Ingenieure im Maschinenbau und Anlagenbau: Ausrichtung auf technische und kundenspezifische Serviceaspekte

Bestimmte Leistungen im technischen Umfeld erfordern den Einsatz entsprechend qualifizierter Ingenieure – es wird geforscht, entwickelt, konstruiert, beraten und einiges mehr. Ob solche Aktivitäten generell als Ingenieurdienstleistungen betrachtet werden können ist eine Frage der Definition und letztlich Ansichtssache. Jedenfalls beinhalten die Leistungen eines Ingenieurs mehr denn je auch servicespezifische Gesichtspunkte, die sich sowohl systemimmanent als auch im Produktbetrieb widerspiegeln. Wir befragen hierzu Hartmut Rauen, der am wachsenden Bedarf an Ingenieuren im Maschinen- und Anlagenbau keinen Zweifel hat. Hartmut Rauen ist Mitglied der Hauptgeschäftsführung im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA).

Herr Rauen, was macht einen Ingenieur für den Maschinen- und Anlagenbau unentbehrlich?

Sein Know-how, denn bei der Entwicklung von neuen Produkten spielt der Ingenieur in der Industrie eine maßgebliche Rolle, insbesondere in der Investitionsgüterindustrie. Ganz besonders gilt das vor dem Hintergrund immer spezifischer erwarteter Produkte und Systemlösungen, für die der deutsche Maschinen- und Anlagenbau weltweit anerkannter Lösungsgeber ist. Hierzu braucht es Expertenwissen, das ist das entscheidende Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb.

Welche Rolle spielen hierbei die Experten potenzieller Kunden?

Die Experten auf Kundenseite spielen eine entscheidende Rolle, da sie das Anforderungsprofil vermitteln, das es anschließend durch Beratung und Ingenieurleistungen zu erfüllen gilt. Daher ist es wichtig, dass auf beiden Seiten kompetente Akteure zu finden sind, die den Workflow konstruktiv und effektiv gestalten.

Inwieweit muss ein Ingenieur – unabhängig von seinem Arbeitsbereich – den Servicegedanken verinnerlichen?

Ingenieurleistungen und technische Produkte, beziehungsweise Systeme, können nicht isoliert von der alltäglichen Lebenswelt gedacht werden. Das bedeutet, dass ein Ingenieur die Anwendung und Nutzung stets mitdenken muss. Der Servicegedanke steckt in diesem Konzept mit drin, denn Anwendung und Nutzung beinhalten technische und kundenspezifische Serviceaspekte gleichermaßen. Hierbei geht es um „Menschen und Maschinen“. Abgesehen davon ist der Servicegedanke eng mit einer inneren Haltung verbunden – wer diese Haltung pflegt, wird sich von der Masse erfolgreich abheben.

Werden solche zentralen Anforderungen in den klassischen Studiengängen für Ingenieure ausreichend vermittelt?

In diesem Punkt hat sich bereits viel getan: Softskills sind als wichtiges Qualifikationsmerkmal an den Hochschulen unstrittig. Fakt ist aber auch, dass nicht alle Themen zum Standard im Studium werden können. So kann zwar servicegerechtes Konstruieren gelehrt und vermittelt werden – Servicehaltung braucht hingegen Praxiskompetenz. Und diese kann man nicht „erlesen“, man muss sie „erfahren“.

Der Bedarf an Ingenieuren, um komplexe Maschinen und Anlagen zu realisieren, ist deutlich geringer als der hieraus resultierende Bedarf an Ingenieuren für den After Sales Service. Sehen Sie das auch so?

Das Bild ist differenzierter zu sehen: Der Bedarf an Maschinenbauingenieuren ist hoch, zugleich nimmt die Bedeutung an Ingenieurdienstleistungen zu. Der VDMA führt alle drei Jahre eine Ingenieurerhebung durch, zur Beschäftigung und zu dem Bedarf an Ingenieuren im Maschinen- und Anlagenbau. Im Oktober 2013 wurde die aktuelle Version der Erhebung veröffentlicht, und die Fakten daraus sprechen für sich.

Was sind die Eckdaten dieser Erkenntnisse?

