Roboter im Einsatz – Wachsende Anteile in Produktion und Dienstleistung

Für professionelle Anwendungen wurden in 2013 etwa 21.000 Serviceroboter  weltweit verkauft, zusätzlich wurden rund vier Millionen Serviceroboter in Haushalt und Privatbereich integriert. Die Anzahl der im gleichen Jahr weltweit installierten Industrieroboter beläuft sich auf rund 174.000. So die Erkenntnisse, die das IFR Statistical Department vermeldet – die Statistikabteilung des internationalen Verbands der Roboterindustrie.

Generell wird in der Robotik mit weiteren Zuwächsen gerechnet, denn die Automatisierung mit Robotern macht technologisch offenbar große Fortschritte. Roboter gelten als Investitionen für professionelle Anwendungen, aber auch als integraler Bestandteil im vernetzten Haus der Zukunft – ob die Akzeptanz tatsächlich Schritt hält, wird sich zeigen.

Roboter der Industrie

Als Industrieroboter versteht man im allgemeinen solche, die unmittelbar in industrielle Produktionsprozesse eingebunden sind. Demzufolge werden sie auch treffender als Produktionsroboter bezeichnet. Das ist auch sinnvoll, da im industriellen Bereich zunehmend auch Serviceroboter nachgefragt werden – so der europäische Branchenverband EUnited Robotics.

Wenn sich die Betreiber von Produktionsbetrieben für Serviceroboter interessieren, geht es zunächst um unterstützende Dienstleistungen: Produktionsstätten reinigen, an der Mensch-Maschinen-Schnittstelle assistieren oder etwa den Materialfluss optimieren helfen. Ausserdem ist es denkbar, bestimmte Instandhaltungsaktivitäten über die industrielle Servicerobotik abzubilden.

Ansonsten konzentriert sich der Nutzen von Industrierobotern immer mehr auf die sogenannte „Green Automation“. Es geht hierbei um Energieeffizienz, Reduzierung des CO2- Ausstoßes und das Qualitätsmanagement.

Roboter im Servicesektor

Serviceroboter sind naturgemäss dafür konzipiert, die menschliche Arbeit zu unterstützen oder abzulösen. Serviceroboter gelten als professionelle Tools und man gibt sich Mühe, das futuristische Flair der Servicerobotik durch definierten Praxisbezug zu ersetzen – gegebenenfalls angepasst an die rauesten und anspruchsvollsten Bedingungen.

Roboter sind in den Bereichen der Logistik, der Medizin, der Landwirtschaft und in generellen Überwachungs- und Sicherheitsbereichen integriert. Der größte Anteil an Servicerobotern wird derzeit der Wehrtechnik zugerechnet. Ansonsten findet man Servicerobotik auch im Baubereich, in der professionellen Reinigung und Wartung , als mobile Plattformen und Unterwassersysteme sowie zur Rettung und Sicherheit.

Roboter im privaten Haushalt

Servicerobotik im privaten Bereich definiert die  Anforderungen als Konsumgut. Roboter sollen sich in der Umgebung des Menschen selbstverständlich bewegen können und allen Hindernissen entsprechend ausweichen. Doch es geht nicht nur um Roboter zum Staubsaugen, Bodenreinigen, Rasenmähen oder zur Unterhaltung.

Vielmehr sollen Roboter auch die Bereiche Homecare und Healthcare abdecken. Angestrebt sind schnell verfügbare, hochwertige Serviceanwendungen – beispielsweise solche, die geeignet sind, an gesundheitliche Maßnahmen zu erinnern, hilfreiche Handreichnungen vorzunehmen oder definierte Gegenstände herbeizuschaffen.

Interaktion zwischen Roboter und Mensch

Der Einsatz von Robotern in diversen Arbeitsbereichen hat eine große Bandbreite – und es gilt, die Gestaltung sicherer Schnittstellen zwischen Mensch und Roboter zu gewährleisten. Roboter sollen anspruchsvolle, unangenehme, gefährliche, lästige oder unterstützende Aktivitäten bewältigen – letztlich also komfortable Arbeitsbedingungen und Lebensbedingungen für Menschen schaffen.

Roboterhände sollen komplexe Manipulationen durchführen. Ermöglicht wird das über sogenannte „multimodale“ Mensch-Roboter-Schnittstellen, Hochgeschwindigkeits-Kraftregelungen für Roboter, Objekterkennung für Greifanwendungen oder etwa eine synchronisierte Regelung größerer Robotergruppen.

Interaktion zwischen Robotern

Experimentelle Projekte zu Robotikanwendungen hat sich eine Kooperation zwischen Wissenschaft und Industrie vorgenommen: das European Clearing House for Open Robotics Development (ECHORD). Roboter sollen voneinander lernen, indem sie ihr Wissen über Umgebungen und Handlungen in der weltweit nutzbaren Datenbank „RoboEarth“ speichern.

Weitere Roboter können dieses Wissen dann abrufen, anwenden, verfeinern und erneut in der Datenbank ablegen. Roboter auf der ganzen Welt sollen sich damit schneller anpassen können – um Aufgaben zu erledigen, die sie niemals zuvor ausgeführt haben. „Roboter- Nutzer“ profitieren also davon, dass in relativ kurzer Zeit ausgereiftes und anwendbares Handlungspotenzial zur Verfügung steht.

Vor diesem Hintergrund braucht die Robotik in jedem Fall tragfähige Servicekonzepte, denn flexibel eingesetzte, komplexe Robotersysteme sind auch flexibel „am Laufen“ zu halten.

Zusammenfassung
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Roboter im Einsatz - Wachsende Anteile in Produktion und Dienstleistung
Beschreibung
Roboter sollen die Arbeitswelt und das Leben erleichtern - aus diesem Grund setzen sich Roboter in der Industrie und bei Dienstleistungen immer mehr durch. Entsprechende Servicekonzepte sind obligatorisch und anspruchsvoll - denn Roboter sind flexibel eingesetzte, komplexe Systeme.
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