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Primärbedarf – Dienstleistungen für Ressourcen und Umwelt

Mit dem neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz will das deutsche Bundesumweltministerium den Klima- und Ressourcenschutz stärken; primär wird auf Abfallvermeidung und Recycling Wert gelegt, wobei die entsprechenden Recycling- und Verwertungsquoten über den EU-rechtlichen Vorgaben liegen: Mit der Novelle Kreislaufwirtschaftsgesetz wird insbesondere auch die Zuständigkeit für die Dienstleistung zur kommunalen und privaten Entsorgung definiert und an den Anforderungen des Ressourcenschutzes ausgerichtet.

Primärbedarf – Anbieter von Dienstleistungen im Bereich Recycling

  • Reinwald Wertstoff-Recycling GmbH
  • Breitsamer Entsorgung Recycling GmbH
  • ergoTrade AG
  • INTERSEROH SE
  • PDR Recycling GmbH + Co KG

Auch für die Verbesserung der Luftqualität gelten jetzt strengere Vorgaben; insbesondere für die besonders gesundheitsschädlichen kleineren Feinstäube: die EU-Luftqualitätsrichtlinie wurde in deutsches Recht umgesetzt. Wenn die Grenzwerte noch nicht eingehalten werden können, sind Fristverlängerungen möglich; die Vorlage eines Luftreinhalteplans soll hierzu darlegen, mit welchen Maßnahmen dies zukünftig erreicht werden soll. Als wichtige Maßnahme zur Einhaltung der Grenzwerte wird beispielsweise die Einrichtung einer Umweltzone mit Einfahrverboten für schadstoffreiche Kraftfahrzeuge propagiert: in Deutschland sind bereits mehr als 40 Umweltzonenin Kraft gesetzt.

Primärbedarf – Anbieter von Dienstleistungen im Bereich Emissionsmessung

  • TÜV NORD AG
  • Chemisches Laboratorium Dr. R. Fülling
  • DEKRA Industrial GmbH
  • Environnement S.A
  • LINDE GAS GmbH

Entsprechend wurde auch für den Umgang mit Energie der deutsche Aktionsplan nach EU-Richtlinie gestartet: die Energieeffizienz soll weiterhin gesteigert und erneuerbare Energie gefördert werden. Offshore-Windenergie, der wachsenden Stromhandel, sowie der Ausbau der Stromnetze und der Speicherkapazitäten sollen Akzente setzen.

Primärbedarf: Anbieter von Dienstleistungen im Bereich Energie

  • EMP Energie AG
  • Dr. Rudolphi Ingenieurgesellschaft für Energietechnik mbH
  • Institut für Energiedienstleistungen GmbH
  • WRS energie- & unternehmenslösungen gmbh
  • MVV Energiedienstleistungen GmbH

Feuerungsanlagen – Investoren blockieren energetische Modernisierung

Es ist eine ganze Menge an Modernisierungspotenzial, das den Anlagen zur Wärme- und Dampferzeugung zugestanden wird: das Institut der deutschen Wirtschaft geht davon aus, dass 80 Prozent der Anlagen nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen; man kann auch sagen, dass 250.000 Anlagen älter als 10 Jahre sind. Dieser Mangel an technologischem Standard hat Konsequenzen; denn damit werden nicht nur die Betriebskosten der Anlagen unnötig in die Höhe getrieben, sondern auch noch 24 Millionen Tonnen CO2 produziert und durch die Schornsteine gejagt.

Feuerungsanlagen und ihr Modernisierungspotenzial

Rechenbeispiele des Bundesindustrieverbandes Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) belegen die bislang ungenutzten Möglichkeiten:

  • Eine technologisch aufgerüstete, fünf Megawatt starke Industriefeuerungsanlage für Prozesswärme könnte bereits 112 Tonnen CO2 jährlich und damit Kosten in Höhe von fast 30.000 Euro einsparen; bei einer Amortisationszeit von nur ein bis zwei Jahren.
  • Ausgestattet mit modernen Brennern und Kesseln ließe sich der jährliche Verbrauch in Deutschland um 810.000 Tonnen Heizöl und 4,43 Milliarden Kubikmeter Erdgas, das heißt um insgesamt 16,3 Millionen Tonnen CO2 senken.
  • Würden außerdem etwa fünf Prozent des Heizöls durch Bioöl sowie Erdgas durch Biogas ersetzt, könnten bis zu weiteren acht Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.

