Mobile Instandhaltung nutzbringend einsetzen: Datenqualität im ERP-System steigern und Ressourcen schonen

Mobile Instandhaltung hat viele Facetten und steht in einer engen Wechselbeziehung mit innovativen Technologien und Plattformen. Betreiber sind gefordert, sich neu strategisch auszurichten und die Prozesse Ihrer Instandhaltung entsprechend zukunftsfähig zu gestalten. Wir befragen hierzu Karl Schmidt, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, intelligente Software-Lösungen so in die tägliche Arbeit von Unternehmen zu integrieren, dass diese sich ganz auf ihre spezielle Kompetenz konzentrieren können. Karl Schmidt ist Geschäftsführer der SIGGA Deutschland GmbH, in Bensheim.

Herr Schmidt, wie viel Mobilität braucht die Instandhaltung?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten – es kommt sicherlich immer auf die Anforderungen der einzelnen Unternehmen an. In jedem Fall ist davon auszugehen, dass man durch den Einsatz einer guten, mobilen Lösung die Datenqualität in Enterprise-Resource-Planning-Systemen (ERP) enorm steigern kann – was für mich persönlich einer der wichtigsten Vorteile ist. Dass Instandhalter mit mobilen Systemen effizienter arbeiten können, ist keine Frage – und junge Mitarbeiter, die in Unternehmen starten, erwarten sogar ausdrücklich den Einsatz neuer Kommunikationsmittel und Techniken. Heutzutage hat nahezu jeder ein Smartphone und möchte solche Geräte natürlich auch in der täglichen Arbeit nutzen. Auch über Green-IT wird in diesem Zusammenhang gesprochen: Wenn keine Papierberge mehr benötigt werden, kein stundenlanger Druck von Arbeitsaufträgen mehr nötig ist, der Verbrauch von Druckertinte enorm reduziert wird – dann wird Green-IT gelebt.

Mobile Lösungen und Green IT stehen in einer Wechselbeziehung?

Nun, es gibt sicherlich unterschiedliche Betrachtungsweisen zu dieser Fragestellung, aber auch Fakten: So hatte einer unserer Kunden jährlich über 3 Millionen Arbeitsaufträge mit mehr als 9 Millionen Blatt Papier für die Instandhaltung ausgedruckt. Nimmt man das als Berechnungsgrundlage, dann wird durch den Einsatz einer mobilen Lösung nicht nur ein Waldgebiet von etwa 1100 Bäumen gerettet sondern auch der Stromverbrauch und die Verbrauchsmaterialien von Druckern entsprechend reduziert. Dagegen ist der Ressourcen-Verbrauch der mobilen Geräte vergleichsweise gering – nicht zuletzt durch das immer effektivere Recycling dieser Geräte.

Welche Vorteile machen nun ein mobiles Workforce Management für die Instandhaltung unentbehrlich?

Lange Zeit galt die instandhaltung mehr oder weniger als reiner Kostenfaktor. In den letzten Jahren hat sich die Meinung dazu grundlegend geändert. Neben den Arbeitsschutzbedingungen und der generellen Sicherheit am Arbeitsplatz wurde die Instandhaltung in ihrem Stellenwert angehoben – nicht zuletzt beeinflusst durch massive Ereignisse, wie beispielsweise Brände auf Ölplattformen oder Flugzeugunfälle. Außerdem haben Unternehmen erkannt, dass die eingesparten Kosten für unterlassene Wartungsleistungen in keinem Verhältnis stehen zu den wahrscheinlichen Kosten für Folgeschäden – denkbar auch in Millionenhöhe. Generell verbessert eine mobile Lösung die Qualität der Instandhaltung sehr stark durch die jederzeit verfügbaren Informationen zu Anleitungen, Zeichnungen oder der Historie von Anlagen – und optimiert so unmittelbar die Arbeit der Instandhalter vor Ort, im Betrieb.

Welche Kriterien muss eine Softwarelösung für die mobile Instandhaltung erfüllen?

