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Zukunft gestalten – Denkmuster neu ausrichten

Absichern der Zukunftsfähigkeit

Das servicetypische Bestreben, abgesicherte Verhältnisse zu realisieren, erscheint zunehmend als globales Handlungsmuster – allerdings reicht dessen Bandbreite von innovativen Denkansätzen bis hin zum Besitzstandsdenken. In jedem Fall stellt sich die Frage der Zukunftsfähigkeit. Beschädigte Glaubwürdigkeit, lavierendes Schönreden oder der Versuch, aufklärende Transparenz zu blockieren, stehen einer prosperierenden Zukunft entgegen. Vielmehr muss ans Tageslicht, was irgendwann “unter den Teppich gekehrt” oder vielleicht “im Meer versenkt” wurde – um Zukunft zu gestalten, muss man die Fakten der Realität akzeptieren. Werden diese ignoriert, erscheint Zukunftsfähigkeit als verspieltes Potenzial – die Zerstörung von Lebensgrundlagen ist eine Folge von Fehlentscheidungen. Es gilt, bisherige Denkmuster konsequent zu hinterfragen und neu auszurichten..

Zugriff auf Datenquellen

Die Bewertung von Produkten und Leistungen in Onlineportalen kann angemessen sein, den Tatbestand der Geschäftsschädigung erfüllen oder manipulierten Empfehlungen folgen. Solche Aussagen bleiben persönliche Vertrauenssache, solange sie nicht durch zweifelsfrei verlässliche Institutionen evaluiert sind. Allerdings darf ein Bewertungsportal Beiträge selbst beurteilen und die Kriterien einer Selektion müssen nicht offen gelegt werden – so ein aktuelles Gerichtsurteil. Ob berechtigt oder nicht, man könnte von Datenklitterung sprechen. Ein Datenleak wiederum, korreliert mit den eingesetzten Schutzvorkehrungen der Datenquellen. Gefährdet sind etwa Unternehmen, deren Betriebssysteme nicht aktualisiert werden oder so veraltet sind, dass Schwachstellen zunehmend als “Einfallstore” gelten. Andererseits gibt es auch Versuche, etablierten Datenschutz aufzuweichen – so soll das Grundrecht des Fenmeldegeheimnisses nicht mehr im Ausland gelten. Begründet wird das mit einer “strategischen Fernmeldeaufklärung zur Überwachung von Ausländern im Ausland”. Investigativer Journalismus gerät so allerdings ins Kreuzfeuer – gefährdet sind ausländische Journalisten und ihre schutzwürdigen Informanten, aber auch deutsche Journalisten sind so nicht mehr geschützt.

Neutralisieren von Konflikten

Bestimmte Aktivitäten dienen in der Regel dem jeweiligen Zweck diverser Interessengruppen. Natürlich sucht jede Strategie ihre Verbündeten – wer ernsthaft etwas durchsetzen will, braucht Unterstützer. Das wiederum führt zu mehr oder weniger stabilen Kooperationen – sowohl mit gegenseitigem als auch mit internem Konfliktpotenzial. Spätestens, wenn Konflikte erkennbar sind, sollten konfliktimmanente Verhaltensmuster durch smarte, also vorteilhaftere Verhaltensmuster ersetzt werden. Dann besteht eine reelle Chance der Konfliktbewältigung. Festgefahrene Konflikte resultieren in der Regel aus dominanten Verhaltensweisen. Nachgiebigkeit wird hierbei oft als Gesichtsverlust gewertet – das Potenzial langfristiger Gewinne wird dabei übersehen. Wenn die Annäherungsbereitschaft eingefroren ist, können neutrale Schiedsstellen oder Moderationsangebote hilfreich sein – falls diese von allen Konfliktparteien akzeptiert sind. Gelegentlich torpedieren lediglich individuelle Interessen ein gemeinsam angestrebtes Ziel. Dann sind vielleicht nur Protagonisten auszutauschen, um Konflikte zu lösen. Resultieren Konflikte in Machtmissbrauch, drängen sich Sanktionen auf – der Erfolg dieser “Schmerztherapie” ist umstritten.

