Risikomanagement braucht Sicherheitssysteme: Instandhaltung hält Sicherheitsstandard aufrecht

Der Sicherheitsstandard einer Maschine oder Anlage definiert sich über die Art und den Umfang seiner Sicherheitssysteme. Und zweifelsfrei unterliegt auch ein Sicherheitssystem einem bestimmten Lebenszyklus. Entsprechendes Wissen zu Ausfallverhalten und Standzeiten von Komponenten resultiert aus Labortests und den Erfahrungswerten aus dem Systembetrieb. Insofern sind natürlich auch Sicherheitssysteme auf ihre Funktionen und Baugruppenzustände zu überprüfen und instandzuhalten. Definierte Prozesse geben vor, wann, wie oft und auf welche Weise dies zu geschehen hat. Instandhaltung ist somit integraler Bestandteil eines betrieblichen Risikomanagements. Mehr noch, denn ohne die konsequente Umsetzung geplanter Instandhaltungsaktivitäten verkommt ein definierter Sicherheitsstandard zu Makulatur.

Sicherheitssysteme im AKW

Der Betreiber des AKW Fukushima hat offenbar Inspektionen vernachlässigt. Der Spiegel berichtete am 21.3.2011 über Japans Atomaufsicht, die den AKW-Betreiber hierzu öffentlich angeprangert hat. Gleichzeitig soll die Behörde erklärt haben, dass die ausgefallenen Inspektionen kein unmittelbares Risiko für die Sicherheit des Kraftwerks darstellen würden. Ja was denn nun? Schlampereien, die kein Problem darstellen? Solche widersprüchlichen Äußerungen machen deutlich, wie sehr selbst die höchsten Sicherheitsstandards im Alltag eines Routinebetriebs konterkariert werden können. Gleichgültig aus welchen Gründen, es passiert einfach! Nur macht es einen Unterschied, ob hieraus maximal ein “Störfall mit überschaubaren Folgen” resultieren kann oder auch eine “Katastrophe mit unkalkulierbaren Konsequenzen” denkbar ist. Letztere gibt Anlass, einen entsprechenden Systembetrieb generell in Frage zu stellen.

Sicherheitssysteme und die Haftung

Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist sicherlich auch das Thema Haftung für Umweltrisiken, insbesondere im Hinblick auf eine korrespondierende Produkthaftpflicht: Der Versicherungskonzern AXA verweist auf Haftungsfälle, die für Unternehmen existenzbedrohend sein können. Sicherlich gilt das auch für die Havarie im AKW Fukushima, die neben Personenschäden und Todesfällen auch japanische Produkte in Mitleidenschaft gezogen hat. Wie der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) berichtet, formieren sich derzeit Unternehmen in Krisenstäben, um die Frage möglicher Kontamination japanischer Lieferungen zu klären. Gesucht werden alternative Hersteller und Produkte.

Nachtrag am 30.04.2013

Die Tragödie geht weiter. Wie der Spiegel berichtet, laufen die Fukushima-Reaktoren mit Grundwasser voll, womit es kontaminiert wird. Man versucht offenbar einerseits, den Wasserfluss von den Reaktorgebäuden fernzuhalten und andererseits die in Strahlungsbereiche fließende Wassermassen in Tanks aufzufangen und zu speichern.