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Grenzüberschreitender Dienstleistungshandel – Dienstleistungen exportfähig machen

Das „ifo Institut“ propagiert den verstärkten grenzüberschreitenden Dienstleistungshandel durch „Spezialisierung und Ausnutzung von Größenvorteilen – sowohl zur Realisierung  klassischer Gewinne als auch zur Abmilderung der Effekte des Arbeitskräftemangels“. Obwohl hilfreiche Dienstleistungen in der Regel gerne angenommen werden, gibt es bei der Vermarktung von Dienstleistungen bekanntlich immer Erklärungsbedarf. Insbesondere ist die Plausibilität von Servicepreisen zu rechtfertigen – erst recht im grenzüberschreitenden Angebot. Generell gilt, weder die billigste noch die teuerste Leistung ist ohne ausreichenden Nutzen verkäuflich. Und ein „unverzichtbarer Service“ verkauft sich in der Regel leichter als ein „Nice-to-have-Service“. Ob bestimmte Dienstleistungen überhaupt exportfähig sind, ist eine ganz andere Frage. Nachfolgend ein Blick auf diverse Dienstleistungsbereiche.

Grenzüberschreitendes Servicemanagement

Um Dienstleistungshandel erfolgreich zu realisieren, müssen die aktuell gültigen Reglements und Konditionen in den Zielländern beachtet werden. Das heisst, ein bislang regional tätiges Dienstleistungsunternehmen muss sich gegebenenfalls veränderten Bedingungen anpassen. Nicht zuletzt ist zu klären, ob eigene Arbeitskräfte entsandt werden sollen oder auch neue Mitarbeiter aus dem Zielland eingesetzt werden können. Das gilt natürlich sowohl für den Export als auch für den Import von Dienstleistungen.

Grenzüberschreitende Behördenarbeit

Dienstleistungen zwischen Behörden werden in Ländern angeboten, um dortige Behörden bei projektspezifischer Aufbauarbeit zu unterstützen. Bislang hat sich das sogenannte „Twinning“ bewährt. Grenzüberschreitende Partnerschaften zwischen Behörden dienten ursprünglich der Unterstützung zukünftiger europäischer Mitgliedstaaten, um europäische Rechtsvorschriften umzusetzen. In bestimmten europäischen Mitgliedstaaten wird „Twinning“ mittlerweile als unerwünschte  Einmischung betrachtet, wenn auf entsprechend nonkonformes Verhalten hingewiesen wird. Darüber hinaus wird das Twinning-Konzept auch in Staaten angeboten, die an die EU angrenzen.

Grenzüberschreitender  Cyber Defense

Eine existentielle Dienstleistung für weltweit agierende Unternehmen ist die Cyberabwehr. Das Aufspüren von Cyber-Angriffen setzt auf intelligente Analysewerkzeuge, um entsprechende Verhaltensmuster in Echtzeit zu erkennen und unmittelbar Gegenmaßnahmen einzuleiten. Größere Unternehmen etablieren entsprechende Systeme in der Regel selbst. Alternativ stehen einschlägige Services externer Dienstleister zur Verfügung.

Grenzüberschreitende Sicherheitsdienste

Menschen, Strukturen und Sachwerte beanspruchen ein bestimmtes Maß an Sicherheit. Aktuell erscheint dieser Bedarf steigend, wenn man die weltweit eskalierenden Risiken berücksichtigt. Sicherheit ist kein statisches Gut sondern folgt einem dynamischen Prozess auf einem vereinbarten Niveau – gestützt durch personelle Sicherheitsdienstleistungen und technische Sicherheitssysteme im weitesten Sinn. Problematisch ist, wenn eigene Sicherheitsmassnahmen für andere bedrohlich wirken und somit Konflikte verursachen. In Folge sind Lösungen von Sicherheitskonflikten die eigentlichen Sicherheitsdienste.

