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Ersatzteile – 3D-Druck verdrängt Lagerhaltung

Die Ersatzteilversorgung stützt sich auf spezifiziertes Wissen und fortlaufende Erkenntnisse, was die Standzeiten der Bauteile technischer Systeme betrifft. Entsprechende Stückzahlen werden in der Regel noch präventiv produziert – und kapitalbindend bevorratet. Und produktspezifische Verbesserungen führen naturgemäß zu Folgekosten – durch den Upgrade bevorrateter Ersatzteile und gegebenenfalls eine Vervielfachung der Lagerhaltung. Als sinnvolle Alternative bietet sich an, spezifisch definierte Ersatzteile per 3D-Druck fallweise zu produzieren – vorausgesetzt, Qualität und Geschwindigkeit der 3D-Ducker entspricht den Anforderungen.

3D-Drucker im OEM-Betrieb

Hersteller mit hoher Fertigungstiefe werden den 3D-Druck sicherlich einsetzen, wenn sich damit die Lagerhaltung von Ersatzteilen optimieren läßt und sich kurzfristige Anforderungen trotzdem problemlos bewältigen lassen. Besonders interessant sind hierbei die teuren Ersatzteile, die naturgemäß nur ungern auf Vorrat produziert werden, weil sie die Kapitalbindung besonders drastisch auf unbestimmte Zeit erhöhen. Die OEMs könnten auch das Ziel verfolgen, die Lagerhaltung von Ersatzteilen weitgehend abzuschaffen und stattdessen 3D-Drucker mit Ersatzteildaten direkt bei den Kunden zu installieren.

3D-Drucker im Zulieferbetrieb

Hersteller mit geringer Fertigungstiefe – eventuell sogar im reinen Montagebetrieb – verlassen sich weitgehend auf ihre autorisierten Zulieferer, auch was die Ersatzteilproduktion betrifft. Entwickelt sich der 3D-Druck jedoch zu einer wirtschaftlich interessanten Alternative, könnten selbst die Montagebetriebe ihre Fertigungstiefe überdenken. Zulieferer wären dann gefordert, ihrerseits den 3D-Druck zu nutzen, um über attraktive Serviceangebote ihre Kooperation abzusichern. Der Einsatz von 3D-Druckern wäre für Zulieferer dann ein ernst zu nehmender Wettbewerbsfaktor.

3D-Drucker im Produktionsbetrieb

Betreiber von Maschinen und Anlagen bemühen sich von Haus aus, ihre Ersatzteilbestände so gering wie möglich zu halten. In der betriebsinternen Instandhaltung fürchtet man zu hohe Bestände – und eine mit “Überschüssen” erkaufte Sicherheit gilt als teuer und trügerisch: “Probleme könnten so kaschiert werden und ein noch größeres Ausmaß annehmen”. Wirtschaftlich interessante 3D-Drucker dürften den Betreibern also sehr gelegen kommen – und zwar im Hinblick auf eine herstellerübergreifende Ersatzteilproduktion für die installierte Basis. Trotzdem ist zu erwarten, dass sich Betreiber auch weiterhin auf die Ressourcen der Maschinen- und Anlagenbauer verlassen.

3D-Drucker im Plagiatorbetrieb

Der 3D-Druck ist voraussichtlich geeignet, Ersatzteile auch sehr preiswert zu produzieren. Umso reizvoller dürfte es für “Ersatzteilpiraten” sein, über diese Methode der Fertigung den Ersatzteilmarkt zu fluten. Für deren “potenzielle Kunden” gilt umso mehr, Qualität und Spezifikationen der Sicherheit von gefälschten Teilen in Frage zu stellen.