Neue Geschäftsmodelle – Ressourceneffizienz macht den Unterschied

Service ist bekanntlich auf Nachhaltigkeit ausgerichtet – also auf die Realisierung möglichst langer Produktlebenszyklen. Allerdings bestimmt, unter anderem, Design und Ressourceneffizienz der Produkte auch den Serviceaufwand und damit dessen Nachhaltigkeit. Vor diesem Hintergrund kann sich der Service ressourceneffizienten Methoden nicht verschliessen. So lassen sich Bauteile nicht nur herkömmlich sondern auch über den 3D-Druck fertigen – entsprechend spezifizierte Datensätze vorausgesetzt. Das gilt natürlich auch für digitalisierte Ersatzteile. Hierbei eröffnen sich beachtenswerte Vorteile. So ist das digitalisierte Ersatzteil ein wesentlicher Beitrag zur Reduktion von Kapitalbindung, Logistikkosten, Lagerkosten und Lagerhaltungsschäden. Das gilt umso mehr, wenn man auch den parallelen Bedarf an optimierten und optionalen Ersatzteilen, im Bereich der produktspezifischen Upgrades und Updates, berücksichtigt.

Lebensdauer der installierten Basis

Eine entsprechend ressourcenschonende Produktion ist bedarfsgesteuert und an jedem Ort der Welt realisierbar. Dieser Ausblick mag “Zulieferern” nicht unbedingt gefallen – sie werden sich darauf einstellen müssen. So gibt es bereits Anzeichen in der Automobilindustrie, das Potenzial der Eigenfertigung auszubauen. Es ist anzunehmen, dass hierzu neueste Fertigungstechnologie zum Einsatz kommt. Vor diesem Hintergrund ist auch denkbar, dass 3D-Drucker zunehmend in der betriebsinternen Instandhaltung etabliert werden. Insofern könnten digitalisierte Ersatzteile auch die Lebensdauer von Maschinen und Anlagen verlängern – im Sinne eines nachhaltig geführten Produktionsbetriebs.

Ressourceneffizientes Denken

Welche Auswirkungen das digitalisierte Ersatzteil auf dessen Preis hat, bleibt abzuwarten. Es ist aber davon auszugehen, dass auf der Basis veränderter Gegebenheiten und Voraussetzungen auch neu kalkuliert werden muss. Außerdem könnte man mutmaßen, dass das klassische Ersatzteilgeschäft durch das Geschäft mit 3D-Datensätzen abgelöst wird. Ressourceneffizientes Denken vergrößert also das Potenzial der Geschäftsmodelle. Die Möglichkeiten, unternehmerische Aktiviäten durch Ressourceneffizienz zu stärken sind vielfältig – und schon seit geraumer Zeit ein Thema der Effizienzagentur NRW. Eine aktuelle Broschüre informiert über das Potenzial der Ressourceneffizienz.

Wirkungsvoller CO2-Preis

In diesem Zusammenhang gilt auch der CO2-Fußabdruck immer mehr als Verkaufsargument. Die Offenlegung der Produktion von Kohlendioxid muss jedoch weiter forciert vorangetrieben werden. Es gilt, die Emissionen umweltschädlicher Treibhausgase nachvollziehbar zu bemessen und finanziell zu bewerten. Produkthersteller, Dienstleister, Zertifizierungsstellen, sowie Qualitätsmanagementbeauftragte und Ökobilanzierer sind gefordert – flankiert von der ISO 14067. Die Crux ist der CO2-Preis und seine Reform: eine MCC-PIK-Expertise definiert die Optionen.

Betriebssicherheit zuerst – zwischen bewährter und innovativer Technologie

Die Anpassungsfähigkeit von Produktionbetrieben an veränderte Vorgaben und Erwartungen bestimmt deren weitere Wettbewerbsfähigkeit. Das schliesst Sicherheitsdenken keinesfalls aus, im Gegenteil. Faktoren der Betriebssicherheit sollten den Veränderungsprozess zwingend begleiten – hierbei zählt die Risikoabwägung. So propagiert Prof. Dr. Lennart Brumby den Einsatz innovativer Technologie umsichtig zu realisieren. Professor Brumby ist Studiengangsleiter für das Service-Ingenieurwesen, an der dualen Hochschule Baden-Württemberg Mannheim.

Herr Brumby, welche “analogen Werte” behalten auch in einem “digitalisierten Produktionsbetrieb” ihre Bedeutung?

