Seminare kompromisslos bewerten: Training und Weiterbildung praxisnah verbessern

Sicher kennen Sie die Fragebögen, die an Seminaristen verteilt werden, wenn Weiterbildungsveranstaltungen beendet sind. Referenten der Trainingsinhalte haben berechtigtes Interesse an der Beurteilung ihres Vortrags und der begleitenden Trainingsmaßnahmen. Schließlich sind Seminaristen ihre Kunden, für die Trainingsinhalte angepasst oder neu konzipiert werden müssen. Besonders aufschlussreich sind hierbei die abschließenden Bemerkungen, worin sich die Atmosphäre widerspiegelt, die einem Seminar die besondere Note verleiht. Und oft erkennt man hieraus, ob ein Seminar seinen Zweck überhaupt erfüllt hat.

Seminare – der erlebte Nutzen

Wenn dokumentiert wird, dass interessante und nachvollziehbare Beispiele mit Praxisbezug vermittelt wurden, hat das Seminar vermutlich sein Ziel erreicht. Ein Kommentar, der ein Seminar lediglich als interessant bezeichnet, ist dagegen nicht mehr und nicht weniger als eine höfliche Anerkennung für den Veranstalter. Geschieht das allerdings mit einer gleichzeitigen Anspielung auf die vielfältigen Möglichkeiten, die ein Seminar eröffnet hat, gibt sich der Teilnehmer sichtlich beeindruckt. Hierbei ist allerdings nicht auszuschließen, dass der Seminarist vom Stoff einfach erschlagen ist und sich erst einmal sortieren muss.

Seminare – die Umsetzbarkeit

Entsprechend aufrichtig klingen skeptische Kommentare, die darauf hinweisen, dass die Umsetzung des Trainings viel Zeit in Anspruch nehmen wird; eine ergänzende Bemerkung, dass man davon überzeugt ist, dass sich der Nutzen sicher einstellen wird, ist nichts weiter als ein persönliches Erfolgsversprechen. Aufschlussreich sind auch die emotional gefärbten Kommentare, die etwa mitteilen, dass ein Seminar Spaß gemacht hat und kurzweilig war. Über den Lerneffekt sagt das allerdings noch nichts aus.

Seminare – punktgenaue Informationen

Kommentare wie der Hinweis, dass die vermittelten Inhalte genau den Punkt getroffen haben, können sich auf nützliche Handlungsanleitungen beziehen. Sie können aber auch bedeuten, dass Inhalte vermittelt wurden, die dem Seminaristen schon zur Genüge bekannt waren. Und ein Kommentar, der einem Seminar bescheinigt, dass verschiedene Wege aufgezeigt wurden, um das tägliche Handeln zu verbessern oder zu verstehen, lässt offen, ob dies auch ausreichend trainiert wurde.

Seminare – Thema verfehlt

Vom eigentlichen Inhalt eines Seminars weniger beeindruckt zeigt sich wohl ein Teilnehmer, der in seinem abschließenden Kommentar lediglich die Randbedingungen des Seminars beurteilt. Auch einsilbige und gehaltlose Standardäußerungen lassen vermuten, dass der Seminarist nicht wirklich erreicht wurde. Richtig bedenklich sind Äußerungen, die vermuten lassen, dass der Stoff dem zeitlichen Rahmen nicht unbedingt angepasst war: Denn es ist wenig hilfreich, wenn Trainingseinheiten durchgepeitscht oder andererseits zu langatmig vermittelt werden.

In diesem Sinne: Viel Spass beim nächsten Seminar, sei es als Teilnehmer oder als Trainer!