Kreislaufwirtschaft – zwingender Umgang mit Abfällen

Vermüllte Meere gefährden die Lebensgrundlagen. Die Beseitigung dieser Abfälle ist ein Mammutprojekt – doch primär muss die  anhaltende Vermüllung der Meere erst mal gestoppt werden. Jedenfalls haben sich die G7-Staaten zum Ziel gesetzt, Massnahmen gegen Meeresmüll zu erarbeiten – die Kreislaufwirtschaft ist richtungsweisend.

Kreislaufwirtschaft – Gesetz definiert Rechte für Entsorgung und Recycling

Bis zum Jahr 2020 sollen 65 Prozent aller Siedlungsabfälle in Deutschland recycelt und 70 Prozent aller Bau- und Abbruchabfälle stofflich verwertet werden. Das hierzu in 2012 definierte Kreislaufwirtschaftsgesetz wird als Kompromiss betrachtet- es sieht vor, dass die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger hoheitlich entscheiden können, ob sie Wertstoffe der Haushalte selbst erfassen und verwerten oder Dienstleistern hierzu eine Genehmigung erteilen. Damit ist klar, dass Dienstleister im Recycling-Geschäft kaum eine Chance haben, was der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) erfolglos reklamiert hatte: „Private Unternehmen werden daran gehindert, mit innovativen Verwertungstechniken mehr Wertstoffe aus Abfällen zu gewinnen.“ Da Entsorgung und Recycling ein lukratives Geschäft ist, wird sich der BDI vermutlich auch weiterhin für privatwirtschaftlich organisierte Lösungen  stark machen.

Kreislaufwirtschaft – Abfall zu hochwertigen Rohstoffen

Die mechanische, biologische und stoffspezifische Abfallbehandlung gilt als bedeutender Rohstofflieferant. Technologien und Verfahren der Abfallwirtschaft orientieren sich an der stofflichen und energetischen Verwertung, der thermischen und biologischen Behandlung sowie der direkten Deponierung. Der Betrieb von Anlagen mit MBA-Technologie ist entsprechend komplex. Umrüstung, Umnutzung und Optimierung solcher Anlagen korrespondieren mit rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen auf nationaler und europäischer Ebene.

Kreislaufwirtschaft – nicht für radioaktive Abfälle

Das Recycling von atomaren Brennstäben ist vom Tisch, zumindest in Deutschland – folgerichtig ist die Suche nach einem Endlager für radioaktive Abfälle. Für dessen Realisierung besteht seit 2012 „sofortiger Handlungsbedarf“- immerhin geht die EU-Kommission von etwa 40 Jahren aus, die von der Entwicklung bis zum Betrieb eines Endlagers verstreichen können. Das Standortauswahlgesetz ist seit 2013 beschlossene Sache und das entsprechende Verfahren soll bis zum Jahr 2031 abgeschlossen sein. Endlager können unterirdisch oder oberirdisch, zugänglich oder dauerhaft unzugänglich angelegt sein. Eines ist in jedem Fall sicher: Die Suche des Endlagers, dessen Ausgestaltung und der Überwachungsbetrieb ist teuer. Zu denkbaren Endlager-Standorten verständigen sich Endlager-Experten.

Ganzheitliche Anlagenbetreuung – Sicherstellen stabiler Prozesse

Total Productive Maintenance ist fast ein Klassiker – und doch hängt es von den einzelnen Unternehmen ab, wie dieses methodische Programm praktisch umgesetzt wird. Und natürlich kommt es hierbei darauf an, wie die Instandhaltung in ein Unternehmen eingebunden ist und welche Rahmenbedingungen einer betriebsinternen Instandhaltung vorgegeben sind. Frieder Mathis kennt die Anforderungen an eine wirkungsvolle TPM aus Konzernsicht – als Leiter Technischer Service der Daimler AG im Werk Mannheim.

Herr Mathis, verstehen Sie TPM im Sinne von Total Productive Maintenance, Total Productive Manufacturing oder Total Productive Management?