Service First – intelligent und klug

Serviceleistungen im Maschinen- und Anlagenbau gelten bislang als stabile Umsatzbringer mit hervorragenden Margen – auch in Krisenzeiten. Kürzere Innovationszyklen, ein weltweiter Maschinenbestand, und Services, die sich über den gesamten Lebenszyklus erstrecken, treiben auch den Bedarf an intelligenten Dienstleistungen. Die große Herausforderung lautet unverändert, weltweit und rund um die Uhr einen auf die lokalen Bedürfnisse abgestimmten, individuellen Service anzubieten.

Intelligenter Service überwindet Protektionismus

Protektion der einheimischen Industrie behindert die Einfuhr neuer Maschinen, Anlagen und Geräte. Intelligente Dienstleistungen sind prädestiniert, solche Handelsschranken zu überwinden. Intelligenter Service unterläuft protektionistisches Verhalten durch Angebote, die man nicht ablehnen kann – insbesondere für Produkte, die bereits installiert sind. Als Basisleistungen zählen Zuverlässigkeit, Qualitätserhaltung und Nutzensteigerung, eingebettet in das sogenannte “Subscription-Business”. Letzteres soll digital analysierte Kundendaten kontinuierlich in kundenspezifischen Service transferieren, der zu abonnieren ist.

Intelligenter Service schliesst Lücken

Service, der als verlängerte Werkbank wahrgenommen wird, ist in der Regel negativ besetzt – zu Unrecht, denn verlängerte Werkbänke schliessen Lücken. So ist die verlängerte Werkbank der Herstellerservices für die Beseitigung von Kinderkrankheiten neu eingeführter Produkte zuständig – gegebenenfalls gestützt durch die Werkbank der Zulieferer für entsprechende Subsysteme. Wer die Betreuung technischer Systeme nicht eigenständig durchführen möchte, setzt auf die verlängerte Werkbank freier Dienstleister. Und über diese kann auch die innovative Weiterentwicklung technologischer Spitzenprodukte gelingen.

Intelligenter Service agiert mit Klugheit

Wenn nur die Effizienz von Serviceangeboten gesteigert wird, ohne gleichzeitig deren Servicequalität zu verbessern, mag das intelligent sein, aber nicht klug. Unklug handelt auch, wer mit intelligentem Service zufriedene und begeisterte Kunden generieren möchte, ohne zu berücksichtigen, dass dies nur über hochmotivierte Mitarbeiter erreicht werden kann. Die derzeit angebotene künstliche Intelligenz von “Online-Avataren” reicht allenfalls für einen Pseudo-Kundendienst. Das muss nicht so dilettantisch beiben, und doch erscheint der zwischenmenschliche Kontakt unersetzlich. Deswegen wird ja auch versucht, der künstlichen Intelligenz eine emotionale Komponente hinzuzufügen. Doch es geht offenbar auch umgekehrt – umfangreiche “Cyborg”-Experimente favorisieren die Mensch-Maschine, realisiert über entsprechende “Implantate”. Es gibt bereits Menschen, die sich dafür begeistern – möglicherweise sind auch Kunden darunter, die den direkten Kontakt mit ihren Maschinen, Anlagen und Geräten einem zwischenmenschlichen Kundendialog vorziehen. Es scheint an der Zeit zu sein, “intelligente Möglichkeiten” klug zu bewerten.

Materialeffizienz und Energieeffizienz – ein unschlagbares Team

Hersteller sind gut beraten, material- und energieeffiziente Produkte anzubieten. Es gilt nicht nur, Produkte ressourcenschonend herzustellen, sondern sowohl Materialeffizienz als auch Energieeffizienz möglichst über den gesamten Lebenszyklus aufrechtzuerhalten. Ein ressourcenschonender Betrieb und Servicebedarf ist zwingend – bis hin zu einer adäquaten Entsorgung, beziehungsweise materiellen Wiederverwertung.

