Virtual Reality Service-Center: Servicefreundliche Produktentwicklung

Eine professionelle Betreuung technischer Systeme berücksichtigt eine ganze Reihe von Parametern, auf die das Servicemanagement unmittelbaren Einfluss hat. Primär muss sich der Service jedoch auf systemimmanente, konstruktive Gegebenheiten einstellen. Ist die technische Zuverlässigkeit eines Systems außerhalb der Toleranzgrenzen, sind gegebenenfalls konstruktive Korrekturen erforderlich; das gilt genauso für einen zeitlich inakzeptablen Serviceaufwand.

Virtual Reality – Nachträgliche Anpassungen sind nicht nur kostspielig sondern kratzen auch am Image der Herstellerunternehmen

Insofern empfiehlt es sich, bereits in der Entwicklungsphase technischer Systeme die jeweilig erwarteten Serviceaktivitäten optimiert einzuplanen. Als sehr effektive Methode bietet sich hierzu an, servicespezifische Aktivitäten an digitalen Modellen in einer virtuellen Realität zu simulieren – also bevor technische Systeme real existieren und in Betrieb sind. So simuliert die Daimler AG beispielsweise :

  • den für Kunden problemlosen Austausch von Glühbirnen,
  • den einfachen Wechsel von Betriebsflüssigkeiten oder etwa
  • die schnelle und kostengünstige Reparatur.

Daimler nutzt ein Virtual Reality Service-Center

Über eine sogenannte Powerwall und 3D-Projektionen werden Fahrzeuge nach wartungs – und servicerelevanten Gesichtspunkten entwickelt – sichtbar über 3D-Brillen, bislang allerdings noch ohne eingeblendete Zusatzinformationen, bekannt als Augmented Reality. Es versteht sich von selbst, dass hierzu ein interdisziplinäres Entwicklungsteam mit servicespezifischem Sachverstand erforderlich ist. So können sämtliche Serviceprozesse parallel zur Systementwicklung definiert und schon vor der Markteinführung etabliert werden. Aber nicht nur das, denn diese Technologie erlaubt es natürlich außerdem, animierte Videos zum Training von Reparaturabläufen zu produzieren. Daimler begründet den Einsatz der virtuellen Fahrzeugentwicklung mit Fortschritten in der Fahrzeugtechnik, geänderten Marktanforderungen und einer starken Variantenvielfalt. Hinzu kommt sicherlich, dass es für Hersteller generell hilfreich ist, auf eine servicefreundliche Produktentwicklung zu setzen. Nur so können sich Hersteller von Vorwürfen der Obsoleszenz distanzieren, denen sie immer wieder  – berechtigt oder nicht – ausgesetzt sind.