Dienstleistungen stellen sich Unternehmen strategisch neu auf.
  • Neue Modelle, Lösungen und Wege erlauben es, Dienstleistungen erfolgreich ins Ausland zu exportieren.
  • Die Zukunft der Produktion heißt Dienstleistung, wenn es Unternehmen gelingt, ihre Produkte und Dienstleistungen erfolgreich zu kombinieren.
  • Dienstleistungen sind Problemlöser für die Gesellschaft der Zukunft.
  • Die Simulation von Dienstleistungen ermöglicht es Unternehmen, die Zukunft zu erproben.
  • Standardisierung und Individualisierung von Dienstleistungen machen wettbewerbsfähig.

Historie des ifo Konjunkturtest Dienstleistungen

Nach Angaben des ifo Instituts basierte der „ifo Konjunkturtest Dienstleistungen“ bisher auf ca. 2.500 monatlichen Meldungen von Unternehmen aus wichtigen, insbesondere unternehmensnahen Zweigen des tertiären Sektors. Die ifo-Marktforschung konzentrierte sich auf: Transportwesen, Touristik, Architektur- und Ingenieurbüros, Datenverarbeitung, Unternehmens-/Steuer-/Rechtsberatung, Werbebranche, Personal- und Stellenvermittlung/Überlassung von Arbeitskräften, Gastgewerbe und Mobilien-Leasing. Ausgeschlossen waren Handel, Kreditgewerbe, Leasing, Versicherungen und der Staat.

Man darf gespannt sein, welche Aussagekraft das neue ifo Geschäftsklima Deutschland entwickelt.

Spezifikationen einhalten – Zertifizierte Nachrüstung im Dieselbetrieb

Grundsätzlich können Betreiber technischer Systeme davon ausgehen, dass deren festgeschriebene Spezifikationen auch verbindlich sind – Abweichungen werden konsequent  geahndet. Die Beseitigung entsprechender Mängel ist obligatorisch und unterliegt insbesondere der Produkthaftung. Mit welcher Lösung ein etwaiges Problem beseitigt wird, ist allerdings zweitrangig – das erfolgreiche Ergebnis entscheidet.

Schadstoffarmer Dieselbetrieb ist machbar

Auch die „Betreiber von Fahrzeugen“ können erwarten, dass die zugesagten Spezifikationen von Automobilen deren Istwerten entsprechen. Im aktuellen Dieselkonflikt erscheint dieser Anspruch – zumindest in Europa – nicht selbstverständlich. Unumstritten ist mittlerweile, dass eine softwaregestütze Diesellösung nicht ausreicht, um das derzeitige „Abgasproblem“ zu lösen. Um die außerhalb von Gebäuden als „Außenluft“ definierte Luft nicht unverantwortlich mit Dieselabgasen zu belasten, braucht es zweifelsfrei eine hardwaregestützte Lösung. Diese ist machbar, wie das Ergebnis einer ADAC-Diesel-Studie zeigt.

Allerdings war zu erwarten,  dass unaufgeforderte Hardware-Lösungen von „Drittunternehmen“ bei den Autobauern keine offenen Türen finden. Dabei erscheint die begründete Ablehnung solcher Prototypen durchaus plausibel: „typenspezifisch zertifizierte Nachrüstungen können erst über Jahre realisiert werden“. Das ist aber nicht relevant, wenn man unterstellt, dass Autobauer schon längst typenspezifische Hardware-Lösungen in der Schublade haben – zumindest für zukünftige Modelle. Dann wäre gegebenenfalls auch die Neuauflage einer akzeptablen „Verschrottungsprämie“ denkbar.

Damoklesschwert Fahrverbote ist – noch – stumpf

Retrofits sind unter anderem dafür geeignet, einen „schadstoffarmen Betrieb“ zu gewährleisten. Es scheint, dass der Betrieb von Dieselfahrzeugen einer solchen Prozessoptimierung derzeit entzogen wird. Das Problem herbei ist offensichtlich nicht die technische Lösung, sondern der rechtliche Anspruch auf hardwarespezifische Nachrüstungen und deren Finanzierung.

Automobilbauer dürften jedenfalls damit rechnen, dass sich Dienstleistungsunternehmen mit entsprechenden Fahrzeugflotten „vertrauensvoll“ an sie wenden, sollten Fahrverbote tatsächlich durchgesetzt werden. Sicherlich ist die Neuanschaffung dieselbetriebener Dienstfahrzeuge in den Unternehmen bereits weitgehend ausgesetzt. Ob Klagen privater Halter von Dieselfahrzeugen im Einzelfall erfolgreich sind, bleibt fraglich, genauso wie das Recht auf eine Sammelklage.

Im Übrigen ist es nicht zielführend, vermeintliche Schadstoff-Fehlmessungen anzuprangern – im Hinblick auf den korrekten Standort verkehrstechnischer Messstationen. Einsprüche dieser Art sind lediglich geeignet, lösungsorientierte Entscheidungen zu behindern. Dann bleibt die Gewissheit, dass unsere „Außenluft“ an „Frischluftqualität“ verliert – laut klimatechnischer Definition ist Frischluft eine „kühle Luft aus einer schadstoffunbelasteten, natürlichen Umgebung“.