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Industrielle Sicherheit – Existenzieller Bedarf der Wirtschaft

Wirtschaft braucht Sicherheit. Aktuelle Entwicklungen bestätigen den in 2012 vom Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) konstituierten „Ausschuss für Sicherheit“. Facetten hierzu gibt es hinreichend, vorrangig im Bereich technischer Innovationen und globalen Veränderungen. Es geht um einen zukunftsweisenden Wirtschaftsschutz, die Cybersicherheit, den Schutz kritischer Infrastrukturen, den Wettbewerb in der Sicherheitstechnologie, den Wettbewerb in der Verteidigungstechnologie, und nicht zuletzt um mehr Sicherheit zu Perspektiven.

Wirtschaft braucht Industrie

Um Sicherheit für die Industrie zu gewährleisten, konzentrieren sich Aktivitäten und Ansatzpunkte vor allem auf:

  • die Arbeit in sicherer und schadstofffreier Atmosphäre, – ein Ziel der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BauA);
  • präventive Aktivitäten, um die vielschichtigen, gesellschaftlichen Sicherheitslagen in den Griff zu bekommen, – ein Ziel des Instituts für Sicherheits- und Präventionsforschung der Universität Hamburg;
  • diverse Krisenszenarien und ihre Bewältigung, – ein Ziel der Deutschen Gesellschaft für Krisenmanagement e.V. ;
  • sichere Lebensmittel und Verbraucherprodukte, – ein Ziel des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR);
  • nachhaltiges Wirtschaften, umweltschonende Technologien und innovatives Verhalten, – ein Ziel des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik.

Primär gilt die Sicherheit in der Industrie als garantiert, wenn eigenverantwortlich handelnde Mitarbeiter in den Unternehmen verfügbar sind – auf Basis einer auf hohem Niveau verfügbaren und motiviert eingesetzten, physischen und psychischen Arbeitskraft.

Industrie braucht Industrieservice

Industrie vernetzt sich, um ihre Bedeutung zu unterstreichen. Folgerichtig verstärken Protagonisten im Industrieservice ihren Schulterschluss, im Hinblick auf Bildungs- und Nachwuchspolitik sowie eine adäquate Wissensvermittlung. Der hohe Anspruch der gemeinsamen Zielsetzung im Industrieservice manifestiert sich nicht zuletzt durch das Aufzeigen von Zukunftstrends sowie der Erarbeitung von Handlungsanweisungen und Qualifizierungsmaßnahmen – und das im Hinblick auf nationale und internationale Anforderungen. Protagonisten im Industrieservice betonen die Bedeutung ihrer Aktivitäten über die Mitarbeit und Mitsprache bei der Entwicklung von Standards, Normen und Regelwerken. Der Einfluss auf Serviceportfolios liegt auf der Hand.

Industrieservice braucht Serviceportfolios

Die Investitionen der Industrie korrelieren mit dem Servicegeschäft. Aus Betreibersicht sind zur Betreuung von Sachanlagen jährliche Servicekosten einzuplanen – moderat betrachtet sind das vielleicht 5% vom Investitionsvolumen. Um sich darüber klar zu werden, inwieweit ein adäquates Serviceportfolio bei den Kunden ankommt, ist es transparent zu kommunizieren. Vor diesem Hintergrund wird dann schnell deutlich, wie sich die aktuelle Bindung zu den jeweiligen Kunden darstellt und wo gegebenenfalls Handlungsbedarf besteht. Verspricht das Portfolio eine gute Servicequalität und ist preislich plausibel, stehen die Wettbewerbschanchen nicht schlecht. Und sind die vereinbarten Serviceleistungen für alle Akteure profitabel, dürfen langfristige Geschäftsbeziehung erwartet werden.

