Patente anmelden – Wissen absichern

Die Analyse kann sich sehen lassen – im internationalen Vergleich der Patentanmeldungen belegt Deutschland den 3. Platz, hinter den USA und Japan. Insgesamt deklariert das Europäische Patentamt das Jahr 2014 als Rekordjahr für registrierte Erfindungen. Naturgemäß sind nicht angemeldete Innovationen auch nicht erfaßt – womit Patentaktivitäten über die Innovationskraft von Unternehmen nur bedingt Aufschluß geben können.

Patente – die Vermarktung beginnt mit der Anmeldung

Es klingt banal, aber wer forscht und entwickelt, muss natürlich auch wissen, wann der Zeitpunkt der Vermarktung gegeben ist – und der beginnt mit der Patentanmeldung. „Forschung und Entwicklung“ ist von Natur aus selbstverliebt und fokussiert perfekte Systeme. Und das mag dann auch zur Folge haben, dass die in Deutschland mannigfaltig initiierten Forschungsprojekte primär auf Endprodukte ausgerichtet sind und erfolgreich fixierte „Zwischenlösungen“ eher bedeckt gehalten werden – mit der fatalen Konsequenz, dass sich auf dem globalen Patentmarkt die Wettbewerber frühzeitig die Rechte für vergleichbare Ideen sichern könnten.

Patente – Wissen frühzeitig absichern

Fachwissen ist insbesondere bei den Spezialisten eines Unternehmens vorhanden, auch wenn dieses Wissen – noch – nicht über Patente abgesichert ist. Dabei gilt Wissen und Erfahrung heutzutage mehr als je zuvor als ein zu schützendes Gut. Wer es geschickt nutzt, macht sich unentbehrlich – wer es offen legt, schafft sich Konkurrenz und wird gegebenenfalls austauschbar. Naturgemäß muss Wissen in einem Unternehmen jederzeit verfügbar sein – und trotzdem akribisch abgeschirmt werden vor unbefugten Zugriffen jedweder Art. Insbesondere frühzeitige Patentanmeldungen können dazu beitragen, einen Wettbewerbsvorteil zu realisieren und abzusichern.

Patente – Muster auf Originalen entlarven Plagiate

Das Bestreben, originale Produkte zu kennzeichnen, um sie von Plagiaten klar unterscheiden zu können, ist ungebrochen. Eine der Methoden, die hierzu eingesetzt werden könnten, ist als zufälliges, sogenanntes „chemisch-topologisches Muster“ definiert, das auf der Oberfläche eines Objekts platziert ist. Es soll unmöglich sein, dieses Muster auf eine andere Oberfläche zu übertragen – also auf die eines Plagiats. Diese Methode wird selbst als Patent geführt: als „inhärent fälschungssichere Produktkennzeichnung„.

Smart Grids – Kontrollierter Energiestatus schafft Potenziale

Ein europäischer Forschungsauftrag für den TÜV Rheinland soll abklären, ob die bestehenden Kommunikationsinfrastrukturen der Telekommunikationsunternehmen für intelligente Stromnetze genutzt werden können – oder besser neue Netze errichtet werden sollten. Das Forschungsprojekt trägt den sinnigen Titel „Energise“ und soll in 27 Monaten eine Übersicht liefern, wie das in den 28 europäischen Mitgliedsstaaten so gesehen wird.

Smart Grids – Basis für das Energiemanagement

Die intelligenten Stromzähler sollen für mehr Transparenz sorgen und einen sparsameren Umgang mit Energie ermöglichen – sie sind per se die Voraussetzung, um intelligente Stromnetze zu schaffen. Ein hochkomplexer Netzbetrieb hat mit einer stetigen, zentralen Stromerzeugung nicht mehr viel gemein – Ziel ist eine dynamische, dezentrale Stromerzeugung, und das nicht zuletzt über umweltfreundliche Technologien.

