Mit Service auf der sicheren Seite: Herausforderungen der Zukunft sicher bewältigen

Der vom KVD ausgerichtete Service Congress 2013 konzentrierte sich auf den schwerwiegenden Hinweis, dass der Service auch in Zukunft mit Herausforderungen rechnen kann – ein Ansatz, der sich wie ein roter Faden durch die diversen Referate zog. Es gilt, Serviceleistungen quasi auf Knopfdruck abzuwickeln – wunschgemäss, zweckmässig und zu einem fairen Preis, und zwar für eine Weltbevölkerung, die bis 2050 auf 10 Milliarden Menschen prognostiziert ist. Keine Frage, dass eine solche Herausforderung nur mit Service zu bewältigen ist – und echten Innovationen, bis hin zu einem Umbruch bisheriger Gepflogenheiten. Es wird erwartet, dass hierbei auf den Service eine vorherrschende Rolle zukommt, nicht zuletzt aufgrund immer knapper werdender Ressourcen.

Mit Service Potenziale heben

Herausragende Potenziale liegen hierbei sicherlich im Lifecycle Management, das in der Lage ist, sowohl Vorteile für Kunden als auch für die Serviceanbieter zu realisieren – indem das Wissen um den kompletten Lebenszyklus eines Produktes in „Best Practices“ umgesetzt wird und über entsprechendes Engineering dann auch exzellenter Service entsteht. Betreiber von Produktionsunternehmen betrachten Lifecycle Management jedenfalls als Möglichkeit, die Kosten für Produktionsanlagen über den kompletten Lebenszyklus proaktiv zu berücksichtigen – also auch, was die „voraussichtlichen“ Serviceleistungen betrifft.

Mit Service die Zukunft gestalten

Die Sichtweisen von Unternehmen und ihrer Kunden sind kontinuierlich aufeinander abzustimmen – nicht nur mit unmittelbaren Auswirkungen auf das Serviceportfolio, inklusive der Service Level Agreements. Vielmehr sind bereits im Prozess einer Produktentwicklung die Serviceleistungen zu berücksichtigen, die das Produktportfolio als solches beeinflussen. Systemimmanente Services werden gegenüber „klassischen Serviceeinsätzen“ zunehmend stärker gewichtet. Entsprechende Auswirkungen sind auf den diversen Ebenen der Helpdesk Services zu erwarten – zumal solche Services rund um die Uhr ablaufen, mit dem Point of Service als Umschlagplatz für Serviceversprechen. Beeinflusst sind Service-Abläufe – mobil, über alle Stützpunkte und bezogen auf sämtliche Leistungen diverser Servicepakete.

Mit Service Lösungen umsetzen

Keine Frage, all dies wird den Service zunehmend belasten. Im Gegenzug gilt es, smarte organisatorische Lösungen umzusetzen sowie die fachliche und soziale Kompetenz zu stärken – möglichst zertifiziert. In diesem Sinne empfiehlt sich bereits der Service Congress 2014: Service im Wandel – digitaler, internationaler und emotionaler.

Instandhaltungsnormen ausschöpfen: Regelwerk und Know-how der Instandhalter

Eine normierte Instandhaltung soll Produktionsunternehmen stichhaltige Vorteile für den Einsatz ihrer Maschinen und Anlagen verschaffen. Normen sind verfügbares Allgemeingut des Instandhaltungsmanagements, doch die einheitliche Beachtung von Instandhaltungsnormen kann offenbar noch nicht vorausgesetzt werden. Wir befragen hierzu Dr. Reinhard Korb, der in den Normen der Instandhaltung und des Asset Managements „verborgene Schätze“ ausgemacht hat. Dr. Reinhard Korb ist Geschäftsführer der Korb Consulting KG, Perchtoldsdorf, Österreich und Partner der MCP Deutschland GmbH, München.

Herr Korb, wie kann das Instandhaltungsmanagement von Normen profitieren?

Der Nutzen des Instandhaltungsmanagements ist vielfältig. An erster Stelle ist zu erwähnen, dass Normen helfen, eine gemeinsame Sprache zu definieren. Durch Anwendung der Normen kann die Kommunikation mit den Partnern der Instandhaltung viel einfacher und geradliniger verlaufen. Diese Partner können zum einen die Betreiber der Anlagen sein und zum anderen auch weitere Instandhalter – in anderen Abteilungen, in Schwesterbetrieben oder sonstigen Unternehmen.