Wir verstehen TPM im Sinne von Total Productive Maintenance. TPM, bei uns GAB – Ganzheitliche Anlagenbetreuung – genannt, ist in unserem Produktionssystem im Subsystem „Stabile Prozesse“ verankert.

Wie definieren Sie die Schwerpunkte Ihrer ganzheitlichen Anlagenbetreuung?

Wir haben ein Vier-Stufen-Modell für GAB. In den ersten beiden Stufen geht es darum die Mitarbeiter zu schulen, Ordnung und Sauberkeit als Grundbasis herzustellen und die Wartungspläne mit Leben zu befüllen. In der 3. Stufe geht es um Optimierungen und in der 4. Stufe um die „autonome“ Instandhaltung. Da wir in den meisten Bereichen bereits die Stufen 1 und 2 implementiert haben, geht es jetzt darum, die Durchdringung in den Stufen 3 und 4 nach oben zu bringen.

Betrachten Sie die Anwender von Maschinen und Anlagen als „Mitarbeiter“ oder „Kunden“ einer internen Instandhaltung?

Weder noch – wir betrachten sie als Kollegen beziehungsweise als Partner im TPM-Prozeß.

… und wer verantwortet deren Aktivitäten in der 4. Stufe der ganzheitlichen Anlagenbetreuung?

Für unser GAB-Modell ist insgesamt der Produzent, als Betreiber der Anlagen, verantwortlich und die IH ist „Unterstützer“. Natürlich hat jeder seine spezifischen Aufgaben und dafür trägt er auch die Verantwortung.

Verstehen Sie die Aktivitäten Ihrer Instandhaltung als Dienstleistungen?

Die Instandhaltung ist ein interner Dienstleister und muss leistungsfähig sein. Deshalb werden die Instandhaltungsumfänge immer wieder über Benchmarks auf ihre Leistungsfähigkeit überprüft.

Inwieweit stützt sich Ihre ganzheitliche Anlagenbetreuung auf die Prinzipien des Total Cost of Ownership (TCO)?

TCO ist bei uns eingeführt und seit einigen Jahren Standard. Wir kennen aber auch die Grenzen der sinnvollen Anwendbarkeit von TCO und nutzen TCO deshalb sehr zielorientiert. In unserem Werk in Mannheim arbeiten wir mit unseren Maschinenpartnern seit Jahren sehr eng zusammen und TCO ist eine feste Größe bei unseren Optimierungsmaßnahmen.

Was begrenzt den sinnvollen Einsatz von TCO?

Zum einen der Anschaffungspreis einer Anlage, denn für Kleinanlagen macht der Aufwand keinen Sinn. Weiterhin ist die Art des Betriebs einer Anlage ein Faktor. Wenn sich permanent die Rahmenbedingungen für Bauteile, Werkstoffe, Belastung oder Umbauten ändern, wird es schwierig, TCO umzusetzen – die Datenbasis, die im Vorfeld festgelegt wird, passt dann nicht mehr.

Umfasst Ihre ganzheitliche Anlagenbetreuung auch die Anwendung von Maschinen und Anlagen?

Der Anwender wird als Produzent durch die GAB-Schulungen qualifiziert. Er ist durch die Übernahme von planbaren, vorbeugenden Instandhaltungsumfängen in das System integriert. Hierdurch entsteht eine Sensibilität wie er „seine“ Maschine fahren muß, um möglichst den besten und stabilsten Betrieb zu ermöglichen. Dazu fällt mir eine Frage ein: „Wie wird jemand mit einem Auto fahren, das geliehen ist – beziehungsweise mit seinem eigenen, für das er lange gespart hat?“ Ich glaube, die Antwort ist relativ einfach.

… und wie sensibel geht ein Produzent mit einer Maschine um, deren Instandhaltungskosten durch eine TCO-Vereinbarung gedeckelt sind?

Über TCO ist ja nicht der komplette Umfang gedeckelt und bei nachweislichem Fehlverhalten ist der Lieferant nicht haftbar zu machen. Weiterhin müssen wir bei TCO-Anlagen unsere Wartungsumfänge sauber abarbeiten und dokumentieren. Würden wir das nicht machen, könnte der Lieferant die Kosten ablehnen.

