Real Time Maintenance: Transparenz im Betrieb von Maschinen und Anlagen

Überzeugte Nutzer der Real Time Maintenance kommunizieren deren Vorzüge – etwa im Hinblick auf verringerte Maschinenausfallzeiten, reduzierte Energiekosten, einen frühzeitig erkennbaren Anlagen-Stillstand oder einen maßgeblichen Ansatz zur Optimierung von Anlagen, Prozessen und Instandhaltungmassnahmen. Wir befragen hierzu Heinz-Georg Wirooks, der Realtime Maintenance als eine Methode definiert, die über ihren transparenten Charakter in der Lage ist, Vertrauen zu schaffen. Heinz-Georg Wirooks ist Geschäftsführer der ifm consulting gmbh in Essen.

Herr Wirooks, wie viel Transparenz steckt in Real Time Maintenance?

In der heutigen Zeit wird viel über Big Data gesprochen. Real Time Maintenance basiert auf Daten, die aus Maschinen und Anlagen gewonnen werden. Dazu gehören Informationen von den verbauten Sensoren, den Steuerungen und nach Möglichkeit auch aus dem Prozess. Diese Daten werden gesammelt, ausgewertet und miteinander in Beziehung gesetzt – dafür verantwortlich ist eine Software. In dieser Software können Grenzwerte und Kurvenverläufe festgelegt werden – teilweise legt die Software diese Grenzen sogar selbsttätig fest. Daraus können entsprechende Aktionen und Anweisungen resultieren, beispielsweise Alarmierungen oder Beauftragungen, bis hinauf in die Ebenen der ERP-Welt und der Instandhaltungssoftware. Auswertungen und Visualisierungen geben dem Bediener zu jeder Zeit umfassende Informationen – etwa über die aktuellen Energieverbräuche, den Verschleißzustand einzelner Baugruppen oder die Prozessfähigkeit der Anlagen. Weiterhin können auch die Themen Qualität und Produktverfolgung adressiert werden. Je nach Kundenwunsch und Systemausbau kann die Transparenz also sehr weit gefasst werden, bis hin zur gläsernen Maschine.

Welchen aktuellen Stellenwert hat die zustandsorientierte Instandhaltung im Vergleich zur vorausschauenden oder der risikobasierten Instandhaltung?

Auch heute noch gibt es sehr viele Firmen, die keinerlei zustandsorientierte Instandhaltungsstrategie verfolgen und weiterhin nur vorausschauend oder risikobasiert arbeiten. Es ist jedoch festzustellen, dass die Nachfrage nach zustandsorientierten Instandhaltungslösungen stetig steigt und somit auch ihr Stellenwert. Der Grund dafür liegt in der verbesserten Technik, den besseren Softwaremöglichkeiten und den qualifizierteren Aussagemöglichkeiten. Weiterhin liegen vermehrt positive Erfahrungen aus allen möglichen Branchen vor, die dazu beitragen, dass Firmen eine positivere Einstellung zu dem Thema bekommen.

Real Time Maintenance resultiert unter anderem in eine Schwachstellenanalyse. Führt diese zur Verschiebung von akzeptierten Toleranzgrenzen gegenüber den Systemherstellern oder in ein angepasstes Schwachstellenmanagement?

Sowohl den Herstellern als auch den Betreibern von Maschinen und Anlagen sind die Schwachstellen oftmals bekannt. Es fehlen jedoch Informationen und Auswertungen, die Kenntnisse darüber vermitteln, unter welchen Betriebsbedingungen oder Prozessen diese “Fehler” zu Tage treten. Anstelle der Verschiebung von Toleranzen, ist es somit wesentlich effektiver, die Zusammenhänge zu erkennen und das Management der Schwachstellen mit allen Beteiligten zu verbessern. Daraus ergibt sich ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess, der sowohl den Maschinenherstellern als auch den Betreibern zu Gute kommt.

Im Konsumgüterbereich wird Herstellern geplante Obsoleszenz vorgeworfen. Gibt es ähnliches Konfliktpotenzial im Maschinen- und Anlagenbau?

Natürlich birgt es Konfliktpotenzial, wenn Maschinen und Anlagen vom Betreiber überwacht werden und so eventuell vorhandene Schwachstellen aufgedeckt werden. In den meisten Fällen jedoch ist der Maschinen- und Anlagenhersteller dankbar über Informationen, die er erhält, um somit seine Produkte besser und zuverlässiger zu machen. Einige Hersteller verbauen bereits standardmäßig Komponenten in ihren Anlagen, die zur Zustandsüberwachung ihrer Maschinen und Anlagen genutzt werden – und vermarkten dies als Servicedienstleistung, beziehungsweise nutzen diese Technik als Wettbewerbsvorteil.

Welcher Investitionsplan ist für einen Betreiber vorteilhafter – Real Time Maintenance in eigener Verantwortung oder über einen externen Dienstleister?

Hier gibt es kein schwarz oder weiß. Diese Entscheidung ist davon abhängig wie gut der Betreiber in der Instandhaltung aufgestellt ist. Wenn er über eigenes, gut geschultes und qualifiziertes Personal verfügt, würde ich an seiner Stelle die Aufgabenstellung Real Time Maintenance in eigener Verantwortung bevorzugen. Der Vorteil liegt darin, dass er selber einen wesentlich besseren Einblick in die Prozesse und Funktionen seiner Maschinen und Anlagen erhält, was wiederum zur Produktivitätssteigerung und höherer Effizienz führt. Ist diese Grundvoraussetzung des qualifizierten Personals nicht gegeben, bleibt nur der Weg über einen externen Dienstleister.

Liegt Real Time Maintenance als internes Betreiberkonzept oder als externe Dienstleistung im Trend?

Es sind zwei Tendenzen feststellbar:

  • Einerseits bieten Maschinen- und Anlagenhersteller Real Time Maintenance als Servicedienstleistung für ihre Produkte mit an – dieser Trend nimmt deutlich zu.
  • Andererseits tendieren große Unternehmen mit einer Vielzahl von Maschinen und Anlagen immer häufiger zu internen Betreiberkonzepten, während kleinere Unternehmen gerne auf externe Dienstleister zurückgreifen.

Wenn man mehr von Ihnen zum Thema Real Time Maintenance erfahren möchte – welche Möglichkeiten bieten Sie an?

Der Interessent hat die Möglichkeit, sich im Internet auf unserer Webseite www-ifm-consulting.com zu informieren; dort sind auch die nächsten Termine veröffentlicht, wo man uns bei Veranstaltungen antreffen kann. Weiterhin kann er auch gerne direkt Kontakt aufnehmen, gerne vereinbaren wir einen Termin mit ihm.

Herr Wirooks, herzlichen Dank für Ihre aufschlussreichen Einschätzungen zur Real Time Maintenance.

Zusammenfassung
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Real Time Maintenance: Transparenz im Betrieb von Maschinen und Anlagen
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Real Time Maintenance soll für Transparenz sorgen und hat damit einen festen Stellenwert in der Instandhaltung. Real Time Maintenance fokussiert vorausschauend die Schwachstellen von technischen Systemen und liefert Fakten im Bereich der geplanten Obsoleszenz.
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