Grenzüberschreitende Dienstleistungsberatung

Auslandshandelskammern sind Protagonisten im Dienstleistungshandel und etablierte  Anbieter folgender grenzüberschreitender Dienstleistungen:

  • Kontaktrecherche und Geschäftspartnervermittlung
  • Auskunft zu Steuerfragen und steuerliche Vertretung
  • Rechtsauskunft und Zollauskunft
  • Unterstützung bei Firmengründungen
  • Standortanalyse und Marktstudie
  • Messedienstleistungen
  • Vermittlung von Personal

Die Auslandshandelskammern unterstützen die internationale Ausrichtung deutscher Unternehmen – an ca. 120 Standorten in 80 Ländern.

Grenzüberschreitende Finanzdienste

In 2013 hat die EU-Kommission ein Maßnahmenpaket für mehr Verbraucherschutz bei Finanzdienstleistungen vorgelegt. So sind etwa die Sicherstellung günstiger und transparenter Bankkonten oder die verpflichtende Aufklärung über die Risiken von Finanzanlagen mittlerweile obligatorisch. Inwieweit dieser Schutz bei der weltweit vorangetriebenen Abschaffung des Bargelds ausreichend ist, darf bezweifelt werden. Eine alternativlose Abhängigkeit vom digitalen Zahlungsverkehr ermöglicht eine durchgängig transparente Einsicht in persönliche Kontobewegungen – auch für „Interessenten“. Autokratisch geführte Regierungen hätten einen extrem starken Hebel, um unliebsame Oppositionelle ihrer Existenz zu berauben – einfach durch Kontolöschung. Und ein „Bankencrash“ würde naturgemäss jeden Zahlungsverkehr blockieren. Übrigens – wer sich über Finanzdienstleistungen beschweren möchte, kann sich an die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wenden.

Grenzüberschreitendes Social Media Marketing

Es gilt, unternehmerische Aktivitäten zu unterstützen, um Umsatzquellen zu sichern und neue zu erschliessen. Hierzu werden Informationen aus unterschiedlichen Quellen miteinander verbunden und im Kontext analysiert. Ziel ist, anhand von Daten die Bedürfnisse und Gewohnheiten von Kunden besser zu verstehen und für jede Situation einen adäquaten Service zu bieten. Somit begünstigen Kontext-Dienste das wirtschaftliche Umfeld – vorausgesetzt, die digitalen Spuren potenzieller Kunden sind und bleiben signifikant.

Grenzüberschreitendes industrielles Outsourcing

Die Kernkompetenz der Industriedienstleister liegt naturgemäß bei den Instandhaltungsaktivitäten, sowie den Umbauten und Wartungen. Etablierte Industriedienstleister haben es offensichtlich besonders gut verstanden, Betreiber der Produktionsanlagen von ihren externen Dienstleistungen zu überzeugen. Entsprechende Betreiber vermeiden es dann auch, ihre Entscheidung „pro Outsourcing“ wieder umzukehren. Trotzdem bleiben auch interne Instandhaltungsorganisationen weiterhin selbstbewusst auf Kurs.

Datenschutzgrundverordnung – Abonnenten Servicereport

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Mit besten Grüßen
Lutz Breunig

Fahrdienstleitung nach Regelwerk – Kein Schutz vor Fehlentscheidungen

Nicht schon wieder! Ein erneutes Zugunglück bei der Deutschen Bahn erinnert schlagartig an den Zusammenstoß zweier Züge in 2016. Die publizierten Hintergründe verweisen schon jetzt auf ein mögliches Versagen der Fahrdienstleitung. Und damit werden wohl die gleichen Fragen gestellt, wie sie vor zwei Jahren bereits gestellt wurden – ergänzt mit Fragen zu den bis dato unternommenen Verbesserungen. Insbesondere wird zu klären sein, inwieweit mittlerweile Überwachungssysteme realisiert sind,  die menschliches Fehlverhalten rechtzeitig neutralisieren könnten.