Daimler stellt seit 2012 das Ersatzteilmanagement auf den Prüfstand – inwieweit betrifft dieses Audit auch die ganzheitliche Anlagenbetreuung?

Wir stellen immer alles auf den Prüfstand und hinterfragen unsere Aktivitäten. Deshalb ist auch das Ersatzteilmanagement davon betroffen. Es ist wichtig, regelmäßig die Strategie der Ersatzteilbeschaffung zu aktualisieren. Insbesondere in der Elektronik ist der Produktwechsel und somit die Ersatzteilverfügbarkeit so schnelllebig – da ist es wichtig, am Ball zu bleiben.

Damit das Ersatzteilmanagement nicht ausufert, vermeiden Produktionsbetriebe in der Regel einen „Anlagenzoo“ – wie sehen Sie das?

Wir haben Standardlastenhefte und bewährte Partner. Um den Wettbewerb aufrecht zu halten und neue Technologien beziehungsweise Ansätze nicht auszuschließen, lassen wir allerdings Wettbewerb zu.

Inwieweit kann die Optimierung eines Maschinenparks die Investition in neue Maschinen beschränken?

Durch Optimierungen können Investitionen begrenzt oder vermieden werden. Wenn durch eine Verbesserung des OEE – beispielsweise der technischen Verfügbarkeit oder Taktzeit – eine Maschine deutlich mehr Teile produziert, kann möglicherweise auf eine Investition verzichtet werden. Denkbar ist auch, dass der Zeitpunkt einer Neubeschaffung später erfolgt, wenn die gestiegene Kapazität nicht mehr ausreicht.

Was sind die wichtigsten Kennzahlen Ihrer ganzheitlichen Anlagenbetreuung – und wie viele Kennzahlen beobachten Sie insgesamt?

Die wichtigsten Kennzahlen aus Sicht der Instandhaltung sind die technische Verfügbarkeit, Meantime to Repair [MTTR] und Meantime between Failure [MTBF] sowie die termingerechte, vorausschauende Instandhaltung [VI] und das Budget. Dazu kommen für unsere Führungskräfte noch eine Handvoll weiterer Kennzahlen, die aber nicht instandhaltungsspezifisch sind – wie etwa das Ideenmanagement.

Wenn man mehr von Ihnen über ganzheitliche Anlagenbetreuung erfahren möchte – welche Möglichkeiten bieten Sie an?

Hierzu eignet sich zum Beispiel die Instandhaltungstagung von IFC Ebert in Nürnberg, am 01.12.2015 – ansonsten einfach per E-Mail Kontakt zu Frieder Mathis aufnehmen.

Herr Mathis, herzlichen Dank für die instruktiven Einblicke in Ihre ganzheitliche Anlagenbetreuung.

Flexible Arbeitszeit – Optimierung reklamiert

Der BDI eröffnet eine neue Diskussion um flexiblere Arbeitszeitmodelle und markiert die Digitalisierung quasi als Auslöser einer flexibleren Arbeitswelt. Auf zukünftigen Arbeitsplätzen wird mehr Flexibilität eingefordert und der flexible Umgang mit Arbeitszeit hat Priorität. Gleichwohl macht es einen Unterschied, ob Mitarbeiter flexibel handeln dürfen oder müssen – eine Frage des Standpunkts.

Flexible Arbeitszeit – Flexible Unternehmen

Der Bedarf an Flexibilität ist nicht zu leugnen. Unternehmen benötigen Spielraum, um auf Schwankungen des Marktes reagieren zu können – gleichwohl muss ein Unternehmen auch entsprechend gewünschte Freiräume von Mitarbeitern flexibel berücksichtigen. Zeitliche Flexibilität und das damit verbundene Personalcontrolling ist Trend – vorausschauende Personalentscheider haben Arbeitszeitkonten, flexible Arbeitszeitmodelle und entsprechend variable Vergütungssysteme längst im Griff. Unvermeidlich sind entsprechende Auswirkungen auf Umstrukturierung, Personalbeschaffung, Personalfreisetzung, Mitarbeiterbindung, Weiterbildung und Personalentwicklung.