Wie definieren Sie die Aussagekraft der aktuellen Instandhaltungsnormen?

Es gibt etliche Normen zum Themengebiet der Instandhaltung, die wie Wörterbücher verwendet werden können. Dies ist gerade bei mehrsprachigen Normen eine sehr wertvolle Hilfe in der internationalen Kommunikation. Die Normen helfen auch, den Leistungsinhalt der Instandhaltung einheitlich abzugrenzen. Dies ist gerade dann von höchster Bedeutung, wenn Instandhaltungsleistungen zugekauft werden. Klare und allgemein gebräuchliche Festlegungen helfen, Leistungsanbieter zu vergleichen, mit den richtigen Erwartungen Geschäftsbeziehungen einzugehen und diese auch besser erfüllt zu bekommen.

Inwieweit ist das derzeitige Instandhaltungsspektrum durch Normen abgedeckt?

Es sind erstaunlich viele Normen zum Fachgebiet Instandhaltung verfügbar – doch nicht nur zu diesem bereits in sich komplexen Aufgabengebiet. Deutlich erkennbar überschneidet sich Instandhaltung mit dem Themenbereich „Facility Management“, dessen Normen durchaus als sehr gute Arbeitsgrundlage für Aktivitäten der Instandhaltung gelten können. Auch Normen aus dem Zuverlässigkeitsmanagement lassen sich sehr gut für das Management der Instandhaltung einsetzen – etwa zum Festlegen der richtigen Instandhaltungsstrategien. Solche Beispiele stehen dafür, dass Normen – neben Standardisierung und Vereinheitlichung – auch die Verbreitung von Wissen massiv unterstützen.

Wie verbindlich werden Instandhaltungsnormen derzeit eingehalten?

Die Anwendung der vorhandenen Instandhaltungsnormen ist ganz unterschiedlich. Es gibt in der Instandhaltung Personen, die einen sehr guten Überblick über die Normen haben und andere, für die dies nicht zutrifft. Gerade das führt zu unnötigen Reibungsverlusten, weil Erwartungen einfach nicht erfüllt werden. Die Situation ist vergleichbar mit der Fahrt auf einer mehrspurigen Straße, wobei ein Teil der Nutzer die „genormte“ Nutzung der Straße kennt und andere eben nicht – beispielsweise bezogen auf die Bedeutung der Bodenmarkierungen und der Rechtsfahrordnung. Die Auswirkungen sind offensichtlich! Folgerichtig muss der Bekanntheitsgrad von Normen gerade in einem Fachgebiet wie der Instandhaltung weiter ausgebaut werden – in dem viele Personen nicht ihre primäre Ausbildung haben.

Inwieweit finden sich Instandhaltungsnormen in den diversen Softwarelösungen zur Instandhaltung?

Auch in Softwarelösungen werden die Normen noch viel zu wenig berücksichtigt. So ist zum Beispiel die normenkonforme Berechnung von Instandhaltungskennzahlen keineswegs durch Softwarelösungen automatisch sichergestellt. Hier könnte eine Handlungsanleitung der Softwareanbieter für die richtige Nutzung der Software durchaus hilfreich sein – etwa durch Auftragsklassifizierung oder Kostenabgrenzung, um normenkonform Basiszahlen zu erheben und Benchmarking zwischen den Kunden zu ermöglichen.

Sind die Vorteile einer normierten Instandhaltung quantifizierbar?

Nein, ich denke, dass hier keine seriösen und konkreten Zahlen genannt werden können. Dennoch ist der Nutzen einer gemeinsamen Sprache und die Verwendung der in den Normen festgehaltenen Erfahrung offensichtlich. Überlegen Sie einmal, wie viel Zeit heute in den Unternehmen in Besprechungen und Workshops verbracht wird, um eine einheitliche und harmonisierte Vorgangsweise zwischen Abteilungen, Betrieben und Divisionen immer wieder neu zu erreichen! Klar ist, dass diese Eigenentwicklungen nicht für ein Benchmarking mit Marktbegleitern geeignet sind. Der Schaden durch Missachtung der vorhandenen Normen ist also enorm!

Wenn man mehr von Ihnen zur Normierung in der Instandhaltung erfahren möchte – welche Möglichkeiten bieten Sie an?