Berufstätige vor dem finalen Ausstand – offensive Reaktionen gefragt

Aufgrund von Industrie 4.0 wird erwartet, dass in Zukunft nur noch etwa 30% der erwerbsfähigen Bevölkerung beschäftigt ist. Entsprechend betroffene Berufstätige sind nicht nur die fachlich weniger qualifizierten Menschen sondern auch solche mit fundierter Ausbildung – sogar die sogenannten Kopfarbeiter könnten durch „Algorithmen“ ersetzt werden. Für Tobias Maier ist ein solches Szenario noch lange nicht ausgemacht. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich „Qualifikation, berufliche Integration und Erwerbstätigkeit“ und Verantwortlicher des QuBE-Projekts im BIBB.

Herr Maier, was kommt auf Berufstätige zu?

Die fortschreitende Digitalisierung von Produktionsprozessen wird die Arbeitswelt vor eine Herausforderung stellen. In einer Studie für die USA im Jahr 2013 kommen die Autoren Frey und Osborne zu der Erkenntnis, dass rund 47% der bislang von Menschen ausgeübten Tätigkeiten durch Maschinen erledigt werden könnten.

… Sie halten das also für eine zwangsläufige Entwicklung?

Die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Nachfrage nach Erwerbstätigen muss weiter untersucht werden. Bei der Interpretation dieser Ergebnisse geben wir zu bedenken, dass technologische Möglichkeiten in diesem Ausmaß nicht als unausweichlich eintretende Optionen aufgefasst werden sollten. Häufig wird die Schnelligkeit und das Ausmaß der Umsetzung von technischen Fortschritten überschätzt – insbesondere von Technologieexperten. Zudem wird in der Studie nichts zu den Investitionskosten gesagt, soll heißen: Nur weil es technisch möglich ist, heißt dies nicht, dass es auch betriebswirtschaftlich sinnvoll ist. Und selbst, wenn es rein rechnerisch sinnvoll erscheint, kann menschliche Arbeit an sich ja auch einen besonderen Wert darstellen – für den Konsumenten gegebenenfalls bereit sind, sogar mehr zu bezahlen.

Wie können sich Berufstätige auf dieses Szenario einstellen?

Es ist nach unserer Auffassung nach wie vor unklar, inwieweit der in der Studie vorgezeichnete technologische Fortschritt die Nachfrage nach Qualifikationen verändert. Man wird nur dann in entsprechende Technik investieren, wenn man auch Personen/Fachkräfte zur Verfügung hat, die diese Technik auch bedienen können. Wie ein Betrieb oder ein Unternehmen seine Produktionsprozesse künftig organisiert, hängt somit auch von den Qualifikationen des Arbeitsangebots ab. Dies bedeutet nach unserer Auffassung, dass diese Prozesse – neben anderen Eingriffsmöglichkeiten – auch von der Bildungsseite her gestaltbar sind. Es ist also durchaus möglich, Fachkräfte oder Akademiker so zu qualifizieren, dass der technologische Fortschritt ihre Handlungsmöglichkeiten erweitert und nicht einschränkt.

… wie propagieren Sie Ihre Vorstellungen?

Das BIBB führt in diesem Zusammenhang mehrere Projekte, Initiativen und Voruntersuchungen durch, um entsprechende Handlungsmöglichkeiten und deren Notwendigkeiten besser zu eruieren. Nicht zu vergessen – das BIBB hat einen gesetzlichen Auftrag, das Feld der Berufsbildung auf einer wissenschaftlichen Grundlage regelmäßig und systematisch zu analysieren.

Herr Maier, herzlichen Dank für Ihre Stellungnahmen zur  Entwicklung der Erwerbstätigkeit.

Umsetzung von Industrie 4.0 – pragmatisch handhaben und neue Maßstäbe setzen

Industrie 4.0 kann von Produktionsbetrieben  nicht mehr ignoriert werden. Der Druck auf Unternehmen steigt, sich mindestens damit auseinanderzusetzen, welche betrieblichen Auswirkungen sich abzeichnen – und  wie man sich hierzu einen Überblick und Orientierung verschaffen kann. Als Protagonist dieser Thematik favorisiert  Prof. Dr.-Ing. Oliver Kramer  praktikable Lösungen. Professor Kramer ist Teil der „Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen“ an der Hochschule Rosenheim und vertritt  die Professur für „Produktionsplanung und -steuerung, ERP-Systeme“. Außerdem leitet er das „Labor für Produktionslogistik“ und ist  hochschulweit für das Themengebiete I4.0 verantwortlich. Seine persönliche Spezialisierung ist die „Produktionsarchitektur der Zukunft mit Bezug auf Digitalisierung und I4.0, im Einklang mit der Mensch-Integration“.  Überdies verantwortet er das Business Development von WEIGANG NEO.