Bei allen Digitalisierungsbemühungen von Produktionsunternehmen ist zu beachten, dass die eigentliche Wertschöpfung immer noch in der physischen Welt stattfindet, also der Produktion. Und in dieser Produktion werden auch in Zukunft noch Menschen arbeiten, deren Kompetenz und Motivation wesentliche Erfolgsfaktoren sind. Auch wenn man vielleicht über den “digitalen Zwilling” alle Daten einer Maschine in der digitalen Welt repräsentieren kann, so wird man aber nicht die Kompetenz und erst recht nicht die Motivation der Mitarbeiter digital abbilden können.

… in der menschenleeren Roboterfabrik erhöht sich das Instandhaltungspotenzial um ein Vielfaches – sehen Sie das auch so?

Erstmal glaube ich nicht, dass wir menschenleere Fabriken in Zukunft haben werden. Die vollständige Automatisierung aller Tätigkeiten wird nicht wirtschaftlich sein. Natürlich steigt mit zunehmender Technik in der Produktion auch der Instandhaltungsbedarf. Allerdings halte ich dabei eher einen proportionalen Anstieg für realistisch. Dieser Instandhaltungsbedarf wird aber zunehmend von informationstechnischen Problemen geprägt sein.

Inwieweit haben sich die “Studieninhalte im Service-Ingenieurwesen“ in den letzten Jahren verändert?

Die Digitalisierung hat massiven Einfluss auf die Lehrinhalte in meinem Studiengang. Wir haben in den letzten Monaten das Curriculum für Service-Ingenieure grundlegend auf die Anforderungen der Industrie 4.0 angepasst – und werden ab diesem Jahr unter dem Studiengang des Integrated Engineerings erstmals die Studienrichtung “Service Engineering” anbieten. In dem Curriculum sind unter anderem Vorlesungen mit großem Industrie- 4.0-Bezug neu hinzugekommen – wie beispielsweise zu Datenbanken, Predictive Maintenance und zur IT-Security.

… würden Sie auch “etablierten” Instandhaltern empfehlen, Service Engineering berufsbegleitend zu studieren?

Auf jeden Fall müssen die heutigen Instandhalter prüfen, inwieweit sie noch ausreichend qualifiziert sind, um die Probleme in ihrer zukünftigen Fabrik lösen zu können. Unbestritten ist, dass wir in nahezu allen Bereichen mehr digitale Kompetenzen benötigen. Wie die bereits berufstätigen Instandhalter sich diese und weitere Kompetenzen aneignen – da gibt es verschiedene Wege. Mein Studiengang orientiert sich jedoch eher an Berufsanfängern, die dual studieren wollen.

Inwieweit werden klima- und umweltpolitische Entscheidungen die innerbetriebliche Instandhaltung beeinflussen?

Die Suche nach Potenzialen zur Energieeinsparung in der Produktion gehört schon lange zum typischen Aufgabenpaket der Instandhaltung. Nicht zuletzt durch die ISO 50000 zum Energiemanagement und den damit einher gehenden Zertifizierungen vieler Produktionsunternehmen sind die Energieeffizienz und der Umweltschutz feste Zielgrößen aller Unternehmensbereiche und insbesondere auch der Instandhaltung. Ich denke, dass mit den jüngst beschlossenen Klimaschutz-Gesetzen die Unternehmen sich verstärkt für einen optimalen und damit auch energieeffizienten Zustand der Produktionsanlagen einsetzen müssen. Die innerbetriebliche Instandhaltung ist dabei wahrscheinlich der Hauptakteur.

In welchem Ausmaß zwingt künstliche Intelligenz zum Algorithmieren von Maintenance Prozessen?

Das sehe ich auf absehbare Zukunft nicht. Instandhaltungsprozesse sind heute und auch in Zukunft davon geprägt, dass sie eine hohe Varianz haben, also immer wieder sehr unterschiedliche Problemlösungen benötigen. Bei einer solchen Varianz wird es kaum möglich sein, einen intelligenten Algorithmus anzulernen. Der Mensch mit seiner komplexen Intelligenz wird – Gott sein Dank – weiterhin nicht so leicht zu ersetzen sein, auch nicht in der Instandhaltung.

… und im Standardbereich?