Zunächst kann ich den Besuch der Tagung Instandhaltung von IFC Ebert empfehlen. Dort präsentiere ich einen Überblick von Schätzen der Instandhaltungsnormen. Darüber hinaus sind auch Trainings und Workshops direkt in den Unternehmen möglich. In der täglichen Arbeit mit unseren Kunden, zur Professionalisierung des Asset Managements beziehungsweise des Instandhaltungsmanagements, lassen wir die relevanten Normen stets an der richtigen Stelle einfließen.

Herr Korb, herzlichen Dank für Ihre eindrucksvollen Erläuterungen zum Umgang mit einer normierten Instandhaltung.

Predictive Maintenance: Mustergültige Instandhaltung mit vorausschauender Aussagekraft

Die Zielvorgabe der Instandhaltung, einen Produktionsbetrieb vorausschauend vor ungeplanten Stillständen zu bewahren, orientiert sich an Predictive Maintenance. Hierbei resultieren aus gesicherten Daten hinlänglich verlässliche Prognosen, die auf entsprechende, terminlich zugeordnete Aktivitäten schliessen lassen. Wir befragen hierzu Erich Weggler, wie die Aussagekraft von Datenmustern genutzt wird, um die Verfügbarkeit technischer Systeme vorausschauend zu gewährleisten. Erich Weggler ist Project Executive & Director Think Tank, IBM Global Technology Services, der IBM Deutschland GmbH, Stuttgart.

Herr Weggler, inwieweit beruht Predictive Maintenance auf „Fuzzylogik“ – bekannt als Methode zur Beschreibung unbestimmter Systemzustände?

Wie in Predictive Maintenance genutzt, werden hier kritische und unkritische Zustände durch Spezialisten definiert und zu sogenannten „Prädiktoren“ zusammengefasst. Hierbei laufen sehr viele Parameter und Faktoren zusammen, die dann wiederum durch entsprechende Tools ausgewertet werden können. Die Vielzahl der Informationen aus den verschiedensten Bereichen werden bewertet. Trendgesteuert kann Fuzzy Logik ebenso Anwendung finden wie auch mathematische und messbare Kriterien Einfluss nehmen können.

Muster nur zu erkennen ist nicht ausreichend – sie sind auch zweifelsfrei zu interpretieren. Wie kann beides trainiert werden?

Predictive Maintenance baut auf bekannten Verhaltensmustern auf und besitzt die Fähigkeiten, auch unbekannte Muster zu erkennen. Stellen wir uns bei Textilien das Hahnentritt-Muster vor: Wir erkennen mit dem Auge sofort eine Fehlfarbe in einer Faser oder eine stärker gespannte Schlinge unter zig Millionen. Um aber dennoch nicht in der dadurch entstehenden Datenflut zu ersticken, nutzen wir bei Predictive Maintenance „data streaming“ und filtern kritische aus unkritischen Informationen heraus. Durch die kontinuierliche Bewertung der Neusituationen und Rückspiegelung in die Datenfilter, werden diese wiederum kontinuierlich trainiert und deren Auswertqualität und Aussagequalität ständig erhöht.

Predictive Maintenance steht also für einen fortlaufenden Vergleich von Prozessmustern – liegt Predictive Maintenance damit primär im Verantwortungsbereich eines „Maschinenbedieners“?

Es sind eher kontinuierliche Statusvergleiche, die über ein Muster die Abweichung zum Vorschein bringen. Wenn es im Verantwortungsbereich von einem Maschinenbediener läge, würden wir unsere Möglichkeiten einschränken, da übergeordnete Bereiche dann nicht mit einbezogen würden.

Wie unterscheidet sich die Aussagekraft von Mustern gegenüber den harten Fakten der Instandhaltung?

Muster haben eine höhere Aussagekraft. Als Beispiel nehmen wir einen anstehenden Ölwechselintervall bei einem PKW, welcher sich durch die verschlechternde Ölqualität nach 22.000 km meldet. Wenn wir nun parallel dazu die Wetterdaten in die Betrachtung nehmen, können wir gegebenenfalls beim Wartungstermin gleich die Winterreifen montieren. Da aber die Pollenbelastung üblicherweise im bevorstehenden Winter geringer ist, kann der Pollenfilterwechsel auf den Wechseltermin von Winter- auf Sommerreifen verschoben werden. Somit sind eigentlich die harten Fakten der Instandhaltung auch „nur“ Prädiktoren.

Prognostiziert werden also möglichst frühzeitig die jeweils erforderlichen Aktivitäten zu kalkulierten Zeitpunkten – kontrolliert ein entsprechendes „Tool“ auch die Durchführung zwingender Vorgaben?