Hintergründe des Zugunglücks von 2016

Ein Fahrdienstleiter der Bahn hatte ein Signal gegeben, das er nicht rotlicht-schrankehätte geben dürfen und damit auf einer eingleisigen Strecke den Zusammenstoß zweier Züge verursacht. Zunächst war die Rede von einem „Sondersignal“, womit ein Rotlicht außer Kraft gesetzt wurde. Dieses Sondersignal wurde präzisiert: Es soll sich hierbei um ein sogenanntes Ersatzsignal handeln, das nur mit mehreren Handgriffen ausgelöst werden kann – wobei „besondere Schalter und Taster“ zu betätigen sind.

Fahrdienstleitung und menschliche Fehlentscheidungen

Wenn sich der Fahrdienstleiter pflichtgemäß, also regelgerecht verhalten hätte, wäre es nicht zum Zusammenstoß gekommen – so die Stellungnahme der Staatsanwaltschaft. Damit ist die Ursache dieses Unglücks als fahrlässiges Verhalten deklariert – ausgelöst durch einen falsch ausgewählten Steuerungsprozess. Spätestens jetzt sollte sich der geneigte Leser fragen, wann er den letzten beruflichen „Blackout“ hatte. Ein Mensch ist nun mal keine Maschine, soviel steht fest – und Fehlentscheidungen können auch nach bestem Wissen und Gewissen getroffen werden. Dabei gibt es eine einfache Maßnahme, die menschliches Versagen drastisch reduzieren kann: das Vier-Augen-Prinzip. Und es drängt sich die Frage auf, ob sich die Fahrdienstleiter benachbarter Stellwerke in ihren Entscheidungen abstimmen.

Fahrdienstleitung und technische Unzulänglichkeiten

„Die Bahnstrecke ist technisch gut abgesichert und die Technik hat funktioniert“ – so der Tenor der Analysten dieser Katastrophe. Trotzdem will man überlegen, ob es weitere Möglichkeiten gibt, ein solches Unglück zu verhindern. Allerdings sind solche Überlegungen schon sehr weit fortgeschritten, denn bereits in 2010 hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ein Anti-Kollisionssystem für Züge vorgestellt: RCAS ist ein System zur Vermeidung von Zugkollisionen, das unabhängig von Sicherungstechnik entlang der Strecke funktioniert. Der Zweck liegt auf der Hand – man braucht Überwachungssysteme, die menschliches Fehlverhalten rechtzeitig neutralisieren – insbesondere bei fehlgesteuerten Prozessen, die in kürzester Zeit in eine Katastrophe führen können. In der bereits realisierten Technik autonomer Verkehrssysteme wird jedenfalls versucht, menschliches Fehlverhalten weitgehend auszuschließen.

Unzureichende Problemlösung

Mindestens seit 2013 sind bahnspezifische Probleme der Öffentlichkeit bekannt:  Personalknappheit, Überalterung und Nachwuchsmangel – sowie verzögerte Investitionen in automatisierte Stellwerke, Auslöser war das Stellwerk-Chaos in Mainz. Und immer ist zu hören: Ein Fahrdienstleiter der Bahn hat eine riesige Verantwortung bei relativ geringem Lohn. Eine Imageverbesserung der Deutschen Bahn lässt weiter auf sich warten.

Spezifikationen einhalten – Zertifizierte Nachrüstung im Dieselbetrieb

Grundsätzlich können Betreiber technischer Systeme davon ausgehen, dass deren festgeschriebene Spezifikationen auch verbindlich sind – Abweichungen werden konsequent  geahndet. Die Beseitigung entsprechender Mängel ist obligatorisch und unterliegt insbesondere der Produkthaftung. Mit welcher Lösung ein etwaiges Problem beseitigt wird, ist allerdings zweitrangig – das erfolgreiche Ergebnis entscheidet.

Schadstoffarmer Dieselbetrieb ist machbar

Auch die „Betreiber von Fahrzeugen“ können erwarten, dass die zugesagten Spezifikationen von Automobilen deren Istwerten entsprechen. Im aktuellen Dieselkonflikt erscheint dieser Anspruch – zumindest in Europa – nicht selbstverständlich. Unumstritten ist mittlerweile, dass eine softwaregestütze Diesellösung nicht ausreicht, um das derzeitige „Abgasproblem“ zu lösen. Um die außerhalb von Gebäuden als „Außenluft“ definierte Luft nicht unverantwortlich mit Dieselabgasen zu belasten, braucht es zweifelsfrei eine hardwaregestützte Lösung. Diese ist machbar, wie das Ergebnis einer ADAC-Diesel-Studie zeigt.

