Serviceanbieter im Wettbewerb – mit Preisen und Paketen locken

Der besondere Reiz eines Serviceangebots entscheidet, ob ein Kunde es wahrnimmt. Danach wird die Auswahl zwischen den Wettbewerbern der Serviceanbieter getroffen und das jeweilige Angebotsspektrum selektiert.

Serviceanbieter im Preiskampf

Service kann preiswert sein, wie die Willtek Communications GmbH als Anbieter von Test- und Messlösungen für die Mobilfunkindustrie beweist. Das kann so weit gehen, dass Serviceangebote im Preiskampf landen , wie das geplante Angebot von SAP vermuten lässt. Wenn Kundendienstverträge für Oracle-Produkte um 50% günstiger angeboten werden sollen als bei Oracle, erscheint das auf den ersten Blick als Verlustgeschäft. Doch bei genauerer Betrachtung ist das Risiko begrenzt, denn das Angebot soll nur für ältere Versionen gelten, und ohne Aktualisierungsleistungen. Gesenkte Ersatzteilpreise für ältere PkW´s, wie bei Fiat praktiziert, zielen sicherlich auf den Umsatz, den andernfalls die freien Werkstätten erwirtschaften. Und eindeutig ist das auch ein Versuch der langfristigen Kundenbindung. In die gleiche Richtung denkt auch Chrysler Deutschland, wenn Produktpreise gesenkt werden, und der Service kostenlos zu haben ist: Inspektionen, Instandsetzungen, Verschleißreparaturen sowie gegebenenfalls ein Mobilitäts-Service. Wenn Wettbewerber deutlich preiswerter sind, kann das dazu führen, dass ein Serviceangebot eingestellt wird. So hat jedenfalls Boeing reagiert und sein Internet-Breitband-Angebot „Connexion by Boeing“ vom Markt genommen.

Serviceanbieter mit Paketangeboten

Auch Servicepakete sind Anreize, um Serviceangebote besser wahrzunehmen. Die Volvo Car Germany GmbH bietet ihren Kunden mit Fahrzeugen, die 6 Jahre oder älter sind ein solches Servicepaket an: Mit einer günstigen Basis-Wartung, die je nach Reparatur- bzw. Wartungsbedarf mit zusätzlichen Leistungsbausteinen erweitert werden kann. Auch wenn es um die Unterstützung von Fachhändlern geht, sind Servicepakete üblich. Und Bosch ist gleich mit 3 Paketen dabei : Service Plus Comfort“, „Service Plus Finance“ und „Service Plus Professional“. Auch die Deutsche Bahn kämpft mit einem Servicepaket um Erste-Klasse-Reisende, um die Auslastung in der 1. Klasse zu erhöhen. Der Unterschied zur 2. Klasse war bisher wohl nicht attraktiv genug. Eine grundsätzliche Überlegung, mit der jeder Premiumservice hinterfragt werden sollte.