Feuerungsanlagen und ihre Investitionshindernisse

Weshalb sich die potenziellen Investoren in Sachen Modernisierung trotzdem zurückhalten, ist nicht nachvollziehbar; unterstellt wird, dass sie nicht Bescheid wüssten über die kurzen Amortisationszeiten und technisch-ökonomischen Optionen der Heizungssysteme, wie:

  • Holz-, Öl- oder Gasheizkessel
  • Wärmepumpen
  • Solaranlagen
  • Lüftungstechnik
  • Steuer- und Regelungstechnik
  • Klimaanlagen
  • Heizkörper und Flächenheizsysteme
  • Brenner
  • Speicher
  • Heizungspumpen
  • Lagerbehälter
  • Abgasanlagen
  • Zubehörkomponenten

Wahrscheinlich ist, dass mangelnde Abschreibungsmöglichkeiten eine Investition in energetische Anlagen für viele Betreiber unattraktiv erscheinen lässt; entsprechend fordert der BDH auch wirkungsvolle Förderprogramme, um dieses Servicegeschäft zu aktivieren.

Fluggäste entschädigen – bedingter Ausgleichsanspruch für verspätete Flüge

Wenn Fluggäste ihr Endziel frühestens drei Stunden nach der geplanten Ankunftszeit erreichen, können sie ebenso wie die Fluggäste annullierter Flüge von der Fluggesellschaft eine pauschale Ausgleichszahlung verlangen; es sei denn, die Verspätung geht auf außergewöhnliche Umstände zurück. In einem heutigen Urteil präzisiert der europäische Gerichtshof die Ansprüche, die Fluggästen eines verspäteten Fluges nach der Gemeinschaftsverordnung über Ausgleichs- und Unterstützungsleistungen für Fluggäste gegen die Fluggesellschaft zustehen.

Fluggäste entschädigen – Annuliert versus verspätet

Fluggäste können bei Annullierung eines Fluges eine pauschale Ausgleichszahlung in Höhe von 250 bis 600 Euro erhalten; es ist nicht ausdrücklich vorgesehen, dass ein solcher Anspruch auch den Fluggästen verspäteter Flüge zusteht. Ein verspäteter Flug kann unabhängig von der Dauer der Verspätung nicht als annulliert angesehen werden, wenn – von der Abflugzeit abgesehen – alle anderen Elemente des Fluges, insbesondere die Flugroute, unverändert so bleiben, wie sie ursprünglich geplant waren. Wenn die Fluggesellschaft dagegen die Fluggäste nach der geplanten Abflugzeit mit einem anderen Flug befördert, d. h. einem Flug, der unabhängig von dem Flug geplant wurde, für den die Fluggäste gebucht hatten, kann der Flug grundsätzlich als annulliert angesehen werden.

Fluggäste entschädigen – Ausgleichszahlung aufgrund vergleichbarer Nachteile

Was den Anspruch auf eine Ausgleichszahlung anbelangt, der in der Verordnung zugunsten der Fluggäste, deren Flug annulliert wurde, vorgesehen ist, stellt der Gerichtshof fest: Fluggäste, die von einer Verspätung betroffen sind, erleiden einen ähnlichen Schaden in Form eines Zeitverlusts und befinden sich somit in einer vergleichbaren Lage.

Fluggäste entschädigen – die Ausnahmeregelung

Der Gerichtshof legt dar, dass eine solche Verspätung dann nicht zu einem Ausgleichsanspruch führt, wenn die Fluggesellschaft nachweisen kann, dass die Verspätung auf außergewöhnliche Umstände zurückgeht, die von ihr tatsächlich nicht zu beherrschen sind; und sich auch dann nicht hätten vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen worden wären. Dazu wird festgestellt, dass ein bei einem Flugzeug aufgetretenes technisches Problem nicht als außergewöhnlicher Umstand angesehen werden kann; es sei denn, das Problem geht auf Vorkommnisse zurück, die aufgrund ihrer Natur oder Ursache nicht Teil der normalen Ausübung der Tätigkeit der betroffenen Fluggesellschaft sind und von ihr tatsächlich nicht zu beherrschen sind – so der “Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften”.