Definitionen zur Effizienz

Das IZT -Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung gemeinnützige GmbH versteht unter Materialeffizienz “das Verhältnis der Materialmenge in den erzeugten Produkten zu der für ihre Herstellung eingesetzten Materialmenge.” Die Effizienz steigt also bei sinkendem Ressourceneinsatz. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) definiert Energieeffizienz als “das Maß für den Energieaufwand zur Erreichung eines festgelegten Nutzens.” Die Energieeffizienz steigt also bei sinkenden Energieverlusten.

Umgang mit Investitionsgütern

Für Betreiber von Maschinen und Anlagen steigt die Verpflichtung, energieeffiziente Systeme einzusetzen – nicht zuletzt aufgrund stark vergünstigter Strompreise in diversen Industriebereichen. Es gilt also zu entscheiden, ob energetisch unzureichend ausgelegte Parks von Maschinen und Anlagen gegen neue, energieeffizientere Systeme auszuwechseln sind oder der Energieeinsatz über entsprechende Retrofits zu reduzieren ist. Sicherlich sind Betreiber auf einen möglichst kostengünstigen Produktionsbetrieb fokussiert – nicht zuletzt was den Ersatzteilbedarf betrifft. Hierbei besteht allerdings noch immer ein latenter Interessenkonflikt mit den Maschinen- und Anlagenbauern. Diese verstehen das Ersatzteilgeschäft unverändert als tragende, unverzichtbare Umsatzquelle – auf Basis begrenzter Standzeiten von Baugruppen, wie oft unterstellt wird.

Umgang mit Konsumgütern

Die seit geraumer Zeit angeprangerte “Vernichtung von Retouren oder Ladenhütern” offenbart sich angesichts der angestrebten Materialeffizienz als ziemlich kontraproduktiv – ganz zu schweigen von der verschwendeten Energie für den Produktionsprozess. Auch bei defekten und noch gewährleistungspflichtigen Geräten erscheint in der Regel der Austauch gegen ein Neuprodukt als erste Wahl und nicht etwa eine Reparatur. Die Vernichtung von faktisch als “überschüssig” deklarierten Produkten ist derzeit offensichtlich kostengünstiger als diese alternativen Verwendungen zuzuführen. Ein geplanter Gesetzentwurf des Umweltministeriums zur Vernichtung von Neuware soll Abhilfe schaffen.

Hilfreiche Methoden

Eine vom Institut für Produktmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW) entwickelte Methode ermöglicht es, Module und funktionale Einheiten energieoptimal zu konfigurieren – sowohl bei der Neuentwicklung als auch über das sogenannte Retrofitting. Und zur Verbesserung der Materialeffizienz bietet sich an, auf die Faktoren Standzeitverlängerung durch Materialsubstitution, bessere Produktkonstruktion, Monitoring oder eine intelligente Wartung zu setzen.

Aussenluft verbessern – Frische Luft durch Akzeptanz von WHO-Vorgaben

Wem ist nicht schon einmal die Diskrepanz zwischen “Frischluft” und “Außenluft” aufgefallen? Wer das Fenster eines Innenraumes öffnet, erhält in jedem Fall Außenluft – aber wie frisch ist diese Außenluft? In Wikipedia ist frische Luft als “kühle Luft aus einer schadstoffunbelasteten, natürlichen Umgebung” definiert. Außenluft hingegen ist nach der Definition in Wikipedia “die Luft, so wie sie an der Außenseite eines Gebäudes vorkommt“. Die qualitative Bandreite ist also groß, angesichts der realen und denkbaren Verschmutzung und physikalischen Gegebenheiten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 2018 Planungsmaßnahmen in sieben zentralen Handlungsbereichen angekündigt – an erster Stelle vorrangiger Handlungsbereiche steht die “Verbesserung der Qualität der Innen- und Außenluft für alle“.