Smart Grids – Installation braucht konzertierte Aktion

Die Zeit der alten, klassischen Drehscheibenzähler ist definitiv abgelaufen. Nur noch intelligente Geräte sollen genau erfassen, wann wieviel Strom sekundengenau verbraucht wird. Auch der Gas- und Wasserverbrauch kann über die neue Technik gemessen werden. Die Installation neuer Systeme ist in Deutschland seit Januar 2010 Pflicht – in jedem Neubau oder nach grundlegenden Renovierungsarbeiten, aber auch schon bei turnusmäßigen Zählerwechseln. In Italien waren bereits im Jahr 2008 etwa 86 % der Haushaltskunden mit intelligenten Stromzählern ausgestattet, in Schweden sogar zu beinahe 100 % – nach Erkenntnissen der Steria Mummert Consulting AG .

Smart Grids – die Spezifikationen

In der neuen Energiewelt übernehmen die künftigen Messgeräte für Strom und Gas eine Schlüsselfunktion – entsprechende Empfehlungen sind von der Bundesnetzagentur definiert. So können gesetzliche Mindestanforderungen an die Zähler sicherstellen, dass die Geräte kompatibel und für weitere technische Entwicklungen offen sind. Rechtsänderungen sind erforderlich für sogenannte „zeit- und lastvariable“, also für maßgeschneiderte Tarife. Eine Kosten-/Nutzen-Analyse für den Einsatz solcher Messgeräte erfolgt über Flächenversuche.

Smart Grids – der Kundennutzen

Intelligente Stromzähler bieten Endabnehmern mehr Transparenz. Energiekunden haben also die Möglichkeit, den Stromverbrauch selbst zu kontrollieren und zu steuern. Eine genaue monatliche Abrechnung des tatsächlichen Stromverbrauchs ist vergleichbar mit der Telefonrechnung. In Folge ist auch das Sparpotenzial durch den Einbau intelligenter Zähler unmittelbar erkennbar.

Technologievorsprung anstreben – sorgfältig selektieren

Technologischer Vorsprung ist kein Selbstzweck sondern ein Ansatz, um die Erwartungen von Kunden immer besser zu erfüllen. Eine Crux ist, wenn Kunden nicht erkennen, welche Möglichkeiten ein „Technologiesprung“ eröffnet – und welche – vermeintlichen oder tatsächlichen – Nachteile eventuell damit in Kauf genommen werden. Erfolgversprechend ist ein Technologievorsprung also erst dann, wenn er von den Kunden auch angenommen wird – und Ablehnungen gibt es bekanntlich in hinreichender Anzahl.

Technologievorsprung – die richtige Technologie selektieren

Ob Produkte und Dienstleistungen über bewährte oder neue Technologien realisiert werden, ist für Unternehmen eine existenzielle Frage. Wer seinen Markterfolg nachhaltig absichern will, muss jedenfalls wissen, welche Technologien mittel- und langfristig das Geschäftsmodell beeinflussen. Das ist einfacher gesagt als getan, denn technologische Entwicklungen sind vielfältig – umso geringer sind die Chancen, dass diese in den unternehmerischen Entscheidungsprozessen auch systematisch und umfassend berücksichtigt werden.

Technologogievorsprung – mit interner Expertise

Es gilt, das tatsächliche Anwendungspotenzial neuer Technologien für das individuelle Unternehmen zu ermitteln und zu bewerten. Hierzu propagiert beispielsweise das „Fraunhofer IAO„, dass Experten in den Unternehmen die verfügbaren Technologien über intelligente Tools systematisch sondieren – um sie dann gegebenenfalls im Unternehmen zu implementieren.

Technologievorsprung – adäquate Lösungen

Als technologische Lösungen mit relevantem Anwendungspotenzial gelten beispielsweise: Intelligente Sensoren, Laptoplösungen, mobile Lösungen, Telemaintenance und Remote-Lösungen, modulare Lösungen, standardisierte Lösungen, M2M-Lösungen, Tracking-Lösungen, Cloud-Lösungen, Prozess-Lösungen, Workflow-Lösungen, automatisierte Lösungen, Apps -und Pad-Lösungen.