Da sind die Voraussetzungen für einen Einsatz der künstliche Intelligenz natürlich wesentlich besser. Die Schwierigkeiten sind dabei weniger in der Technik als vielmehr in den rechtlichen Rahmenbedigungen zu sehen, die für den Einsatz von künstlicher Intelligenz notwendig sind. Wer haftet beispielsweise dafür, wenn ein intelligenter Algorithmus in der Produktion Entscheidungen trifft, die ein Mensch so nicht getroffen hätte? Hier haben wir dann ähnliche Fragen zu klären wie in der aktuellen Diskussion zum autonomen Fahren.

Die Gewährleistung der Betriebssicherheit ist oberste Maxime – spricht das für den zweigleisigen Einsatz sowohl bewährter als auch innovativer Technologie?

Das ist nicht leicht zu beantworten. Einerseits gibt es in einem Produktionsbetrieb viele Gebiete, die mit KI gut unterstützt werden können, andere Gebiete wird man lieber dem Menschen überlassen wollen. Das spricht für einen solchen zweigleisigen Einsatz der Technologien. Andererseits wissen wir aus den Überlegungen zum autonomen Fahren, dass gerade der “Mischverkehr”, also wenn zeitgleich autonom gesteuerte wie auch vom Menschen gesteuerte Fahrzeuge auf der Straße sind, besondere Gefahrenmomente hervorruft. Pauschale Empfehlungen zum  Einsatz der künstliche Intelligenz sind daher kaum möglich.

Wie beurteilen Sie die aktuelle Balance zwischen innerbetrieblicher Instandhaltung, externen Dienstleistern und Herstellerservice?

Mit der zunehmenden Komplexität unserer Investitionsgüter wird es für eine innerbetriebliche Instandhaltung wie auch für externe Dienstleister immer schwieriger, diese Maschinen zu verstehen und somit auch instandsetzen zu können. Hier schaffen sich die Anlagenhersteller ein Servicegeschäft, bei dem sie durch komplexe Technik und einmalige Ersatzteile andere Dienstleister und oft auch die innerbetriebliche Instandhaltung verdrängen. Ich glaube daher, dass wir aktuell und auch in Zukunft eine Verschiebung zu den Herstellerservices erleben werden.

Wenn man mehr von Ihnen über den umsichtigen Einsatz innovativer Technologie erfahren möchte – welche Möglichkeiten bieten Sie an?

Hier kann ich die diesjährige IFC-Tagung Instandhaltung sehr empfehlen. Mit einem guten Mix aus Fachvorträgen zu technischen Aspekten der Digitalisierung der Instandhaltung und Vorträgen zur Arbeitsgestaltung werden, unter anderem, auch wieder viele Praxisvorträge präsentiert und interessante Beispiele zu Rechtsfragen in der Instandhaltung beleuchtet. Diese Tagung ist für mich eine sehr gute Zusammenfassung der aktuell brennenden Themen in der Instandhaltung.

Herr Professor Brumby, herzlichen Dank für Ihre aufschlussreichen Stellungnahmen zur Betriebssicherheit in einem innovativen Produktionsbetrieb.

Ersatzteile – 3D-Druck verdrängt Lagerhaltung

Die Ersatzteilversorgung stützt sich auf spezifiziertes Wissen und fortlaufende Erkenntnisse, was die Standzeiten der Bauteile technischer Systeme betrifft. Entsprechende Stückzahlen werden in der Regel noch präventiv produziert – und kapitalbindend bevorratet. Und produktspezifische Verbesserungen führen naturgemäß zu Folgekosten – durch den Upgrade bevorrateter Ersatzteile und gegebenenfalls eine Vervielfachung der Lagerhaltung. Als sinnvolle Alternative bietet sich an, spezifisch definierte Ersatzteile per 3D-Druck fallweise zu produzieren – vorausgesetzt, Qualität und Geschwindigkeit der 3D-Ducker entspricht den Anforderungen.

3D-Drucker im OEM-Betrieb

Hersteller mit hoher Fertigungstiefe werden den 3D-Druck sicherlich einsetzen, wenn sich damit die Lagerhaltung von Ersatzteilen optimieren läßt und sich kurzfristige Anforderungen trotzdem problemlos bewältigen lassen. Besonders interessant sind hierbei die teuren Ersatzteile, die naturgemäß nur ungern auf Vorrat produziert werden, weil sie die Kapitalbindung besonders drastisch auf unbestimmte Zeit erhöhen. Die OEMs könnten auch das Ziel verfolgen, die Lagerhaltung von Ersatzteilen weitgehend abzuschaffen und stattdessen 3D-Drucker mit Ersatzteildaten direkt bei den Kunden zu installieren.