Die Normung realisiert die Vereinheitlichung der Terminologie, so die Technische Fachauskunft Beuth Verlag: “Den Begriff „Frischluft“ sowie „Außenluft“ gibt es in unterschiedlichen Fachgebieten – das sind ca. 200 Normen. Allerdings wurden für die Lüftungstechnik und hier speziell für die Wohnungslüftung alteingeführte und neue Fachbegriffe vor allem in der DIN EN 12792, sowie ergänzend in der DIN 1946-6 und der DIN 4719 definiert. Der Normen-Entwurf der DIN 4749 legt die Terminologie für den Bereich der Technischen Gebäudeausrüstung fest – so auch die Ablösung des veralteten Normbegriffs “Frischluft“ durch den geltenden Normbegriff “Außenluft”.”

Für den Fachverband Gebäude-Klima e. V. gilt: “Der Begriff Außenluft ist natürlich örtlich und zeitlich mit unterschiedlichen Schadstoffen belastet. Es ist aber die Luft, mit der raumlufttechnische Anlagen (RLT) zunächst auskommen müssen. Auch die Innenraumlauft unterliegt unterschiedlichsten Randbedingungen. Dabei bieten RLT-Anlagen den Vorteil, die Außenluft irgendwie zu reinigen und zu behandeln – was dann zu sogenannter Zuluft führt.”

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, inwieweit eventuell aktualisierte “Schadstoff-Grenzwerte“ den Bedarf zur Nachrüstung von bereits installierten Lüftungs- und Klimasystemen beeinflussen. Und was sollte man überhaupt aufbereiten? Der Fachverband Gebäude-Klima e. V. meint hierzu: “Partikelfilter sind heute schon Standard und es ist zu prüfen, wie viele Partikel welcher Fraktion abgeschieden werden müssen. Die meisten RLT-Anlagen sind mit Filtern ausgerüstet oder können nachgerüstet werden. Aber auch hier gilt: Welcher Zielwert ist sinnvoll? Für partikelförmige Stoffe (particulate matter/ PM) kleiner als 10 und 2,5 Mikrometer (PM10, PM2,5) gibt es Grenz- und Meßwerte – für PM1 und kleiner stehen diese nicht zur Verfügung.”

Ein entscheidender Punkt ist wohl die Komplexität von RLT-Anlagen, auf die der Fachverband Gebäude-Klima e. V. hinweist: “RTL- Anlagen sind heutzutage nicht mit Gasfiltern ausgerüstet – außer bei Sonderanwendungen, etwa in Flughäfen oder Museen. Der entsprechende Aufwand ist enorm – sowohl betriebstechnisch als auch für den Energiebedarf. Wenn die Schadstoffe bekannt sind, können RLT-Anlagen entsprechend ausgerüstet werden – was aber hier meist nur spezifisch erfolgt. Einfach blind zu filtern und zu reinigen wäre ein unverhältnismäßig hoher Aufwand.”

Man darf also gespannt sein, inwieweit sich die Umsetzung der avisierten WHO-Handlungskonzepte – zur Verbesserung der Qualität der Innen- und Außenluft – auf den Betrieb technischer Systeme auswirkt. Nutzung, Modifikation und Ersatz stehen zur Disposition.

RISIKO GAU – Schwachstellen mit Gefahrenpotenzial

Störungen technischer Systeme sind Alltag, und im Allgemeinen mit mehr oder weniger Aufwand zu bereinigen. Problematisch wird es, wenn es zu Pannen kommt, die den geplanten Rahmen sprengen. Und richtig ernst wird es, wenn der größte anzunehmende Unfall (GAU) eintritt. Hierbei können Personen zu Schaden kommen, Umweltschäden die Lebensgrundlage zerstören oder sonstige, gravierende wirtschaftliche Folgeschäden eintreten. Für solche Schäden gelten die Gesetze der Produkthaftung.

GAU – Meldepflicht beachten

Nicht umsonst besteht seit 2009 in der EU eine verschärfte Meldepflicht für gefährliche Produkte. In der Regel werden hierbei falsch integrierte oder unzureichend dimensionierte Bauteile identifiziert, deren Ausfall zu gravierenden Sach- oder Personenschäden führen können. Bei autonom agierenden Systemen liegt der Fokus auf Algorithmen, die gegebenenfalls versagen.

