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Wartungsplaner – Garant für zuverlässigen Produktionsbetrieb

[Advertorial] Wartungsaktivitäten sind obligatorisch, um die Verfügbarkeit von Geräten, Maschinen und Anlagen zu gewährleisten – allerdings richtet sich eine fristgerechte Überprüfung nicht nur nach der funktionellen Systemsicherheit. Vielmehr sind im Hinblick auf eine sichere Anwendung und Nutzung auch Rechtsvorschriften für überwachungs- und prüfpflichtige Betriebsmittel zu beachten.

Der Wartungsplaner steht für Betriebssicherheit

Wer Arbeits- und Betriebsmittel rechtssicher prüfen will, kommt um die Dokumentation der Prüfung nicht herum. Hierzu eignet sich eine Software, in der die Prüfberichte, Prüfergebnisse und Prüfprotokolle festgehalten werden. Wir unterstützen Sie mit dem passenden System: „Wartungsplaner / Prüfplaner“. 

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TÜV unter druck – Reputation steht auf dem Spiel

Der TÜV ist erneut in den Schlagzeilen. Der Dammbruch eines Rückhaltebeckens in Brasilien wirft Fragen auf, denn erst in 2018 gingen offenbar entsprechende Überprüfungen voraus: ein “Periodic Review of Dams” sowie  eine “Regular Inspection of Dams Safety”. Die publizierten dramatischen Personen- und Sachschäden wiegen schwer. Zumindest Zweifel an den Erkenntnissen aus der angewandten Prüfmethodik drängen sich auf. Genau das ist fatal, denn der technische Überwachungsverein hat sich mit Prüfungen, Produkttests, Inspektionen, Auditierungen, Systemzertifizierungen, Trainings und Schulungen weltweit etabliert.

TÜV und die Akkreditierung

Es versteht sich von selbst, dass nur vollständige und gültige Dokumente geeignet sind, “Laboratorien”, “Inspektionsstellen” und “Zertifizierungsstellen” für ihre Tätigkeit zu akkreditieren. Der Technische Überwachungsverein präsentiert sich in all diesen Bereichen als akkreditierter Prüfer. Allerdings wurden in 2016 Probleme mit der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) bekannt. Es fehlten gültige Nachweise der messtechnischen Rückführung eingesetzter Prüfmittel bei der Haupt- und Abgasuntersuchung von Kraftfahrzeugen. Liegen der DAkkS bestimmte, definierte Nachweise nicht vor, ist sie verpflichtet, eine Akkreditierung abzulehnen oder zu entziehen.

TÜV und die Automobile

Der technische Überwachungsverein präsentiert jährlich eine Mängelquote zu den Autos auf deutschen Straßen. Die Erkenntnisse resultieren aus den Hauptuntersuchungen sämtlicher Gesellschaften in Deutschland. Dieser TÜV-Report empfiehlt sich somit als vertrauenswürdiger, unabhängiger Ratgeber für Autofahrer. In diesem Sinne werden auch Zukunftstechnologien bewertet. Propagiert wurden beispielsweise mit Gas angetriebene Fahrzeuge als echte Alternative zu Diesel und Benzin. Und Autowerkstätten versprechen sich von einem Zertifikat erhebliche Wettbewerbsvorteile, wenn eine “Geprüfte Service- und Reparaturqualität” bestätigt wird.

TÜV und die Maschinen und Anlagen

Zum Beispiel Aufzüge: Dass es offenbar nur “wenige schwere Unfälle” gibt, ist ein Ergebnis der regelmäßigen, gesetzlich vorgeschrieben Kontrollen durch unabhängige Prüforganisationen – so auch durch den TÜV. Bei einer akuten Gefährdung durch gefährliche Mängel wird ein Aufzug sofort stillgelegt und darf erst nach Reparatur und erfolgreicher Nachprüfung wieder in Betrieb gehen. Die Überwachung von Aufzügen erscheint weitgehend abgesichert.

