Zeitmessung – erneute Korrektur der Zeitdienste

Der internationale Erd-Rotations-Service (IERS) in Paris verordnet dem Zeitmass erneut die Zugabe einer Schaltsekunde und aktualisiert damit sowohl die koordinierte Weltzeit (UTC) als auch unsere Mitteleuropäische Sommerzeit MESZ – so der Hinweis der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB). Die als erforderlich erachtete Korrektur der Zeitmessung erklärt die PTB aus der Differenz zwischen einer hochgenauen Atomuhr und dem nicht ausreichend stabilen Zeitmass der Erddrehung. Die zusätzliche Sekunde soll also die Sonnenzeit und die Atomzeit wieder in Einklang bringen. Seit dem 1.1. 1972 hat der IERS die 26. Schaltsekunde angeordnet.

Zeitmessung – der Zeitpunkt

Laut PTB erfolgt die Einführung der Schaltsekunde weltweit zum selben Zeitpunkt: am 30. Juni 2015 nach 23:59:59 koordinierter Weltzeit, in der mitteleuropäischen Zeitzone also am 1. Juli nach 01:59:59. Uhren, die in Übereinstimmung mit der gesetzlichen Zeit laufen sollen, müssen dann um eine Sekunde angehalten werden. Besitzer von Funkuhren brauchen sich um nichts zu kümmern. Auch mit Navis hat es bisher offenbar keine Probleme gegeben.

Zeitmessung – zur Positionierung

Wer eine Position auf der Erdoberfläche exakt bestimmen will, muss entsprechende Satelliten mit nanosekundengenauen Uhren steuern. Galileo ist ein solches Satellitennavigationssystem, das mit geplanten 30 Satelliten in 23.200 km Höhe die Erde umkreisen soll – acht Galileo-Satelliten sind bereits im All.  Jeder von ihnen hat mehrere Atomuhren an Bord und sendet Zeit- und Positionssignale zur Erde. Per Laufzeitmessung können sie dazu genutzt werden, metergenau einen Ort auf der Erdoberfläche zu bestimmen – ein Bodenkontrollzentrum muss hierzu die exakte Systemzeit bereitstellen. Auf diese Zeit können alle beteiligten Systeme zugreifen und synchronisiert werden – sowohl am Boden als auch im Orbit, beispielsweise zur Ausrichtung der Satelliten oder zur Kontrolle der von den Satelliten gesendeten Zeitsignale.

Zeitmessung – präzise Signale

Gelegentlich sollte man sich daran erinnern, dass für das Gelingen unserer Aktivitäten eine übergeordnete Dienstleistung maßgeblich beiträgt. Für technische, wirtschaftliche und alltägliche Vorgänge benötigen wir exakte Angaben über die Zeit. Zeitsignale und die sogenannte Normalfrequenz werden im Auftrag der PTB von der Firma Media Broadcast GmbH ausgesendet. Das hierzu betriebene technische System ist ein Langwellensender mit dem unspektakulären Namen „DCF77″. Die PTB ist nach dem Einheiten- und Zeitgesetz verpflichtet, die gesetzliche Zeit zu verbreiten und definiert diesen Langwellensender als hierzu wichtigstes Medium. In 2011 wurde die Verfügbarkeit des DCF77 für weitere zehn Jahre vertraglich abgesichert. Die PTB weist darauf hin, dass es in Europa langfristig außer dem DCF77 nur den „Britischen Sender MSF“ gibt. Der „Schweizer Sender HBG“ wurde mangels Nachfrage Ende 2011 offenbar eingestellt.

Zeitmessung – das Wesentliche

Im normalen Alltag ist die Schaltsekunde nicht wirklich relevant, meint die PTB – doch weit gefehlt. In einer Sekunde stecken die wesentlichen Momente – als lebenserhaltender Atemzug, erfrischender Schluck, zustimmendes Kopfnicken, auch als freundlicher Gruss, kreativer Einfall oder informativer Fingerzeig, sogar als entscheidender Schritt. Wir sollten die zusätzlichen Schaltsekunden also nicht ignorieren sondern auch im Alltag wertschätzen 😉

Zusammenfassung
Beitrag
Zeitmessung - erneute Korrektur der Zeitdienste
Beschreibung
Zeitmessung ist essentiell, entsprechende Zeitdienste geben uns Orientierung für aufeinander abzustimmende Prozesse und Aktivitäten. Das setzt präzise Zeitsignale voraus, die entsprechend überwacht und korrigiert werden.
Autor