GAU – Worst Case eingrenzen

Frei nach “Murphy´s Law” gilt, dass alles was schiefgehen kann, auch irgendwann schiefgehen wird. Als Konsequenz sind sowohl präventive als auch reaktive Prozesse und Maßnahmen zu definieren, um entsprechenden Ereignissen jederzeit adäquat zu begegnen. Insbesondere sind Sicherheitsvorkehrungen zu etablieren und Sicherheitssysteme zu integrieren, die letztlich auch vor dem “worst case”, also dem GAU schützen können. Es versteht sich von selbst, dass eine solche Absicherung zum Standard eines Produktes gehören muss. Ein Sicherheitskonzept darf keinesfalls optional angeboten werden, worauf “weniger zahlungskräftige Kunden” dann auch gerne verzichten könnten.

GAU – Lebenszyklen vorausdenken

Die präventive Verhinderung, auch des größtmöglichen Unfalls, resultiert in eine akribische Konzeption der Systeme und die Analyse denkbarer, ungünstiger Umstände. Selbst die unwahrscheinlichsten Szenarien sind hierbei zu beachten. Gefährliche Schwachstellen – auch solche, die sich erst im Lebenszyklus eines Systems entwickeln – müssen rechtzeitig entdeckt werden. Letztlich ist der zuverlässige Systembetrieb von der prognostizierten Eintrittswahrscheinlichkeit diverser Risiken abhängig. Eine absolute Sicherheit ist trotzdem nicht zu erreichen.

Rework – nachhaltige Fehlerbehebung steigert die Wettbewerbsfähigkeit

Naturgemäss versucht jedes Unternehmen, wettbewerbsfähige Produkte auf den Markt zu bringen. Entscheidende Kriterien sind der definierte Nutzen, der zuverlässige, risikoarme Betrieb und sicherlich auch der Preis. Vor diesem Hintergrund erscheint es zunehmend rentabel, Produkte sorgfältig zu konzipieren – um sie so nicht nur langlebig sondern auch modifizierbar zu machen. Nafi Pajaziti, Geschäftsführer der BMK electronic services GmbH, löst diese Problematik mit Rework und nachhaltiger Fehlerbehebung.

Herr Pajaziti, basiert das “Geschäftsmodell Nacharbeit” auf unausgereiften Produkten im Markt?

Das Geschäftsmodell der BMK Services basiert im Rework Bereich auf absoluter Flexibilität und umfangreichem Know-How, in der Bearbeitung von elektronischen Komponenten. Hierbei spielt sowohl die hohe Kompetenz in der manuellen Lötarbeit sowie der Einsatz von modernsten BGA Rework Maschinen eine zentrale Rolle. Es geht dabei vorwiegend um Fehlerbehebungen bei Produkten bevor sie auf den Markt kommen, weniger um unausgereifte Produkte.

… und welchen Service bieten Sie im Reparaturgeschäft?

Im Reparaturbereich profitieren unsere Kunden von diversen Kernkompetenzen. Wir führen umfangreiche Analysen bei Baugruppen durch, setzen verschiedenste Testsysteme ein, bearbeiten Baugruppen bis auf kleinste Bauteilebenen in komplexer Lötarbeit oder beheben Fehler auf Softwareebene. Dabei werden die international etablierten Standards nach “IPC A610” und “IPC 7711/7721” eingehalten. Zum Einsatz kommen SMD Bauteiletausch bis Bauform 0201, Leiterbahnreparatur oder Drahtbrückenanbringung.

Auf welche Anforderungen Ihrer Kunden haben Sie sich eingestellt?