Herr Kramer, auf welchem Niveau sehen Sie die Produktionsbetriebe bei der Umsetzung von Industrie 4.0?

Auf höchst unterschiedlichem Niveau zwischen Abwehrhaltung und Akzeptanz. Es gibt Unternehmen, die können mit Industrie 4.0 einfach noch nichts anfangen oder haben hierzu ein falsches Verständnis. Andere Unternehmen geben vor, dass sie sich noch nicht ausreichend informieren konnten oder keine Zeit hatten, sich damit zu beschäftigen. Und natürlich gibt es auch die klassischen „Vorwände“, dieses Thema fernzuhalten: kein Budget, keine Leute und keine Möglichkeiten jenseits des operativen Geschäfts.

… und wie äußert sich die Akzeptanz?

Zunächst zeigen entsprechende Unternehmen eine grundsätzliche Bereitschaft, etwas Neues auszuprobieren – und lassen sich hierbei von sogenannten Technologie-Scouts unterstützen. Möglicherweise realisieren interessierte Unternehmen auch schon einen Lernprozess über Prototypen für I4.0-Anwendungen. Am weitesten sind wohl die Unternehmen, die ihre Prozesse und Organisation bereits gezielt verbessern – als Basis zur Optimierung und Weiterentwicklung ihrer Wertschöpfungskette. Aus diesem Selbstverständnis heraus erwachsen Ideen und Experimentierfreudigkeit.

Wie erklärt sich diese Polarisierung?

Industrie 4.0 verursacht einen der umfassendsten Wandlungsprozesse der Industriegeschichte – mit gravierenden Auswirkungen auf die Arbeitswelt, Generationen, Unternehmenskulturen, Fähigkeiten und die technologischen Möglichkeiten. Bei kleinen und mittleren Unternehmen liegt daher oft ein Handlungsvakuum vor, gespeist aus Verunsicherung – keine Budgets und Mitarbeiter, die sich der Sache annehmen können, verstärken die Problematik.

… und woraus speist sich die Durchsetzungskraft der Vorreiter?

Aus einem Selbstverständnis zur notwendigen Weiterentwicklung von Organisationen, Systemen und Menschen – zur Verbesserung der Prozesse und zur Optimierung der Wertschöpfungskette. Hinzu kommen Zwänge, die ein starker Wettbewerb verursacht. Weitaus mehr speist sich der innere Antrieb jedoch aus einer historischen Rolle der Innovationsfähigkeit – aus einer in der unternehmensspezifischen Kultur angelegten Vorreiterrolle. Als absolut entscheidende Faktoren gelten für mich: Eine ausgeprägte Unternehmenskultur, ein klares Leitbild mit starken Werten, eine Vision und Mission, und damit verbunden eine klare Strategie zur Verfolgung der gesetzten Ziele.

An welchen Maßstäben haben sich Unternehmen neu zu orientieren?

Meines Erachtens gibt es neue Maßstäbe, die angestammte Unternehmens- und Führungskulturen massiv in Frage stellen – wie es sich beispielsweise in der sogenannten „shareeconomy“ bereits gezeigt hat. Es geht um die generelle Wandlung, jenseits vom heutigen Status Quo – um die Aufrechterhaltung beziehungsweise Ausbildung der grundsätzlichen Wandlungsfähigkeit der Unternehmen. Trotzdem werden neue Maßstäbe bei den Firmen ganz unterschiedlich anzuwenden sein – bedingt durch ihr individuelles Marktumfeld, ihre Produkte und Dienstleistungen sowie ihre bestehende Unternehmenskultur. Zukunft ist nicht planbar, aber beherrschbar – und zwar sobald das „Soziosystem Unternehmen“ stimmig konfiguriert ist. Hierzu gehört auch der Erwerb von Fähigkeiten bei Mitarbeitern, ein integrativer Denkansatz für die Aus- und Weiterbildung – bis hin zur Auflösung insulaner Berufsbilder.