Flexible Arbeitszeit – Flexible Mitarbeiter

Der Wunsch nach selbstbestimmter Arbeitszeit ist äußerst reizvoll, definiert er doch gleichzeitig die Möglichkeit der selbstbestimmten Freizeitfenster. Die individuellen Ansprüche kollidieren gegebenenfalls mit den Vorstellungen des Unternehmens – was zählt ist Kompromissbereitschaft zu beiderseitigem Vorteil. Erfolgreich etablierte, flexible Arbeitsverhältnisse zeichnen sich durch rücksichtsvollen Umgang aus.

Flexible Arbeitszeit – Dienstleistungssektor

Zeitarbeit ist die Atemluft des Arbeitsmarktes, wer sie einschränken will, muss mit entsprechend negativen Folgen rechnen – so der Bundesverband der Dienstleistungswirtschaft (BDWi). Der Verband setzt mindestens seit 2012 auf flexible Regelungen am Arbeitsmarkt – und betrachtet die Zeitarbeit im deutschen Arbeitsmarkt als Erfolgsgeschichte, die sich insbesondere in einem unsicheren konjunkturellen Umfeld bewährt hat. Flexible Arbeitszeit und Bürokratieabbau gelten als die besten „Konjunkturprogramme“.

Flexible Arbeitszeit – Technischer Service

Eine betriebsinterne Instandhaltung ist aus diversen Gründen gefordert, die Fülle ihrer Aktivitäten zu flexibilisieren. Entsprechend flexibel muss auch ein externer Service hierauf reagieren können. Es gilt, die innerbetriebliche Eigenleistung und externe Fremdleistungen flexibel zu kombinieren – Basis hierzu sind zweifelsfrei adäquate Arbeitszeitmodelle.

Flexible Arbeitszeit – Atypisch

Der Anteil „atypisch“ beschäftigter Arbeitnehmer hat in Deutschland seit 1998 deutlich zugenommen, deklariert das Statistische Bundesamt. Entsprechenden Arbeitsverhältnissen fehlt mindestens ein Merkmal eines „Normalarbeitsverhältnisses“. Dazu zählen neben der Zeitarbeit die Teilzeitbeschäftigungen mit 20 oder weniger Stunden Arbeit pro Woche, geringfügige Beschäftigungen sowie befristete Beschäftigungen.

Fehlfunktion – Crux mit den Bauteilen

Die Lebensdauer von Bauteilen ist zwar berechenbar, aber nicht unbedingt auch exakt und sicher vorhersagbar. Es gilt also, entsprechende Problemstellungen möglichst präventiv zu vermeiden, über Prognosen annähernd vorherzusehen und in Abhängigkeit von der jeweiligen Belastung so frühzeitig als möglich zu erkennen. Die Standzeit der einzelnen Bauteile eines technischen Systems beeinflusst maßgeblich dessen Serviceaufwand.

Fehlfunktion – Qualität der Bauteile

Immer wieder geht es um das Gleichgewicht von Produktqualität und Service. Wer ärgert sich nicht darüber, wenn sich ein technisches System kurz nach Ablauf der gesetzlichen Gewährleistung verabschiedet und Servicekosten verursacht. Von geplanter Obsoleszenz ist die Rede, also von Komponenten und Baugruppen mit vermeintlich geplant limitierten Standzeiten – doch das greift zu kurz. Eine hohe Qualität muss auch finanziert werden. In jedem Fall gilt, je intensiver Komponenten und Baugruppen im Hinblick auf ihre Funktionsfähigkeit und ihr Zusammenspiel im Gesamtsystem qualifiziert und verifiziert werden, umso zuverlässiger arbeitet das Endprodukt.