TÜV und die Nanotechnologie

Für 2009 plante der TÜV, die Sicherheitskriterien von Nanoprodukten auf den Prüfstand zu stellen. Der Anspruch war, Nanorisiken durch “Produktzertifikate” zu minimieren. Mittlerweile bietet der Verein ein zertifizierbares Risikomanagement- und Monitoringsystem für die Nanotechnologie. Zertifiziert werden somit nicht die Nanoprodukte als solche sondern das Verfahren der Risikobewertung. Dieses Verfahren ist nicht nur für die Hersteller von Nanomaterialien konzipiert. Es soll im Bereich des Sicherheits- und Risikomanagements von jedem Unternehmen eingesetzt werden können.

TÜV und die Medizinprodukte

Auch in diesem Bereich macht es einen Unterschied, ob man die Produkte als solche oder lediglich das Herstellungsverfahren zertifiziert. Dass man hierbei als Zertifizierer missbraucht werden kann, hat der TÜV in 2013 erfahren. Zwar wurde bestätigt, dass die Zertifizierung des Unternehmens “Poly Implant Prothèse (PIP)” den “geltenden Regeln” offenbar entsprochen hat. Allerdings zeigt dieser Fall, wie irreführend ein Zertifikat genutzt werden kann, das nur für “bestimmte Prozesse eines Unternehmens” ausgestellt ist.

TÜV und die Materialprüfung

Der TÜV hat den Anspruch, materialbedingte Schadensfälle unwahrscheinlicher zu machen. Hierzu unterhält der Verein Prüfeinrichtungen und computergesteuerte Anlagen, die das Betriebsverhalten moderner Werkstoffe bestimmen sollen. Ziel ist, Schäden effizient zu vermeiden, Ursachen zu erkennen und Schadensfälle durch den Einsatz geeigneter Methoden zu beurteilen. Als Versagensrisiken gelten mechanische, thermische, tribologische und korrosionschemische Einflüsse. Auch ständig steigende Sicherheits-, Umwelt- und Qualitätsaspekte sollen hierbei berücksichtigt werden – nicht zuletzt im Hinblick auf Langzeitergebnisse. Was für ein Portfolio!

TÜV und der Dienstleistungssektor

Der TÜV versteht sich nicht nur als Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Prüfung und Zertifizierung von Systemen, Produkten und Personal. Seit 2008 werden auch Dienstleistungen zertifiziert. Zertifikate und Prüfsiegel bestätigen, dass Qualitätsanforderungen und Vorgaben der Dienstleistungsrichtlinie im Hinblick auf den Verbraucherschutz eingehalten werden. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sollen davon profitieren, wenn sie beabsichtigen, grenzüberschreitende Dienstleistungen innerhalb der EU zu erbringen.

TÜV und die Wirtschaftsverbände

Auch traditionsreiche Wirtschaftsverbände haben sich dazu entschlossen, ihr Qualitätsmanagement vom TÜV zertifizieren zu lassen. Dessen Siegel ist somit auch Nachweis einer effizienten Interessenvertretung, beispielsweise für den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) mit insgesamt 38 Branchenverbänden. Das zertifizierte Qualitätsmanagementsystem des BDI steht für transparente Strukturen und optimale Abläufe. Ziel ist, die Interessen der deutschen Industrie noch schneller und effizienter im In- und Ausland zu vertreten.

TÜV und globale Risikobereiche

Als “Third Party” der North American Secure Products Organization (NASPO) zertifiziert der technische Überwachungsverein auch weltweit nach dem US-Sicherheitsstandard: “ANSI/NASPO Security Assurance Version 2008”.  Dieser Standard gilt als umfassendes Verfahren zum Sicherheitsmanagement und beinhaltet zahlreiche Risikobereiche: Hiermit sollen Finanzbetrug, Identitätsausweisbetrug und die “Beeinträchtigung von Markenintegrität” eingedämmt werden.

Prüfmanagement online gelöst – Prüfplaner dokumentiert und steuert

[Advertorial] Besonders junge Unternehmen und Startups haben viel um die Ohren: Das richtige Marketing, eine sauber laufende Produktion, der richtige Vertrieb, die notwendige Buchhaltung und mehr. Kritisch wird es, wenn gesetzliche Vorschriften einzuhalten und umzusetzen sind. Genau hier setzt der Prüfplaner von KAISER+KRAFT an – eine hilfreiche und zeitsparende Online-Lösung für das Prüfmanagement.