… welche Impulse setzt der Markt?

Der Markt fordert mehr und mehr individualisierte Produkte, Lösungen und Leistungen. Unternehmen und Industrie werden sich hierbei nur dann vom Wettbewerb absetzen, wenn sie einen eigenständigen Weg verfolgen. In der individuellen Konfiguration des „Soziosystems Unternehmen“, bestehend aus Mensch, Organisation und Technologie und deren Kombinationsleistung, entstehen neue Wege jenseits der ausgetretenen Pfade.

Inwieweit können die Maßstäbe zur Umsetzung von Industrie 4.0 individuell definiert werden?

Die Umsetzung von Industrie 4.0 wird sich sowohl an allgemeinverbindlichen Standards orientieren müssen als auch an individuell ausgeprägten, unternehmensspezifischen Maßstäben. Zum einen benötigt die Industrie generelle Standards im technischen Bereich, sodass die Verbindung und damit die Interaktion und Zusammenarbeit von Wertschöpfungsteilnehmern vereinfacht und harmonisiert wird – zwischen Mensch, Maschine, Materialfluss und Methode. Zum anderen werden Unternehmen die Weiterentwicklung ihrer Wertschöpfungskette individuell verfolgen – bis hin zu neuen Formen der Organisation, auf Basis einer eigenständigen Unternehmenskultur.

Auf welche Bereiche übt Industrie 4.0 einen besonderen Druck aus?

Ich sehe notwendige Veränderungen und damit einen größer angelegten Kulturwandel und Paradigmenwechsel im Hinblick auf eine verstärkte Dezentralisierung von Produktionsbetrieben. Zu erwarten ist die Auflösung der Automatisierungspyramide – das „Internet-of-Things“ nimmt Fahrt auf und komplette Systemlandschaften werden in Frage gestellt. Auch mit neuen Organisationsformen ist zu rechnen, wie sie sich etwa in selbstorganisierenden, fraktalen Unternehmen abzeichnen. Technologische Möglichkeiten jenseits unserer angestammten Denkansätze werden die kommenden Generationen beschäftigen.

Welcher Zeitraum steht „klassischen Produktionsbetrieben“ zur Verfügung, sich auf Industrie 4.0 einzustellen?

In 1-2 Jahren sollte der Erkenntnisprozess abgeschlossen sein. In etwa in 3-5 Jahren sollten Change-Strukturen (KVP) ausgebildet sein und Tests von Teilanwendungen laufen. Und in 8-10 Jahren sollten ganze Produktionssysteme in ihrer Philosophie neu gedacht und integrierte Anwendungen am Laufen sein.

… wo liegen die Grenzen?

Solange wir reale Materialen weiterverarbeiten, handhaben und bewegen, müssen wir den Menschen in unsere Prozesse und Organisation integrieren können. Der Mensch verlangt nach greifbaren, analogen, einfachen und damit hirnkompatiblen methodischen Ansätzen, die sich harmonisch in seine Arbeitsumgebung einfügen, ihn unterstützen und nicht überfordern. Daher wird auch die Rückbesinnung auf klassische Organisationsmittel zur Visualisierung, Planung und Steuerung des Shopfloors Einzug halten und die angestammte bedingungslose IT-Gläubigkeit in Frage stellen.

… was ist zu tun?

Es zeichnen sich „Sowohl-als-auch-Lösungen“ ab: Klassisch, greifbar, hirnkompatibel – und zusätzlich digitalisiert, sodass die Mensch-Maschine-Interaktion und das Human-Computer-Interface bedient werden können. Das gelingt über Belege, Auftragstaschen, KANBANs mit QR-Codes und RFID-Tags, Planungs-, Steuerungstafeln und RFID – optisch lesbar und vernetzt in der digitalen Welt des Internet-of-Things. Das große Ziel wird sein, die organisationsbruchfreie, systembruchfreie und medienbruchfreie Wertschöpfungskette mit einer gezielten Integration des Menschen „flugfähig“ zu machen.