Technologievorsprung – technologisch gestützte Dienstleistungen

Technologiebasierte Dienstleistungen stehen für mehr Effizienz, Nachhaltigkeit, Alternativen und nicht zuletzt für Wettbewerbsvorteile. Tangiert sind die Betreuung technischer Systeme genauso wie etwa die medizinische Versorgung. Hinzu kommt die Vermittlung von Wissen oder die Bereitstellung von Information und Kommunikationskanälen. Es geht um logistische Sicherheit, Identifizierung und Ortung sowie Zustandsüberwachung und Kontrolle. Auch die Realisierung von servicespezifischen Strategien und das Kundenmanagement als solches sollen von technologisch gestützten Dienstleistungen profitieren. Das fir an der der RWTH Aachen hat dieses breite Spektrum im Blick.

Technologievorsprung – Risiken minimieren

Zwangsläufig ist technischer Fortschritt auch mit Technik-Risiken verbunden. Ingenieure sind in der Verantwortung, wenn es es um das Spannungsfeld zwischen ökonomischen, gesellschaftlichen und ökologischen Anforderungen und Werten geht. Nicht zuletzt sind, bei der Realisierung von Systemen auf Basis „neuer Technologien“, auch die korrespondierenden, servicespezifischen Technologien zu beachten, die per se darauf ausgerichtet sind, einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.

Energiemanagement – Dienstleistungen für mehr Energieeffizienz

Energieaudits, die regelmäßig durchgeführt werden müssen, sind für kleine und mittlere Unternehmen bereits verpflichtend geregelt – definiert im Gesetz über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen (EDL-G).  Der TÜV verweist nun auf mindestens 50.000 weitere deutsche Unternehmen – größer als KMU – für die das Energie-Dienstleistungsgesetz ab 2015 auch verbindlich zu beachten ist.

Energiemanagement – die Zertifizierung

Ein energetisches Erfolgsmodell definiert sich idealerweise als Energiemanagement. Vorausschauende Unternehmen haben dem Energie-Dienstleistungsgesetz bereits genüge getan, wenn sie eine adäquate Zertifizierung für ein Energiemanagementsystem beziehungsweise ein Umweltmanagementsystem vorweisen können.  Bereits in 2012 forderten sowohl die DGQ als auch das DIN und die DQS ein Energiemanagement nach der internationalen Norm ISO 50001 – und bezeichneten  Energieeffizienz als das Gebot der Stunde.

Energiemanagement – ein Gewinn für alle Beteiligten

Während in Privathaushalten das Einsparpotenzial vor allem mit dem Gebäude- und Heizungsbereich korreliert, bringen in der Industrie effiziente Querschnittstechnologien den gewünschten Effekt. Hierzu zählen Technologien, die Dampf und heisses Wasser bereitstellen oder Motoren effizienter einsetzen. Die Reduzierung von Wärmeverlusten durch Dämmung wärmeführender Bauteile, insbesondere bei energieintensiven Industrieanlagen, senkt nicht nur nachhaltig den Energieverbrauch sondern auch die Betriebskosten – gleichzeitig leisten solche Maßnahmen einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen und damit zum Klimaschutz. In diesem Sinne wirken auch technologische Verbesserungen im Straßenverkehr, die den Kraftstoffverbrauch für den Transportsektor drastisch reduzieren sollen.

Energiemanagement – die Perspektiven der Energieeffizienz

Der konsequente Einsatz energieeffizienter Massnahmen erscheint als ultimative Lösung. Das Ergebnis einer Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) lässt hieran keine Zweifel aufkommen. Das Fraunhofer ISI geht in der Studie zum Energiebedarf in der EU davon aus, dass bis 2050 energieeffiziente Massnahmen den Energiebedarf um zwei Drittel senken und die Emissionen von Treibhausgasen um 80 % reduzieren können sowie rund 500 Milliarden Euro pro Jahr einzusparen sind. Der besondere Clou: 90% der Energiesparmassnahmen wird hierbei das Potenzial zugeschrieben, sich selbst tragen zu können – sogar Einspargewinne erscheinen denkbar.