Die Entscheidung des Betreibers wird durch das Tool lediglich unterstützt und übernimmt nicht dessen Verantwortung. Ein solches Tool ist übrigens definiert als „Superior Performing Statistical Software“ (SPSS). Der Analyst integriert beispielsweise in die Datenmodelle des „IBM SPSS Modeler“ ebenso die „harten Fakten“ der Instandhaltung. Sobald auch diese mit variablen Werten ergänzt werden, können sie ebenfalls zu Prädiktoren führen.

Erfordert der Einsatz von Predictive Maintenance „Einfühlungsvermögen“ gegenüber technischen Systemen?

Mit einem Augenzwinkern – ja. Wenn wir nicht in die Psychologie abdriften, bedeutet doch Einfühlungsvermögen ein auf Erfahrungen aufgebautes Verhaltensmuster. Eine rein technische Analyse von Daten wird nie denselben Wert haben wie eine, bei der auch fundiertes Fachwissen eingeflossen ist. Dadurch sind wir hier sicherlich auch bei einer Art „Einfühlungsvermögen“, aber dies beruht bei Predictive Maintenance „nur“ auf harten Fakten – im Nachgang betrachtet.

Würden Sie die gängige zustandsorientierte oder risikobasierte Instandhaltung als überholt bezeichnen?

Hier müssen wir die Entwicklungsgeschichte der Instandhaltung betrachten. Die Entwicklung erstreckt sich von reaktiver Instandhaltung über proaktive Instandhaltung, bis hin zu modernen Konzepten wie Dynamic Maintenance und Predictive Maintenance. Dieser Fortschritt geht einher mit Qualitäts- und Verfügbarkeitssteigerung und steht dabei nicht im Wettbewerb – sondern minimiert den Aufwand in der Instandhaltung.

Herr Weggler, herzlichen Dank für Ihre instruktiven Ausführungen und Einschätzungen zum Umgang mit Predictive Maintenance.

Instandhaltungsmanagement auf ganzheitlicher Basis: Masterplan für Instandhalter im Wettbewerb

Ganzheitliches Managen hat den Anspruch, sämtliche Faktoren in den Griff zu bekommen, die ein Unternehmen beeinflussen. Im Bereich der Instandhaltung gilt diese umfassende Aufmerksamkeit dem Produktionsbetrieb, in den Maschinen und Anlagen maximal verfügbar zu integrieren sind. Wir befragen hierzu Benedikt Brenken, der ganzheitliches Instandhaltungsmanagement als Garant versteht, die Wettbewerbsvorteile eines Unternehmens zu realisieren – quasi über einen „instandhaltungsspezifischen Masterplan“. Benedikt Brenken ist Leiter Competence Center Instandhaltung, am Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) e.V. an der RWTH, Aachen.

Herr Brenken, welchen Status messen Sie einem ganzheitlichen Instandhaltungsmanagement im Unternehmen bei?

Die Instandhaltung hat großen Einfluss auf die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens und ist daher von sehr hoher Bedeutung. Dabei liefert das ganzheitliche Instandhaltungsmanagement einen Bezugsrahmen, der über das operative Instandhaltungsmanagement hinaus die wesentlichen Kernbereiche und Schnittstellen der Instandhaltung im Unternehmen berücksichtigt. Es stellt somit einen Ansatz dar, der den zunehmenden Anforderungen an die Instandhaltung gerecht wird.

Was definieren Sie als Kernbereiche eines ganzheitlichen Instandhaltungsmanagements?

Es lassen sich sechs Kernbereiche eines ganzheitlichen Instandhaltungsmanagements definieren. Zunächst ist die anlagenbezogene Instandhaltungsstrategie zu nennen, wobei zu beachten ist, dass nur ein geeigneter Mix aus reaktiver, präventiver und zustandsorientierter Instandhaltung zu einer kostenoptimalen Instandhaltung führen kann. Die Planung des Technologieeinsatzes in der Instandhaltung sowie das Ersatzteilmanagement bilden zwei weitere Kernbereiche, denen sich ein ganzheitliches Instandhaltungsmanagement widmen muss. Einen weiteren Kernbereich stellt das operative Instandhaltungsmanagement mit der Planung und Steuerung der Instandhaltung dar, die eng mit dem Thema Prozesse und IT-Unterstützung verbunden ist. Die Instandhaltungsorganisation bestimmt den Aufbau und die Verankerung der Instandhaltung im Unternehmen und bildet ebenfalls einen Kernbereich eines ganzheitlichen Instandhaltungsmanagements. Darüber hinaus ist auch die Unternehmensstrategie zu beachten, zu deren Umsetzung die Instandhaltung ihren Beitrag leisten muss. Hier ist zu beobachten, dass zunehmend Unternehmensziele auf die Instandhaltung heruntergebrochen werden.