Wenn man mehr von Ihnen zu Industrie 4.0 erfahren möchte – welche Möglichkeiten bieten Sie an?

Wir bieten Seminare für den Wandlungsprozess I4.0 an und zeigen grundsätzliche Veränderungsbedarfe und Wege zur Optimierung der Wertschöpfungskette auf. Durch unser spezifisches Fähigkeitenportfolio können wir die Weiterentwicklung von shopfloornahen Wertschöpfungsprozessen in hybriden Lösungen individuell ausgestalten und umsetzen – in der Kombination aus klassischen Ansätzen und Digitalisierung. Hierunter verstehen wir:

  • Assistenzsysteme für den Shopfloor,
  • vernetzte Tafeln zur shopfloornahen Visualisierung,
  • Planung- und Steuerung, smarte Applikationen für die Werkerführung,
  • Lösungen zur Etablierung stabiler dezentraler Regelkreise für die Materialversorgung und den Materialnachschub,
  • methodische Ansätze und deren Integration zur prozessnahen Produktionssteuerung.

Die organisationsbruchfreie, systembruchfreie und medienbruchfreie Wertschöpfungskette ist unsere Passion –  grundlegende Einblicke präsentiere ich auf der IFC EBERT-Tagung Instandhaltung 2016.

Herr Professor Kramer, herzlichen Dank für Ihre fundierten Erläuterungen zur Umsetzung von Industrie 4.0.

Customer Service der Zukunft – digitale Treiber gesucht

Unternehmensspezifische Serviceprozesse sollen sich mit digitaler Effizienz, Schnelligkeit und Übersicht vom Wettbewerb abheben. Es gilt, Customer Service durch entsprechende Potenziale, Strategien und Lösungen zu definieren – smartes Remote Monitoring relevanter Daten und deren kontinuierliche Analyse korrespondieren sowohl mit „Teleservices“ als auch mit „vernetzten Services“. Sicherlich fordert eine solche digitale Transformation nicht nur jedes Unternehmen heraus, sondern auch dessen Kunden.

digitalisierung
Digitalisiserung

Customer Service – Digitale Reife ausloten

Unternehmen müssen wissen, inwieweit sie den Anforderungen der Digitalisierung gerecht werden. Und Kunden müssen sich entscheiden, inwieweit sie digitalisierten Angeboten folgen möchten. Letztlich muss die digitale Reife eines Unternehmens auf die digitale Reife seiner Kunden abgestimmt sein, um entsprechend erfolgreiche Geschäftsmodelle zu realisieren. Erwartungsgemäß finden sich unter Kunden sowohl „Digital Natives“ als auch „Digital Immigrants„.

Customer Service – Kundenansprache digitalisieren

Will man die digitale Transformation kundenzentriert gestalten, ist hierbei primär ein gutes Gefühl zu vermitteln. Die Analyse des digitalen Kundenverhaltens  gibt nicht nur Aufschluß über den möglichen Einsatz von Digital Services, sondern auch über resistente Offline-Kundenentscheidungen. Digitalisierte Kundenbindung bedeutet, Kundenkommunikation erlebbar zu gestalten. Und hierbei ist besondere Kreativität gefragt – gilt es doch, den persönlichen Kontakt zwischen Unternehmen und Kunden weitgehend zu ersetzen. Die klassischen Offline-Strategien sind somit nicht nur intelligent, sondern auch emotional in das digitale Zeitalter zu transferieren.

Customer Service – Digitalisierung kontinuierlich transformieren

Eine der vornehmsten Aufgaben im digitalen Kundenservice ist es, positive Erfahrungen zu schaffen, um die Attraktivität zukunftsweisender Online-Services kontinuierlich zu steigern. Als Brücke zwischen traditioneller Routine und Innovation gilt jedenfalls unverändert, Kunden nicht zu stören sondern zu begeistern  – und vor allem auf Augenhöhe zu begegnen. Service war schon immer ein eigenständiges Produkt – mit der digitalen Transformation ist dieser Anspruch definitiv bestätigt.

