Produktpiraterie beeinträchtigt das OEM-Servicegeschäft: Smarte Geschäftsmodelle fördern die Kundenbindung

Technischer Service lebt bekanntlich zu einem Grossteil von verkauften Ersatzteilen und Verschleissteilen; sowie von Komponenten, die für den einmaligen Gebrauch in technischen Systemen bestimmt sind. Auch für die sogenannten Produktpiraten ist das ein unverändert lukratives Geschäftsfeld.

Nachbildungen und Originalteile können vollkommen identisch sein

Trifft das zu, läuft ein Systembetrieb dann auch ungestört weiter. Weichen die spezifizierten Eigenschaften jedoch vom Original ab, ist es gegebenenfalls möglich, dass ein technisches System nicht mehr einwandfrei funktioniert, beschädigt wird oder sogar Folgeschäden ausgelöst werden. Spätestens dann wird der OEM mit dem Sachverhalt konfrontiert.

Aktuell verfolgt die 3M Deutschland GmbH einen entsprechenden Verstoss

Es geht um einen Einwegartikel für ein technisches System, der offenbar über einen nicht autorisierten Händler in großen Mengen in Umlauf gebracht wurde. Das Unternehmen 3M hat dieses Teil als Ursache von reklamierten Qualitätsproblemen ausgemacht. Ergänzend kann man vermuten, dass vor den Reklamationen der Verkauf der originalen Teile eingebrochen ist; und dieser läuft laut 3M über zertifizierte Handelspartner.

Offensichtlich ist, dass System-Anwender die sicherlich bekannten, zertifizierten 3M-Handelspartner gemieden haben

Eine – vermutlich – preiswertere Quelle für ein benötigtes Teil zu nutzen, ist reizvoll; auch wenn sie nicht autorisiert ist. Dass 3M anstrebt, diese Quelle mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu schliessen ist zweifelsfrei angekündigt. Allerdings möchte 3M seine „fehlgeleiteten Kunden“ nicht zu sehr brüskieren und verweist darauf, dass es für Anwender „annähernd unmöglich“ ist, die Fälschungen zu erkennen, einschliesslich der Verpackung.

Der wirtschaftliche Schaden eines OEMs durch Produktpiraterie ist erheblich

Das gilt selbst dann, wenn nachgebildete Teile Funktionsstörungen und Schäden verursachen, von deren Behebung in der Regel der OEM profitiert. OEMs fürchten vielmehr, dass unautorisierte Nachbildungen von Teilen und Komponenten immer besser werden; was bleibt ist die OEM-Warnung, dass selbst in diesem Fall weder Sicherheit und Effizienz noch einwandfreie Qualität des technischen Gesamtsystems garantiert wird. Vorrangig sind jedoch die rechtlichen Schritte, um gegen gefälschte Produkte und deren Vertreiber in vollem Umfang vorzugehen; um wirtschaftlichen Schaden abzuwenden.

Mit smarten Geschäftsmodellen gegen Produktpiraterie

OEM-Aktionen dieser Art sind anstrengend, zeitaufwendig, kostspielig und trotz berechtigter Forderungen dem Image kaum zuträglich. Smartere, servicespezifische Geschäftsmodelle sind da weitaus hilfreicher, um die Kundenbindung zu festigen.