3D-Drucker im Einsatz – Mehr Wettbewerb in der Ersatzteilproduktion

Die Ersatzteilversorgung stützt sich auf spezifiziertes Wissen und fortlaufende Erkenntnisse, was die Standzeiten der Bauteile technischer Systeme betrifft – entsprechende Stückzahlen werden von Systemherstellern präventiv produziert. Neben den herkömmlichen Fertigu3d-druck-ersatzteilengsverfahren kommt zunehmend der 3D-Druck von Ersatz-teilen ins Spiel, der die Wirtschaftlichkeit der Ersatzteilversorgung steigern soll.
Inwieweit das möglich ist, soll im IPRI-Forschungsprojekt „Ersatzteil3D” geklärt werden. Dieses Produktionsverfahren beeinflusst jedenfalls die potenziellen Ersatzteilproduzenten.

3D-Drucker im OEM-Betrieb

Hersteller mit hoher Fertigungstiefe werden den 3D-Druck sicherlich einsetzen, wenn sich damit die Lagerhaltung von Ersatzteilen optimieren läßt und sich kurzfristige Anforderungen trotzdem problemlos bewältigen lassen. Besonders interessant sind hierbei die teuren Ersatzteile, die naturgemäß nur ungern auf Vorrat produziert werden, weil sie die Kapitalbindung drastisch erhöhen. Die OEMs könnten auch das Ziel verfolgen, die Lagerhaltung von Ersatzteilen weitgehend abzuschaffen und stattdessen 3D-Drucker direkt bei den Kunden zu installieren.

3D-Drucker im Zulieferbetrieb

Hersteller mit geringer Fertigungstiefe – eventuell sogar im reinen Montagebetrieb – verlassen sich weitgehend auf ihre autorisierten Zulieferer, auch was die Ersatzteilproduktion betrifft. Entwickelt sich der 3D-Druck jedoch zu einer wirtschaftlich interessanten Alternative, könnten selbst die Montagebetriebe ihre Fertigungstiefe überdenken. Zulieferer wären dann gefordert, ihrerseits den 3D-Druck zu nutzen, um über attraktive Serviceangebote ihre Kooperation abzusichern. Der Einsatz von 3D-Druckern wäre für Zulieferer dann ein ernst zu nehmender Wettbewerbsfaktor.

3D-Drucker im Produktionsbetrieb

Betreiber von Maschinen und Anlagen bemühen sich von Haus aus, ihre Ersatzteilbestände so gering wie möglich zu halten. In der betriebsinternen Instandhaltung werden meist zu hohe Bestände befürchtet und eine mit “Überschüssen” erkaufte Sicherheit gilt als teuer und trügerisch: “Probleme könnten so kaschiert werden und ein noch größeres Ausmaß annehmen”. Wirtschaftlich interessante 3D-Drucker dürften den Betreibern also sehr gelegen kommen – und zwar im Hinblick auf eine herstellerübergreifende Ersatzteilproduktion für die installierte Basis. Trotzdem ist zu erwarten, dass sich Betreiber auch weiterhin auf die Ressourcen der Maschinen- und Anlagenbauer verlassen.

3D-Drucker im Plagiatorbetrieb

Falls die vermutlich wirtschaftlich interessant einsetzbaren 3D-Drucker auch preiswertere Ersatzteile zur Folge haben, dürfte es den “Ersatzteilpiraten” künftig schwerer fallen, sich auf diesem Markt zu behaupten. Trotzdem ist zu erwarten, dass  3D-Drucker auch von Ersatzteilpiraten genutzt werden und gefälschte Teile weiterhin im Umlauf sind. Inwieweit solche Ersatzteile die relevanten Merkmale von Originalteilen erfüllen oder lediglich illegitim als solche deklariert sind, ist eine andere Frage.

Zusammenfassung
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3D-Drucker im Einsatz - Mehr Wettbewerb in der Ersatzteilproduktion
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3D-Drucker präsentieren sich als wirtschaftliches Produktionsverfahren - was offenbar noch genauer nachzuweisen ist, auch für die Ersatzteilproduktion. Mehr Wettbewerb in der Produktion von Ersatzteilen kann jedenfalls erwartet werden.
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