Datenspionage – Vertrauen weitgehend aufgebraucht

Datenschutz und unberechtigter Datenzugriff stehen erneut im Brennpunkt. Über Jahre sollen Ziele in Westdeutschland und Europa von der “NSA” ausgespäht worden sein – toleriert vom BND, nach Erkenntnissen des SPIEGEL. Das würde zumindest erklären, weshalb das von deutscher Seite angestrebte “No-Spy-Abkommen” zwischen Deutschland und den USA bislang so erfolgreich verdrängt wurde.

Datenspionage – das Vertrauen

Das generelle Vertrauen in die Kommunikationssysteme ist längst nachhaltig gestört – das gilt sowohl für den persönlichen Bereich als auch für Unternehmen. Auch die kontrovers betrachtete und trotzdem in 2015 angestrebte Vorratsdatenspeicherung erscheint in diesem Zusammmenhang in einem neuen Schlaglicht. Es fällt schwer zu glauben, dass selbst eine eingeschränkte Vorratsdatenspeicherung nicht mißbraucht wird, von wem auch immer. Der Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. bezweifelt die Tragfähigkeit der geplanten Vorratsdatenspeicherung und reklamiert außerdem das “Recht auf Vergessenwerden“.

Datenspionage – die Abwehr

In Richtung EU reklamierte der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) schon 2013, die Anti-FISA-Klausel wieder zu aktivieren – integriert in der EU-Datenschutzgrundverordnung. Aufgrund “bedrohlicher, softwaregestützter Spähdienste”  hat der BITMi frühzeitig einen neuen Markt für Sicherheitssoftware “Made in Germany” propagiert. Lösungen zum Schutz vor unautorisierten Zugriffen auf vertrauliche Daten stehen hoch im Kurs. Mit Software zur Identifikation und zu Vorhersagen von IT-Sicherheitsrisiken bekämpft man Cyber-Attacken – und Großrechner stehen als sichere Alternative zu Cloud-Lösungen bereit.

Datenspionage – die Absicherung

Hersteller von Systemen einer “globalen Machine-to-Machine-Kommunikation” (M2M) sollten nicht nur Garantien für die Hardware abgeben sondern auch deren Risiko von Manipulation und Ausspähungen verringern – diese Empfehlung hat der Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V.  2014 ausgesprochen. Und von Seiten der Versicherer wird Unternehmen empfohlen, bei ihren IT-Dienstleistern nachzufragen, gegenüber welchen Risiken sie eigentlich abgesichert sind – entsprechend ergeht die Empfehlung an die IT-Dienstleister, Umfang und Grenzen ihres Haftpflichtschutzes auszuloten.

Datenspionage – die Spezialisten

Es ist zu vermuten, dass verbesserte Daten-Schutzsysteme unmittelbar verbesserte Daten-Spähsysteme provozieren und umgekehrt – ein Wettlauf zwischen Spezialisten gegensätzlicher Interessengruppen. Die IBM hat jedenfalls schon mal auf ihre weltweite Kooperation mit 200 Universitäten aufmerksam gemacht, mit dem Ziel, eine neue Generation von IT-Sicherheitsexperten auszubilden – die sich ihre zukünftigen Arbeitgeber dann sicherlich aussuchen können.

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Datenspionage - Vertrauen weitgehend aufgebraucht
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Datenspionage geht in eine neue Runde - das Ausmass und die Umstände, die zu unberechtigten Datenzugriffen führen, sind unerträglich und sollen bekämpft werden. Wie immer ist entscheidend, wer am längeren Hebel sitzt und über entsprechende Möglichkeiten verfügt.
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