Allerdings war zu erwarten,  dass unaufgeforderte Hardware-Lösungen von „Drittunternehmen“ bei den Autobauern keine offenen Türen finden. Dabei erscheint die begründete Ablehnung solcher Prototypen durchaus plausibel: „typenspezifisch zertifizierte Nachrüstungen können erst über Jahre realisiert werden“. Das ist aber nicht relevant, wenn man unterstellt, dass Autobauer schon längst typenspezifische Hardware-Lösungen in der Schublade haben – zumindest für zukünftige Modelle. Dann wäre gegebenenfalls auch die Neuauflage einer akzeptablen „Verschrottungsprämie“ denkbar.

Damoklesschwert Fahrverbote ist – noch – stumpf

Retrofits sind unter anderem dafür geeignet, einen „schadstoffarmen Betrieb“ zu gewährleisten. Es scheint, dass der Betrieb von Dieselfahrzeugen einer solchen Prozessoptimierung derzeit entzogen wird. Das Problem herbei ist offensichtlich nicht die technische Lösung, sondern der rechtliche Anspruch auf hardwarespezifische Nachrüstungen und deren Finanzierung.

Automobilbauer dürften jedenfalls damit rechnen, dass sich Dienstleistungsunternehmen mit entsprechenden Fahrzeugflotten „vertrauensvoll“ an sie wenden, sollten Fahrverbote tatsächlich durchgesetzt werden. Sicherlich ist die Neuanschaffung dieselbetriebener Dienstfahrzeuge in den Unternehmen bereits weitgehend ausgesetzt. Ob Klagen privater Halter von Dieselfahrzeugen im Einzelfall erfolgreich sind, bleibt fraglich, genauso wie das Recht auf eine Sammelklage.

Im Übrigen ist es nicht zielführend, vermeintliche Schadstoff-Fehlmessungen anzuprangern – im Hinblick auf den korrekten Standort verkehrstechnischer Messstationen. Einsprüche dieser Art sind lediglich geeignet, lösungsorientierte Entscheidungen zu behindern. Dann bleibt die Gewissheit, dass unsere „Außenluft“ an „Frischluftqualität“ verliert – laut klimatechnischer Definition ist Frischluft eine „kühle Luft aus einer schadstoffunbelasteten, natürlichen Umgebung“.

Funktionsfähige Displays sind ein Muss – Steigender Bedarf für Troubleshooting

Wer sich mit „Electronic Displays“ in Investitionsgütern beschäftigt, muss sich auf die Anforderungen von großen Herstellern, Distributoren, Integratoren und auch „value-added Reseller“ einstellen. Nicht zu vergessen sind die Betreiber von großen, beziehungsweise umfangreichen Anlagen und Maschinen, in den diversen Branchen. Klaus Wammes, Geschäftsführer der Wammes und Partner GmbH, ist seit ca. 30 Jahren in und mit dem Thema electronic displays unterwegs. Und zwar für deren gesamten Lebenszyklus, von der „Wiege bis zur Bahre“. Herr Wammes hat erkannt, daß Troubleshooting für „Electronic Displays“ eine hohe Brisanz erreicht hat.

Herr Wammes, wie generiert man funktionsfähige Displays?

Hierzu muss man wissen, dass wir es mit den unterschiedlichsten „Applikationen und embedded Systemen“ zu tun haben – samt zugehöriger technischer Dienstleistungen, bis hin zum „Obsoleszenz-Management“. Hinzu kommt das „Brokering“von abgekündigten und schwer beschaffbaren Materialien und Prozessen, sowie das Refurbishment. Wir beginnen also bei der Grundlagen-Entwicklung über die Produkt-Entwicklung und Herstellung, bis hin zur Integration der Displays. Häufig „re-usen“ und „re-cyclen“ wir auch – und falls entsorgt werden muss, helfen wir, eine geeignete Prozedur und den dafür notwendigen Partner zu finden.