Im Rework-Bereich fokussieren wir, schnellstmöglich und bei gleichbleibender Qualität, Lösungen für die oben genannten Problemstellungen zu bieten und die Nacharbeit kurzfristig umzusetzen. Zeit ist hierbei der entscheidende Faktor, denn Nacharbeitsaufträge sind meist zeit- und kostenintensiv. Im Reparaturbereich fokussieren wir den Kundenbedarf, komplexe Reparaturen bei alten und neuen Produkten auszulagern, um Kosten für Know-How und Fachpersonal einzusparen. Des Weiteren spielen Traceability in Form von Reporting sowie Ersatzteilmanagement eine wichtige Rolle. BMK bietet dabei den Kunden online Datentransparenz über ein Dokumentationstool, inklusive Track & Trace Daten und kundenindividuelle Yield Reporte zu Qualität und Schwerpunktfehlern.

Inwieweit unterscheiden Sie zwischen Fehlerarten?

BMK-Kundenanfragen begründen sich auf systemimmanente, nutzungs- und abnutzungsbedingte Fehler, die analysiert, repariert und entsprechend dokumentiert werden. Dies ist besonders für unsere Kunden wichtig, um zu eruieren wo Fehlerschwerpunkte liegen. Darauf basierend kann unser Kunde die Produkte weiterentwickeln oder bei nutzungsbedingten Fehlern gegebenenfalls die Thematik der Kostenübernahme mit Betreibern klären.

Wie bewerten Sie die Ursachen für Nacharbeit und Rework?

Es gibt vielfältige Gründe für Nacharbeit und Rework. Bei einer Fehlproduktion kann beispielsweise die Bestückung eines falschen Bauteils korrigiert werden. Andererseits muss ein Produkt während der Anlaufphase oder Serienproduktion nicht komplett neu produziert werden, sondern wird durch den Austausch einzelner Komponenten auf den aktuellen Stand gebracht. Hier können etwa Schwerpunktfehler, die durch Reparaturen analysiert und dokumentiert wurden, behoben werden. Müssen Alternativteile aufgrund von Bauteilallokationen bestückt werden, kann es notwendig werden, weitere Bauteile nachträglich zu ersetzen. Und für Entwicklungsprojekte gilt, dass in der Entwicklungsphase Baugruppen nachgearbeitet werden, um eine teure Neuproduktion zu vermeiden. Somit werden Kosten gespart.

… und wie bekommt man Reparaturen in den Griff?

Es gibt nutzungsbedingte und abnutzungsbedingte Bauteildefekte. Nach einer bestimmten Zeit können Bauteile Verschleißerscheinungen oder Beschädigungen aufweisen. Eine Baugruppe verliert dadurch die Funktionalität. Im Rahmen der Reparatur kann dies durch eine detaillierte Analyse diagnostiziert und der Fehler behoben werden. Ergänzend werden Hard- und Software-Updates genutzt, um bestimmte Fehlerbilder zu beheben oder Produkte zu optimieren. Diese werden so stetig weiterentwickelt. Auch produktionsbedingte Anwenderfehler können eine Reparatur erforderlich machen – beispielsweise, wenn einzelne Bauteile der Baugruppen durch falsches Anschließen beschädigt werden. Die betroffenen Bauteile werden identifiziert und im Anschluss ausgetauscht.

Favorisieren Sie die Zusammenarbeit mit betriebsinternen Instandhaltern, mit den Herstellern von Baugruppen oder mit den Herstellern von Maschinen, Anlagen und Geräten?

Bei BMK favorisieren wir die Zusammenarbeit mit Herstellern von Baugruppen sowie den Herstellern von Maschinen, Anlagen und Geräten. Die Hintergründe dafür liegen zum einen darin, die Kommunikation zwischen Endverbraucher und Hersteller einzuhalten, um beispielsweise Garantiethemen abzuwickeln. Zum anderen sind bei der Reparatur von Elektronikkomponenten notwendige Unterlagen wie Schaltpläne, Layouts und technische Daten grundlegend und können in der Regel nur vom Hersteller bereitgestellt werden.

