Kfz-Emissionen haben Grenzwerte – auch smarte Messmethoden sind zu verifizieren

Kfz-Emissionen plausibel messen

Die neue Abgasnorm Euro 6 hat es in sich, das war von Anfang an klar. So verweist der VDI zur Dieselproblematik frühzeitig auf den steigenden konstruktiven Aufwand bei Dieselmotoren – auch von „konstruktionstechnischen Tricks“ ist die Rede, um die Norm möglichst smart zu erfüllen. Eine manipulierte Schadstoffmessung über die On-Board-Diagnose, wie sich aktuell herausgestellt hat, musste man allerdings nicht erwarten – trotzdem war diese Messmethode immer umstritten.

Kfz-Emissionen – plausible Messmethoden sind obligatorisch

Seit 2006 wird die Kfz-Abgasuntersuchung gegebenenfalls über die „digitale Eigendiagnose der Fahrzeuge“ praktiziert – eine smarte Lösung, deren Daten sowohl von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) als auch vom Kraftfahrt-Bundesamt offenbar als gegeben hingenommen wurden. Auch wurde jeder Ansatz, die „Messung der Kfz-Emissionen am Auspuff-Endrohr“ zusätzlich zu praktizieren, als eindeutiges Misstrauen gegenüber den Messdaten der digitalen Eigendiagnose betrachtet. Herausragender Protagonist hierbei war der ADAC, der eine zusätzliche Abgasmessung am Auspuff als technischen Stand des vorigen Jahrhunderts bezeichnete – völlig sinnlos und als weiteren Versuch, Autofahrer abzuzocken …

Kfz-Emissionen – TÜV prüft nach weltweiten Abgasnormen

Für die Überprüfung verschärfter gesetzlicher Grenzwerte von Fahrzeugen hat der TÜV Süd seit 2009 ein „hochmodernes Abgaslabor in Betrieb“ – auch für Dieselmotoren. Regelmäßig sollen in diesem Labor aus einer laufenden Produktion entnommene Fahrzeuge getestet werden – nach den unterschiedlichsten gesetzlichen Vorgaben aus der gesamten Welt, und im Hinblick auf sämtliche Abgas-Tests, Dauerlauftests, Leerlaufmessungen und Tieftemperaturtests. Bis zu 80 Fahrzeuge pro Woche sollen geprüft werden können – als TÜV-Kunden für diese Dienstleistung werden unter anderem die Unternehmen BMW, Mercedes-Benz und Porsche genannt.

Kfz-Emissionen – Deadline für saubere Luft

Das Ziel steht immer noch fest: eine erhebliche Verbesserung der Luftqualität in Europa bis 2020 – zur Vermeidung „erheblicher“ negativer Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt. Doch offenbar mangelt es noch an Best-Practice-Maßnahmen, um die vorgegebenen Grenzwerte zu erreichen. Es gibt zwar eine Reihe von Vorschlägen, aber die sind umstritten – zumal sie mehrheitlich das Transportgewerbe und den Handel betreffen. Hierbei geht es um Geschwindigkeits- und Verkehrsbeschränkungen, Umweltzonen, das Nachrüstung von Autos mit Partikelfiltern  und Verbesserungen des öffentlichen Nahverkehrs. Um Best-Practice-Beispiele als effektive Möglichkeiten in allen europäischen Regionen zu etablieren, sind in jedem Fall verlässliche Messwerte erforderlich. Die europäische Luftqualitätsstrategie „CAFE“ (Clean Air for Europe) hat Grenzwerte für zwölf Luftschadstoffe festgelegt – etwa für Ozon, Stickstoffdioxid, Feinstaub und Benzol. Die Mitgliedstaaten können bei der EU-Kommission um Fristverlängerung für die Einhaltung  von Grenzwerten ersuchen.

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Kfz-Emissionen haben Grenzwerte - auch smarte Messmethoden sind zu verifizieren
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Kfz-Emissionen sind zu begrenzen - mit der Abgasnorm Euro 6 soll die Luft in Europa noch sauberer werden. Voraussetzung ist, dass die Grenzwerte auch plausibel gemessen werden, um das jeweilige Kfz entsprechend einzustufen.
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