Ist der Klassiker „Troubleshooting“ ein entwicklungsfähiges Geschäftsmodell?

Genau das haben wir uns lange Jahre auch gefragt – und haben in den letzten knapp 2 Jahren die Antwort quasi „frei Haus“ bekommen, allerdings nicht ganz freiwillig. Ursprünglich hatten wir in dieser Zeit unseren Kunden geholfen, Fehler und Probleme zu vermeiden, bevor entsprechende Produkte in den Markt eingeführt wurden. Das hat sich im Laufe der Zeit deutlich verändert, denn solche Präventiv-Kosten wurden immer seltener als wichtig und notwendig erachtet. Stattdessen hat sich die hinlänglich bekannte Maxime der „80/20-Regel“ mehr und mehr durchgesetzt. In Zeiten, in denen sich wirklich alles nur um Kosten dreht und vieles zunächst nur „gut aussehen“ muss, ist diese Regel eine Blaupause für alle komplizierten und teuren technischen Abläufe in Firmen. Der Chef eines Weltkonzerns hat es einmal so formuliert: „Viele technische Abteilungen aus den Bereichen „Grundlagen-Entwicklung“, „Vorentwicklung“ und auch in der „Produkt-Entwicklung“ wurden nicht nur bei großen Firmen „deinvestiert.“

… das klingt nach einem abgesicherten Potenzial für Troubleshooter!

Eindeutig „JA“, zumindest in unserem Bereich, denn der Bedarf an Troubleshooting rund um electronic displays, embedded systems und „technisches Licht“ wächst in den letzten Jahren exponentiell. Befeuert wird diese Situation von einer immer komplexeren Technologie, dem Mangel an Fachkräften mit den benötigten „skills“ sowie der zunehmenden Anzahl „unfertiger“ Produkte im Markt und dem damit verbundenen, erhöhten finanziellen Risiko.

… worauf führen Sie das konkret zurück

Es wird versucht, sämtliche technische Systeme auf „Lego-Steine“ herunterzubrechen, die dann als Module beliebig kombinierbar sind – und das begünstigt den Bedarf an Troubleshooting. Zuständig hierfür sind auf kurzfristige Planung ausgerichtete Profit-Center – Cost Center sind out, bedingt durch die entsprechende strategische Aufstellung der Unternehmen. Hierbei greift man immer häufiger auf externe Troubleshooter zurück, da deren Dienste nur dann vergütet werden müssen, wenn etwas auffällig wird, das sich nicht mehr mit „Bordmitteln“ regeln lässt. Unfertige Produkte resultieren aus fertigungsspezifischem Kostendruck. Allerdings lässt sich in der vernetzten Welt immer weniger unter dem Tisch halten. Somit müssen potenzielle Rückruf-Aktionen, Regress-Forderungen, Imageverlust und Marken-Schaden eben durch ein kompromißloses Troubleshooting verhindert beziehungsweise eingedämmt werden.

Wodurch wird Troubleshooting dominiert?

In unserem Bereich wird TroubleShooting ganz deutlich von einer Verschiebung der Schwerpunkte in der Strategie von Firmen dominiert – sowohl in großen als auch in kleinen und mittleren Unternehmen. Es erscheint den jeweiligen Verantwortlichen immer noch weit günstiger, Produkte beim Kunden reifen zu lassen, als präventiv nur reife Produkte in den Markt zu schicken. Eine Fehlentscheidung, die immer häufiger dazu führt, dass Produkte „braune Blätter bekommen und eingehen“. Damit sind sehr viele Troubleshooting-Einsätze auch künftig sicher – meist sogar in der verschärften Form. Wir nennen sie Feuerwehr-Einsätze, denn meist wird so lange gewartet, bis es wirklich heftig „brennt“. Und das kostet dann auch meist mehr, als es gekostet hätte, wenn man rechtzeitig – also vor Markteinführung – und präventiv gehandelt hätte. Herausragende negative Beispiele hierfür sind der „Diesel-Skandal“ und die in den Medien publizierten Probleme um das „Samsung Galaxy S7“. Die Physik lässt sich nun mal nicht austricksen – auch nicht vom allerbesten Einkäufer einer noch so großen Organisation. Früher oder später muss der vermeintlich eingesparte Aufwand eben doch erbracht werden – dann muss ganz schnell eine Lösung gefunden werden, koste es, was es wolle.

