Social Media in der Instandhaltung: Nützliche Tools konsequent einführen

Wenn Social Media in Unternehmen eingesetzt wird, ist das zweifellos auch für den Bereich der Instandhaltung ein Thema. Allerdings wird der Nutzen von Social Media von Branche zu Branche extrem unterschiedlich beurteilt. Social Media als Handwerkszeug der Instandhaltung zu betrachten ist die eine Sache, Social Media-Tools entsprechend erfolgreich zu aktivieren eine andere. Wir befragen hierzu Jan Westerbarkey, der den Einsatz von Social Media in der Instandhaltung als zwingende Notwendigkeit betrachtet. Jan Westerbarkey ist Geschäftsführer der Westaflex, Gütersloh.

Herr Westerbarkey, Social Media dient der Kommunikation mit Kunden und solchen, die es werden sollen – um deren Anforderungen und Wünsche zu erkennen. Gehört das auch zur Aufgabe einer innerbetrieblichen Instandhaltung?

Die externe Kommunikation ist von der internen Kommunikation genauso ungenau zu unterscheiden, wie die B2C- von der B2B-Kommunikation. In allen Fällen handelt es sich um Nachrichten „von Menschen für Menschen“. Eine Sonderform ist allerdings der Mensch-Maschine-Dialog. Spitzfindig ist sicherlich der grundlegende Unterschied zwischen Kommunikation, Information und Nachricht.

Was macht diesen Unterschied aus?

Während Kommunikation auch die Aspekte der betrieblichen Hierarchie einbezieht, und nur teilweise Interaktionen erlaubt, ist der Austausch von Mitteilungen oder Nachrichten neutral. Ich glaube, dass Letzteres auch den Ursprung im sogenannten Geschichtenerzählen hat. Und da man – beispielsweise mit klassischen Heldengeschichten – unglaublich motivieren kann, setzen wir bei Westaflex besonders auf diese Art von „Kopfkino“.

Was bedeutet das nun für den Umgang mit Social Media Tools?

Im privaten Gebrauch sind Web 2.0-Tools nicht mehr wegzudenken, insbesondere für das Teilen von Nachrichten. Es liegt also nahe, diese sozialen Tools auch in betrieblichen Teams zu nutzen. In der Biologie nennt sich dieses Verhalten Mimikry oder Analogie, das auch in unseren Betrieben genutzt wird – bei geringem Schulungsaufwand und mit hohem Spassfaktor. Ausserdem ist der Zugriff auf Information und Dokumentation auch über mobile Endgeräte  jederzeit und überall möglich.

Wie sind Inhalte und Botschaften zu kommunizieren?

Die Mischung macht es aus – und es muss menscheln. Zugriff und Ablage im Fall gemeinschaftlich genutzter Instandhaltungs-Dokumente sind unterschiedlich – es gibt Home-, Pool- und Team-Datenlaufwerke. Anfänglich kann das eigene Info-Cockpit einen Überblick bieten – zu neuen Diskussionen, Projekten und entsprechenden Unterlagen.

Stichwort Industrie 4.0 –  was ist hierbei zu beachten?

Was die Vorbereitungen und Interaktionen zu Industrie 4.0 betrifft, so lautet die Botschaft, alle Informationen auf mobilen Endgeräten papierlos zu nutzen. Dabei kann man – quasi nach Fingerabdruck – jedem Endgerät Funktionen nach Rollen und Rechten sowie den räumlichen Aufenthaltsort zuweisen. Wenn Handys bereits Barcode-Scanning ermöglichen, verschmelzen sie zu einem Multifunktionsgerät mit sozialer Mitteilungs-Komponente. Datenschutz manifestiert sich im Geräte-Management und der Netzwerk-Infrastruktur (Hotspot). Übrigens wird derzeit von keinem ERP-System eine Dokumenten-Ablage und ihre Aufbereitung geboten. Um auf allen Betriebssystemen anwendbar zu sein, hat sich  Westaflex deshalb bewusst für eine Browser-basierte Bedienung entschieden. Dort hat Multimedia ja auch seinen Ursprung – wie etwa bei eBooks, eLearning oder Wiki.

Eine innerbetriebliche Instandhaltung verhält sich traditionell bedingt eher reserviert gegenüber der Öffentlichkeit. Was muss sich da konkret ändern?

Instandhaltung kann es sich nicht mehr erlauben, eine Insel zu sein. Im Fall von 8D-Report – oder anderen partizipativen Techniken der Qualitätssicherung – wird über Unternehmens- und Abteilungs-Grenzen hinweg zugearbeitet. Gute Social Media Richtlinien umfassen sämtliche Prozesse und sensibilisieren alle Mitarbeiter. Ohne soziale Team-Werkzeuge reibt sich die Instandhaltung auf, zumal sie dann auch nicht die Erwartungshaltung der Generation Y erfüllt. Es sind die Arbeitsweisen, die sich ändern – selbst wenn die Beteiligten gleich bleiben, kommt der Wandel. Wer nicht unter Zugzwang entscheiden möchte, gibt daher heute schon die Richtung vor.

Wenn man mehr von Ihnen zu instandhaltungsspezifischer Social Media erfahren möchte – welche Möglichkeiten bieten Sie an?

Ein Abgucken von Westaflex ist gewünscht und gewollt! Als wir uns vor vielen Jahren auf den Weg machten, hätten wir uns gerne die Unterstützung von Verbänden und der IHK gewünscht – stattdessen stießen wir nur auf vornehme Zurückhaltung. Somit freuen wir uns über den Erfahrungsaustausch auf der Nürnberger Fachtagung, um gemeinsam zu optimieren und zu wachsen. Das ist auch das Motto unserer „Open Plattform“: Gemeinsam nutzen ist das neue Kaufen – arbeiten in der Datenwolke gehört dazu.

Herr Westerbarkey, herzlichen Dank für Ihre Sichtweise, wie Social Media im Bereich der Instandhaltung zu integrieren ist.

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Social Media in der Instandhaltung: Nützliche Tools konsequent einführen
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Social Media ist auch in der Instandhaltung kein Fremdwort - denn die Instandhaltung kann es sich nicht mehr erlauben, eine Insel zu sein.
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