Maintenance Value in der Prozessindustrie – Massnahmen zur Steigerung der Effizienz

Der Report 2013 zur „Maintenance Efficiency“ beziehungsweise „Instandhaltungseffizienz“ präsentiert sich als Studie zur sogenannten Maintenance Value Rate (MVR) in der Prozessindustrie. Diese basiert – nach Definition von T.A.Cook – auf Zeitaufnahmen von Tätigkeiten, die als „wertschöpfend“ zu betrachten sind – als „nicht wertschöpfend“ klassifizierte Tätigkeiten gelten als „Verlustzeiten“ und Optimierungspotenzial. Die von T.A Cook analysierte Maintenance Value Rate nach dem Best-Practise-Standard der Industrie liegt derzeit bei 79%, die durchschnittliche Maintenance Value Rate bei 55%.

Maintenance Value – Die gesteigerte Effizienz ist noch ausbaufähig

Als erfolgreich in den jeweiligen Betrieben eingesetzte Maßnahmen zur Effizienzsteigerung gelten aus Sicht der Maintenance-Manager: die Prozessoptimierung, eine verbesserte organisatorische Verantwortlichkeit sowie der Einsatz von Benchmarks und eine Make-Buy-Optimierung. Im Gegensatz dazu gelten als hauptsächliche Gründe, die in diesen Betrieben einer effizienten Instandhaltung zuwiderlaufen: eine ungenügende, unkoordinierte Arbeitsplanung, Wartezeiten und Wegezeiten sowie Probleme mit Arbeitserlaubnisscheinen und unzureichender oder fehlender Arbeitsausrüstung.

Maintenance Value – Weitere Möglichkeiten zur Effiziensteigerung, vermittelt nachfolgendes Ranking, mit dem höchsten Potenzial im ersten Rang

  1. Verbesserte Ausftragsplanung und -steuerung
  2. Qualifikation, Weiterbildung und Ausbildung
  3. Einführung einer zuverlässigkeitsorientierten Instandhaltungsstrategie
  4. Anpassung der Rollen und Verantwortlichkeiten zwischen Produktion und Instandhaltung
  5. Neugestaltung der Instandhaltungsprozesse
  6. Optimierung oder Einführung eines Instandhaltungscontrolling
  7. Optimierung des Verhältnisses von Eigen- zu Fremdleistung
  8. Ausbau oder Einführung eines Total Productive Maintenance-Systems
  9. Einführung von internen Marktmechanismen

Maintenance Value – die Analyse

Obwohl der Auftragsplanung und Auftragssteuerung (1.) das höchste Potenzial bescheinigt wird, schätzt man das Potenzial der eigentlichen Auftragsbearbeitung als Neugestaltung von Instandhaltungsprozessen (5.) geringer ein – es gibt also weniger Bereitschaft, Arbeitsprozesse als solche zu hinterfragen. In diesem Sinne ist wohl auch der ermittelte Status zur Optimierung oder Einführung eines Instandhaltungscontrolling (6.) zu betrachten.

Das zweithöchste Potenzial der Qualifizierung von Mitarbeitern (2.) wird deutlich höher bewertet als das Potenzial, das in der Optimierung des Verhältnisses von Eigen- zu Fremdleistung steckt (7.). Die Abwägung zwischen eigener und externer Qualifikation ist natürlich eine Frage der Know-how-Verfügbarkeit und entsprechender Handlungsfähigkeit.

Mit dem dritthöchsten Potenzial bescheinigt man auch der Einführung einer zuverlässigkeitsorientierten Instandhaltungsstrategie (3.) einen hohen Status. Vor diesem Hintergrund überrascht es allerdings, dass der Ausbau oder die Einführung eines Total Productive Maintenance Systems (8.) mit deutlich weniger Potenzial bewertet wird.

Internen Marktmechanismen in der Instandhaltung (9.) wird das geringste Potenzial zugesprochen, womit dem Selbstverständnis der Instandhaltung als „interner Dienstleister“ gegenüber der Produktion als „interner Kunde“ gewissermaßen eine Absage erteilt wird. Stattdessen gilt es als deutlich erfolgversprechender, wenn Instandhaltung und Produktion ihre Rollen und Verantwortlichkeiten (4.) besser anpassen. Dieser grundsätzliche Konflikt könnte Betreiber darin bestärken, zunehmend auf externe Dienstleister zu setzen.

Anmerkung: Die im Deutschen differenziert genutzten Begriffe der Instandhaltung, Instandsetzung, Wartung, Pflege und Überholung technischer Systeme sind mit dem englischen Begriff „Maintenance“ umfassend definiert. Die Studie von T.A. Cook verwendet den Begriff Maintenance synonym zu Instandhaltung. Der detaillierte Report mit weiteren Ausführungen kann bei T.A. Cook angefordert werden: MAINTENANCE VALUE – EFFICIENCY REPORT 2013

Zusammenfassung
Beitrag
Maintenance Value in der Prozessindustrie - Massnahmen zur Steigerung der Effizienz
Beschreibung
Der "Maintenance Value", gemessen mit der entsprechenden "Maintenance Value Rate", vermittelt einen qualitativen Einblick in den Best-Practise-Standard der Industrie. Eine Studie belegt: die Effizienz ist noch zu steigern.
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