Ihr Service kann den Wettbewerb zwischen potenziellen Kunden entscheidend beeinflussen – stimmen Sie zu?

Unsere Dienstleistungen steigern die Wettbewerbsfähigkeit unserer Kunden auf unterschiedlichste Weise. Zum einen unterstützen wir unsere Kunden durch eine kundenindividuelle Service Supply Chain, die von der Bauteilbeschaffung über maßgeschneiderte Reparatur- und Montageinseln bis hin zur Abwicklungslogistik reicht. Zum anderen beschleunigen wir durch intelligentes Kapazitätsmanagement die Durchlaufzeiten und flexibilisieren Fixkosten. Neben dem Kosteneinsparungseffekt steigern die reduzierten Durchlaufzeiten dann die Kundenzufriedenheit beim Endkunden. Direkte “Track- and Trace-Schnittstellen” zum Kunden schaffen Transparenz hinsichtlich Kosten, Fehlerursachen und Status, die der Kunde wiederum zur Verbesserung von Produkten und Prozessen abrufen kann. Neben diesen Punkten liefern wir unseren Kunden Lösungen für vermeintlich unlösbare Problemstellungen.

… können Sie ein Beispiel aufzeigen?

Hierfür steht etwa die schnelle und reibungslose Abwicklung von Umbauaufträgen, die sicherstellt, dass Produkte ohne Neuproduktion rechtzeitig auf den Markt kommen. Mit unserer Kernkompetenz in Analyse und Reparatur kann BMK Reparaturdienstleistungen bis auf kleinste Bauteilebene anbieten, die der Kunde, aufgrund von Komplexität und Know-How-Defiziten, selbst nicht abwickeln kann.

Welchen aktuellen Stellenwert besitzt nachhaltiges Produzieren in den Unternehmen?

Diese Frage ist differenziert zu betrachten. Bei unseren Kunden im B2B-Bereich steigt der Stellenwert von nachhaltig produzierten Produkten stetig an. Dies steht im Gegensatz zur Consumer Elektronik, deren Produkte zu einem hohen Anteil ausgetauscht statt repariert werden. Die Produkte unserer Kunden sind sehr hochwertig, weshalb die Endkunden verlängerte Gewährleistungsfristen erwarten. Dadurch ist es kostensparend und gleichzeitig kundenorientiert sowie imagefördernd, Geräte zu reparieren anstatt zu entsorgen.

… welchen Einfluss hat die Verfügbarkeit von Ressourcen?

Nachhaltigkeit im Bereich Rework beruht auch auf der kritischen Situation auf dem Bauteilemarkt. Verknappung und Abkündigungen verschärfen die Situation. So ist es insbesondere bei Fehlbestückungen oder Layout- und Entwicklungsfehlern entscheidend, nicht neu produzieren zu müssen, sondern Fehler partiell zu beheben. Dadurch werden hohe Zusatzkosten eingespart und gleichzeitig wird ressourceneffizient gehandelt. Das verstärkte Augenmerk auf Umweltgegebenheiten und Umweltvorschriften ist dabei ebenso ein wichtiger Grund für Unternehmen, den Fokus auf Nachhaltigkeit zu legen. Insgesamt ist Nachhaltigkeit ein unternehmenspolitisches und imageförderndes Thema.

Wie stehen Sie zu dem Begriff der “verlängerten Werkbank”?

Wir verstehen uns als Dienstleister, der seinen Kunden in allen Fragestellungen, die für ihn optimale und somit individuelle Lösung anbietet. Dies geht über die „verlängerte Werkbank“ hinaus. Der Kunde integriert die Teile unseres Dienstleistungsangebotes in seine Supply Chain, die für ihn sinnvoll sind. Das variiert von Kunde zu Kunde, insgesamt geht es aber immer um die Stärkung seiner Wettbewerbsfähigkeit. Wir übernehmen beispielsweise die Produktion oder Teilbereiche, Entwicklungsaufgaben, den Einkauf, Testabläufe, Montagetätigkeiten und After-Sales Services. In der Regel erfolgt dies langfristig und auf Augenhöhe, nur so ist ein Optimum zu erreichen.

