Service und Instandhaltung: Ökologisch und ökonomisch orientiertes Instandhaltungskonzept im Trend

Die Instandhaltung im Bereich Facility Management tendiert zu einer automatisierten Überwachung als Software-as-a-Service-Lösung (SaaS). Kontinuierlich aufgezeichnete Messdaten werden zusammengeführt, um Aktivitäten der Instandhaltung, Inspektion und Wartung zu initiieren. Hierzu kommuniziert ein im Gebäude installiertes System mit einer zentralen Internet-Plattform. Die Verbrauchs- und Messdaten sind für Anwender visualisiert dargestellt und erlauben entsprechende Vergleiche. So ist es beispielsweise möglich, Differenzen in der Energiebilanz festzustellen und darauf zu reagieren – soweit das Konzept aus dem Beratungs- und Softwarehaus Bestence.

Dass eine solche Überwachung durchaus Sinn macht, beweist ein vom Deutschen Verband für Facility Management (GEFMA ) durchgeführtes Benchmarking.

Erfasst und ausgewertet wurden mehr als 2800 Gebäude mit einer Brutto-Gesamtfläche von über 10,5 Millionen Quadratmeter. Im Ergebnis liegen die Nutzungskosten für die Gebäudetypen Büro, Industrie und Labor pro Jahr deutlich über 100 €/m² der Brutto-Gesamtfläche. Allein die Instandhaltungskosten sind in Bürogebäuden in 2010 gegenüber dem Vorjahr um mehr als 40 % angestiegen. Ziel des GEFMA ist es, den Lebenszyklus von Gebäuden sowohl bei der Neuerrichtung als auch bei Sanierungen zu optimieren. Während einer möglichst langen technischen Nutzungsdauer soll lediglich ein Minimum an Energie und Instandhaltungskosten aufgewendet werden.

Auch für den Service von Maschinen und Anlagen gibt es Bestrebungen, Aktivitäten nach einem ökologisch und ökonomisch sinnvollen Instandhaltungskonzept durchzuführen.

So propagiert das Institut für Turbomaschinen und Fluid- Dynamik (TFD) Verschleißteile nicht einfach durch neue Teile zu ersetzen. Vielmehr sollen betriebsbeanspruchte Komponenten möglichst wieder aufbereitet und weiterverwendet werden. Das Prinzip des reparierten Austauschteils ist natürlich nicht neu. Das TFD forciert hier allerdings eine umfassende Regeneration komplexer Investitionsgüter. Und zwar für möglichst viele Komponenten und Bauteile, die in vielfältigen funktionalen Beziehungen zueinanderstehen. Ein entsprechender Sonderforschungsbereich erarbeitet hierzu die wissenschaftlichen Grundlagen.

Technische Überholungen können sowohl von Original-Herstellern als auch von Dritten durchgeführt werden.

Als solche stehen autorisierte Dienstleister bereit, eventuell aber auch nicht autorisierte Dienstleister und im ungünstigsten Fall Ersatzteilpiraten. Insofern ist die Regeneration von Komponenten immer auch mit der Frage verbunden, wie diese als Originalteile geschützt und kontrolliert werden können. Außerdem ist im Hinblick auf eine kurzfristige Lieferfähigkeit von Ersatzteilen dafür zu sorgen, dass immer auch eine adäquate Menge an neuen Komponenten zur Verfügung steht. Das richtige Verhältnis zwischen aufbereiteten und neuen Teilen ist eine Frage der Ersatzteillogistik.

Ein in diesem Sinne durchdachtes Instandhaltungskonzept propagiert beispielsweise die Piepenbrock Unternehmensgruppe

Nach deren Definition sind zwei Szenarien denkbar. Das erste beschreibt die Senkung der Instandhaltungskosten bei einer gleichbleibenden technischen Verfügbarkeit der Produktionsanlagen. Alternativ wird angeboten, die Instandhaltungskosten auf gleichem Niveau zu halten und dafür die technische Verfügbarkeit der Produktionsanlagen zu steigern. Dieses Konzept einer Pro-Aktiven Instandhaltung orientiert sich also an den konjunkturellen Auslastungsschwankungen eines Produktionsbetriebs. Voraussetzung hierbei ist, dass Anlagen und Maschinen in ihrer Bedeutung klassifiziert werden. Piepenbrock orientiert sich an vier Bereichen, in denen definiert ist für welche Systeme:

  • auf Störfälle reagiert werden muss;
  • turnusmäßige Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden, ohne die effektive Systembelastung zu berücksichtigen;
  • neben der periodischen Wartung und Inspektion auch ein vorbeugender Teileaustausch vor dem Eintritt eines Schadensfall durchgeführt wird;
  • extrem hohe Sicherheits- und Zuverlässigkeitsansprüche bestehen, mit explizit darauf abgestimmten Servicemaßnahmen.

Dieses Instandhaltungskonzept berücksichtigt somit nicht nur flexible und zeitnahe Serviceaktivitäten sondern auch einen ausgewogenen Einsatz personeller und materieller Ressourcen.