Kooperation mit China – Unternehmen reklamieren die Einhaltung von Standards

Berichte über ungerechtfertigte Maßnahmen chinesischer Behörden gegenüber ausländischen Unternehmen in China häufen sich – die Kooperation mit China wird reklamiert. Die Welt titelt hierzu: Wie China ausländische Konzerne gängelt. Das klingt nach „regulativen Entscheidungen“ – nach Erkenntnissen des WSJ hat China teure Fehlkäufe im Rohstoffsektor zu verkraften: Chinas globaler Rohstoffplan geht nicht auf.

Hinzu kommt die Zahlungsmoral: Noch in 2012 hat der internationale Kreditversicherer Coface den chinesischen Unternehmen im globalen Vergleich ein zufriedenstellendes Zahlungsverhalten bescheinigt. Eine Folgestudie belegt nun den gegenteiligen Trend: Chinesische Unternehmen zahlen immer später.

Kooperation mit China – Markante Aktivitäten

Seit 2009 drängt der Deutsche Export forciert nach China, insbesondere über Investitions- und Exportanstrengungen des Mittelstands – und nicht zuletzt, um den Marktzugang für Dienstleistungen zu realisieren.

Beispielsweise hat Bosch mit rund 50 Millionen Euro ein Technisches Zentrum in China aufgebaut. Die German-Machine-Tool-Service Co. Ltd mit europäischer Folgeorganisation repräsentiert schon seit Jahren ein Joint Service Center in China. Auch der TÜV SÜD ist in China schon seit geraumer Zeit tätig.

Zur Intensivierung der Kooperation mit China wurde ein Recherche-Tool für deutsche und chinesische Normen etabliert. Das Deutsch-Chinesische Normeninformationsportal gilt als gegenseitige Informationsquelle, um relevante Normen und Normungssysteme für die jeweiligen Produkte einfach und gezielt recherchieren zu können.

Baugruppen und Komponenten, hergestellt von den in China ansässigen, deutschen Zulieferfirmen, beeinflussen die Qualität deutscher Endprodukte. Bemühungen, entsprechende Produktsicherheit zu gewährleisten, wurden insbesondere durch die deutsche Elektroindustrie und die deutsche Automobilindustrie forciert.

Als unangenehme Begleiterscheinung wurde das China-Engagement der deutschen Wirtschaft getrübt von Plagiatsproblemen. Die Reaktion auf den reklamierten Schutz des geistigen Eigentums war zumindest folgerichtig: Plagiatsvorwürfe wurden mit Investitionen in innovative deutsche Unternehmen beantwortet. Die Technische Universität München hat Chinesische Übernahmen als Chance für deutsche Firmen bezeichnet.

Kooperation mit China – Compliance zählt

Verstöße gegen „chinaspezifische Compliance-Richtlinien“ kann massive Reibungsverluste zur Folge haben – das gilt auch umgekehrt. Um hier vorzubeugen, ist das jeweilige Management in die fremde Unternehmenskultur einzuführen. Etabliert ist ein Managerfortbildungsprogramm des BMWi – nicht nur für China – das hierzu eine gemeinsame Basis schaffen soll. Wie tragfähig eine solche Basis ist, zeigt sich an der Zahlungsmoral im B2B-Sektor – auch oder gerade dann, wenn Behörden eine Zusammenarbeit unverhältnismäßig beeinflussen.

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Kooperation mit China - Unternehmen reklamieren die Einhaltung von Standards
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Die Kooperation mit China ist von markanten Aktivitäten geprägt, doch die Beziehungen sind verbesserungswürdig. Die Zahlungsmoral und unverhältnismäßige, behördliche Übergriffe stehen auf dem Prüfstand.
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