Wertzuwachs definieren – Instandhaltung versteht sich als Werttreiber

Oberflächlich gesehen hat der Wert eines Unternehmens nichts mit unternehmenseigenen Instandhaltungsleistungen zu tun – denn eine entsprechende Wertentwicklung finden bislang keinen Eingang in die Bilanz. Das bedeutet, ein durch Instandhaltung erbrachter Wertzuwachs des Unternehmens bleibt meist unbekannt. Und das hat eine Betreiber-Instandhaltung mit einem Hersteller-Service gemeinsam, der nur als „Costcenter“ arbeitet. Denn dort wird der Serviceumsatz nicht ausgewiesen.

Wertzuwachs ausbalancieren

Ja, Instandhaltung ist ein Werttreiber, der die Verfügbarkeit produktionstechnischer Systeme optimiert, bei sinkenden Betriebskosten und während des gesamten Lebenszyklus dieser Systeme: wenn es richtig gemacht wird. Falsch ist beispielsweise, die Kosten der Instandhaltung kurzfristig zu minimieren, denn das entspricht nicht wertorientiertem Handeln. Kostenkürzung bedeutet hier: Streichen oder Verschieben geplanter Instandhaltungsarbeiten. Außerdem weisen analytische Berechnungen nach, dass eine prozentuale Erhöhung der Systemverfügbarkeit signifikant mehr Wertzuwachs bringt als die Senkung der Instandhaltungskosten, bei gleichem Prozentsatz (Quelle: Haarmann, 2004).

Wertzuwachs vergleichen

Es ist somit festzustellen, dass durch die Kürzung des Instandhaltungsbudgets das Unternehmen zwar unmittelbar an Wert gewinnt, der damit verbundene Wertverlust aufgrund einer verminderten Verfügbarkeit der Systeme aber überwiegt. Das heißt, Unternehmenswert wird durch Kürzung des Instandhaltungsbudgets vernichtet. Dienstleister oder der Herstellerservice haben hier natürlich eine Chance, ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis zustellen und Kostensenkung anzubieten ohne die Verfügbarkeit der Systeme zu verringern.

Wertzuwachs quantifizieren

Was sind nun die konkreten Wertbeiträge der Instandhaltung? Beispielsweise bringt die Inspektion Informationsgewinn über einen aktuellen Systemzustand und die Wartung Zeitgewinn gegenüber Verschleißerscheinungen. Mit der Instandsetzung gewinnt man Nutzungspotential und mit Modifikationen ist ein Gewinn an verbesserten Funktionen oder Sicherheit erreicht. Dabei steht jedem geschaffenen Wert natürlich ein entsprechender Aufwand gegenüber. Finanztechnisch erfassen lässt sich der Wertstatus durch entsprechende Kennzahlen bezüglich der Instandhaltungskosten, der Effizienz sowie des Anlagen- und Umlaufvermögens. Hieraus kann dann mittels des sogenannten „Economic Value Added“ (EVA) der Gewinnüberschuß berechnet werden.