Energiemanagement – ein umfassendes Servicegeschäft

Wird dieses als realistisch erkannte Potenzial der Energieeffizienz konsequent ausgeschöpft, beeinflusst das nicht nur den aktuellen und geplanten Betrieb von Kraftwerken. Vielmehr erhält hierdurch auch der Arbeitsmarkt neue Impulse: Facilities, technische Anlagen und technische Systeme sind entsprechend zu ersetzen oder zu modernisieren – nicht zuletzt ein lukratives, internationales Servicegeschäft.

Servicegeschäft entwickeln – die richtigen Perspektiven auswählen

Gesucht sind Leistungen, die den Serviceanteil am Geschäft eines Herstellers von Anlagen, Maschinen oder sonstigen technischen Systemen steigern. Wesentliche Stoßrichtungen sind ein erweitertes Service-Portfolio, eine verbesserte Produktivität der Service-Organisation sowie eine verstärkte Konzentration auf die Betreuung bereits installierter Produkte – auch oder gerade solche in einem fortgeschrittenen Lebenszyklus.

Servicegeschäft – wie es überraschen kann

Der Servicesektor steht immer unter Beobachtung. Fokussiert werden sowohl prämierte Serviceleistungen als auch solche, die in der Kritik stehen. Kompetent realisierte Serviceleistungen resultieren entweder direkt aus dem individuellen Kundendialog oder im Austausch mit Communities. Lieferungen und Leistungen werden kontrovers diskutiert, und öffentlich hinterfragte Kompetenzen beeinflussen kompromisslos den Wettbewerb und deren Servicekonzepte.

Servicegeschäft –  wie es einzuschätzen ist

Aktuelle Erwartungen sollte man mit Prognosen vergangener Jahre vergleichen, um deren Eintrittswahrscheinlichkeit abzuschätzen. Unwägbare Faktoren beeinflussen die Planungssicherheit für eine passgenaue Servicekapazität. Wer das zu erwartende Serviceaufkommen unterschätzt, hat mit Engpässen zu kämpfen – wer es überschätzt, muss Kosten der Überkapazität verkraften. Doch wer langfristig zuversichtlich denkt – auch wenn gelegentlich Einbrüche überwunden werden müssen – wird auch Puffer vorhalten, die bei Bedarf sofort zur Verfügung stehen.

Servicegeschäft – wie man es vorbereitet

Was zählt, ist das gebündelte Paket von Serviceleistungen, das sich auf die Akzeptanz der Kunden stützt. Hierbei ist ein plausibler, immer wiederkehrender Servicebedarf relativ leicht durchsetzbar. Unvorhergesehene Anforderungen fordern den Service heraus – aber nur beim ersten Mal, denn eine routinierte Serviceorganisation verarbeitet entsprechende Erfahrungen sofort in ihren Serviceprozessen. Darüber hinaus bieten Kundenreaktionen auf zukunftsweisende Vorschläge die Möglichkeit, das servicespezifische Marktpotenzial frühzeitig zu bewerten.

Servicegeschäft – wie man es testet

Um das Servicegeschäft am Laufen zu halten, müssen Serviceorganisationen selbst unter widrigen Umständen die geforderten Leistungen sicher abrufen können: fachlich, organisatorisch und wirtschaftlich. Hierbei sollte man wissen, bis zu welchem Risiko-Level noch mit Übersicht und Routine agiert werden kann. Simulierte Stress-Szenarien legen offen, bei welcher Situation ein kritischer Zustand erreicht ist – etwa in den Bereichen Know-how, Rationalisierung oder Wettbewerb.

Servicegeschäft – wie man es absichert

Das Serviceportfolio ist kontinuierlich zu hinterfragen und nutzbringend zu optimieren. Serviceorganisationen befinden sich eher auf der sicheren Seite, wenn die Kunden vertraglich gebunden sind – und zwar mit fair vereinbarten Serviceverträgen. Auch die zweifelsfreie Kenntnis um das einsatzabhängige Verhalten technischer Systemen sichern das Servicegeschäft ab, insbesondere mit dem Wissen über den individuellen Zustand von Baugruppen. Dass Service-Aktivitäten jederzeit als Teamleistung verfügbar sind, erscheint als weitere Bedingung – mit besonderem Augenmerk auf Spezialisten. Als Sicherheitsfaktor gilt auch die individuelle Stressresistenz der Servicemitarbeiter eines Unternehmens – ist sie doch Garant dafür, dass schwierige Situationen motiviert und flexibel überwunden werden können.

