Klinikbetrieb – Gesundheitsservice auf Modernisierungskurs

Wenn ein Dienstleister bestimmte Unternehmensteile eines Wettbewerbers übernimmt, ist das eine bemerkenswerte Aktion. Besonders dann, wenn es sich um die Gesundheitsbranche handelt und eine entsprechende Übernahme von Krankenhäusern mit dem Argument begründet wird: „Es gibt zu viele Krankenhäuser“ – so jedenfalls titelt die FAZ im Interview mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der HELIOS Kliniken GmbH, der mit der Integration von 38 Kliniken der Rhön Klinikum AG nunmehr 110 Kliniken betreibt. Dieser Transfer beinhaltet offenbar auch Stellenabbau – eine logische Konsequenz, wenn man bedenkt, dass der Klinikbetrieb der HELIOS-Gruppe stark auf gemeinsame Gesellschaften mit Servicepartnern setzt: Servicepartner im Klinikbetrieb der HELIOS-Gruppe. Das „Klinik-Modell HELIOS“ ist jedenfalls auf selektivem Expansionskurs.

Klinikbetrieb  – Gesundheitsservice bedingt eine wirtschaftliche Grundlage

Patienten sind auch Kunden, ob sie das wollen oder nicht. Indikatoren hierfür sind Richtlinien für Kliniken und Krankenhäuser, ihre Dienstleistungen effizient abzuwickeln und die Kapazitäten optimal zu nutzen. Krankenhäuser und Kliniken müssen ihre Erlöse sicherstellen. Mehrwert in Krankenhäusern und Kliniken. Die Unternehmensberatung C4 Sales & Services weist darauf hin, dass Klinikmanager auf Leistungen zu achten haben, die nicht nur nötig sind sondern auch in hohem Maße erlöswirksam. In diesem Sinne gilt es, Kliniken und Krankenhäuser:

  • strategisch neu zu positionieren,
  • von bestimmten Geschäftsprozessen zu entlasten,
  • effizient und ausgelastet zu betreiben,
  • im Hinblick auf IT-Prozesse kostenreduziert zu betreiben,
  • im Hinblick auf Einkäufe und Lagerbestände zu optimieren.

Der Mehrwert für die Patienten-Kunden wird definiert als reduzierte Wartezeit, qualitativ höherwertige Behandlung sowie verbessertes Wohlbefinden bei der Vorsorge und Nachsorge  – durch entsprechende Produktangebote.

Klinikbetrieb – Blick auf den Abnutzungsgrad

Der Anlagenabnutzungsgrad – als „Verhältnis von kumulierten Abschreibungen zu Sachanlagevermögen, bewertet mit historischen Anschaffungskosten“ – ist ein Indikator für die Modernität der Infrastruktur zum Zeitpunkt der Untersuchung. Ein hoher Anlagenabnutzungsgrad deutet darauf hin, dass die Infrastruktur eines Krankenhauses veraltet ist. Ein niedriger Anlagenabnutzungsgrad hingegen ist ein Indikator dafür, dass in den vergangenen Jahren umfangreiche Investitionen in eine moderne Infrastruktur des Krankenhauses erfolgt sind.

Klinikbetrieb – Modernisierungskonzepte sichern die Existenz

Nach einer KPMG-Analyse von 2009  ist jeder fünfte deutsche Klinikbetrieb wirtschaftlich angeschlagen; diese Krankenhäuser sind mittel- bis langfristig in ihrer Existenz gefährdet, wenn es versäumt wird, entsprechende Strategien zu verfolgen – so die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Die „Strategie der Sanierung“ betrifft 10,3 Prozent der Krankenhäuser; hier besteht unmittelbarer Handlungsbedarf. Das gilt auch für die 11 Prozent der Krankenhäuser, die der „Sicherungsstrategie“ zugeordnet wurden; ergänzend ist in dieser Kategorie davon auszugehen, dass zur Existenzsicherung auch enge, vertragliche Kooperationen oder eine „gesellschaftsrechtliche Integration“ in Konzernstrukturen erforderlich wird. Bei 60,8 Prozent der Krankenhäuser soll die „Strategie der Optimierung“ greifen, um die vorhandene Wettbewerbsposition sicherzustellen. Lediglich bei 17,9 Prozent der Krankenhäuser wird mit dem „Strategievorschlag Fortsetzung“ festgestellt, dass eine sehr gute Wettbewerbsposition vorliegt, die stabilisiert und ausgebaut werden kann.

Bei 85,2 Prozent der in die Grundstrategie Sanierung eingestuften Krankenhäuser muss in Gebäude und medizinische Geräte investiert werden, um einem überdurchschnittlich hohen Anlagenabnutzungsgrad entgegenzuwirken. Der Anlagenabnutzungsgrad über alle analysierten deutschen Krankenhäuser beträgt im Durchschnitt 52,33 Prozent; entsprechend attraktive Modernisierungskonzepte der Hersteller und Serviceanbieter könnten also erfolgreich sein.

Für die KPMG-Analyse mit demTitel „Zukunft deutsches Krankenhaus 2020“ wurden Daten von 263 Kliniken mit jeweils mindestens 300 Betten ausgewertet: das sind knapp die Hälfte aller Häuser dieser Größenklasse in Deutschland; so die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Zusammenfassung
Beitrag
Klinikbetrieb - Gesundheitsservice auf Modernisierungskurs
Beschreibung
Jeder Klinikbetrieb kämpft um wirtschaftliche Rahmenbedingungen - dass das nicht ohne Modernisierung möglich ist, liegt auf der Hand. Modernisierungskonzepte korrelieren naturgemäß mit dem Abnutzungsgrad.
Autor