Nanomaterial: Partikel mit grosser Wirkung

Nanomaterial kann in nahezu allen Bereichen eingesetzt werden – in der Elektronik genauso wie in der Lebensmittelindustrie oder der Kosmetik, auch in der Medizin, der Textilindustrie oder der Farbenindustrie. Und vermutlich sind sämtliche Unternehmen, die Nanomaterialien verarbeiten, kaum mehr zu erfassen. Von welchen Volumina man bei der industriellen Produktion von Nanoteilchen ausgeht, macht die DECHEMA deutlich. Die Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie erklärt die Entwicklung von Nanomaterial als sehr inhomogen. Möglich sind sowohl Massenfüllstoffe im Kilotonnen- bis Megatonnen-Maßstab, etwa für die Automobilindustrie, als auch Minimengen im Kilogrammbereich, etwa für den medizinischen Einsatz. Beispiele zu konkreten Nano-Projekten präsentiert die Wissensplattform Nanomaterialien.

Nanomaterial – Vermessung und Produktion

Für die Vermessung der physikalischen Grössen von Nanomaterial ist die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) die erste Adresse: auf einen Nanometer genau, und das bei Partikelgrößen bis hinunter zu 7 nm – das entsprechende PTB-Messverfahren zur Charakterisierung von Nano-Referenzmaterialien ist von der EU zertifiziert. Im Rahmen der eigentlichen Produktion von Nanomaterial können Referenzmaterialien zur Kalibrierung von Messsystemen herangezogen werden. Als Hersteller von Nano-Referenzmaterialien gelten beispielsweise die IRMM in Geel, das amerikanische National Institute of Standards and Technology (NIST) und die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM).

Nanomaterial – Erfassung und Zertifizierung

Entscheidend ist, Nanomaterial als solche zu erfassen und ihre Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu analysieren. Der TÜV Süd hatte sich vorgenommen, bis Ende 2009 eine Produktzertifizierung für die Nanotechnologie zu entwickeln. Nachfragen ergaben, dass zwar eine Normung für Nanoprodukte vorgesehen ist, die Entwicklung eines Zertifikats aber zurückgestellt wurde. Letztlich wurden im Bereich der Produktprüfung andere Schwerpunkte gesetzt und die Entwicklung eines Zertifikats für Nanoprodukte offenbar nicht weiter verfolgt. Verantwortlich in diesem Sinne sind wohl die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das Umweltbundesamt (UBA): ihr Auftrag ist es, Nanomaterial in die sogenannte REACH-Verordnung zu integrieren – mit der Auflage an Firmen, entsprechend hergestellte oder in Verkehr gebrachte Produkte zu melden.

Nanomaterial – Regeln für das Handling

Um einen verantwortlichen Umgang mit Nanomaterial sicherzustellen, hat sich beispielsweise die BASF einen Verhaltenskodex auferlegt. Und dieser hat den Anspruch, mit den Prinzipien der deutschen Bundesregierung zum verantwortlichen Umgang mit Nanotechnologien im Einklang zu stehen. Operativ umgesetzt bedeutet das, entsprechende Regeln zu definieren: für den Transport von Rohstoffen, für Aktivitäten an Standorten und Lagern und für die Verteilung von Produkten. Dazu gehören auch Regeln für den Umgang mit Nanomaterial am Arbeitsplatz von Mitarbeitern und für die Verwendung von Nano-Produkten beim Kunden. Einfluss auf ein solches Regelwerk nimmt offenbar der Verband der Chemischen Industrie (VCI) und die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)Leitfaden

Die Wirkung von Nanomaterialien auf Umwelt und Gesundheit bleibt in jedem Fall ein hochaktuelles Thema – insbesondere was toxikologische Aspekte der Nanotechnologie betrifft.

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Nanomaterial: Partikel mit grosser Wirkung
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Nanomaterial umfasst eine ungeheure Bandbreite - der richtige Umgang mit Nanomaterial ist zu definieren, von der Zertifizierung bis zum Handling.
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