Troubleshooting korreliert zwischen Systemherstellern, entsprechenden Betreibern und Zulieferern – welche Konflikte sind denkbar?

Konflikte sind hier nicht nur denkbar, sie sind real an der Tagesordnung. Es geht hier immer um Geld – meist um viel Geld – und wer dafür geradestehen muss. Wir versuchen daher, neben den technischen Themen, auch die emotional aufgeladenen kommunikativen Themen zu sortieren. Wir versuchen alle Parteien bei uns – auf neutralem Gebiet – an einen Tisch zu bekommen und die technischen Themen so einfach wie möglich zu erklären. In einer Art „Sendung mit der Maus für Große“ demonstrieren wir allen Beteiligten ohne weitere Wertung, in wessen Spielfeld welcher Anteil der aktuellen technischen Probleme liegt. Wenn wir es geschafft haben, alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen, liegt unsere Quote sehr hoch, verfahrene Situationen zu sortieren. Trotzdem gibt es bei uns immer mehr „Wiederholungstäter“.

Wie beurteilen Sie die sogenannte „geplante“ Obsoleszenz?

Das ist je nach Clientel ein gerne genutzter Term, der landläufig allerdings keine einheitliche Definition hat. Aus unserer Sicht gibt es zwei „Haupt“-Auslegungs-Möglichkeiten. Zum einen geht absichtlich nach einer bestimmten Zeit etwas kaputt, zum andern wird die Zeit nach einer Regelverfügbarkeit bereits im Vorfeld „geplant“ – und das geht in Richtung Obsoleszenzmanagement.

… wie erklärt sich absichtlich hervorgerufenes Produktversagen?

In vielen Produktbereichen – auch bei der Herstellung von Displays – sind die Prozesse heutzutage so genau bekannt, dass es so gut wie keine Spielräume für „Safety Margins“ mehr gibt. Von daher ist von einem entsprechenden Produkt auch nicht wirklich viel mehr als der versprochene Leistungsumfang zu erwarten. Dafür sind dann aber auch die Kosten „meist“ deutlich geringer als bei Produkten mit großen Safety Margins.

… und inwieweit ist geplantes Obsoleszenzmanagement etabliert?

Für Investitionsgüter ist Obsoleszenzmanagement eigentlich ein „Muss“. Nichtsdestotrotz steht das Thema Obsoleszenzmanagement immer wieder genauso überraschend vor der Tür wie Weihnachten. Mit anderen Worten: Nur wenn der Wille vorhanden ist, reagiert man auch rechtzeitig.

Unter welchen Bedingungen halten Sie eine Rückkehr der Hersteller zur präventiven Vermeidung von Fehlern und Problemen für wahrscheinlich?

Ehrliche Antwort: Nur dann, wenn es wirklich überhaupt gar keine andere Möglichkeit gibt. Aber selbst das ist aus meiner Sicht nur hypothetisch. Meist ist absehbar, dass verantwortliche Entscheider gar nicht mehr in der Verantwortung sind, wenn Probleme tatsächlich auftreten. Es gilt die unverändert praktizierte „Team-Work-Methode“: Toll Ein Anderer Macht´s.

Herr Wammes, herzlichen Dank für Ihre aufschlußreiche Stellungnahme zur Funktionsfähigkeit von Displays.

Digitale Entwicklung – Auf Fortschritten aufbauen

Der „Ausschuß Digitale Agenda“ im deutschen Bundestag zeichnet verantwortlich für die „Digitale Agenda 2014 – 2017“, deren Fortschritte naturgemäß kontrovers bewertet sind. Zur Konzeption der kommenden internetpolitischen Agenda hat der eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. Kernforderungen für die kommende Bundesregierung definiert. Man darf gespannt sein, was davon umgesetzt wird. Die digitale Entwicklung der Zukunft bleibt jedenfalls diskussionswürdig.