Prüfplaner – für die Überwachung von Fristen und Auflagen

Ein Unternehmen hat eine Vielzahl an Auflagen zu bewältigen – beispielsweise regelmäßige Inspektionen und Wartungen an technischen Gerätschaften. Der Prüfplaner von KAISER+KRAFT erinnert termingerecht, anstehende Prüftermine wahrzunehmen. Begleitende Informationen zur aktuellen Gesetzeslage bieten Rechtssicherheit.

Mit dem Prüfplaner lassen sich alle vorgeschriebenen Prüfungen und Wartungen in einer einzigen Online-Lösung dokumentieren und steuern.

Prüfplaner – für den einfachen und intuitiven Einsatz

Zu überwachende Produkte können problemlos im Prüfplaner angelegt werden, inklusive Prüfungsintervall. Erweitert werden diese Basisdaten um die jeweiligen Vorschriften, ergänzt mit nützlichen Hinweisen. Der Status jeder hieraus entstehenden Aufgabe wird über ein Ampelsystem dargestellt – beispielsweise ist eine zeitnah fällige Aufgabe gelb markiert.

Prüfplaner – für den papierlosen Überblick

Der Nutzer des Prüfplaners ist in der Lage, sämtliche Angaben eines Unternehmens papierlos zu überblicken. Hierzu können auch Prüfprotokolle und resultierende Mängelberichte in die Software hochgeladen werden. Für den spezifischen Fokus sorgen regelmäßige, automatisierte Benachrichtigungen via E-Mail – damit auch wirklich keine Aufgabe vergessen wird.

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Maintenanceprozesse neu definiert – zwingende Anpassung gelebter Prozesse

Maintenanceprozesse repräsentieren das Leistungsspektrum einer betriebsinternen Instandhaltung – fokussiert auf die Betriebsbereitschaft von Anlagen. Das technische Komitee “CEN/TC 319” hat die Prozesse der Instandhaltung in der DIN EN 17007:2017 neu gefasst. Als Studiengangsleiter für das Service-Ingenieurwesen, an der dualen Hochschule Baden-Württemberg Mannheim, ist Prof. Dr. Lennart Brumby auch Mitglied im hierfür zuständigen deutschen Arbeitsausschuss “NA 159-04-01 AA Instandhaltung”.

Herr Brumby, inwieweit sind standardisierte Maintenanceprozesse verbindlich zu berücksichtigen?

Die Norm ist wie alle Normen nicht verpflichtend in der Anwendung. Wohl aber ist es für jedes Unternehmen ratsam, seine eigenen Prozesse der Instandhaltung auf die Prozesse der DIN EN 17007:2017 anzupassen. Nur so wird die eigene Organisation auf die Welt der Industrie 4.0 gewappnet sein. Denn in der vernetzten Arbeitswelt der Industrie 4.0 wird es zunehmend wichtiger, neben aufeinander abgestimmten Informationssystemen auch die jeweiligen Unternehmensprozesse aufeinander abzustimmen.

Welche Wettbewerbsvorteile resultieren aus standardisierten Maintenanceprozessen?

Die Instandhaltung, als Vorreiter der Industrie 4.0, braucht Referenzprozesse für die wesentlichen Abläufe, um sich mit den immer zahlreicheren Dienstleistungen der Hersteller und Industrieservice-Unternehmen abzustimmen. Nur so kann die Zusammenarbeit für eine optimale Anlageninstandhaltung gelingen.

… orientiert sich Industrieservice an Referenzprozessen der Instandhaltung?

Er wird es, weil auch der Industrieservice ein großes Interesse an abgestimmten Prozessen hat. Eine kosteneffiziente Leistungserbringung ist auch für Dienstleister nur dann möglich, wenn es eine abgestimmte, also verschwendungsfreie Zusammenarbeit in den jeweiligen Prozessen gibt.

Inwieweit gelten Maintenanceprozesse als Referenz für die Konzeption von Maschinen und Anlagen?