3D-Drucker im Zulieferbetrieb

Hersteller mit geringer Fertigungstiefe – eventuell sogar im reinen Montagebetrieb – verlassen sich weitgehend auf ihre autorisierten Zulieferer, auch was die Ersatzteilproduktion betrifft. Entwickelt sich der 3D-Druck jedoch zu einer wirtschaftlich interessanten Alternative, könnten selbst die Montagebetriebe ihre Fertigungstiefe überdenken. Zulieferer wären dann gefordert, ihrerseits den 3D-Druck zu nutzen, um über attraktive Serviceangebote ihre Kooperation abzusichern. Der Einsatz von 3D-Druckern wäre für Zulieferer dann ein ernst zu nehmender Wettbewerbsfaktor.

3D-Drucker im Produktionsbetrieb

Betreiber von Maschinen und Anlagen bemühen sich von Haus aus, ihre Ersatzteilbestände so gering wie möglich zu halten. In der betriebsinternen Instandhaltung fürchtet man zu hohe Bestände – und eine mit “Überschüssen” erkaufte Sicherheit gilt als teuer und trügerisch: “Probleme könnten so kaschiert werden und ein noch größeres Ausmaß annehmen”. Wirtschaftlich interessante 3D-Drucker dürften den Betreibern also sehr gelegen kommen – und zwar im Hinblick auf eine herstellerübergreifende Ersatzteilproduktion für die installierte Basis. Trotzdem ist zu erwarten, dass sich Betreiber auch weiterhin auf die Ressourcen der Maschinen- und Anlagenbauer verlassen.

3D-Drucker im Plagiatorbetrieb

Der 3D-Druck ist voraussichtlich geeignet, Ersatzteile auch sehr preiswert zu produzieren. Umso reizvoller dürfte es für “Ersatzteilpiraten” sein, über diese Methode der Fertigung den Ersatzteilmarkt zu fluten. Für deren “potenzielle Kunden” gilt umso mehr, Qualität und Spezifikationen der Sicherheit von gefälschten Teilen in Frage zu stellen.

Service First – intelligent und klug

Serviceleistungen im Maschinen- und Anlagenbau gelten bislang als stabile Umsatzbringer mit hervorragenden Margen – auch in Krisenzeiten. Kürzere Innovationszyklen, ein weltweiter Maschinenbestand, und Services, die sich über den gesamten Lebenszyklus erstrecken, treiben auch den Bedarf an intelligenten Dienstleistungen. Die große Herausforderung lautet unverändert, weltweit und rund um die Uhr einen auf die lokalen Bedürfnisse abgestimmten, individuellen Service anzubieten.

Intelligenter Service überwindet Protektionismus

Protektion der einheimischen Industrie behindert die Einfuhr neuer Maschinen, Anlagen und Geräte. Intelligente Dienstleistungen sind prädestiniert, solche Handelsschranken zu überwinden. Intelligenter Service unterläuft protektionistisches Verhalten durch Angebote, die man nicht ablehnen kann – insbesondere für Produkte, die bereits installiert sind. Als Basisleistungen zählen Zuverlässigkeit, Qualitätserhaltung und Nutzensteigerung, eingebettet in das sogenannte “Subscription-Business”. Letzteres soll digital analysierte Kundendaten kontinuierlich in kundenspezifischen Service transferieren, der zu abonnieren ist.

Intelligenter Service schliesst Lücken

Service, der als verlängerte Werkbank wahrgenommen wird, ist in der Regel negativ besetzt – zu Unrecht, denn verlängerte Werkbänke schliessen Lücken. So ist die verlängerte Werkbank der Herstellerservices für die Beseitigung von Kinderkrankheiten neu eingeführter Produkte zuständig – gegebenenfalls gestützt durch die Werkbank der Zulieferer für entsprechende Subsysteme. Wer die Betreuung technischer Systeme nicht eigenständig durchführen möchte, setzt auf die verlängerte Werkbank freier Dienstleister. Und über diese kann auch die innovative Weiterentwicklung technologischer Spitzenprodukte gelingen.