Digitale Entwicklung – Lernkultur bereichern

Primär setzt unternehmensinterner Wissensaufbau entsprechende Experten voraus, die bereit sind, ihr Know-how auch weiterzugeben. Um langfristig die Innovationskraft und den Geschäftserfolg von Unternehmen zu sichern, kann man auf die Neugier und den Austausch unter Kollegen setzen. Als besonders wirkungsvoll erweist sich dieses Verhalten, wenn hierbei auch moderne Informationstechnologie eingesetzt wird, im Sinne eines digital gestützten Lernens am Arbeitsplatz. Bei der betrieblichen Weiterbildung im Informationszeitalter geht es etwa um die Rolle sozialer Netzwerke in Unternehmen, das Messen von Lernerfolgen mit moderner Technologie, sowie die Rolle des E-Learning im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit.

Digitale Entwicklung – Missbrauch digitaler Identitäten verhindern

Dass digitale Identitäten mit wenigen Daten zu kapern sind, darauf verweist das BSI schon seit Jahren. Bereits in einer Studie von 2010 wird dargelegt, inwiefern Identitätsmissbrauch die Sicherheit von „E-Government“ und „E-Business“ bedrohen. Insbesondere bewertet sie das geltende Recht in Bezug auf Identitätsdiebstahl. Als Standard-Sicherheitsmaßnahmen priorisierte die Studie eine ständige Aktualisierung sämtlicher Softwarekomponenten eines PCs, ein datenschutzkonformes Monitoring des Internet, sowie die ausschließliche Auslieferung von IT-Hardware und Software mit personalisierter Sicherheit. Das Thema ist unverändert aktuell – auch auf dem diesjährigen „Safer Internet Day“ des BSI ging es darum, digitale Identitäten zu schützen.

Digitale Entwicklung – Trend digitaler Kommunikation analysieren

Ja, wir brauchen Definitionen, Standards und Leistungswerte für die digitale Kommunikation per E-Mail – dieser Auffassung ist jedenfalls der Bundesverband der digitalen Wirtschaft (BVDW). Begründet wird diese Auffassung damit, dass dem Markt noch wesentliche Informationen fehlen, die den notwendigen Überblick über das gesamte Thema der Kommunikation per E-Mail und seiner Anwendung in Unternehmen verschaffen. Im Rahmen von Trendanalysen ist die technische und wirtschaftliche Entwicklung der digitalen Kommunikation per E-Mail valide abzubilden. Aus dem aktuellen BVDW-Leitfaden für Unternehmen geht unter anderem hervor, wie Rechtssicherheit in der E-Mail-Kommunikation geschaffen wird.

Digitale Entwicklung – internetaffine Kunden fokussieren

Marketing findet überwiegend online aber auch auf Messen statt, so die Erkenntnisse im Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM). Eine attraktive Werbung für Produkte und Dienstleistungen über das Internet ist obligatorisch. Sowohl die eigene Online-Präsenz als auch die unternehmensspezifische Vermarktung über den digitalen Werbemarkt ist auf Mehrumsatz, neue Kunden und Bekanntheit ausgerichtet.

Digitale Entwicklung – Wettbewerbsvorteile abhörsicherer IT realisieren

Wettbewerbsvorteile durch abhörsichere IT sind nicht zu leugnen. Im Umkehrschluss entstehen deutschen Unternehmen durch Wirtschaftsspionage jährliche Schäden in zweistelliger Milliardenhöhe – wie das BSI deklariert. Das Bundesamt als solches erbringt entsprechende Dienstleistungen nur gegenüber Behörden. Unternehmen wird empfohlen, durch die Anerkennungsstelle des BSI zertifizierte „Lauschabwehr-Dienstleister“ zu beauftragen.

