Spähprogramme – Vertrauen von Verbrauchern und Unternehmen gefährdet

Es geht um nichts weniger als das weltweit gefährdete Vertrauen von Verbrauchern und Unternehmen in die IT-Branche sowie den „unberechtigten Zugriff“ durch Regierungsstellen auf Daten bei Internetdiensten und IT-Anbietern. Ob Bundestrojaner, die Überwachungssoftware FinSpy oder aktuell vorgeführte Spähprogramme wie Prism – Initiativen dieser Art wirken zerstörerisch auf eine offene Gesellschaft, wenn entsprechende Überwachungsmaßnahmen ohne rechtsstaatliche Grundlage und im Dauereinsatz etabliert sind. Es verwundert nicht, dass der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. entsprechende Transparenz einfordert.

Spähprogramme – Ergänzung vom 11. 06.2013

Auch der Standpunkt des Bundesverbandes IT-Mittelstand e.V. (BITMi) setzt ein deutliches Zeichen: „Die erhobenen Vorwürfe der Internet-Ausspähung durch den US-Geheimdienst gefährden weltweit die Freiheit des Einzelnen und die Freiheit des Internets insgesamt.“ Zweifelsfrei wird festgestellt, dass die IT-Wirtschaft mit unangenehmen Folgen zu rechnen hat, wenn das Vertrauen der Verbraucher und Unternehmen durch die Überwachung des Internets nachhaltig erschüttert wird.

Spähprogramme – Ergänzung vom 11. 06.2013

Die Erkenntnisse der Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft e.V. lesen sich angesichts der „Spionagevorwürfe“ wie ein Hohn. Als eine zentrale Aussage ihrer 11. WIK/ASW-Sicherheits-Enquete sind die Sicherheitsexperten der Unternehmen mit der behördlichen Unterstützung bei der Abwehr von Spionage aller Art  mehrheitlich zufrieden: 70% sind der Auffassung, dass der Staat genug für die Spionageabwehr tut, 26% hoffen auf ein zusätzliches Engagement, 4% auf weniger. Signifikante 35% der Experten wünschen sich allerdings mehr Informationen zum Wirtschaftsschutz.

Spähprogramme – Ergänzung vom 15. 06.2013

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik definiert in seinen BSI-Veröffentlichungen zur Cyber-Sicherheit, die der „Sensibilisierung“ dienen sollen: „Cyber-Angriffe durch staatliche Nachrichtendienste dienen – im Gegensatz zur Wirtschaftsspionage – nicht primär finanziellen Interessen, sondern der Informationsbeschaffung und der Einflussnahme.“ Eine direkte Stellungnahme zum Spähprogramm Prism lehnt das BSI ab. Und der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) kritisiert die in Deutschland bedenkliche Abhängigkeit von digitalen US-Technologien und sieht sich bestätigt, verstärkt Software-Produkte „Made in Germany“ zu empfehlen.