Grundsätzlich sollten alle verfügbaren mobilen Plattformen der ERP-Lösungshersteller unterstützt werden können. Daraus folgt, dass eine mobile Lösung dem jeweiligen ERP-System mit einer Compliance von 100% anzupassen ist – insbesondere zeitnah bei etwaigen Änderungen der ERP-Lösung. Hinzu kommt, dass alle notwendigen Daten zur Verfügung stehen müssen, inklusive der Historie sowie dem katalogisierten Materialbestand. Ausserdem muss eine mobile Lösung dem Betreibermanagement bezüglich der Wartungszeiträume und den Intervallen eine adäquate Hilfestellung bieten können. Gegebenenfalls sind auch Barcode Reader und RFID zu unterstützen – schön wären auch GIS Funktionen. In jedem Fall muss eine mobile Lösung sehr einfach und über ein Minimum an Tastatureingaben zu bedienen sein – inklusive einem wahlweisen Betrieb im Online- oder Offline-Modus.

Wie beurteilen Sie mobile Lösungen aus der Cloud?

Cloud ist ein starkes Thema, das im Markt breit diskutiert wird. In Deutschland stehen eine ganze Reihe von Unternehmen der Cloud kritisch gegenüber. Der Datenschutz spielt dabei eine große Rolle. Möchte ich meine Assets irgendwo für jedermann verfügbar haben? Ich gebe zu, eine ketzerische Frage – Daten in ERP-Systemen repräsentieren die gesamten Informationen eines Unternehmens. In Zeiten von NSA und ähnlichen Einrichtungen sei mir gestattet, diese ketzerische Frage meinerseits ohne Antwort zu belassen. Ob Cloud-Lösungen performanter sind möchte ich als Frage noch hinzufügen.

Wie ist das Projekt „Mobile Instandhaltung“ für einen Betreiber optimal zu realisieren?

Mehrere Faktoren sind hier ausschlaggebend. Zuallererst muss der Betreiber ein Team zur Verfügung stellen, das zusammen mit dem Lösungsanbieter einen Projektrahmen erstellt. Sehr positiv wäre es, wenn der Lösungsanbieter einen solchen Projektplan als Entwurf und Leitfaden zur Verfügung stellen kann. Außerdem muss unbedingt klar sein, welcher Ansprechpartner für spezielle Fragen sowohl vom Betreiber als auch vom Lösungsanbieter verfügbar ist. Die Prozesse sind zu definieren und in der mobilen Lösung abzubilden. Letztendlich ist eine Akzeptanz der Anwender unentbehrlich – dies erreicht man mit einer qualifizierten Schulung.

In welcher Beziehung steht die mobile Instandhaltung zu einer zustandsorientierten, risikobasierten oder vorausschauenden Instandhaltung?

Sie steht in sehr enger Beziehung zu den genannten Punkten. Erst die Kombination aus allen zurzeit möglichen technischen Komponenten bringt die Instandhaltung auf den Level, den ein Unternehmen anstreben sollte. Dazu gehört auch beispielsweise der Einsatz von Sensoren, die den Zustand etwa von Anlagen und Maschinen permanent überwachen. Wenn diese Sensoren dann auch noch eine Verbindung zu der mobilen Lösung beziehungsweise dem ERP- System haben, ist das der zurzeit optimale Lösungsansatz für eine ganzheitliche Instandhaltung.

Wenn man mehr von Ihnen zum Thema Mobile Instandhaltung erfahren möchte – welche Möglichkeiten bieten Sie an?

Wir bieten das persönliche Gespräch – E-Mail: Karl Schmidt, Tel: +49 62 51 9 39 44 12 – und insbesondere den persönlichen Besuch mit Life Demo unserer Lösung. Mehr auf unserer SIGGA-Homepage, auch zu WEBCAST-Demo und Referenzen.

Herr Schmidt, herzlichen Dank für Ihre aufschlussreichen Erläuterungen zu den Facetten einer mobilen Instandhaltung.

Zusammenfassung
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Mobile Instandhaltung nutzbringend einsetzen: Datenqualität im ERP-System steigern und Ressourcen schonen
Beschreibung
Mobile Instandhaltung steht beispielsweise in einer Wechselbeziehungi zu Green IT, profitiert von den Vorteilen eines mobilen Workforce Managements, gibt einer Software bestimmte Kriterien vor, korreliert mit der Cloud sowie mit der zustandsorientierten, risikobasierten und vorausschauenden Instandhaltung.
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