Customer Service – digital vorbereiten

Um die Digitalisiserung erfolgreich zu bewältigen, verweisen Protagonisten auf die primären Voraussetzungen. So plädiert das Fraunhofer IAO für eine unternehmensspezifische Digitalisierungsstrategie – einer individuellen digitalen Agenda zur Entwicklung und Simulation digitaler Geschäftsmodelle. Und die Universität Liechtenstein macht das Gelingen der digitalen Transformation nicht nur vom Einsatz neuer Technologien abhängig, sondern sieht vor allem  das „Human Resources Management als Treiber und Enabler der Digitalisierung„.

Nanotechnik bleibt auf Kurs – Erwartungen und Konsequenzen sind weitreichend

Produkte und Systeme sollen sich durch Nanotechnik in vielerlei Hinsicht verbessern lassen. Strukturell optimierte Materialien besitzen neue Eigenschaften und zielen damit auf entsprechende Nutzeffekte. Im Nanoraum agierende Motoren, Maschinen und Roboter lassen die Protagonisten auf grenzenlose Anwendungsmöglichkeiten hoffen.

Nanotechnik – Einfluss auf Serviceaktivitäten

Ist Nanotechnologie auf die Steigerung der Lebensdauer technischer Systemen ausgerichtet, hat das naturgemäß auch reduzierende Auswirkungen auf deren Störanfälligkeit und den Ersatzteilbedarf. Ist etwa die Einsparung von Energie das Ziel nanotechnologisch optimierter Baugruppen, so erhöht sich das Umrüstungspotenzial. Vorrang haben sicherlich Dienstleistungen, die der Anwendungssicherheit von Nanomaterialien geschuldet sind. Im Hinblick auf Mensch und Umwelt muss die Zulassung, Anwendung und Überwachung von Nanomaterialien transparent verfolgbar sein. Auch der verantwortungsvolle Umgang mit „Nanoabfall“ setzt adäquate Dienstleistungen voraus.

Nanotechnik – unerwünschte Auswirkungen

Erkenntnisse über die Auswirkungen von Nanomaterialien auf den menschlichen Organismus sind zwingend. Aus diesem Grund wurde 2006 ein „Nanodialog“ gestartet, der unverändert aktuell ist. Dieses Projekt zur nanospezifischen Sicherheitsforschung soll kontinuierlichen Aufschluss bringen, welche Langzeitwirkungen von Partikeln der Nanotechnologie ausgehen – insbesondere im Bereich niedriger Belastungen, mit dem besonderen Fokus auf chronische Wirkungen. Entsprechend sind Risiken abzuschätzen und Grenzwerte abzuleiten. Das Langzeitprojekt wird getragen vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMU) und beschäftigt 300 Fachleute aus Wissenschaft, Wirtschaft, Behörden und Verbänden.

Nanotechnik – der Markt

Der sogenannte „Nano Guide of Europe“ wird vom Fachverband für Mikrotechnik (IVAM)als europäische Datenbank für „Nano-Angebote“ favorisiert – für Anwender, Zulieferer, Abnehmer oder Entwicklungspartner. Bereits in 2009 war von mehr als 3.000 Anbietern die Rede – mit komprimierten Informationen über Produkte und Lösungen im Bereich Mikrotechnik und Nanotechnologie. Gefragt sind offenbar: „Methodische Ausrichtung“, „Realisierung hilfreicher Tools“ und „Möglichkeiten des Software Supports“.

Nanotechnik – ein Experimentierfeld

Einen futuristischen Ausblick auf die vielfältigen Möglichkeiten der Nanotechnologie bietet eine kompakte Ausgabe von SPEKTRUM – mit Bezug auf einen manipulierbaren Mikrokosmos, der entsprechend die Welt verändert. Man erkennt, dass sich mit der Nanotechnologie  zweifellos ein Experimentierfeld für kreative Entwickler und Dienstleister eröffnet hat.