Stromnetz der Zukunft – ein Projekt mit vielen Baustellen

Aktuell stellt das Bundesministerium für Forschung und Energie ihre Forschungsergebnisse und Projekte für zukunftsfähige Stromnetze vor. Die zu erwartenden technischen Lösungen sollen einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten. Mindestens seit 2009 wird intensiv diskutiert, wie das Stromnetz der Zukunft aussehen soll.

Stromnetz – zusammengeführt, vereinheitlicht und ausgebaut

Es gibt verschiedene Wege, ein einheitliches Stromübertragungsnetz in Deutschland zu realisieren – so das Ergebnis einer Studie des Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) von 2009. Favorisiert wurde zunächst die Vollfusion aktueller Stromnetze der Netzbetreiber „EnBW Transportnetze AG“, „E.ON Netz GmbH“, „RWE Transportnetz Strom GmbH“ und „Vattenfall Europe Transmission GmbH“.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie verwies auf ökonomische und technische Gründen, die für eine eigentumsrechtliche Fusion sprechen –  um „Synergien zu heben und Kosten zu senken“. Alternativ wurde auch eine verstärkte Koordinierung von Systemfunktionen propagiert, etwa in der Beschaffung und Steuerung von Regelleistung und Regelenergie –  unabhängig von einer eigentumsrechtlichen Zusammenlegung der Stromnetze.

In 2009 trat das Gesetz zur Beschleunigung des Ausbaus der Höchstspannungsnetze in Kraft – die Stromnetz-Betreiber sollten schnell investieren. Propagiert wurden 24 vordringliche Leitungsbauvorhaben im Höchstspannungs-Übertragungsnetz (380 kV) – als Basis für die Integration des Stroms aus Windenergie und neuen, hocheffizienten konventionellen Kraftwerken, insbesondere auch für den EU-weiten Stromhandel. Die Netze sollen ausgebaut und erneuert werden, damit der Windenergie-Strom von der Küste in die Verbrauchszentren im Süden und Westen Deutschlands gelangt.

Das Gesetz sieht außerdem den Einsatz von Erdkabeln vor sowie den Einsatz der Hochspannungsgleichstrom – Übertragung (HGÜ) und die Integration neuer Anlagen zur Speicherung elektrischer Energie. Letztere sollen für die Zeitdauer von 10 Jahren von den „Netzentgelten für den Strombezug“ befreit sein. Damit sollen auch Anreize für die Entwicklung neuer Speichertechnologien geschaffen werden, denen bei der Nutzung der Windenergie eine maßgebliche Ausgleichsfunktion zugesprochen wurde.

Stromnetz – die tatsächlich erforderliche Regelleistung

Gemäß dem in 2010 eingeführten, sogenannten Netzregelverbund sind die deutschen Stromnetz-Betreiber verpflichtet, die Stromübertragungsnetze kooperativ ausregeln – das hat die Bundesnetzagentur angeordnet, und geht hierbei davon aus, dass damit eine Kosteneinsparung in dreistelliger Millionenhöhe erreicht werden kann. Die Ersparnis ist plausibel, wenn künftige Ungleichgewichte zwischen Leistung und Verbrauch gemeinsam ausgeglichen werden – denn es ist dann weniger Kraftwerkskapazität als Regelleistung vorzuhalten.

Bislang hatten die einzelnen Regelzonen unabhängig voneinander sowohl Überspeisung als auch Unterspeisung ausgeglichen – so wurde auch ein „Gegeneinanderregeln“ in Kauf genommen und teure Regelenergie unnötig eingeplant. Der angeordnete Netzregelverbund unterbindet das Gegeneinanderregeln vollständig.