In welcher Beziehung steht ein ganzheitliches Instandhaltungsmanagement zu einem optionalen, unterstützenden Fremdservice?

Fremdservice stellt eine Möglichkeit dar, dass Leistungspotenzial der Instandhaltung zu steigern. Über die gezielte Einbindung von Fremddienstleistern lassen sich zusätzliche Kompetenzen und Know-how in die Instandhaltung integrieren. Sie ist somit als mögliche Option im Sinne eines ganzheitlichen Instandhaltungsmanagements zu betrachten. Eine Einbindung von Fremddienstleistern rein vor dem Hintergrund einer möglichen Kostenreduzierung sollte jedoch kritisch gesehen werden – denn Folgen, wie beispielsweise der Verlust von Know-how über die eigenen Anlagen, dürfen nicht außer Acht gelassen werden.

Ist es nicht erforderlich – unter anderem bedingt durch den demografischen Wandel – möglichst flexible Wechselbeziehungen zur erfolgreichen Aufrechterhaltung eines Produktionsbetriebs zu etablieren?

Mit dem demografischen Wandel sprechen Sie eine der zentralen Herausforderungen an, denen sich auch die Instandhaltung widmen muss. Geeignete Konzepte zu flexiblen Wechselbeziehungen können da definitiv eine Möglichkeit sein. Aber auch innerhalb des Unternehmens müssen entsprechende Maßnahmen getroffen werden, wie die frühzeitige Qualifizierung von Mitarbeitern und Konzepte, die es ermöglichen, das Know-how und die Erfahrung älterer Mitarbeiter – die den teilweise hohen körperlichen Belastungen in der Instandhaltung nicht mehr gewachsen sind – weiter zu nutzen.

Nach welchen Kriterien sollte eine ganzheitlich orientierte Instandhaltung die Verfügbarkeit von Produktionsanlagen gewährleisten?

Ganz wesentlich ist selbstverständlich die Berücksichtigung wirtschaftlicher Kriterien und somit die Gewährleistung der Verfügbarkeit zu möglichst geringen Kosten. Nicht weniger wichtig sind allerdings Kriterien wie Sicherheit, Umweltschutz, Energieeffizienz und Produktqualität, die es genauso zu beachten gilt.

Welche Bedeutung hat die sogenannte „Maintenance Excellence“ bei der Realisierung von Wettbewerbsvorteilen?

Die Maintenance Excellence hat sehr großen Einfluss bei der Realisierung von Wettbewerbsvorteilen, denn sie entscheidet über Wirtschaftlichkeit, Zuverlässigkeit und Flexibilität in der Leistungserstellung. In Umfragen bestätigen über 2/3 der Unternehmen, dass eine fachgerechte und effiziente Instandhaltung ein entscheidender Wettbewerbsvorteil ist. Grundsätzlich lässt sich dabei feststellen, dass der Einfluss des Instandhaltungsmanagements umso größer ist, je höher die Anlagenintensität einer Produktion ist.

Die DIN SPEC 77224 definiert Service Excellence – sollte eine entsprechende DIN-Norm auch für Maintenance Excellence eingeführt werden?

Die DIN SPEC 77224 stellt sicherlich einen Meilenstein im Bereich der Service-Excellence-Entwicklung dar. Im Bereich der Maintenance Excellence gibt es vielfältige Ansätze, so dass eine Vereinheitlichung über eine entsprechende Spezifikation sicherlich einen vielversprechenden Ansatz darstellt.

Wenn man mehr von Ihnen zu einem ganzheitlichem Instandhaltungs-management erfahren möchte – welche Möglichkeiten bieten Sie an?

Wir stehen selbstverständlich gern als Ansprechpartner unter den folgenden Kontaktdaten zur Verfügung: E-Mail: Benedikt.Brenken, Tel: +49 241 47705-239. Über unsere Website Competence Center Instandhaltung sind ebenfalls weitere Informationen zu erhalten. Darüber hinaus sind wir auch auf den entsprechenden Instandhaltungsmessen vertreten, wie beispielsweise der Maintenance 2014 in Dortmund oder der Maintain 2014 in München.