Service präsentieren – Serviceleistungen attraktiv bewerben

Unternehmen kommen nicht umhin, ihren Service in der Fachpresse zu präsentieren. Ob Servicefakten ausreichend kommuniziert werden ist eine andere Frage. Die Intention, bestimmte Serviceleistungen und  Serviceaktivitäten zu kommunizieren oder auch nicht, ist durchaus unterschiedlich zu bewerten. Entscheiden Sie selbst, ob und wie Sie Service präsentieren möchten – also welchen Standpunkt Sie favorisieren.

Service präsentieren – nicht fokussiert

  • Im Moment gibt es keine Pressemeldungen zum Service.
  • Aus dem Servicebereich gibt es keine neuen Informationen.
  • Wir bedauern, dass derzeit leider keine Pressemeldungen aus dem Servicebereich zur Verfügung stehen.
  • Wir publizieren keine Pressemeldungen aus dem Servicebereich.
  • Zu Themen, die unseren Servicebereich betreffen, haben wir bisher keine Pressemeldungen herausgegeben. Es zeichnet sich auch nicht ab, dass sich an dieser Praxis in absehbarer Zeit etwas ändern wird.
  • Wir machen keine Werbung für unseren Service.
  • Wir führen keine Werbekampagnen speziell für den Service durch.
  • Servicekampagnen führen wir eher nicht durch, da dies nicht unserer OEM-Struktur entspricht.

Service präsentieren – nur direkt

  • Von unserer Seite ist es so, dass unsere Neumaschinen in der Außendarstellung im Vordergrund stehen und die Serviceaktivitäten nur in diesem Zusammenhang thematisiert werden. Sei es in Broschüren, im Internet oder in der Kundenzeitschrift. Eine separate nach außen gerichtete Kampagne über unternehmensfremde Medien erfolgt nicht.
  • Momentan machen wir keine Anzeigenwerbung für den Service, da wir den direkten Kundenkontakt vorziehen.
  • Unser Servicebereich arbeitet kontinuierlich daran, sein Leistungsspektrum zu verbessern. Hinsichtlich einer möglichen Kampagne sehe ich es für unser Unternehmen aber als sinnvoller an, diese über Direkt-Marketing-Aktionen zu fahren und nicht über externe Medien.
  • Bei uns laufen ständig Werbeaktionen für den Service, in der Regel werden die Kunden persönlich angesprochen oder erhalten ein „Direct Mail“. Die Ergebnisse von solchen Aktionen, zum Beispiel Kundenzufriedenheitsbefragungen, werden dann aber veröffentlicht.

Service präsentieren – nicht nötig

  • Wir haben bis jetzt über eine eigenständige und separate Vermarktungskampagne unserer Services einfach noch nicht nachgedacht. Das liegt zum Teil an der Positionierung der Serviceabteilung innerhalb unseres Unternehmens – aber auch an der Art unserer Systeme und des positiven Rufs unserer Services im Markt.
  • Wir setzen darauf, dass der Kunde erkennt, wie perfekt unser Service organisiert ist, und dass er außer uns niemanden für seinen Service benötigt.
  • Wenn wir potenziellen Kunden zeigen wollen, was wir zu bieten haben, dann lässt sich das über unseren Slogan „Mit Sicherheit weltweit vor Ort“ ausdrücken.

Service präsentieren – aber sicher

  • Wir veröffentlichen Servicemaßnahmen regelmäßig im Rahmen unserer Presseveröffentlichungen.
  • Ja, es gibt bei uns Werbekonzepte für den Service. Wir hatten das Thema zum Beispiel schon als Schwerpunktthema bei unserer Anzeigenschaltung.
  • Es ist keine Frage, dass wir in den entsprechenden Fachmagazinen Anzeigen schalten, die das Instandhaltungsgeschäft zum Thema haben.
  • Wir haben Service und Schulung in einer Einheit zusammengefasst – und da deren Bedeutung immer mehr zunimmt, fahren wir im Marketing auch besondere Aktionen für den Service.
  • Selbstverständlich präsentieren wir unseren Kundendienst für potenzielle Kunden werbewirksam in Fachmedien. Selbstläufer gibt es in der heutigen Zeit leider nur wenige.