Fehlfunktion – die Einflüsse

Technik als solche ist fehlbar – systemimmanente Schwachstellen innerhalb von Baugruppen sind bedingt durch physikalische und konstruktive Gegebenheiten, die technische Störungen verursachen oder beeinflussen. Auch Wechselwirkungen zwischen Bauteilen, ungünstige Standorte und schädliche Umwelteinwirkungen haben gegebenenfalls Störungspotenzial. Nicht zu vergessen ist die Beziehung zwischen Mensch und Technik, an deren Schnittstelle Fehlhandlungen geeignet sind, entsprechende Fehlfunktionen auszulösen und umgekehrt.

Fehlfunktion – methodische Fehlersuche

Um Fehlern auf die Schliche zu kommen, sollte ein klar definierter Suchprozess vorgegeben sein. Eine standardisierte Fehlersuche mit systematischem Ansatz ermöglicht die schnellste und effektivste Art der Problemlösung – was eine intuitive Vorgehensweise nicht ausschliesst. Fehlersuche beginnt mit der systematischen Erfassung relevanter Informationen und deren Abgleich mit möglichen Ursachen. Um Fehlerquellen möglichst schnell einzugrenzen ist technisches Know-how gefragt und die Fähigkeit, von den Anwendern eines technischen Systems hilfreiche Hinweise zu erhalten.

Fehlfunktion – Beseitigung von Schwachstellen

Der reflektierte Austausch defekter Bauteile ist obligatorisch. Erkannte Schwachstellen sind plausibel zu kommunizieren und möglichst nachhaltig zu bereinigen. Der Erkenntnisgewinn aus der Schadensanalyse resultiert idealerweise in wirtschaftliche, ressourcenschonende und produktverbessernde Massnahmen.

Serviceprofis – Dickbrettbohrer der Unternehmen

Flexible Lösungen und neue Geschäftsmodelle sind gefragt und müssen umgesetzt werden. Solche Anstrengungen erfordern Mitarbeiter, die ihre Ziele hartnäckig verfolgen. Mehr denn je müssen die Mitarbeiter eines Unternehmens von den Produkten und Leistungen überzeugt sein, die sie ihren Kunden anbieten – und außerdem alles daran setzen, dem Kundenbedarf gerecht zu werden. Das verlangt Durchhaltevermögen und Durchsetzungsvermögen, wie es Dickbrettbohrer auszeichnet – also Serviceprofis.

Serviceprofis vermitteln Sicherheitsgefühl

Kunden brauchen eine garantierte Sicherheit – also die Gewissheit, immer auf der sicheren Seite zu sein. Der unbefugte Zugriff auf Daten und Güter ist zu blockieren und über die kontinuierliche Versorgung mit bezahlbarer Energie darf es keine Zweifel geben. Ein trotz aller Vorkehrungen ausgefallenes System muss schnellstmöglich wieder funktionsfähig sein.

Serviceprofis kennen Interessen

Kunden verhalten sich entsprechend ihren Interessen – will man ihr Partner sein, ist also zu ermitteln, was Kunden bewegt – kurzfristig, mittelfristig und langfristig. Servicekonzepte folgen entsprechenden Erkenntnissen – immer im Abgleich mit den realen Verhältnissen.

Serviceprofis sprechen Klartext

Die Sprache der Serviceprofis orientiert sich an der Sprache der potenziellen Kunden. Die Servicesprache informiert ohne zu überfordern – nutzt nur Fachbegriffe, die verstanden werden – berät, ohne zu monologisieren – pausiert, um Feedback zu erhalten – ist emotional, ohne Fakten zu vernachlässigen.

Serviceprofis schließen Lücken

Service ist dazu geschaffen, um Unterschiede zwischen einem aktuellen und einem gewünschten Zustand auszugleichen. Es gilt, Lücken auszufüllen, um die Bindung zwischen Kunden und Unternehmen zu festigen. Insbesondere schließt der Service Lücken zwischen den Kundenerwartungen und dem Umfang sowie der Qualität eines Serviceportfolios. Service ersetzt Lücken durch Lösungen.