Im Durchschnitt des Maschinen- und Anlagenbaus geht fast die Hälfte aller Ingenieure einer Tätigkeit im Bereich „Forschung – Entwicklung – Konstruktion“ nach. An zweiter Stelle folgen – mit einem deutlichen Abstand – Vertriebsaufgaben als Tätigkeitsschwerpunkt. Die Anzahl an Ingenieuren mit Dienstleistungsaufgaben hat im Vergleich zu früheren Erhebungen zugenommen – dieser Tätigkeitsschwerpunkt liegt an dritter Stelle in der Erhebung. Interessant sind zudem die Ergebnisse aus der VDMA-Erhebung, was den Einstellungsbedarf nach Unternehmensbereichen betrifft. Demnach sehen 78% der befragten Unternehmen einen Bedarf an Ingenieuren im Bereich „Forschung – Entwicklung – Konstruktion“; mit 57% folgt der Bereich Vertrieb, mit 23% die Auslandstätigkeit und mit 22% die Produktion; schliesslich sehen 17% der Firmen bis 2015 Bedarf in Dienstleistungen und 13% in der Materialwirtschaft. Kurzum: Der Ingenieurbedarf ist unverändert hoch.

Viele Produktionsbetriebe legen Wert auf betriebsintern etablierte Ingenieurdienstleistungen oder nutzen die Ingenieurdienstleistungen herstellerunabhängiger Unternehmen. Wie beurteilen Sie die entsprechende Wettbewerbsfähigkeit der Hersteller von Maschinen und Anlagen?

Produktbegleitende Ingenieurdienstleistungen sind für die Hersteller im Maschinen- und Anlagenbau grundsätzlich ein wichtiges Thema. Denn die ganzheitliche und systematische Betrachtung von Produkten und deren Verwendungskontext ist als Geschäftsfeld attraktiv und zukunftsorientiert. Hersteller, die sich in diesem Sinne gut aufstellen, stärken ihre Chancen und Position, insbesondere im internationalen Wettbewerb. In diesem Kontext sind auch die Forschungsvereinigungen der industriellen Gemeinschaftsforschung zu erwähnen. Viele Unternehmen nutzen dieses Umfeld, um ihre eigenen F+E Aktivitäten zu ergänzen. So sind beispielsweise in der „FVA Forschungsvereinigung Antriebstechnik“ rund 200 Unternehmen engagiert, die in über 200 laufenden Forschungsprojekten gemeinsam aktiv sind. Sie entwickeln unter anderem Berechnungsdaten, die in der Software FVA Workbench © ihren Niederschlag finden.

Der VDMA versucht seit geraumer Zeit, das Servicegeschäft seiner Mitglieder anzukurbeln. Wie differenziert beobachtet der VDMA vor diesem Hintergrund die diversen Tätigkeitsbereiche zunehmender Ingenieurdienstleistungen?

Der VDMA setzt sich intensiv mit dem Thema der Ingenieurdienstleistungen auseinander, beispielsweise im Rahmen der VDMA-Ingenieurerhebung oder im Dialog und themenspezifischen Workshops mit Hochschulen und Unternehmen. Darüber hinaus ist das Thema in den Weiterbildungsangeboten des Maschinenbau-Institutes präsent. Das zum VDMA gehörige Institut bietet Seminare, Lehrgänge, Tagungen und Kongresse sowie firmenindividuelle Schulungen an.

Herr Rauen, herzlichen Dank für Ihre informativen Stellungnahmen zu Ingenieurleistungen im Maschinen- und Anlagenbau.

Energieeffizienz und ihre Überwachung: Mehr Kompetenz für die Instandhaltung

Die Deckung des Energiebedarfs ist eine Sache – der effiziente Umgang mit Energie eine andere. Unternehmen, die sich energieeffizientes Verhalten zum Ziel gesetzt haben, wissen das Einsparungspotenzial zu schätzen und sind sich im übrigen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Als Leitfaden eines erfolgreichen Energiemanagements gilt die ISO 50001. Wir befragen hierzu Carlos Theodoro, der Energieeffizienz und ihre Überwachung in den Unternehmen etablieren möchte. Carlos Theodoro ist Marketingmanager der Endress+Hauser Messtechnik GmbH+Co. KG, in Weil am Rhein.

Herr Theodoro, kann die Instandhaltung das Energiemanagement eines Betriebes übernehmen?

Die Instandhaltung als Prozess – als Bereich eines Unternehmens – kann das Energiemanagement wohl übernehmen. Energiemanagement besteht jedoch aus verschiedenen Aspekten, die der Instandhaltung als Aktivität übergeordnet sind und die sich auch an anderen Zielen orientieren. Dazu zählen zum Beispiel: die Lenkung von Dokumenten, die kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz, das Monitoring von Energieverbräuchen und Energiekosten sowie die Beurteilung von Potenzial und Wirtschaftlichkeit einzelner Einsparmaßnahmen.

Ist es für einen Betreiber einfach nur konsequent, das komplette Energiemanagement der Instandhaltung zu übertragen?