Die Leistungsungleichgewichte der einzelnen Regelzonen werden saldiert, sodass nur noch der verbleibende Saldo durch den Einsatz von Regelenergie ausgeglichen werden muss. Auch die Höhe der tatsächlich vorzuhaltenden Regelleistung kann durch den Netzregelverbund reduziert werden, so die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen. Folgegutachten zur Neubemessung der vorzuhaltenden Regelleistung sind vorgesehen.

Stromnetz – leistungsstarke Konzeption

Seit 2012 gibt es den „nationalen Netzentwicklungsplan Strom“. Der Umbau der Stromnetze gilt als zentraler Schritt zur Umsetzung der Energiewende, als Voraussetzung für die Nutzung erneuerbarer Energien – so die Bundesnetzagentur. Geplant ist ein zehnjähriges Projekt zur Sicherstellung der Energieversorgung durch Windenergie, und zwar über leistungsstarke Nord-Süd-Leitungen – hierzu ist eine Optimierung und Verstärkung bestehender Stromnetze vorgesehen. Außerdem soll die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) genutzt werden. In jedem Verfahrensschritt sind die betroffenen Behörden, Verbände und Bürger einzubeziehen.

Um Bedarfsschwankungen im Stromnetz auszugleichen und die fluktuierende Einspeisung des regenerativ erzeugten Stroms zu kompensieren, propagiert beispielsweise der VDI den Einsatz dezentraler Energiespeicher. Zur Optimierung  des Eigenverbrauchs sind diese auch bei Home-Solaranwendungen und Photovoltaik-Inselnetzen angesagt. Ohnehin erscheint ein möglichst hoher Eigenverbrauchsanteil als Schlüssel zu einer dezentralen Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen – realisiert über ein intelligentes Energiemanagement.

Das Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) definiert „Smart power“ als kommunikativer Verbund von Erzeugern, Speichern und Verbrauchern – integriert sind dezentrale Energiesysteme wie Windkraftanlagen vor den Küsten, Solarpanels auf den Dächern und Blockheizkraftwerke in den Häusern. Eine abgesicherte Energiewende ist somit ausgerichtet auf ein intelligentes Stromnetz mit intelligenter Infrastruktur und nicht zuletzt einer intelligenten Energienutzung.

Stromnetz –  qualitativ absichern und intelligent schützen

Eine gestörte Energieversorgung ist gegebenenfalls verantwortlich für Geräteausfälle und entsprechend ungeplante Stillstandszeiten – überdies kann die Anwendersicherheit gefährdet sein. Kostspielige Probleme an elektrischen Installationen und Anlagen werden am häufigsten duch eine schlechte Stromnetz-Qualität verursacht, so der Test- und Messgeräteanbieter Fluke. Das Unternehmen verweist auf entsprechende Anzeichen: wie Computerabstürze, flackernde Lampen, ausgelöste Leistungsschalter oder überhitzte Motoren. Außerdem können hierbei auch die Stromkosten aus dem Ruder laufen.

Entsprechende Inspektionen und Fehlersuchverfahren richten sich nach den Vorschriften der europäischen Norm EN 50160. Diese Norm beschreibt die Eigenschaften der elektrischen Energie über den Verlauf der Netzspannung. Zur Bestimmung der Netzqualität werden hierzu sieben Parameter herangezogen: Netzfrequenz, Abweichungen der Versorgungsspannung, Flicker, Unsymmetrie der Versorgungsspannung, Oberschwingungen, Zwischenharmonische und Netzsignale. Die überwachte Anlage wird dann als normgerecht erklärt, wenn im Laufe einer Woche der statistische Wert für die genannten Parameter bei 95 Prozent oder höher liegt.

Der TÜV SÜD kritisiert, dass das Störungspotenzial der intelligenten Stromversorgung unterschätzt wird. Der Dienstleister in Sachen Sicherheit hat offenbar Erkenntnissse, nach denen Unternehmen gegen Störungen und Angriffe auf die Stromversorgung nicht ausreichend geschützt sind. Nicht die generellen Stromausfälle gelten hierbei als größte Schadensverursacher sondern „provozierte Schwankungen“ in der Netzfrequenz und der Netzspannung.  In diesem Sinne fordert der TÜV, funktionale Sicherheit mit IT-Security zu verknüpfen und dem Risiko für „feindliche Angriffe“ anzupassen.