Intelligenter Service agiert mit Klugheit

Wenn nur die Effizienz von Serviceangeboten gesteigert wird, ohne gleichzeitig deren Servicequalität zu verbessern, mag das intelligent sein, aber nicht klug. Unklug handelt auch, wer mit intelligentem Service zufriedene und begeisterte Kunden generieren möchte, ohne zu berücksichtigen, dass dies nur über hochmotivierte Mitarbeiter erreicht werden kann. Die derzeit angebotene künstliche Intelligenz von “Online-Avataren” reicht allenfalls für einen Pseudo-Kundendienst. Das muss nicht so dilettantisch beiben, und doch erscheint der zwischenmenschliche Kontakt unersetzlich. Deswegen wird ja auch versucht, der künstlichen Intelligenz eine emotionale Komponente hinzuzufügen. Doch es geht offenbar auch umgekehrt – umfangreiche “Cyborg”-Experimente favorisieren die Mensch-Maschine, realisiert über entsprechende “Implantate”. Es gibt bereits Menschen, die sich dafür begeistern – möglicherweise sind auch Kunden darunter, die den direkten Kontakt mit ihren Maschinen, Anlagen und Geräten einem zwischenmenschlichen Kundendialog vorziehen. Es scheint an der Zeit zu sein, “intelligente Möglichkeiten” klug zu bewerten.

Materialeffizienz und Energieeffizienz – ein unschlagbares Team

Hersteller sind gut beraten, material- und energieeffiziente Produkte anzubieten. Es gilt nicht nur, Produkte ressourcenschonend herzustellen, sondern sowohl Materialeffizienz als auch Energieeffizienz möglichst über den gesamten Lebenszyklus aufrechtzuerhalten. Ein ressourcenschonender Betrieb und Servicebedarf ist zwingend – bis hin zu einer adäquaten Entsorgung, beziehungsweise materiellen Wiederverwertung.

Definitionen zur Effizienz

Das IZT -Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung gemeinnützige GmbH versteht unter Materialeffizienz “das Verhältnis der Materialmenge in den erzeugten Produkten zu der für ihre Herstellung eingesetzten Materialmenge.” Die Effizienz steigt also bei sinkendem Ressourceneinsatz. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) definiert Energieeffizienz als “das Maß für den Energieaufwand zur Erreichung eines festgelegten Nutzens.” Die Energieeffizienz steigt also bei sinkenden Energieverlusten.

Umgang mit Investitionsgütern

Für Betreiber von Maschinen und Anlagen steigt die Verpflichtung, energieeffiziente Systeme einzusetzen – nicht zuletzt aufgrund stark vergünstigter Strompreise in diversen Industriebereichen. Es gilt also zu entscheiden, ob energetisch unzureichend ausgelegte Parks von Maschinen und Anlagen gegen neue, energieeffizientere Systeme auszuwechseln sind oder der Energieeinsatz über entsprechende Retrofits zu reduzieren ist. Sicherlich sind Betreiber auf einen möglichst kostengünstigen Produktionsbetrieb fokussiert – nicht zuletzt was den Ersatzteilbedarf betrifft. Hierbei besteht allerdings noch immer ein latenter Interessenkonflikt mit den Maschinen- und Anlagenbauern. Diese verstehen das Ersatzteilgeschäft unverändert als tragende, unverzichtbare Umsatzquelle – auf Basis begrenzter Standzeiten von Baugruppen, wie oft unterstellt wird.

Umgang mit Konsumgütern

Die seit geraumer Zeit angeprangerte “Vernichtung von Retouren oder Ladenhütern” offenbart sich angesichts der angestrebten Materialeffizienz als ziemlich kontraproduktiv – ganz zu schweigen von der verschwendeten Energie für den Produktionsprozess. Auch bei defekten und noch gewährleistungspflichtigen Geräten erscheint in der Regel der Austauch gegen ein Neuprodukt als erste Wahl und nicht etwa eine Reparatur. Die Vernichtung von faktisch als “überschüssig” deklarierten Produkten ist derzeit offensichtlich kostengünstiger als diese alternativen Verwendungen zuzuführen. Ein geplanter Gesetzentwurf des Umweltministeriums zur Vernichtung von Neuware soll Abhilfe schaffen.

Hilfreiche Methoden

Eine vom Institut für Produktmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW) entwickelte Methode ermöglicht es, Module und funktionale Einheiten energieoptimal zu konfigurieren – sowohl bei der Neuentwicklung als auch über das sogenannte Retrofitting. Und zur Verbesserung der Materialeffizienz bietet sich an, auf die Faktoren Standzeitverlängerung durch Materialsubstitution, bessere Produktkonstruktion, Monitoring oder eine intelligente Wartung zu setzen.