Herr Brenken, herzlichen Dank für Ihre grundlegenden Einsichten in ein ganzheitlich geführtes Instandhaltungsmanagement.

Mobile Instandhaltung nutzbringend einsetzen: Datenqualität im ERP-System steigern und Ressourcen schonen

Mobile Instandhaltung hat viele Facetten und steht in einer engen Wechselbeziehung mit innovativen Technologien und Plattformen. Betreiber sind gefordert, sich neu strategisch auszurichten und die Prozesse Ihrer Instandhaltung entsprechend zukunftsfähig zu gestalten. Wir befragen hierzu Karl Schmidt, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, intelligente Software-Lösungen so in die tägliche Arbeit von Unternehmen zu integrieren, dass diese sich ganz auf ihre spezielle Kompetenz konzentrieren können. Karl Schmidt ist Geschäftsführer der SIGGA Deutschland GmbH, in Bensheim.

Herr Schmidt, wie viel Mobilität braucht die Instandhaltung?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten – es kommt sicherlich immer auf die Anforderungen der einzelnen Unternehmen an. In jedem Fall ist davon auszugehen, dass man durch den Einsatz einer guten, mobilen Lösung die Datenqualität in Enterprise-Resource-Planning-Systemen (ERP) enorm steigern kann – was für mich persönlich einer der wichtigsten Vorteile ist. Dass Instandhalter mit mobilen Systemen effizienter arbeiten können, ist keine Frage – und junge Mitarbeiter, die in Unternehmen starten, erwarten sogar ausdrücklich den Einsatz neuer Kommunikationsmittel und Techniken. Heutzutage hat nahezu jeder ein Smartphone und möchte solche Geräte natürlich auch in der täglichen Arbeit nutzen. Auch über Green-IT wird in diesem Zusammenhang gesprochen: Wenn keine Papierberge mehr benötigt werden, kein stundenlanger Druck von Arbeitsaufträgen mehr nötig ist, der Verbrauch von Druckertinte enorm reduziert wird – dann wird Green-IT gelebt.

Mobile Lösungen und Green IT stehen in einer Wechselbeziehung?

Nun, es gibt sicherlich unterschiedliche Betrachtungsweisen zu dieser Fragestellung, aber auch Fakten: So hatte einer unserer Kunden jährlich über 3 Millionen Arbeitsaufträge mit mehr als 9 Millionen Blatt Papier für die Instandhaltung ausgedruckt. Nimmt man das als Berechnungsgrundlage, dann wird durch den Einsatz einer mobilen Lösung nicht nur ein Waldgebiet von etwa 1100 Bäumen gerettet sondern auch der Stromverbrauch und die Verbrauchsmaterialien von Druckern entsprechend reduziert. Dagegen ist der Ressourcen-Verbrauch der mobilen Geräte vergleichsweise gering – nicht zuletzt durch das immer effektivere Recycling dieser Geräte.

Welche Vorteile machen nun ein mobiles Workforce Management für die Instandhaltung unentbehrlich?

Lange Zeit galt die instandhaltung mehr oder weniger als reiner Kostenfaktor. In den letzten Jahren hat sich die Meinung dazu grundlegend geändert. Neben den Arbeitsschutzbedingungen und der generellen Sicherheit am Arbeitsplatz wurde die Instandhaltung in ihrem Stellenwert angehoben – nicht zuletzt beeinflusst durch massive Ereignisse, wie beispielsweise Brände auf Ölplattformen oder Flugzeugunfälle. Außerdem haben Unternehmen erkannt, dass die eingesparten Kosten für unterlassene Wartungsleistungen in keinem Verhältnis stehen zu den wahrscheinlichen Kosten für Folgeschäden – denkbar auch in Millionenhöhe. Generell verbessert eine mobile Lösung die Qualität der Instandhaltung sehr stark durch die jederzeit verfügbaren Informationen zu Anleitungen, Zeichnungen oder der Historie von Anlagen – und optimiert so unmittelbar die Arbeit der Instandhalter vor Ort, im Betrieb.

Welche Kriterien muss eine Softwarelösung für die mobile Instandhaltung erfüllen?