Service präsentieren – vorzugsweise zielorientiert

  • Wir stellen primär die einzelnen Servicebausteine vor.
  • Wir möchten vor allen Dingen auf die nicht alltäglichen Serviceleistungen aufmerksam machen.
  • Wir wollen einfach, dass unser Service stärker wahrgenommen wird.
  • Wir wissen, dass unsere Kunden an preiswerten Reparaturen interessiert sind und deshalb haben wir kürzlich eine Kampagne mit dem Titel „Reparatur schlägt Ersatzteil“ gestartet.
  • Der entscheidende Teil unserer Werbung für den Service ist, dass wir auf Messen vertreten sind, wo wir unsere Leistungsfähigkeit am anschaulichsten präsentieren können.

Abgaswerte im Fokus – mit eingeschränkter Konsequenz

Keine Frage, Abgastests in der Autobranche sind absolut zwingend. Und der Verlass auf die spezifizierten Abgaswerte der Hersteller ist alternativlos. Hersteller, die auf gefakte Angaben setzen, dürften dies für ein probates Mittel der Wettbewerbsverzerrung halten – insbesondere, wenn sie davon ausgehen, dass die Wettbewerber ähnlich agieren. Zum Showdown kommt es dann, wenn das gutachterliche Urteil zwischen lässlicher Schummelei und Betrug unterscheidet.

Abgaswerte
Abgaswerte – torpediert, kaschiert und ignoriert

Abgaswerte – Transparenz lohnt sich

Gar zu dreiste Täuschungsversuche haben immer eine gute Chance, an den Pranger gestellt zu werden – mit Sogwirkung auf den gesamten Wettbewerb. Nur rechtssicher und nachvollziehbar deklarierte Abgaswerte können dann auch vor entsprechend behördlich angeordneten, gutachterlichen Prüfungen bestehen. Besonders akribisch erscheinen hierbei naturgemäß die Gutachter in den jeweiligen Exportländern.

Abgaswerte – Elektroauto als Scheinlösung

Mit dem Elektroauto sollen Abgaswerte kein Thema mehr sein – eine Auffassung, die bekanntlich so nicht haltbar ist. Schließlich hängt die Abgasbilanz eines E-Mobils von der Emissionsbilanz der Kraftwerke ab – im Sinne von entsprechend versorgten und genutzten Stromtankstellen. Oberflächlich betrachtet, ist die Elektromobilität schon eine elegante Lösung von Abgasproblemen – entlastet damit aber nur die Autohersteller, nicht die Stromversorger. Und wer ein E-Mobil aus ökologischen Gründen fahren will, muss auch wissen, wo es Strom aus CO2-armen oder CO2-freien Kraftwerken zu tanken gibt.

Abgaswerte – Blind auf hoher See

Bei aller berechtigter Aufgeregtheit um den sauberen globalen Strassenverkehr, kann die Frachtschifffahrt nicht unerwähnt bleiben. Hinlänglich ist bekannt, dass Schiffsantriebe im Einsatz sind, die selbst den minderwertigsten Treibstoff verbrennen, um die Transportkosten auf ein absolutes Minimum zu senken. Diese Emissionsblindheit ist, neben anderen inakzeptablen Zuständen, in einem beachtenswerten Dokumentarfilm der ARD ausführlich belegt: Seeblind – Der wahre Preis der Frachtschifffahrt ist in der Videothek bedauerlicherweise nicht mehr abrufbar. In einer der Kernaussagen wird jedenfalls plausibel deklariert, dass die aktuellen Abgase der Frachtschifffahrt weitaus katastrophalere globale Umweltschäden verursachen als die des Strassenverkehrs. Und offenbar ist keine Behörde der Welt willens oder in der Lage, dagegen einzuschreiten.