Arbeiten von zu Hause: Home-Office zu Unrecht in Misskredit

Heimbüros auflösen? Das Unternehmen Yahoo hat sich jetzt offenbar dazu entschlossen, warum auch immer. Es gibt Gründe dafür aber auch gute Gründe dagegen. Entscheidend sind sicherlich die individuellen Anforderungen des Unternehmens an jeden einzelnen Mitarbeiter – in den jeweiligen Funktionen und Verantwortungsbereichen. Trotzdem ist die Anbindung mobiler Mitarbeiter an das Firmennetz längst Realität; nicht zuletzt aus Kostengründen.

Home-Office – Leidet die Firmenkultur unter Heimbüros?

Ein Unternehmen wird zum einen von Mitarbeitern im Außendienst repräsentiert, deren Home-Based Stützpunkte vor allem kundennah auszuwählen sind. Auch für Innendienstmitarbeiter mit und ohne Kundenkontakt gibt es Lösungen für ein Home-Office. Es wäre bedenklich, wenn die Firmenkultur nur von der Präsenz der Mitarbeiter in einem gemeinsam genutzten Gebäude abhängt. Viele Unternehmen betreiben internationale Niederlassungen und pflegen ihre Firmenkultur auf globaler Basis – unabhängig vom Standort.

Home-Office – Ist die Arbeitsgeschwindigkeit rückläufig?

Arbeitsgeschwindigkeit ist eine Frage des Anreizes. Allerdings: Wird ein bestimmtes Arbeitspensum terminiert vereinbart, ist die Frage der Arbeitsgeschwindigkeit sekundär. Vielmehr geht es um eine realistische Zielvereinbarung, eine kontrollierbare Zielerfüllung und eine adäquate Erfolgsprämie. Insbesondere was die Zeiteinteilung in einem Home-Office angeht, ist der Weg zum Ziel von einem Mitarbeiter frei zu gestalten; und kann von daher auch Garant sein für die Zielerfüllung.

Home-Office – Lässt die Kreativität zu wünschen übrig?

Es gibt Firmen, die ihren Mitarbeitern die kreativen Freiräume zugestehen, die sie für eine kreative Arbeitsweise benötigen. Natürlich können individuelle Präferenzen kombiniert werden mit verpflichtenden, kreativ orientierten Meetings. Darüber hinaus verläuft der generelle kreative Austausch zwischen Mitarbeitern nun absolut ortsunabhängig; insbesondere was die Kommunikation über ein Social Intranet betrifft.

Home-Office – was spricht dagegen?

Hierbei geht es sicherlich um Datenschutz und Zutritt von unbefugten Dritten in den Tabubereich eines Heimbüros; aber auch um kurzfristige, informelle Abstimmungsgespräche mit „Blickkontakt“. Gegen ein Home-Office spricht somit vor allem unzureichendes Vertrauen in Informationstechnologie und Mitarbeiter sowie vermeintlicher Kontrollverlust.

Ein Gedanke zu „Arbeiten von zu Hause: Home-Office zu Unrecht in Misskredit“

  1. Sehr guter Beitrag! Vermeintlicher Kontrollverlust trifft es. Hierzu ein weiteres Beispiel: Ich kann Mitarbeitern verbieten während der Arbeitszeit auf Facebook zu surfen – oder den Zugriff im Extremfall einfach generell sperren. Wie kann ich das aber kontrollieren – in der heutigen Zeit kann der MA immer und überall mobil darauf zugreifen.

    Wieso also nicht den Zugriff erlauben, oder sogar fördern. Indem man die MA als Multiplikatoren nutzt … ? Es gibt noch viel zu lernen.

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