Die Instandhaltung hat täglich mit Anlagen zu tun und kennt in der Regel auch die Details eines Betriebs sehr gut – aufgrund der Natur ihrer Aktivitäten. Insofern kann die Instandhaltung die Wirkungen von einzelnen Maßnahmen auf Anlagen sicherlich am besten beurteilen. Deshalb macht es auch Sinn, dass sämtliche Aktivitäten des Energiemanagements der Instandhaltung zugeordnet werden – gegebenenfalls mit Unterstützung der Qualitätsabteilung. Am wichtigsten ist jedoch, dass die gesamte Energiesituation im Unternehmen von der Vogelperspektive aus betrachtet wird, um sich nicht in den Einzelheiten bestimmter Anlagen zu verlieren.

Wie tragfähig sind die Vorteile für ein Unternehmen, Energieeffizienz nach ISO 50001 einzuführen?

Für sich alleine betrachtet, sind Norm oder Zertifizierung nicht das Entscheidende. Man bekommt die Zertifizierung nach ISO 50001, wenn dieses System zu einem „gewissen Grad“ gelebt wird. Entscheidend ist aber, das System – so wie es in der Norm beschrieben wird – konsequent in der Praxis umzusetzen. Die ISO 50001 gilt als Leitfaden für ein effizientes, zielorientiertes Energiemanagement, das auch ohne eine Zertifizierung zur nachhaltigen Einsparungen führen könnte. Neben der nachvollziehbaren Systematik, die diese Einsparungen vereinfacht, ist somit der größte Vorteil der Zertifizierung nach ISO 50001 ganz klar die Verpflichtung  zur Energieeinsparung – und zwar vom gesamten Unternehmen.

Haben Sie den Eindruck, dass bereits jeder Betreiber vom Sinn des Energiemanagements überzeugt ist?

Nein, leider sind viele Betreiber davon noch nicht überzeugt – zumindest nicht von der Energieeinsparung als Hauptmotivation. Energiemanagement und vor allem die ISO 50001 sind für die meisten Betriebe noch „relativ neue Themen“. Mit Ausnahme von energieintensiven Branchen haben bisher nur wenige Unternehmen von einer Zertifizierung profitiert. Die verschiedenen Vergünstigungen, die mittlerweile mit der Zertifizierung nach ISO 50001 verknüpft sind, sollen natürlich das Interesse weiterer Unternehmen wecken. Oft erkennen diese Unternehmen erst mit der Zertifizierung sämtliche Möglichkeiten, die das System bietet. Aber wie bei anderen Managementsystemen auch, wird es noch eine gewisse Zeit dauern, bis sich das zertifizierte Energiemanagement-System in der Breite durchgesetzt hat. Im internationalen Vergleich ist Deutschland allerdings Vorreiter in Sachen ISO 50001 Zertifizierung.

Führt Energiemanagement zur Optimierung des Anlagenbestands oder eher zum Austausch der installierten Basis?

Sowohl als auch – ein gut geführtes Energiemanagement wird mit Sicherheit zu einer Optimierung des Anlagenbestands führen. Sind Einsparpotenziale erst einmal erkannt, werden Anlagen verändert gefahren, Mängel behoben und ineffiziente Komponenten ausgetauscht. Sicherlich werden auch Anlagen vollständig neu projektiert und ausgelegt.

Wenn man mehr von Ihnen zur Energieeffizienz und Energiemonitoring erfahren möchte – welche Möglichkeiten bieten Sie an?

Wir sind in ganz Deutschland durch unsere Vertriebsbüros vertreten. Wer mehr zum Thema Energiemanagement von uns erfahren möchte, kann sich gerne bei dem jeweiligen „E+H Ansprechpartner“ oder direkt bei mir melden – natürlich sind wir auch gerne beim Kunden vor Ort, wenn dieser sich dort ein Gespräch wünscht. Ausserdem bieten wir unseren Kunden hierzu regelmäßig Seminare und Tagungen an.

Herr Theodoro, herzlichen Dank für Ihre motivierenden Hinweise, Energieeffizienz in Betrieben zu fördern und zu überwachen – mit Unterstützung der Instandhaltung.

Social Media in der Instandhaltung: Nützliche Tools konsequent einführen

Wenn Social Media in Unternehmen eingesetzt wird, ist das zweifellos auch für den Bereich der Instandhaltung ein Thema. Allerdings wird der Nutzen von Social Media von Branche zu Branche extrem unterschiedlich beurteilt. Social Media als Handwerkszeug der Instandhaltung zu betrachten ist die eine Sache, Social Media-Tools entsprechend erfolgreich zu aktivieren eine andere. Wir befragen hierzu Jan Westerbarkey, der den Einsatz von Social Media in der Instandhaltung als zwingende Notwendigkeit betrachtet. Jan Westerbarkey ist Geschäftsführer der Westaflex, Gütersloh.

