Total Cost of Ownership: Technische Systeme wirtschaftlich betreiben

Das Modell des Total Cost of Ownership (TCO) gilt unverändert als praktikable Variante einer Kooperation zwischen Herstellern technischer Systeme und deren Betreibern – mit dem Ziel, einen wirtschaftlichen Betrieb zu gewährleisten.

Im Rahmen des Total Cost of Ownership bieten sich Wettbewerbsvorteile für den Systemhersteller, der die Summe von Verkaufspreis und Folgekosten plausibel erklären kann. Eventuell gewinnt ein hochpreisiger Systemanbieter mit moderaten Folgekosten an Attraktivität – ein niedrigpreisiger Systemanbieter mit ausufernden Folgekosten eher nicht.

Total Cost of Ownership – Summe über der Zeitachse

Maßgeblich für das Total Cost of Ownership sind die Gesamtkosten aus dem Lebenszyklus – also nicht nur die Investitionskosten einer Anlage sondern auch die gesamten Folgekosten des Betriebs. Als solche gelten etwa die Energiekosten, Kosten der Instandhaltung oder der Modernisierung – bis hin zu den Entsorgungskosten.

Um die Betriebskosten technischer Systeme in den Griff zu bekommen, sind sowohl die primär spezifizierten als auch die für den Lebenszyklus prognostizierten Betriebsdaten relevant.  Es gilt, möglichst exakt den Aufwand zu fixieren, über den sich die Verfügbarkeit technischer System gewährleisten lässt – entlang einer definierten Zeitachse.

Total Cost of Ownership – gedeckelt unter Kontrolle

Der Instandhaltungsumfang eines technischen Systems und dessen Ausfallverhalten spielen naturgemäß eine besondere Rolle. Eine vertraglich vereinbarte, beziehungsweise erlaubte Anzahl an Störungen kann als jährlicher maximaler Grenzwert vorgegeben sein – hierbei ist möglich, lediglich ausgewählte Komponenten eines Systems zu berücksichtigen. Damit sind Instandhaltungskosten im Total Cost of Ownership mehr oder weniger gedeckelt – für einen Betreiber ziemlich erstrebenswert.

Ist ein akuter Störfall als „TCO-Ereignis“ erkannt, geht dieses zu Lasten des Herstellers. Der Betreiber trägt lediglich die Störfälle, die durch ihn selbst oder von ihm beauftragte Dritte verursacht wurden  – bedingt durch unterlassene oder fehlerhafte Aktivitäten. Die Nachprüfbarkeit eines Störfalls muss in jedem Fall gewährleistet bleiben.

Kontrolliert wird nach definierten Zeiträumen, in welchem Verhältnis die Anzahl der akzeptierten Störungen zum Störfallaufkommen steht. Wenn die Anzahl der eingetretenen TCO-Störfälle größer ist als vereinbart, gibt es in der Regel noch eine Toleranzgrenze. Wird diese überschritten, beginnt die Berechnung von Störfällen gegenüber dem Hersteller – falls diese durch betriebsinterne Instandhalter bearbeitet wurden.

Wird die Anzahl der insgesamt „eingeplanten“ Probleme vor Ende einer definierten Gesamtbetriebsdauer überschritten, ist das nicht nur teuer sondern kratzt auch am Renommee eines Herstellers – aufgrund qualitativer Fehleinschätzungen. Wird der Systemhersteller kontinuierlich mit Betriebsdaten versorgt, ist diese Gefahr weitgehend gebannt – vorausgesetzt das Wissen wird genutzt, um frühzeitig auf Abweichungen zu reagieren und das Systemverhalten präventiv zu stabilisieren.

Total Cost of Ownership – partnerschaftlich ausbalanciert

Spätestens am Punkt der kontinuierlichen Systemverbesserung ist klar, dass das Modell des Total Cost of Ownership dann nicht mehr funktioniert, wenn die konzeptionellen Verbesserungen technischer Systeme bestenfalls gewürdigt aber nur unzureichend vergütet werden. Total Cost of Ownership muss finanziell ausbalanciert sein, wenn es um die kooperative Optimierung technischer Systeme geht. Gelingt das, präsentiert sich TCO mit einer starken partnerschaftlichen Komponente.

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Total Cost of Ownership: Technische Systeme wirtschaftlich betreiben
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Total Cost of Ownership ist eine Herausforderung für das partnerschaftliche Verhältnis zwischen Hersteller und Betreiber technischer Systeme. Die kontinuierliche Optimierung technischer Systeme hängt ab von einem entsprechenden Austausch von Betriebsdaten und einer ausbalancierten Finanzierung der Systemverbesserung.
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