Globaler Service – mit Verbindlichkeit weltweit Vertrauen schaffen

Serviceleistungen haben bekanntlich globale Dimensionen. Servicestrukturen sind weltweit durchgängig zu gestalten, unter Berücksichtigung regionaler und kultureller Gegebenheiten. Global durchdachte Serviceprozesse sind eine Voraussetzung, um schlummernde Umsatzpotenziale zu heben und die Kundenbindung zu stärken. Global gültige Serviceversprechen sind lokal umzusetzen. Ein weltweit operierender Service in einer globalisierten Wirtschaft trägt entscheidend dazu bei, dass Wertschöpfungsketten stabil bleiben.

Globaler Service – obligatorische Rahmenbedingungen

Für Serviceunternehmen war es schon immer ein Kompetenzkriterium, den Anteil an Vor-Ort-Einsätzen zur Problemlösung möglichst niedrig zu halten. Dieses Kriterium hat sich insofern verschärft, als mittlerweile online realisierbare Supportleistungen prädestiniert sind, Einsätze vor Ort signifikant in den Hintergrund zu drängen. Das bedingt allerdings, dass ein kompetenter Service rund um die Uhr und über sämtliche Kanäle erreichbar ist, insbesondere über diverse „Service-Apps“. Außerdem können kürzeste Problemlösungszeiten in der Regel nur erreicht werden, wenn der Kunde „mitspielt“ – das heisst beispielsweise, dass die unmittelbare Präsenz eines Systemanwenders vor Ort zur Problemlösung genutzt werden kann. Gegebenenfalls unterstützt der Herstellerservice auch die betriebsinterne Instandhaltung. Für die direkt beim Kunden trotzdem erforderlichen Serviceeinsätze sind eine adäquate Anzahl an Servicestandorten zwingend zu etablieren, um die Reisedauer zum Kunden zu minimieren. Ob von einem solchen Standort aus dann die volle Bandbreite an technischen Systemen eines Unternehmens betreut werden kann, ist eine andere Frage. Gegebenenfalls sind dann doch längere Reisen in Kauf zu nehmen, ausgehend von einem anderen autorisierten Servicestandort oder der Servicezentrale.

Globaler Service – leistungssteigernde Normung

Wer wünscht sich nicht, immer bessere Ergebnisse mit immer weniger Aufwand zu realisieren. Work smarter, not harder – so die einschlägig akzeptierte Empfehlung, diese zu realisieren ist eine andere Sache. Effizienzsteigerung verspricht etwa der Einsatz von Normen. Die internationalen Normungsorganisationen ISO, IEC und ITU sowie ihre nationalen Mitglieder – in Deutschland das DIN – betrachten internationale Normen als leistungsstarke Unternehmenstools. Normen können dazu dienen, Potenziale auf dem globalen Markt auszuschöpfen. Sie sollen für die weltweite Handelsentwicklung als Katalysator fungieren – zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit, zur Erhöhung der Sicherheit sowie zur nachhaltigen Verbesserung der Lebensqualität. Die Protagonisten der Normung zelebrieren jedes Jahr am 14. Oktober ihren Weltnormentag. Das diesjährige Motto lautet:“Standards make cities smarter“. Auch Services werden von einer Standardisierung entsprechend profitieren – DIN forciert Dienstleistungsnormen bereits seit 2011.

Globaler Service – weltweite Transparenz

Bereits 2012 präsentierte IBM eine Studie, wonach sich CEOs erfolgreicher Unternehmen aus 60 Ländern und 18 Branchen für mehr Offenheit und Transparenz in ihren Unternehmen einsetzten. Die Zusammenarbeit mit externen Partnern sollte verstärkt werden – über den Einsatz von Technologie bei der Vernetzung nach innen und nach aussen. Doch unabhängig von der intensiven Nutzung der sozialen Medien, wurde die Kontaktpflege über das persönliche Gespräch priorisiert. Als Gegengewicht wurde auf die Notwendigkeit der Mitarbeiterbindung hingewiesen – hierzu sollten die Entscheidungsspielräume der Mitarbeiter erweitert und die Mitarbeiterqualifikation ausgebaut werden. Inwieweit Unternehmen solchen Empfehlungen auch Folge leisten, mag dahingestellt sein.