Betriebliche Instandhaltung – Mehr Kompetenz für aktuelle Herausforderungen

Die bisherigen Entwicklungsschritte der Instandhaltung sind als „ausfallorientiert“, „vorbeugend“ oder „autonom“ deklariert. Immer stärker sieht sich die Instandhaltung dem Total Management von Assets verpflichtet – also nicht nur dem klassischen Teil der Instandhaltung, sondern dem gesamten Zyklus von Anlagen, und zwar von der Planung bis  zur Ausmusterung. Instandhaltung im Rahmen des Total Asset Managements basiert auf Wertorientierung, der Verbesserungen von Prozessen und Anlagen, der Partnerschaft mit Herstellern und dienstleistenden Fremdfirmen, sowie dem Umgang mit entsprechenden Risiken.

Betriebliche Instandhaltung – Umgang mit Erfahrungswissen

Ein professioneller Umgang mit Wissen ist obligatorisch. Die „Halbwertzeit des Wissens“ macht auch vor dem Know-how der Instandhalter nicht halt. Inwieweit Erfahrungswissen noch aktuell ist, zeigt sich zwangsläufig im Umgang mit komplexer Technologie – als veraltet oder unzureichend erkanntes Wissen muss ersetzt beziehungsweise ergänzt werden. Gleichzeitig gilt es, wertvolles Erfahrungswissen, insbesondere langjähriger Mitarbeiter, unbedingt im Unternehmen zu halten. Eine mit definierten Zugriffsregeln dokumentierte Wissensbasis, die permanent aktualisiert wird, erscheint unerlässlich.

Betriebliche Instandhaltung – Umbau und Optimierung von Systemen

Es ist eine Kompetenzfrage, wenn die Instandhaltung den Umbau von Maschinen und Anlagen plant, ohne hierbei die Dienste des Originalherstellers in Anspruch zu nehmen – und so gegebenenfalls Verpflichtungen als Hersteller übernimmt. Optimiert werden Anlagen nicht zuletzt über messtechnische und technische Verfahren, gegebenenfalls auch ohne Betriebsunterbrechung. Insbesondere die energetische Optimierung technischer Systeme erscheint als umfangreiches Betätigungsfeld, beispielsweise wenn die Beseitigung von Leckagen einer Druckluftversorgung ansteht.

Betriebliche Instandhaltung – Condition Monitoring

Auch das Condition Monitoring gilt es zu entwickeln, um so die voraussichtliche Standzeit von Systemkomponenten unter bestimmten Betriebsbedingungen realistisch einzuschätzen. Naturgemäß sind bei veränderten oder wechselnden Betriebsbedingungen auch die erstellten Prognosen zu revidieren. Verlässliche Prognostizierbarkeit korreliert daher mit der Fähigkeit, die relevanten Parameter eines Bauteils zu bestimmen sowie dessen Veränderungen messtechnisch zu erfassen und zu bewerten – als Voraussetzung für eine entsprechende IT-gestützte Maßnahmen- und Einsatzplanung.

Betriebliche Instandhaltung – Industrie 4.0

Geht es um die Instandhaltung im Umfeld von Industrie 4.0  sprechen deren Protagonisten zutreffend von einer „smarten Maintenance“ in einer smarten Factory. Instandhaltung als „letzten Stellhebel“ zu bezeichnen, um die Wertschöpfungskette zu optimieren, resultiert hingegen aus einem etwas anachronistisch anmutenden Selbstverständnis, das mit einer smarten Factory eher wenig zu tun hat. Tragfähige Instandhaltungskonzepte der Zukunft konzentrieren sich jedenfalls auf sogenannte Cyberphysische Systeme, das Internet der Dinge und das Internet der Dienste.

Soweit die Themenbereiche aus der Fachtagung Instandhaltung von IFC EBERT zum Ende 2014, eine Quelle für Instandhalter, die ihre Kompetenzen erweitern möchten.

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