Die neue Norm DIN EN 17007:2017 fokussiert sich auf die Instandhaltung und beschreibt nicht alle Prozesse im Lebenszykluss einer Anlage. Ich denke, dass eine Standardisierung der Konzeptions- und Entwicklungsprozesse neuer Maschinen recht schwierig sein wird, da hier die hohe Varietät und Komplexität dieser Prozesse eine detaillierte Standardisierung kaum zulässt.

… nur eine servicefreundlich konzipierte Anlage ist eine betreiberfreundlich konzipierte Anlage – teilen Sie diese Meinung?

Selbstverständlich: Die Anforderungen an eine servicegerechte Konzeption und Konstruktion gewinnen immer stärker an Bedeutung, insbesondere bei Anlagen mit hoher Verfügbarkeits-Forderung. Die Umsetzung einer solchen servicegerechten Konstruktion ist aber weniger eine Frage der Prozessgestaltung als vielmehr eine Frage der konsequenten Berücksichtigung dieser Grundsätze in den jeweiligen Pflichtenheften während der Beschaffung.

Welche Definition favorisieren Sie – und weshalb?

1. Die Betriebsbereitschaft einer Anlage ist abhängig von konzeptionell vorgegebenen Spezifikationen, einschliesslich nach Art und Umfang davon abgeleiteten Maintenanceprozessen.

2. Die Betriebsbereitschaft einer Anlage ist abhängig von pauschal vorgegebenen Maintenanceprozessen, gestützt auf eine konzeptionell vorgegebene Verfügbarkeit.

Die erste Definition ist sicherlich zutreffender, denn Anlagen erzielen ihre Wertschöpfung durch die planmäßige Nutzung, zu der die Instandhaltung die Betriebsbereitschaft sicherstellen soll. Pauschale Maintenanceprozesse sind da kaum möglich, sondern müssen immer an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden.

Gibt es Studien, ob und inwieweit sich aktuell praktizierte Maintenanceprozesse europäischer Unternehmen unterscheiden?

Hierzu bedarf es keiner wissenschaftlichen Studien. Allein der Blick in ein beliebiges Produktionsunternehmen mit mehereren Standorten zeigt, wie unterschiedlich an einzelnen Standorten die IH-Prozesse gelebt werden – trotz für alle verbindliche Verfahrensanweisungen. Eine theoretische Bewertung der unterschiedlichen Prozesse ist jedoch schwierig, da oftmals die lokalen Gegebenheiten mit Einfluss auf die Prozesse haben.

… welche lokalen Gegebenheiten sind hilfreich beziehungsweise kontraproduktiv?

Reale Instandhaltungsprozesse sind natürlich in hohem Maße abhängig von den durchführenden Akteuren und deren Qualifikation, Motivation und auch der technischen Ausstattung, die den Akteuren für die Instandhaltung zur Verfügung stehen. Alleine der Einsatz mobiler IT-Systeme kann für die Instandhalter den jeweiligen Prozess wesentlich vereinfachen. Die DIN EN 17007:2017 ist so allgemeingültig formuliert, dass die darin beschriebenen Prozesse auch bei unterschiedlichen lokalen Gegebenheiten anwendbar sind.

Inwieweit lassen sich die gelebten Prozesse der Instandhaltung auf die neuen Prozesse der DIN EN 17007:2017 anpassen, wenn die installierte Basis veraltet ist?

Die  Mitglieder im Normenausschuss haben die Prozesse der DIN EN 17007:2017 so allgemeingültig formuliert, dass sie weitestgehend unabhängig von den zu betreuenden Objekten sind, also egal ob es sich um eine alte Dampfmaschine oder eine Industrie-4.0-Anlage handelt.

Wenn man mehr von Ihnen über aktuelle Maintenanceprozesse erfahren möchte – welche Möglichkeiten bieten Sie an?