Herr Westerbarkey, Social Media dient der Kommunikation mit Kunden und solchen, die es werden sollen – um deren Anforderungen und Wünsche zu erkennen. Gehört das auch zur Aufgabe einer innerbetrieblichen Instandhaltung?

Die externe Kommunikation ist von der internen Kommunikation genauso ungenau zu unterscheiden, wie die B2C- von der B2B-Kommunikation. In allen Fällen handelt es sich um Nachrichten „von Menschen für Menschen“. Eine Sonderform ist allerdings der Mensch-Maschine-Dialog. Spitzfindig ist sicherlich der grundlegende Unterschied zwischen Kommunikation, Information und Nachricht.

Was macht diesen Unterschied aus?

Während Kommunikation auch die Aspekte der betrieblichen Hierarchie einbezieht, und nur teilweise Interaktionen erlaubt, ist der Austausch von Mitteilungen oder Nachrichten neutral. Ich glaube, dass Letzteres auch den Ursprung im sogenannten Geschichtenerzählen hat. Und da man – beispielsweise mit klassischen Heldengeschichten – unglaublich motivieren kann, setzen wir bei Westaflex besonders auf diese Art von „Kopfkino“.

Was bedeutet das nun für den Umgang mit Social Media Tools?

Im privaten Gebrauch sind Web 2.0-Tools nicht mehr wegzudenken, insbesondere für das Teilen von Nachrichten. Es liegt also nahe, diese sozialen Tools auch in betrieblichen Teams zu nutzen. In der Biologie nennt sich dieses Verhalten Mimikry oder Analogie, das auch in unseren Betrieben genutzt wird – bei geringem Schulungsaufwand und mit hohem Spassfaktor. Ausserdem ist der Zugriff auf Information und Dokumentation auch über mobile Endgeräte  jederzeit und überall möglich.

Wie sind Inhalte und Botschaften zu kommunizieren?

Die Mischung macht es aus – und es muss menscheln. Zugriff und Ablage im Fall gemeinschaftlich genutzter Instandhaltungs-Dokumente sind unterschiedlich – es gibt Home-, Pool- und Team-Datenlaufwerke. Anfänglich kann das eigene Info-Cockpit einen Überblick bieten – zu neuen Diskussionen, Projekten und entsprechenden Unterlagen.

Stichwort Industrie 4.0 –  was ist hierbei zu beachten?

Was die Vorbereitungen und Interaktionen zu Industrie 4.0 betrifft, so lautet die Botschaft, alle Informationen auf mobilen Endgeräten papierlos zu nutzen. Dabei kann man – quasi nach Fingerabdruck – jedem Endgerät Funktionen nach Rollen und Rechten sowie den räumlichen Aufenthaltsort zuweisen. Wenn Handys bereits Barcode-Scanning ermöglichen, verschmelzen sie zu einem Multifunktionsgerät mit sozialer Mitteilungs-Komponente. Datenschutz manifestiert sich im Geräte-Management und der Netzwerk-Infrastruktur (Hotspot). Übrigens wird derzeit von keinem ERP-System eine Dokumenten-Ablage und ihre Aufbereitung geboten. Um auf allen Betriebssystemen anwendbar zu sein, hat sich  Westaflex deshalb bewusst für eine Browser-basierte Bedienung entschieden. Dort hat Multimedia ja auch seinen Ursprung – wie etwa bei eBooks, eLearning oder Wiki.

Eine innerbetriebliche Instandhaltung verhält sich traditionell bedingt eher reserviert gegenüber der Öffentlichkeit. Was muss sich da konkret ändern?

Instandhaltung kann es sich nicht mehr erlauben, eine Insel zu sein. Im Fall von 8D-Report – oder anderen partizipativen Techniken der Qualitätssicherung – wird über Unternehmens- und Abteilungs-Grenzen hinweg zugearbeitet. Gute Social Media Richtlinien umfassen sämtliche Prozesse und sensibilisieren alle Mitarbeiter. Ohne soziale Team-Werkzeuge reibt sich die Instandhaltung auf, zumal sie dann auch nicht die Erwartungshaltung der Generation Y erfüllt. Es sind die Arbeitsweisen, die sich ändern – selbst wenn die Beteiligten gleich bleiben, kommt der Wandel. Wer nicht unter Zugzwang entscheiden möchte, gibt daher heute schon die Richtung vor.

Wenn man mehr von Ihnen zu instandhaltungsspezifischer Social Media erfahren möchte – welche Möglichkeiten bieten Sie an?