Serviceprofis nutzen Nuancen

Wettbewerber positionieren sich immer besser – und oft sind es Nuancen, die für einen bestimmten Serviceprovider den Ausschlag geben. Der Ausbau des Servicegeschäftes hängt unmittelbar an der Entwicklung des Kundengeschäfts – und das verlangt nach immer neuen Serviceleistungen, die neue Werte entstehen lassen. Es gilt, das Kundengeschäft erfolgreich zu machen.

Serviceprofis differenzieren Leistungen

Ein erfolgreiches Serviceportfolio unterscheidet die Art der Leistungen. Standardleistungen sind die Ausgangsbasis, optionale Leistungen und individuelle Leistungen bilden das zusätzliche Servicepotenzial. Weniger nachgefragte und besonders frequentierte Leistungen markieren den Trend – ebenso wie der Bedarf an kurzfristig und langfristig angelegten Leistungen. Unverwechselbare, herausragende Leistungen stehen für die Kernkompetenzen. Und komplementäre aber noch weniger vertraute Leistungen repräsentieren die Risikobereitschaft.

Schallpegel im Fokus – Forschungsbedarf festgestellt

Für die Beschallung des menschlichen Ohrs gibt es eine Vielzahl von Quellen, die sowohl Wohlempfinden als auch Belästigung hervorrufen können. Dabei ist ein niedriger Schallpegel nicht zwingend auch erträglich – wie der stetig tropfende Wasserhahn beweist. Und spätestens seit über nahezu geräuschlose Elektromobile diskutiert wird, schwärmen zumindest eingefleischte Sportwagenfahrer vom Sound ihrer Benzinmotoren. In jedem Fall beweisen die facettenreichen Vorlieben der Musikbeschallung, dass entsprechende Immissionen höchst unterschiedliche Reaktionen auslösen.

Schallpegel – unerforschte Grenzbereiche

Derzeit geht die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) einem aktuellen Phänomen nach: der „Hörbarkeit“ des „unhörbaren“ Schalls, im oberen und unteren Hörfrequenzbereich. Sowohl für Infraschall  als auch für Ultraschall gibt es nämlich noch keine Schutzbestimmungen. Das Problem: der vermeintlich unhörbare Schall wird von manchen Ohren offenbar doch irgendwie wahrgenommen. Aktueller Stein des Anstoßes ist der Infraschall von Windenergieanlagen, als verdächtige Ursache von gesundheitlichen Beschwerden. Erste Erkenntnisse der PTB bestätigen zumindest, dass der Mensch auch tiefere Töne hört – das war bislang unbekannt.

Schallpegel- Geräuscharme Systeme

Bereits 2012 erkannte der VDI, dass die Anforderungen an die akustische Qualität von Maschinen und Anlagen stetig zunehmen. Lärm ist definitiv unerwünscht und resultiert in entsprechende Vorschriften und Grenzwerte – die Verpflichtung der Hersteller regelt die EG-Maschinenrichtlinie.

Schallpegel – Antriebsprobleme lösen

Der VDI propagiert, geräuschmindernde Maßnahmen für Maschinen und Anlagen zu realisieren und dynamische Antriebsprobleme in den Griff zu bekommen. Hierzu empfiehlt der Verband beispielsweise, sich auf Gehäusestrukturen, die Ansteuerungselektronik für Elektromotoren sowie auf Wälzlager und Zahnradgetriebe zu konzentrieren.

Schallpegel – Messung und Analyse

Ob geräuschmindernde Maßnahmen Erfolg haben, wird davon abhängig gemacht, wie Schwingungssysteme ausgelegt und geprüft werden, wie aussagekräftig Schwingungsanalysen sind und wie „berechnete Simulationsergebnisse“ überprüft werden können. Moderne Mess-Systeme zur Analyse der Geräuschpegel gehören zur Standardausrüstung einer proaktiven Instandhaltung.

Schallpegel – Belästigung im Trend

In 2013 fühlten sich laut Umweltbundesamt „über die Hälfte“ aller Deutschen durch Lärm belästigt. Eine Analyse des Statistischen Bundesamtes von 2010 deklarierte noch, dass „mehr als jeder vierte“ Deutsche über Lärmbelästigung klagt.