Die Inhalte der neuen DIN EN 17007:2017 werden auf Fachkonferenzen zur Instandhaltung einem breiten Publikum bekannt gemacht. So werde ich unter anderem auf der diesjährigen Tagung Instandhaltung von IFC Ebert einen speziellen Vortrag zu dieser Norm präsentieren. Im Übrigen beabsichtigt eine Gruppe von “interessierten Experten der Instandhaltung”, ergänzend zur DIN EN 17007, noch eine DIN SPEC zu verfassen, welche die Ausrichtung bestehender IH-Abläufe auf die Prozesse der DIN EN 17007 beschreiben soll. Wer Interesse hat, daran mitzuarbeiten, kann sich gerne bei mir melden.

Herr Professor Brumby, herzlichen Dank für Ihre aufschlussreichen Erläuterungen zur neuen DIN EN 17007:2017

Grenzüberschreitender Dienstleistungshandel – Dienstleistungen exportfähig machen

Das “ifo Institut” propagiert den verstärkten grenzüberschreitenden Dienstleistungshandel durch “Spezialisierung und Ausnutzung von Größenvorteilen – sowohl zur Realisierung  klassischer Gewinne als auch zur Abmilderung der Effekte des Arbeitskräftemangels”. Obwohl hilfreiche Dienstleistungen in der Regel gerne angenommen werden, gibt es bei der Vermarktung von Dienstleistungen bekanntlich immer Erklärungsbedarf. Insbesondere ist die Plausibilität von Servicepreisen zu rechtfertigen – erst recht im grenzüberschreitenden Angebot. Generell gilt, weder die billigste noch die teuerste Leistung ist ohne ausreichenden Nutzen verkäuflich. Und ein „unverzichtbarer Service“ verkauft sich in der Regel leichter als ein „Nice-to-have-Service“. Ob bestimmte Dienstleistungen überhaupt exportfähig sind, ist eine ganz andere Frage. Nachfolgend ein Blick auf diverse Dienstleistungsbereiche.

Grenzüberschreitendes Servicemanagement

Um Dienstleistungshandel erfolgreich zu realisieren, müssen die aktuell gültigen Reglements und Konditionen in den Zielländern beachtet werden. Das heisst, ein bislang regional tätiges Dienstleistungsunternehmen muss sich gegebenenfalls veränderten Bedingungen anpassen. Nicht zuletzt ist zu klären, ob eigene Arbeitskräfte entsandt werden sollen oder auch neue Mitarbeiter aus dem Zielland eingesetzt werden können. Das gilt natürlich sowohl für den Export als auch für den Import von Dienstleistungen.

Grenzüberschreitende Behördenarbeit

Dienstleistungen zwischen Behörden werden in Ländern angeboten, um dortige Behörden bei projektspezifischer Aufbauarbeit zu unterstützen. Bislang hat sich das sogenannte “Twinning” bewährt. Grenzüberschreitende Partnerschaften zwischen Behörden dienten ursprünglich der Unterstützung zukünftiger europäischer Mitgliedstaaten, um europäische Rechtsvorschriften umzusetzen. In bestimmten europäischen Mitgliedstaaten wird “Twinning” mittlerweile als unerwünschte  Einmischung betrachtet, wenn auf entsprechend nonkonformes Verhalten hingewiesen wird. Darüber hinaus wird das Twinning-Konzept auch in Staaten angeboten, die an die EU angrenzen.

Grenzüberschreitender  Cyber Defense

Eine existentielle Dienstleistung für weltweit agierende Unternehmen ist die Cyberabwehr. Das Aufspüren von Cyber-Angriffen setzt auf intelligente Analysewerkzeuge, um entsprechende Verhaltensmuster in Echtzeit zu erkennen und unmittelbar Gegenmaßnahmen einzuleiten. Größere Unternehmen etablieren entsprechende Systeme in der Regel selbst. Alternativ stehen einschlägige Services externer Dienstleister zur Verfügung.

Grenzüberschreitende Sicherheitsdienste

Menschen, Strukturen und Sachwerte beanspruchen ein bestimmtes Maß an Sicherheit. Aktuell erscheint dieser Bedarf steigend, wenn man die weltweit eskalierenden Risiken berücksichtigt. Sicherheit ist kein statisches Gut sondern folgt einem dynamischen Prozess auf einem vereinbarten Niveau – gestützt durch personelle Sicherheitsdienstleistungen und technische Sicherheitssysteme im weitesten Sinn. Problematisch ist, wenn eigene Sicherheitsmassnahmen für andere bedrohlich wirken und somit Konflikte verursachen. In Folge sind Lösungen von Sicherheitskonflikten die eigentlichen Sicherheitsdienste.