… angenommen, Sie garantieren dieses Optimum auch für konkurrierende Produkte – wie sind potenzielle Konflikte präventiv zu verhindern?

Wir sind verlässlicher Partner für jeden Kunden. Jeder „Patient” wird behandelt, zumal viele unserer Kunden selbst kein Rework durchführen können. Aufträge von Kunden, deren Produkte im Wettbewerb stehen, werden mit der gleichen Sorgfalt bearbeitet. Transparenz schafft das nötige Vertrauen. 

Herr Pajaziti, herzlichen Dank für Ihre informativen Stellungnahmen zur Realisierung nachhaltiger Produkte.

Flugsicherheit – Airline-Service ohne Kompromisse

Die anhaltenden Pannen im Flugverkehr der Bundesregierung sind weder akzeptabel noch verständlich. Mangelhafte Flugsicherheit verursacht aber nicht der “gebrauchte Flieger”, wie meistens behauptet wird, sondern dessen mangelhafte Instandhaltung. Von daher gilt auch, dass selbst der “nagelneue Flieger” in Kürze seine Flügel streckt, wenn er nicht ordnungsgemäss und vor allem präventiv gewartet wird – eine Binsenweisheit für professionelle Instandhalter. Es muss also primär in einen funktionierenden technischen Service investiert werden – im Sinne einer Predictive Maintenance.

Serviceportfolio der Flugsicherheit

Aircraft-Services sind ausgerichtet auf Wartungen, Überprüfungen, Überholungen, Modifikationen und ein Spektrum an diversen Supportleistungen. Bei Engine-Services geht es um die Wartung von Triebwerken, Ersatzteileversorgung und Zubehörreparatur – gegebenenfalls auch um Ersatztriebwerke.

Flugsicherheit durch Flottenmanagement

Flugzeugbetreiber, ohne eigene Wartungsorganisation, sind in der Regel darauf angewiesen, langfristig die volle Verantwortung auf Fremddienstleister zu übertragen – für die Maintenance, Repair und auch die Operations ihrer Flotte. Hierzu sind sogenannte „Fleet Manager“ am Standort des Flugzeugbetreibers eingesetzt, um als direkter Ansprechpartner für einen optimalen Service zu sorgen. Dabei ist abgesichert, dass die Kunden die volle Kontrolle über alle technischen Prozesse behalten.

Kompetenzzentrum für Flugsicherheit

Das seit geraumer Zeit etablierte Servicekonzept der Lufthansa Technik erscheint repräsentativ. Wer Wartungsleistungen bündelt, präsentiert sich als ausgewiesenes Kompetenzzentrum – insbesondere, wenn es um Kunden außerhalb des eigenen Betriebes geht. So jedenfalls war die Überlegung der Lufthansa Technik AG, die folgerichtig ihr internationales Wartungsgeschäft unter dem Dach der „Lufthansa Technik Maintenance International“ neu aufstellte.

Reklamationen im Flugverkehr

Kunden von Fluglinien haben seit 2010 die Möglichkeit, über ihre Erfahrungen bei der Inanspruchnahme von Fluggastrechten zu berichten. Hierzu können die Flugreisenden einer der 16 Verbraucherzentralen online mitteilen, wie Fluggesellschaften mit Reklamationen umgehen. Bei Störungen des Flugverkehrs haben Reisende Ansprüche auf Betreuung und in bestimmten Fällen auch auf Entschädigung. Die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr e.V. prüft Anliegen in sachlicher Unabhängigkeit und Neutralität – und empfiehlt, ob und in welchem Umfang ein Anspruch gerechtfertigt ist.