Grundsätzlich sollten alle verfügbaren mobilen Plattformen der ERP-Lösungshersteller unterstützt werden können. Daraus folgt, dass eine mobile Lösung dem jeweiligen ERP-System mit einer Compliance von 100% anzupassen ist – insbesondere zeitnah bei etwaigen Änderungen der ERP-Lösung. Hinzu kommt, dass alle notwendigen Daten zur Verfügung stehen müssen, inklusive der Historie sowie dem katalogisierten Materialbestand. Ausserdem muss eine mobile Lösung dem Betreibermanagement bezüglich der Wartungszeiträume und den Intervallen eine adäquate Hilfestellung bieten können. Gegebenenfalls sind auch Barcode Reader und RFID zu unterstützen – schön wären auch GIS Funktionen. In jedem Fall muss eine mobile Lösung sehr einfach und über ein Minimum an Tastatureingaben zu bedienen sein – inklusive einem wahlweisen Betrieb im Online- oder Offline-Modus.

Wie beurteilen Sie mobile Lösungen aus der Cloud?

Cloud ist ein starkes Thema, das im Markt breit diskutiert wird. In Deutschland stehen eine ganze Reihe von Unternehmen der Cloud kritisch gegenüber. Der Datenschutz spielt dabei eine große Rolle. Möchte ich meine Assets irgendwo für jedermann verfügbar haben? Ich gebe zu, eine ketzerische Frage – Daten in ERP-Systemen repräsentieren die gesamten Informationen eines Unternehmens. In Zeiten von NSA und ähnlichen Einrichtungen sei mir gestattet, diese ketzerische Frage meinerseits ohne Antwort zu belassen. Ob Cloud-Lösungen performanter sind möchte ich als Frage noch hinzufügen.

Wie ist das Projekt „Mobile Instandhaltung“ für einen Betreiber optimal zu realisieren?

Mehrere Faktoren sind hier ausschlaggebend. Zuallererst muss der Betreiber ein Team zur Verfügung stellen, das zusammen mit dem Lösungsanbieter einen Projektrahmen erstellt. Sehr positiv wäre es, wenn der Lösungsanbieter einen solchen Projektplan als Entwurf und Leitfaden zur Verfügung stellen kann. Außerdem muss unbedingt klar sein, welcher Ansprechpartner für spezielle Fragen sowohl vom Betreiber als auch vom Lösungsanbieter verfügbar ist. Die Prozesse sind zu definieren und in der mobilen Lösung abzubilden. Letztendlich ist eine Akzeptanz der Anwender unentbehrlich – dies erreicht man mit einer qualifizierten Schulung.

In welcher Beziehung steht die mobile Instandhaltung zu einer zustandsorientierten, risikobasierten oder vorausschauenden Instandhaltung?

Sie steht in sehr enger Beziehung zu den genannten Punkten. Erst die Kombination aus allen zurzeit möglichen technischen Komponenten bringt die Instandhaltung auf den Level, den ein Unternehmen anstreben sollte. Dazu gehört auch beispielsweise der Einsatz von Sensoren, die den Zustand etwa von Anlagen und Maschinen permanent überwachen. Wenn diese Sensoren dann auch noch eine Verbindung zu der mobilen Lösung beziehungsweise dem ERP- System haben, ist das der zurzeit optimale Lösungsansatz für eine ganzheitliche Instandhaltung.

Wenn man mehr von Ihnen zum Thema Mobile Instandhaltung erfahren möchte – welche Möglichkeiten bieten Sie an?

Wir bieten das persönliche Gespräch – E-Mail: Karl Schmidt, Tel: +49 62 51 9 39 44 12 – und insbesondere den persönlichen Besuch mit Life Demo unserer Lösung. Mehr auf unserer SIGGA-Homepage, auch zu WEBCAST-Demo und Referenzen.

Herr Schmidt, herzlichen Dank für Ihre aufschlussreichen Erläuterungen zu den Facetten einer mobilen Instandhaltung.

