Servicegeschäft ist steigerungsfähig: Serviceportfolio verstärkt ausschöpfen

Sind Sie Servicegestalter oder Serviceverwalter? Oder liegen Sie dazwischen, – mehr oder weniger ausgeprägt in der einen oder anderen Richtung? Repräsentiert wird der so polarisierte Gegensatz durch ein unterschiedlich ausgeschöpftes Serviceportfolio; auf entsprechende Erkenntnisse verweist die Wirtschaftprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Auch die Managementberatung Bain & Company stellt fest, dass nur wenige Unternehmen es schaffen, das Servicepotenzial wirklich auszuschöpfen; hält aber in vielen Fällen eine Verdoppelung bis Verdreifachung organischen Service-Wachstums in wenigen Jahren für möglich.

Serviceportfolio – Erzielte Service-Erlöse nach PricewaterhouseCoopers

Nach PwC erzielen Industrieunternehmen mit der Kompetenz eines Servicegestalters 56% ihres Gesamtumsatzes mit Serviceleistungen; bei einer Marge im Servicegeschäft von mehr als 35%. Gewonnen wird das erreichbare Servicegeschäft allerdings nur zu 60%; über weitere 40% dominiert somit der Wettbewerb. Für Industrieunternehmen mit der Kompetenz eines Serviceverwalters gilt analog: 23% ihres Gesamtumsatzes werden mit Serviceleistungen erzielt; bei einer Marge im Servicegeschäft von nicht einmal 6%. Gewonnen wird das erreichbare Servicegeschäft nur zu etwa 15%; über weitere 75% dominiert also der Wettbewerb.

Serviceportfolio – Erzielte Service-Erlöse nach Bain & Company

Davon abweichende Erkenntnisse propagiert die Managementberatung Bain & Company. Für Industriegüterhersteller wird das derzeitige Servicegeschäft generell mit 20% bis 25% vom Gesamtumsatz beziffert, das 50% der Branchengewinne generiert. Als Umsatzpotenzial gilt eine Spanne von 20 % bis 50 %, je nach Sparte; und nur in Fällen mit einem technisch bedingten, hohen Serviceaufwand ist ein Anteil von 50% vom Gesamtumsatz als wahrscheinlich definiert. Allerdings stellt Bain auch fest, dass das Servicegeschäft relativ stabil um 5% pro Jahr ansteigt, und attestiert vielen Investitionsgüterherstellern sogar fünf bis zehn Prozent organisches Service-Wachstum pro Jahr.

Serviceportfolio – Derzeitige Ansätze zum Ausbau sind hinlänglich bekannt

Der mögliche Ausbau und die Ausschöpfung eines Serviceportfolios definiert PwC über die gesamte, produktbezogene Wertschöpfungskette; von der Ersatzteilversorgung bis hin zu Maschineneinweisung und dem Training. Bain hingegen schlägt Service-Programme vor; wie etwa zur Kostenminimierung im Lebenszyklus eines Investitionsguts, zur Lebenszyklus-Verlängerung oder zur Reduktion von Komplexität. Auch der Einstieg in den Service für Fremdprodukte wird als denkbare Option betrachtet.

Serviceportfolio – Orientieren Sie sich frühzeitig

Welche Serviceprodukte, Technologien und Geschäftsmodelle künftig tatsächlich dominieren, wird schon seit einiger Zeit über ein Projekt des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) erforscht. Der hierzu gegründete Innovationsverbund Service-Plattform Maschine fokussiert Visionen und Lösungen für technische Dienstleistungen von morgen.