Grenzüberschreitende Dienstleistungsberatung

Auslandshandelskammern sind Protagonisten im Dienstleistungshandel und etablierte  Anbieter folgender grenzüberschreitender Dienstleistungen:

  • Kontaktrecherche und Geschäftspartnervermittlung
  • Auskunft zu Steuerfragen und steuerliche Vertretung
  • Rechtsauskunft und Zollauskunft
  • Unterstützung bei Firmengründungen
  • Standortanalyse und Marktstudie
  • Messedienstleistungen
  • Vermittlung von Personal

Die Auslandshandelskammern unterstützen die internationale Ausrichtung deutscher Unternehmen – an ca. 120 Standorten in 80 Ländern.

Grenzüberschreitende Finanzdienste

In 2013 hat die EU-Kommission ein Maßnahmenpaket für mehr Verbraucherschutz bei Finanzdienstleistungen vorgelegt. So sind etwa die Sicherstellung günstiger und transparenter Bankkonten oder die verpflichtende Aufklärung über die Risiken von Finanzanlagen mittlerweile obligatorisch. Inwieweit dieser Schutz bei der weltweit vorangetriebenen Abschaffung des Bargelds ausreichend ist, darf bezweifelt werden. Eine alternativlose Abhängigkeit vom digitalen Zahlungsverkehr ermöglicht eine durchgängig transparente Einsicht in persönliche Kontobewegungen – auch für “Interessenten”. Autokratisch geführte Regierungen hätten einen extrem starken Hebel, um unliebsame Oppositionelle ihrer Existenz zu berauben – einfach durch Kontolöschung. Und ein “Bankencrash” würde naturgemäss jeden Zahlungsverkehr blockieren. Übrigens – wer sich über Finanzdienstleistungen beschweren möchte, kann sich an die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wenden.

Grenzüberschreitendes Social Media Marketing

Es gilt, unternehmerische Aktivitäten zu unterstützen, um Umsatzquellen zu sichern und neue zu erschliessen. Hierzu werden Informationen aus unterschiedlichen Quellen miteinander verbunden und im Kontext analysiert. Ziel ist, anhand von Daten die Bedürfnisse und Gewohnheiten von Kunden besser zu verstehen und für jede Situation einen adäquaten Service zu bieten. Somit begünstigen Kontext-Dienste das wirtschaftliche Umfeld – vorausgesetzt, die digitalen Spuren potenzieller Kunden sind und bleiben signifikant.

Grenzüberschreitendes industrielles Outsourcing

Die Kernkompetenz der Industriedienstleister liegt naturgemäß bei den Instandhaltungsaktivitäten, sowie den Umbauten und Wartungen. Etablierte Industriedienstleister haben es offensichtlich besonders gut verstanden, Betreiber der Produktionsanlagen von ihren externen Dienstleistungen zu überzeugen. Entsprechende Betreiber vermeiden es dann auch, ihre Entscheidung “pro Outsourcing” wieder umzukehren. Trotzdem bleiben auch interne Instandhaltungsorganisationen weiterhin selbstbewusst auf Kurs.

Datenschutzgrundverordnung – Abonnenten Servicereport

Sehr geehrte Abonnentin, sehr geehrter Abonnent,

nach der am 25.05.2018 gültigen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) möchten wir Sie als Abonnent(in) der im servicereport erscheinenden Artikel noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass Sie diesen Service jederzeit mit einem Klick beenden können. Sie finden den entsprechenden Link am Ende der abonnierten E-Mail.

Wir wissen, dass unsere langjährigen Abonnenten das Themenspektrum des servicereport schätzen, und erwarten daher keine Abmeldungen sondern einen weiteren kontinuierlichen Anstieg der Abonnentenzahl.

Wir nehmen diese Gelegenheit zum Anlass, und bedanken uns herzlich bei jedem Abonnenten und jeder Abonnentin für das entgegengebrachte Interesse und Vertrauen.

