Improvisation – kreative Kompetenz nutzbar machen

Kompetenter Service zeichnet sich durch flexibles Handeln aus, das wird wohl niemand bestreiten – auch Kreativität hat im Service sicher einen Stammplatz. Geht es jedoch um kreative Improvisation, gibt es wohl gewisse Zweifel, ob diese mit einem professionellen Service vereinbar ist.

Keine Frage, es erscheint nicht angebracht, im Service zu improvisieren, denn spontane, kreative Entscheidungen sind durch Serviceprozesse dominiert. Dabei hat Improvisation durchaus auch ihre Vorteile.

These 1: Prozessdenken plus Improvisation steigert die Leistungsbereitschaft

Es  ist wichtig, dass jeder Mitarbeiter neben seinen festen Arbeitsabläufen eine gute Portion an Kreativität und Improvisationstalent verinnerlicht hat. Unter diesen Gesichtspunkten fühlen sich Mitarbeiter mehr gefordert und werden daher bessere Leistungen bringen. Das überdurchschnittliche Leistungsniveau von Mitarbeitern ist geprägt von definierten Abläufen und wird getragen von kreativem Sachverstand.

These 2: Wenn Improvisation als Fremdkörper betrachtet wird, bleiben Chancen ungenutzt

Es ist wahrscheinlich, dass formell keine Möglichkeit zur Improvisation vorgesehen ist. Jede einzelne Aktion unterliegt dabei ausgeprägten Regelungsmechanismen aus Gesetzen, Vorschriften oder Verpflichtungen der Zertifizierung  – und daraus resultierenden strikten Handlungsvorgaben. In einer akribisch „geordneten Welt“ kann Improvisation faktisch nicht existieren – Freiräume werden so nicht geschaffen sondern beschnitten.

These 3: Improvisation schließt Prozesslücken ohne Zeitverzug

Wenn bestimmte Situationen mittels der definierten Serviceprozesse nicht zu bewältigen sind, sollten improvisierte, praxisnahe Lösungen zielführend genutzt werden. Es bietet sich gegebenenfalls an, parallel hierzu oder auch nachträglich den entsprechend erfolgreichen Workflow in einen Serviceprozess zu überführen.

These 4: Improvisation als Serviceprozess minimiert Fehlentscheidungen

Prozesse sind ursächlich mit einer Risikobetrachtung gekoppelt. Trotzdem können sich immer Situationen einstellen, die auch im Rahmen einer detaillierten Risikoanalyse so nicht vorhersehbar waren und damit als Serviceprozess nicht erfasst sind. Um solchen Prozesslücken trotzdem vorzubeugen, kann zumindest ein „Prozess der Improvisation“ definiert werden, der vor allem die Risiken von Fehlentscheidungen im Blick hat.

These 5: Kompetente Improvisation hält die Anzahl definierter Prozesse überschaubar

Die Anzahl der definierten Serviceprozesse hat irgendwann die Grenze der Überschaubarkeit erreicht – selbst wenn das aktuell so nicht erkannt ist und vielleicht auch nicht erwartet wird. Ist das Repertoire standardisierter Workflows überladen, ist es auch nicht abgesichert abrufbar. Eine ausgewogene Balance zwischen definierten Serviceprozessen und kompetenter Improvisation steht für flexible Handlungsfähigkeit.

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Improvisation - kreative Kompetenz nutzbar machen
Beschreibung
Kreative Improvisation ist dominiert durch Serviceprozesse - dabei hat Improvisation durchaus auch ihre Vorteile, man muss sie nur nutzen. Fünf Thesen zeigen die professionellen Aspekte kompetenter Improvisation.
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