Maschinen und Anlagen energieoptimal konfigurieren: Betreiber zunehmend in der Pflicht

Für Betreiber von Maschinen und Anlagen wächst die Verpflichtung, energieeffiziente Systeme einzusetzen; nicht zuletzt aufgrund stark vergünstigter Strompreise in diversen Industriebereichen. Es gilt also zu entscheiden, ob energetisch unzureichend ausgelegte Parks von Maschinen und Anlagen gegen neue, energieeffizientere Systeme auszuwechseln sind oder der Energieeinsatz über entsprechende Retrofits zu reduzieren ist.

Das funktionelle Zusammenspiel von Subsystemen bestimmt den energiespezifischen Status des Gesamtsystems

Eine neue Methode ermöglicht es, Module und funktionale Einheiten von Maschinen und Anlagen energieoptimal zu konfigurieren; sowohl bei deren Neuentwicklung als auch über das sogenannte Retrofitting der installierten Basis. Die Methode wurde im Institut für Produktmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW) der technischen Universität Darmstadt entwickelt und kürzlich vorgestellt.

Energetisches Optimierungssystem mit Relevanz auf die installierte Basis in Produktionsbetrieben

Die Frage ist, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, um mit dieser Methode die aktuelle „Energiebilanz“ einer in Betrieb befindlichen Maschine zu ermitteln. Relevant sind sicherlich die Bewegungsabläufe und die dazugehörigen Betriebszustände der Subsysteme. Wenn die Schwachpunkte erkannt sind, können entsprechende Retrofits zu deren Beseitigung vorgeschlagen werden.Ob die Methode als praktikables Tool für den Service geeignet ist, bleibt abzuwarten; der Analyseaufwand zur Optimierung einer installierten Maschine hängt ab von deren Komplexität und der angestrebten Genauigkeit. Für die Datenerhebung und deren Auswertung wäre ein durchschnittlicher Zeitraum im einstelligen Stundenbereich optimal.

Wer könnte dieses „energetische Optimierungssystem“ nutzen?

Sicher nicht nur die Hersteller von Maschinen und ihre Serviceorganisationen, sondern auch herstellerunabhängige technische Dienstleister und gegebenenfalls sogar die Instandhalter in den Betrieben. Bleibt zu wünschen, dass die Methode überhaupt zum Einsatz kommt; zumal die Entwicklung über Fördermittel des deutschen Bundeswirtschaftsministeriums finanziert wurde. Die eigentliche Crux liegt wohl darin, eine „zwingende Situation zu schaffen“, die auch den letzten Betreiber vom Sinn der energetischen Optimierung seines Maschinenparks überzeugt.