Mit besten Grüßen
Lutz Breunig

Fahrdienstleitung nach Regelwerk – Kein Schutz vor Fehlentscheidungen

Nicht schon wieder! Ein erneutes Zugunglück bei der Deutschen Bahn erinnert schlagartig an den Zusammenstoß zweier Züge in 2016. Die publizierten Hintergründe verweisen schon jetzt auf ein mögliches Versagen der Fahrdienstleitung. Und damit werden wohl die gleichen Fragen gestellt, wie sie vor zwei Jahren bereits gestellt wurden – ergänzt mit Fragen zu den bis dato unternommenen Verbesserungen. Insbesondere wird zu klären sein, inwieweit mittlerweile Überwachungssysteme realisiert sind,  die menschliches Fehlverhalten rechtzeitig neutralisieren könnten.

Hintergründe des Zugunglücks von 2016

Ein Fahrdienstleiter der Bahn hatte ein Signal gegeben, das er nicht rotlicht-schrankehätte geben dürfen und damit auf einer eingleisigen Strecke den Zusammenstoß zweier Züge verursacht. Zunächst war die Rede von einem “Sondersignal”, womit ein Rotlicht außer Kraft gesetzt wurde. Dieses Sondersignal wurde präzisiert: Es soll sich hierbei um ein sogenanntes Ersatzsignal handeln, das nur mit mehreren Handgriffen ausgelöst werden kann – wobei “besondere Schalter und Taster” zu betätigen sind.

Fahrdienstleitung und menschliche Fehlentscheidungen

Wenn sich der Fahrdienstleiter pflichtgemäß, also regelgerecht verhalten hätte, wäre es nicht zum Zusammenstoß gekommen – so die Stellungnahme der Staatsanwaltschaft. Damit ist die Ursache dieses Unglücks als fahrlässiges Verhalten deklariert – ausgelöst durch einen falsch ausgewählten Steuerungsprozess. Spätestens jetzt sollte sich der geneigte Leser fragen, wann er den letzten beruflichen “Blackout” hatte. Ein Mensch ist nun mal keine Maschine, soviel steht fest – und Fehlentscheidungen können auch nach bestem Wissen und Gewissen getroffen werden. Dabei gibt es eine einfache Maßnahme, die menschliches Versagen drastisch reduzieren kann: das Vier-Augen-Prinzip. Und es drängt sich die Frage auf, ob sich die Fahrdienstleiter benachbarter Stellwerke in ihren Entscheidungen abstimmen.

Fahrdienstleitung und technische Unzulänglichkeiten

“Die Bahnstrecke ist technisch gut abgesichert und die Technik hat funktioniert” – so der Tenor der Analysten dieser Katastrophe. Trotzdem will man überlegen, ob es weitere Möglichkeiten gibt, ein solches Unglück zu verhindern. Allerdings sind solche Überlegungen schon sehr weit fortgeschritten, denn bereits in 2010 hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ein Anti-Kollisionssystem für Züge vorgestellt: RCAS ist ein System zur Vermeidung von Zugkollisionen, das unabhängig von Sicherungstechnik entlang der Strecke funktioniert. Der Zweck liegt auf der Hand – man braucht Überwachungssysteme, die menschliches Fehlverhalten rechtzeitig neutralisieren – insbesondere bei fehlgesteuerten Prozessen, die in kürzester Zeit in eine Katastrophe führen können. In der bereits realisierten Technik autonomer Verkehrssysteme wird jedenfalls versucht, menschliches Fehlverhalten weitgehend auszuschließen.

Unzureichende Problemlösung

Mindestens seit 2013 sind bahnspezifische Probleme der Öffentlichkeit bekannt:  Personalknappheit, Überalterung und Nachwuchsmangel – sowie verzögerte Investitionen in automatisierte Stellwerke, Auslöser war das Stellwerk-Chaos in Mainz. Und immer ist zu hören: Ein Fahrdienstleiter der Bahn hat eine riesige Verantwortung bei relativ geringem Lohn. Eine Imageverbesserung der Deutschen Bahn lässt weiter auf sich warten.