Ein Abgucken von Westaflex ist gewünscht und gewollt! Als wir uns vor vielen Jahren auf den Weg machten, hätten wir uns gerne die Unterstützung von Verbänden und der IHK gewünscht – stattdessen stießen wir nur auf vornehme Zurückhaltung. Somit freuen wir uns über den Erfahrungsaustausch auf der Nürnberger Fachtagung, um gemeinsam zu optimieren und zu wachsen. Das ist auch das Motto unserer „Open Plattform“: Gemeinsam nutzen ist das neue Kaufen – arbeiten in der Datenwolke gehört dazu.

Herr Westerbarkey, herzlichen Dank für Ihre Sichtweise, wie Social Media im Bereich der Instandhaltung zu integrieren ist.

Zertifizierter Technischer Trainer: Fachwissen für das technische Kundendienst-Training

logo-wiesend[Advertorial] Der technische Kundendienst ist so gut wie das Training, das dieser erhalten hat. Ein souverän abgewickelter Serviceeinsatz beruht sowohl auf einem fachlich zweifelsfreien Umgang mit technischen Systemen als auch auf abgesichertem Know-how, wie Kunden ihre Systeme anwenden sollten. Charakteristisch für ein technisches Training ist naturgemäss die Integration technischer Systeme, um möglichst praxisnahe Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln.

Wiesend-TT x TTZertifizierte technische Trainer garantieren professionellen Wissenstransfer

Technische Trainer müssen nicht nur über eine repräsentative Kompetenz verfügen. Vielmehr müssen sie auch fähig sein, ein technisches Training so zu konzipieren, dass es über einen ausgewogenen Medieneinsatz methodisch abgesichert durchgeführt werden kann. Für einen professionellen Trainer ist es somit naheliegend und empfehlenswert, sich diese Fähigkeiten zertifiziert anzueignen.

Neu und richtungsweisend: Zertifizierter Technischer Trainer in technischen Schulungseinrichtungen

Erstmals ist in Deutschland zertifiziertes Vermittlungs-Know-how für das technische Training verfügbar – als exklusive Weiterbildung, um sich als technischer Trainer maßgeblich zu profilieren. Getragen wird das Zertifikat von der Martin Wiesend Die Kundendienst-Trainer GmbH und der Hochschule Mittweida – University of Applied Sciences. Die Zertifizierung ist modular aufgebaut und bietet diverse Betreuungsmodelle – ausgerichtet auf den individuellen Anspruch. Entsprechend erfolgreich qualifizierte Teilnehmer führen den Titel „Zertifizierter Technischer Trainer TTxTT praxisgeprüft“.

Zertifiziertes Know-how für das technische Training – langfristiger Nutzen für Akademien, die Personalentwicklung und Kunden

Das zertifizierte technische Training unterscheidet sich von den herkömmlichen Trainer-Weiterbildungen durch seine zwingende Ausrichtung auf technisches Hintergrundwissen, das die Teilnehmer mitbringen müssen. Das offen konzipierte Seminar ist modular aufgebaut, auf 9 Tage ausgelegt und aufgrund zwischengeschalteter Praxisphasen in etwa 9 Monaten abgeschlossen. Nach Bedarf und individuell gewünschtem Support kann auch Lernbegleitung, Coaching, Beratung oder der Erfahrungsaustausch in Gruppen genutzt werden.

Der Studienablaufplan markiert die Arten der modularen Leistungsangebote und den strukturiert vorgegebenen Zeitrahmen

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Zertifizierter technischer Trainer: Inhalte – Leistungen – Anmeldung

Mit Service auf der sicheren Seite: Herausforderungen der Zukunft sicher bewältigen

Der vom KVD ausgerichtete Service Congress 2013 konzentrierte sich auf den schwerwiegenden Hinweis, dass der Service auch in Zukunft mit Herausforderungen rechnen kann – ein Ansatz, der sich wie ein roter Faden durch die diversen Referate zog. Es gilt, Serviceleistungen quasi auf Knopfdruck abzuwickeln – wunschgemäss, zweckmässig und zu einem fairen Preis, und zwar für eine Weltbevölkerung, die bis 2050 auf 10 Milliarden Menschen prognostiziert ist. Keine Frage, dass eine solche Herausforderung nur mit Service zu bewältigen ist – und echten Innovationen, bis hin zu einem Umbruch bisheriger Gepflogenheiten. Es wird erwartet, dass hierbei auf den Service eine vorherrschende Rolle zukommt, nicht zuletzt aufgrund immer knapper werdender Ressourcen.