Aussenluft verbessern – Frische Luft durch Akzeptanz von WHO-Vorgaben

Wem ist nicht schon einmal die Diskrepanz zwischen “Frischluft” und “Außenluft” aufgefallen? Wer das Fenster eines Innenraumes öffnet, erhält in jedem Fall Außenluft – aber wie frisch ist diese Außenluft? In Wikipedia ist frische Luft als “kühle Luft aus einer schadstoffunbelasteten, natürlichen Umgebung” definiert. Außenluft hingegen ist nach der Definition in Wikipedia “die Luft, so wie sie an der Außenseite eines Gebäudes vorkommt“. Die qualitative Bandreite ist also groß, angesichts der realen und denkbaren Verschmutzung und physikalischen Gegebenheiten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 2018 Planungsmaßnahmen in sieben zentralen Handlungsbereichen angekündigt – an erster Stelle vorrangiger Handlungsbereiche steht die “Verbesserung der Qualität der Innen- und Außenluft für alle“.

Die Normung realisiert die Vereinheitlichung der Terminologie, so die Technische Fachauskunft Beuth Verlag: “Den Begriff „Frischluft“ sowie „Außenluft“ gibt es in unterschiedlichen Fachgebieten – das sind ca. 200 Normen. Allerdings wurden für die Lüftungstechnik und hier speziell für die Wohnungslüftung alteingeführte und neue Fachbegriffe vor allem in der DIN EN 12792, sowie ergänzend in der DIN 1946-6 und der DIN 4719 definiert. Der Normen-Entwurf der DIN 4749 legt die Terminologie für den Bereich der Technischen Gebäudeausrüstung fest – so auch die Ablösung des veralteten Normbegriffs “Frischluft“ durch den geltenden Normbegriff “Außenluft”.”

Für den Fachverband Gebäude-Klima e. V. gilt: “Der Begriff Außenluft ist natürlich örtlich und zeitlich mit unterschiedlichen Schadstoffen belastet. Es ist aber die Luft, mit der raumlufttechnische Anlagen (RLT) zunächst auskommen müssen. Auch die Innenraumlauft unterliegt unterschiedlichsten Randbedingungen. Dabei bieten RLT-Anlagen den Vorteil, die Außenluft irgendwie zu reinigen und zu behandeln – was dann zu sogenannter Zuluft führt.”

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, inwieweit eventuell aktualisierte “Schadstoff-Grenzwerte“ den Bedarf zur Nachrüstung von bereits installierten Lüftungs- und Klimasystemen beeinflussen. Und was sollte man überhaupt aufbereiten? Der Fachverband Gebäude-Klima e. V. meint hierzu: “Partikelfilter sind heute schon Standard und es ist zu prüfen, wie viele Partikel welcher Fraktion abgeschieden werden müssen. Die meisten RLT-Anlagen sind mit Filtern ausgerüstet oder können nachgerüstet werden. Aber auch hier gilt: Welcher Zielwert ist sinnvoll? Für partikelförmige Stoffe (particulate matter/ PM) kleiner als 10 und 2,5 Mikrometer (PM10, PM2,5) gibt es Grenz- und Meßwerte – für PM1 und kleiner stehen diese nicht zur Verfügung.”

Ein entscheidender Punkt ist wohl die Komplexität von RLT-Anlagen, auf die der Fachverband Gebäude-Klima e. V. hinweist: “RTL- Anlagen sind heutzutage nicht mit Gasfiltern ausgerüstet – außer bei Sonderanwendungen, etwa in Flughäfen oder Museen. Der entsprechende Aufwand ist enorm – sowohl betriebstechnisch als auch für den Energiebedarf. Wenn die Schadstoffe bekannt sind, können RLT-Anlagen entsprechend ausgerüstet werden – was aber hier meist nur spezifisch erfolgt. Einfach blind zu filtern und zu reinigen wäre ein unverhältnismäßig hoher Aufwand.”

Man darf also gespannt sein, inwieweit sich die Umsetzung der avisierten WHO-Handlungskonzepte – zur Verbesserung der Qualität der Innen- und Außenluft – auf den Betrieb technischer Systeme auswirkt. Nutzung, Modifikation und Ersatz stehen zur Disposition.