Industrie investiert aus diversen Motiven: Service profitiert in jedem Fall von steigendem Trend

Nach der Analyse des ifo-Instituts zur Investitionslage 2014, signalisiert das deutsche verarbeitende Gewerbe/die Industrie, eine erhöhte Investitionsbereitschaft – unterschiedlich beeinflusst durch Faktoren der Absatzlage, der Finanzierungsmöglichkeiten, der Ertragserwartungen, der technischen Faktoren oder den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Wie sich hieraus das Servicegeschäft voraussichtlich entwickelt, lässt sich aus dem strukturierten Ranking der geplanten Investitionen in etwa abschätzen. Danach liegen die Ersatzbeschaffungen mit einem Anteil von 30,1 % auf dem ersten Platz, gefolgt von den Kapazitätserweiterungen mit 29,5 %, einer Gruppe „anderer Investitionsvorhaben“ mit 17 %, den Rationalisierungen mit 12,6 % und den Umstrukturierungen mit 10,8 %.

Servicepotenzial der Industrie resultiert aus folgenden Aktivitäten:

  1. Ersatzbeschaffungen umfassen den Austausch defekter Baugruppen, bis hin zum vollständigen und gleichwertigen Ersatz ausgemusterter Anlagen – führen also zu deren Abbau, gegebenenfalls zur Neuinstallation und Betreuung über den Gebrauchtmarkt, oder zur Verschrottung beziehungsweise zum Recycling.
  2. Kapazitätserweiterungen verstehen sich als zusätzlich in den Betrieben zu installierende Anlagen, womit sich auch der After-Sales-Service entsprechend multipliziert.
  3. Als „Andere Investionen“ analysierte Vorhaben konzentrieren sich auf den Umweltschutz, dienen der Verbesserung von Arbeitsbedingungen, der Forschung und Entwicklung sowie den Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung. Aus Sicht des Service handelt es sich hierbei um ein Zusatzgeschäft wie das der Kapazitätserweiterungen (2.) – denn für das Servicegeschäft als solches ist es unerheblich, ob technische Systeme direkt oder indirekt in den Produktionsprozess eingebunden sind.
  4. Rationalisierungen sollen den Einsatz der installierten Anlagen-Basis durch entsprechende Umrüstungen oder Nachrüstungen deutlich verbessern. Die Integration von Upgrades und Retrofits gehört zum Serviceportfolio.
  5. Umstrukturierungen aufgrund neuer Betriebskonzepte führen in der Regel zu Neu-Installationen und entsprechendem After-Sales-Service. Für bisher genutzte aber nicht mehr gewünschte Anlagen gilt folgerichtig: Abbau, gegebenenfalls Neuinstallation und Betreuung über den Gebrauchtmarkt, oder Verschrottung beziehungsweise Recycling.

Befragte Unternehmen der Industrie

Die hierzu befragten 2.500 Unternehmen repräsentieren – laut ifo – das verarbeitende Gewerbe Deutschlands zu gut 48 %, gemessen an den Bruttoanlageinvestitionen: Diese liegen in 2014 planmässig um 9 % höher als im Vergleich zum Vorjahr – und damit bei ca. 62.059 Mio. Euro. Trotzdem ist der darin enthaltene Anteil an „Reparaturen und Instandhaltung von Maschinen und Ausrüstungen“ um 10 % reduziert angesetzt – im Vergleich zum Vorjahr von 770 Mio. Euro auf 700 Mio. Euro. Ohnehin erscheint der Instandhaltungsanteil aus dem Investitionsbedarf von gerade einmal 1,12 % relativ niedrig.

Weitere Eckdaten zur Industrie

Die Lünendonk-Liste präsentiert „Führende Industrieservice-Unternehmen in Deutschland 2012“ mit einem Gesamtumsatz von rund 7.550 Mio. Euro – davon mindestens 50 % Industriedienstleistungen, also 3.775 Mio. Euro. Und der Wirtschaftsverband Industrieservice e.V. (WVIS) sieht in Deutschland ein Branchenvolumen von 20.000 Mio. Euro.

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Industrie investiert aus diversen Motiven: Service profitiert in jedem Fall von steigendem Trend
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Industrie hat Servicepotenzial - wie sich das Servicegeschäft entwickeln kann, lässt sich aus dem strukturierten Ranking der geplanten Investitionen abschätzen. Hierzu gehören: Ersatzbeschaffung, Kapazitätserweiterung, Rationalisierung oder etwa die Umstrukturierung.
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