Mit Service Potenziale heben

Herausragende Potenziale liegen hierbei sicherlich im Lifecycle Management, das in der Lage ist, sowohl Vorteile für Kunden als auch für die Serviceanbieter zu realisieren – indem das Wissen um den kompletten Lebenszyklus eines Produktes in „Best Practices“ umgesetzt wird und über entsprechendes Engineering dann auch exzellenter Service entsteht. Betreiber von Produktionsunternehmen betrachten Lifecycle Management jedenfalls als Möglichkeit, die Kosten für Produktionsanlagen über den kompletten Lebenszyklus proaktiv zu berücksichtigen – also auch, was die „voraussichtlichen“ Serviceleistungen betrifft.

Mit Service die Zukunft gestalten

Die Sichtweisen von Unternehmen und ihrer Kunden sind kontinuierlich aufeinander abzustimmen – nicht nur mit unmittelbaren Auswirkungen auf das Serviceportfolio, inklusive der Service Level Agreements. Vielmehr sind bereits im Prozess einer Produktentwicklung die Serviceleistungen zu berücksichtigen, die das Produktportfolio als solches beeinflussen. Systemimmanente Services werden gegenüber „klassischen Serviceeinsätzen“ zunehmend stärker gewichtet. Entsprechende Auswirkungen sind auf den diversen Ebenen der Helpdesk Services zu erwarten – zumal solche Services rund um die Uhr ablaufen, mit dem Point of Service als Umschlagplatz für Serviceversprechen. Beeinflusst sind Service-Abläufe – mobil, über alle Stützpunkte und bezogen auf sämtliche Leistungen diverser Servicepakete.

Mit Service Lösungen umsetzen

Keine Frage, all dies wird den Service zunehmend belasten. Im Gegenzug gilt es, smarte organisatorische Lösungen umzusetzen sowie die fachliche und soziale Kompetenz zu stärken – möglichst zertifiziert. In diesem Sinne empfiehlt sich bereits der Service Congress 2014: Service im Wandel – digitaler, internationaler und emotionaler.

Instandhaltungsnormen ausschöpfen: Regelwerk und Know-how der Instandhalter

Eine normierte Instandhaltung soll Produktionsunternehmen stichhaltige Vorteile für den Einsatz ihrer Maschinen und Anlagen verschaffen. Normen sind verfügbares Allgemeingut des Instandhaltungsmanagements, doch die einheitliche Beachtung von Instandhaltungsnormen kann offenbar noch nicht vorausgesetzt werden. Wir befragen hierzu Dr. Reinhard Korb, der in den Normen der Instandhaltung und des Asset Managements „verborgene Schätze“ ausgemacht hat. Dr. Reinhard Korb ist Geschäftsführer der Korb Consulting KG, Perchtoldsdorf, Österreich und Partner der MCP Deutschland GmbH, München.

Herr Korb, wie kann das Instandhaltungsmanagement von Normen profitieren?

Der Nutzen des Instandhaltungsmanagements ist vielfältig. An erster Stelle ist zu erwähnen, dass Normen helfen, eine gemeinsame Sprache zu definieren. Durch Anwendung der Normen kann die Kommunikation mit den Partnern der Instandhaltung viel einfacher und geradliniger verlaufen. Diese Partner können zum einen die Betreiber der Anlagen sein und zum anderen auch weitere Instandhalter – in anderen Abteilungen, in Schwesterbetrieben oder sonstigen Unternehmen.

Wie definieren Sie die Aussagekraft der aktuellen Instandhaltungsnormen?

Es gibt etliche Normen zum Themengebiet der Instandhaltung, die wie Wörterbücher verwendet werden können. Dies ist gerade bei mehrsprachigen Normen eine sehr wertvolle Hilfe in der internationalen Kommunikation. Die Normen helfen auch, den Leistungsinhalt der Instandhaltung einheitlich abzugrenzen. Dies ist gerade dann von höchster Bedeutung, wenn Instandhaltungsleistungen zugekauft werden. Klare und allgemein gebräuchliche Festlegungen helfen, Leistungsanbieter zu vergleichen, mit den richtigen Erwartungen Geschäftsbeziehungen einzugehen und diese auch besser erfüllt zu bekommen.

Inwieweit ist das derzeitige Instandhaltungsspektrum durch Normen abgedeckt?

Es sind erstaunlich viele Normen zum Fachgebiet Instandhaltung verfügbar – doch nicht nur zu diesem bereits in sich komplexen Aufgabengebiet. Deutlich erkennbar überschneidet sich Instandhaltung mit dem Themenbereich „Facility Management“, dessen Normen durchaus als sehr gute Arbeitsgrundlage für Aktivitäten der Instandhaltung gelten können. Auch Normen aus dem Zuverlässigkeitsmanagement lassen sich sehr gut für das Management der Instandhaltung einsetzen – etwa zum Festlegen der richtigen Instandhaltungsstrategien. Solche Beispiele stehen dafür, dass Normen – neben Standardisierung und Vereinheitlichung – auch die Verbreitung von Wissen massiv unterstützen.