Elektromobilität ohne Akzeptanz – Aufwertung durch Service

Potenzielle Kunden wollen sie immer noch nicht so richtig – die Elektromobilität. Und trotzdem hat die Kreation elektromobiler Dienstleistungen bereits massiv eingesetzt – Servicekonzepte warten auf ihre Umsetzung. Der Eindruck drängt sich auf, dass der Service alle Register ziehen soll, um Kunden die Elektromobilität schmackhaft zu machen.

Elektromobilität – aufwertende Dienstleistungen

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) besetzt die Elektromobilität mit der Forderung, das Automobil neu zu denken. Dass dies dringlich ist, beweist die vom BMBF geförderte Projektstudie Dienstleistungen für die Elektromobilität (DELFIN). Nach entsprechenden Erkenntnissen sollen „kundenorientierte Dienstleistungen die originären Nachteile der Elektromobilität ausgleichen – etwa die geringe Reichweite oder lange Aufladezeiten“. Als besonders erfolgversprechend gelten somit infrastrukturell abgesicherte Lademöglichkeiten mit kundenfreundlicher Abrechnung. Hinzu kommen entsprechende Informationsdienste – diese sollen die Angst nehmen, mit dem Auto liegen zu bleiben. Carsharing, insbesondere vernetzt mit weiteren Verkehrsträgern soll die Mobilität flexibilisieren. Und der Betrieb von öffentlichen und gewerblichen Flotten soll den Massenmarkt mit standardisierten Dienstleistungen anstoßen.

Elektromobilität – Projekt „On-Board-Metering“

In 2012 startete das Projekt On-Board-Metering, konzentriert auf das vorrangige Grundproblem der unzureichend verfügbaren Infrastruktur – zu wenig Ladesäulen für den Transfer elektrischer Energie zum Elektrofahrzeug. Diese Lösung ist darauf ausgerichtet, die Kosten für Investition und Instandhaltung einer solchen Infrastruktur zu minimieren. Hierzu ist die erforderliche Mess- und Kommunikationstechnik in das Fahrzeug verlegt. Der geladene Strom und weitere Messdaten werden also über ein mobiles Abrechnungssystem erfasst. Eine PTB Systemsteckdosekomplexe Ladesäule mutiert so zu einer einfachen Systemsteckdose – und diese kann kostengünstig flächendeckend installiert werden. Mit bis zu 1000 Systemsteckdosen im Feldtest sollte bewiesen werden, dass mit der mobilen Mess- und Abrechnungstechnik und der hohen Dichte an Lademöglichkeiten eine neue Ladequalität für Nutzer von Elektrofahrzeugen erreicht werden kann. Bis zum März 2015 waren gerade einmal 80 mobile Zähler und 134 Ladepunkte eingebunden, über ganz Deutschland verteilt – so die Auskunft der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), einer der Projektpartner. Das Projekt ist seit Mai 2015 abgeschlossen, der Durchbruch des On-Board-Metering wird gegen Ende 2015 erwartet – man darf gespannt sein.

Elektromobilität – die Gesamtlösung zählt

Die bislang auf den Strassen realisierte Elektromobilität ist relativ bescheiden. Da die Fahrzeuge offenbar nicht überzeugen, müssen deren Nachteile durch Service kompensiert und aufgewertet werden. Elektromobilität erscheint als Produkt, das nur mit bestimmten Dienstleistungen überhaupt marktfähig ist – weil sich erst dann ein Nutzen einstellt. Service mag für einen Kunden nicht vorrangig sein, wenn er sich für ein Produkt interessiert. Doch ein Kunde, den ein Produkt nicht überzeugt, hat überhaupt keinen Grund nach entsprechendem Service zu fragen. In solchen Fällen hat sich im Service durchgesetzt, Produkt und Service als Gesamtlösung anzubieten – das wurde bei der Elektromobilität bislang versäumt.

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