Produktmanagement ertragreich gestalten: Know-how für Maschinenbauer und Anlagenbauer

Logo marcusevans[Advertorial] Produktmanagement steht in unmittelbarer Wechselbeziehung zu Serviceleistungen, um grösstmöglichen Produktnutzen zu realisieren – das gilt auch für den innovativen Maschinen- und Anlagenbau. Über den Service erfährt das Produktmanagement  frühzeitig und kontinuierlich von den Reaktionen der Anwender auf die bereits im Markt eingeführten Systeme – als Ausgangsbasis für produktspezifische Weiterentwicklungen.

me-pm-02Im Lebenszyklus der Produkte zeigen sich je nach Intensität der Nutzung diverse Ansatzpunkte. Gegebenenfalls sind bestehende Systeme zu optimieren, zu automatisieren oder nachzukonstruieren. Eventuell ist die Varianz der Produktpalette neu zu definieren oder in einer modularisierten Struktur neu aufzulegen.

me-pm-02Kein Produktmanagement funktioniert ohne ein passgenau integriertes Serviceportfolio. Über den After Sales Service wird der Unterschied zum Wettbewerb erkennbar gesteigert, insbesondere durch Value Added Services. Diese sichern nicht nur den erwarteten Produktnutzen sondern bringen ihn auf ein jeweils höheres Niveau.

Die 8. Jahrestagung „Professionelles Produktmanagement im Maschinen- und Anlagenbau“ ist darauf ausgerichtet, das Produktmanagement ertragreich zu positionieren und zu etablieren.

Erfahren Sie, wie neue Wachstumsfelder und Märkte strategisch erschlossen werden können und worauf sich entsprechende Verkaufsstrategien stützen – zu analysieren sind Wettbewerb, Markt, Kunden und Portfolio. Hinzu kommen innovationsfördernde Methoden wie etwa der Lead-User Ansatz. Hören Sie von Experten aus dem Maschinen- und Anlagenbau, wie sie im Tagesgeschäft mit Produktmanagement umgehen. Referenten kommen unter anderem aus den Unternehmen: KHS GmbH, Siemens AG, Maschinenfabrik Eirich, GE Power, Bosch Rexroth AG, KION Warehouse Systems sowie Optibelt GmbH und Kennametal Shared Services GmbH.

Anfragen zur Konferenz beantworten wir gerne, E-Mail: Heide Guhl-Behrendt

Details zum Programm und zur Buchung

EEG-Umlage: Erneuerbare Energie ausgewogen umsetzen

Erklärungsversuche, Analysen, Schuldzuweisungen und Lösungsansätze sind Reaktionen auf die aktuelle Erkenntnis, dass Verbraucher mit einer erneuten Erhöhung der Strompreise rechnen müssen. Dass der Kundenwunsch, Strom vorzugsweise aus erneuerbarer Energie zu beziehen, nicht zum Nulltarif zu haben ist, dürfte jedem klar gewesen sein – die Facetten der Umsetzung weniger.

Der aktuelle Status zur EEG-Umlage wird von folgenden Zitaten in etwa repräsentiert:

„Wie erwartet steigt die EEG-Umlage weiter an. Die wesentlichen Gründe für den Anstieg sind zum einen die gefallenen Preise an der Strombörse und zum anderen der Zubau an EEG-geförderten Anlagen. Darin sind erstmals in nennenswertem Umfang die Offshore-Windanlagen enthalten“: Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

„Der Anstieg der EEG-Umlage auf 6,24 Cent/kWh für 2014 geht nur zu einem geringen Teil auf den Zubau von Anlagen zur Erzeugung von Erneuerbarer Energie zurück. Der Ausbau hat nur einen Anteil von 15 % oder 0,15 Cent/kWh an dem Anstieg der EEG-Umlage von insgesamt knapp 1 Cent/kWh“: Dr. Hermann Falk, Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE).

„Die EEG-Umlage für 2014 ist kein Indikator für die Kosten der Energiewende, sondern Symbol einer starken Industrielobby“: Udo Möhrstedt, Vorstandsvorsitzender und Gründer der IBC SOLAR AG.

„Die Befreiungstatbestände des EEG müssen auf den Prüfstand. Es kann nicht sein, dass sich immer mehr Unternehmen, aus der solidarischen Ausgestaltung der Energiewende in Deutschland ausklinken. Wir brauchen eine klare Eingrenzung von Ausnahmen von der EEG-Umlage, um die Akzeptanz der Energiewende bei allen Beteiligten zu erhalten“: Sylvia Pilarsky-Grosch, Präsidentin des Bundesverbandes WindEnergie.

„Der erneute Anstieg der EEG-Umlage 2014 hätte verhindert werden können, wenn Bund und Länder sich rechtzeitig auf die Einführung einer Strompreisbremse geeinigt hätten. Das Tempo, in dem die EEG-Umlage in den letzten Jahren gestiegen ist, ist nicht hinnehmbar“: Peter Altmaier, Bundesumweltminister, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU).

Service-Excellence-Blog