Wie verbindlich werden Instandhaltungsnormen derzeit eingehalten?

Die Anwendung der vorhandenen Instandhaltungsnormen ist ganz unterschiedlich. Es gibt in der Instandhaltung Personen, die einen sehr guten Überblick über die Normen haben und andere, für die dies nicht zutrifft. Gerade das führt zu unnötigen Reibungsverlusten, weil Erwartungen einfach nicht erfüllt werden. Die Situation ist vergleichbar mit der Fahrt auf einer mehrspurigen Straße, wobei ein Teil der Nutzer die „genormte“ Nutzung der Straße kennt und andere eben nicht – beispielsweise bezogen auf die Bedeutung der Bodenmarkierungen und der Rechtsfahrordnung. Die Auswirkungen sind offensichtlich! Folgerichtig muss der Bekanntheitsgrad von Normen gerade in einem Fachgebiet wie der Instandhaltung weiter ausgebaut werden – in dem viele Personen nicht ihre primäre Ausbildung haben.

Inwieweit finden sich Instandhaltungsnormen in den diversen Softwarelösungen zur Instandhaltung?

Auch in Softwarelösungen werden die Normen noch viel zu wenig berücksichtigt. So ist zum Beispiel die normenkonforme Berechnung von Instandhaltungskennzahlen keineswegs durch Softwarelösungen automatisch sichergestellt. Hier könnte eine Handlungsanleitung der Softwareanbieter für die richtige Nutzung der Software durchaus hilfreich sein – etwa durch Auftragsklassifizierung oder Kostenabgrenzung, um normenkonform Basiszahlen zu erheben und Benchmarking zwischen den Kunden zu ermöglichen.

Sind die Vorteile einer normierten Instandhaltung quantifizierbar?

Nein, ich denke, dass hier keine seriösen und konkreten Zahlen genannt werden können. Dennoch ist der Nutzen einer gemeinsamen Sprache und die Verwendung der in den Normen festgehaltenen Erfahrung offensichtlich. Überlegen Sie einmal, wie viel Zeit heute in den Unternehmen in Besprechungen und Workshops verbracht wird, um eine einheitliche und harmonisierte Vorgangsweise zwischen Abteilungen, Betrieben und Divisionen immer wieder neu zu erreichen! Klar ist, dass diese Eigenentwicklungen nicht für ein Benchmarking mit Marktbegleitern geeignet sind. Der Schaden durch Missachtung der vorhandenen Normen ist also enorm!

Wenn man mehr von Ihnen zur Normierung in der Instandhaltung erfahren möchte – welche Möglichkeiten bieten Sie an?

Zunächst kann ich den Besuch der Tagung Instandhaltung von IFC Ebert empfehlen. Dort präsentiere ich einen Überblick von Schätzen der Instandhaltungsnormen. Darüber hinaus sind auch Trainings und Workshops direkt in den Unternehmen möglich. In der täglichen Arbeit mit unseren Kunden, zur Professionalisierung des Asset Managements beziehungsweise des Instandhaltungsmanagements, lassen wir die relevanten Normen stets an der richtigen Stelle einfließen.

Herr Korb, herzlichen Dank für Ihre eindrucksvollen Erläuterungen zum Umgang mit einer normierten Instandhaltung.

Predictive Maintenance: Mustergültige Instandhaltung mit vorausschauender Aussagekraft

Die Zielvorgabe der Instandhaltung, einen Produktionsbetrieb vorausschauend vor ungeplanten Stillständen zu bewahren, orientiert sich an Predictive Maintenance. Hierbei resultieren aus gesicherten Daten hinlänglich verlässliche Prognosen, die auf entsprechende, terminlich zugeordnete Aktivitäten schliessen lassen. Wir befragen hierzu Erich Weggler, wie die Aussagekraft von Datenmustern genutzt wird, um die Verfügbarkeit technischer Systeme vorausschauend zu gewährleisten. Erich Weggler ist Project Executive & Director Think Tank, IBM Global Technology Services, der IBM Deutschland GmbH, Stuttgart.

Herr Weggler, inwieweit beruht Predictive Maintenance auf „Fuzzylogik“ – bekannt als Methode zur Beschreibung unbestimmter Systemzustände?

Wie in Predictive Maintenance genutzt, werden hier kritische und unkritische Zustände durch Spezialisten definiert und zu sogenannten „Prädiktoren“ zusammengefasst. Hierbei laufen sehr viele Parameter und Faktoren zusammen, die dann wiederum durch entsprechende Tools ausgewertet werden können. Die Vielzahl der Informationen aus den verschiedensten Bereichen werden bewertet. Trendgesteuert kann Fuzzy Logik ebenso Anwendung finden wie auch mathematische und messbare Kriterien Einfluss nehmen können.

Muster nur zu erkennen ist nicht ausreichend – sie sind auch zweifelsfrei zu interpretieren. Wie kann beides trainiert werden?

Predictive Maintenance baut auf bekannten Verhaltensmustern auf und besitzt die Fähigkeiten, auch unbekannte Muster zu erkennen. Stellen wir uns bei Textilien das Hahnentritt-Muster vor: Wir erkennen mit dem Auge sofort eine Fehlfarbe in einer Faser oder eine stärker gespannte Schlinge unter zig Millionen. Um aber dennoch nicht in der dadurch entstehenden Datenflut zu ersticken, nutzen wir bei Predictive Maintenance „data streaming“ und filtern kritische aus unkritischen Informationen heraus. Durch die kontinuierliche Bewertung der Neusituationen und Rückspiegelung in die Datenfilter, werden diese wiederum kontinuierlich trainiert und deren Auswertqualität und Aussagequalität ständig erhöht.

Predictive Maintenance steht also für einen fortlaufenden Vergleich von Prozessmustern – liegt Predictive Maintenance damit primär im Verantwortungsbereich eines „Maschinenbedieners“?

Es sind eher kontinuierliche Statusvergleiche, die über ein Muster die Abweichung zum Vorschein bringen. Wenn es im Verantwortungsbereich von einem Maschinenbediener läge, würden wir unsere Möglichkeiten einschränken, da übergeordnete Bereiche dann nicht mit einbezogen würden.

Wie unterscheidet sich die Aussagekraft von Mustern gegenüber den harten Fakten der Instandhaltung?

Muster haben eine höhere Aussagekraft. Als Beispiel nehmen wir einen anstehenden Ölwechselintervall bei einem PKW, welcher sich durch die verschlechternde Ölqualität nach 22.000 km meldet. Wenn wir nun parallel dazu die Wetterdaten in die Betrachtung nehmen, können wir gegebenenfalls beim Wartungstermin gleich die Winterreifen montieren. Da aber die Pollenbelastung üblicherweise im bevorstehenden Winter geringer ist, kann der Pollenfilterwechsel auf den Wechseltermin von Winter- auf Sommerreifen verschoben werden. Somit sind eigentlich die harten Fakten der Instandhaltung auch „nur“ Prädiktoren.

Prognostiziert werden also möglichst frühzeitig die jeweils erforderlichen Aktivitäten zu kalkulierten Zeitpunkten – kontrolliert ein entsprechendes „Tool“ auch die Durchführung zwingender Vorgaben?

Die Entscheidung des Betreibers wird durch das Tool lediglich unterstützt und übernimmt nicht dessen Verantwortung. Ein solches Tool ist übrigens definiert als „Superior Performing Statistical Software“ (SPSS). Der Analyst integriert beispielsweise in die Datenmodelle des „IBM SPSS Modeler“ ebenso die „harten Fakten“ der Instandhaltung. Sobald auch diese mit variablen Werten ergänzt werden, können sie ebenfalls zu Prädiktoren führen.

Erfordert der Einsatz von Predictive Maintenance „Einfühlungsvermögen“ gegenüber technischen Systemen?

Mit einem Augenzwinkern – ja. Wenn wir nicht in die Psychologie abdriften, bedeutet doch Einfühlungsvermögen ein auf Erfahrungen aufgebautes Verhaltensmuster. Eine rein technische Analyse von Daten wird nie denselben Wert haben wie eine, bei der auch fundiertes Fachwissen eingeflossen ist. Dadurch sind wir hier sicherlich auch bei einer Art „Einfühlungsvermögen“, aber dies beruht bei Predictive Maintenance „nur“ auf harten Fakten – im Nachgang betrachtet.

Würden Sie die gängige zustandsorientierte oder risikobasierte Instandhaltung als überholt bezeichnen?

Hier müssen wir die Entwicklungsgeschichte der Instandhaltung betrachten. Die Entwicklung erstreckt sich von reaktiver Instandhaltung über proaktive Instandhaltung, bis hin zu modernen Konzepten wie Dynamic Maintenance und Predictive Maintenance. Dieser Fortschritt geht einher mit Qualitäts- und Verfügbarkeitssteigerung und steht dabei nicht im Wettbewerb – sondern minimiert den Aufwand in der Instandhaltung.

Herr Weggler, herzlichen Dank für Ihre instruktiven Ausführungen und Einschätzungen zum Umgang mit Predictive Maintenance.

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