Fluggäste entschädigen – Kommentar des ADAC

Für gestrichene oder überbuchte Flüge müssen Fluggesellschaften den Passagieren seit 2002 je nach Länge der Flugstrecke eine Ausgleichsleistung von 250, 400 und 600 Euro bezahlen. Im Falle einer Verspätung ging der Kunde jedoch leer aus. Dies führte zu einer teils absurden Entschädigungspraxis: Wurde ein Flug annulliert und der Passagier wenige Zeit später mit einer anderen Maschine befördert, erhielt er eine Ausgleichszahlung. Startete der Flug aber mit Verspätung, selbst wenn diese über 20 Stunden dauerte, stand dem Passagier keine Entschädigung zu. Dies verleitete Fluggesellschaften nicht selten dazu eine Annullierung als bloße Verspätung zu behandeln, um so ihrer Verpflichtung zur Ausgleichszahlung zu entgehen. Mit der heutigen Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, eine Verspätung von mehr als drei Stunden wie eine Annullierung zu behandeln, wird einer Forderung des ADAC-Rechtsforums aus dem Jahr 2007 nachgekommen; so der ADAC.

Nanotechnologie – Mega-Hype um Nanoprodukte

Diskussionen um den Einsatz der Nanotechnologie kommen wieder in Fahrt; ausgelöst durch eine neuerliche Publikation des Umweltbundesamtes zu entsprechenden Einflüssen auf Mensch und Umwelt. Aus Sicht des Umweltbundesamtes ist es erforderlich, rechtliche Rahmenbedingungen für den sicheren Umgang mit Nanomaterialien zu schaffen. Als ein wesentlicher Schritt hierzu wird ein Meldesystem für Nanomaterialien in Form eines Produktregisters gefordert. so das Umweltbundesamt, so das Umweltbundesamt – www.umweltbundesamt.de.

Nanotechnologie und die Chemische Industrie

Der Verband der Chemischen Industrie hält ein solches Melderegister für überflüssig. So etwas wäre allenfalls europaweit sinnvoll; und hierfür müsste dann auch eine international abgestimmte Definition von Nanomaterialien vorliegen. Außerdem verweist der VCI auf mehrere seiner Leitfäden, die darauf eingehen, wie die “deutschen und europäischen Gesetze zum Schutz für Mensch und Umwelt” auch auf Nanomaterialien anzuwenden sind. So zum Beispiel zur Registrierung von Nanomaterialien; zur Risikobewertung; zur Informationsweitergabe in der Lieferkette; zur Sicherheitsforschung; und zur Entsorgung von Abfällen, die Nanomaterialien enthalten; so der Verband der Chemischen Industrie e.V. – www.vci.de

Nanotechnologie und der TÜV

Der TÜV SÜD hat sich vorgenommen, bis Ende 2009 eine Produktzertifizierung für die Nanotechnologie zu entwickeln. Als Basis einer Zertifizierung dient ein entsprechendes Risikomanagementsystem, beziehungsweise Monitoringsystem. Hiermit soll es erstmals möglich sein, potenzielle Risiken und Chancen der Nanotechnologie rasch und umfassend zu identifizieren, zu analysieren und zu bewerten; vor dem Hintergrund, dass eine Vielzahl von Nanoprodukten bereits europaweit im Handel sind und monatlich etwa 10 weitere hinzukommen; so die TÜV SÜD AG – www.tuev-sued.de

Nanotechnologie und der IVAM

Parallel hierzu formieren sich die Anbieter im Bereich Mikrotechnik und Nanotechnologie; komprimierte Informationen über Produkte und Lösungen sind bereits von mehr als 3.000 Anbietern erhältlich. Der „Nano Guide of Europe” von IVAM Research ist eine Datenbank für Anwender, die hiermit einen Überblick über das Angebot in Europa erhalten. Auch Zulieferer, Abnehmer oder Entwicklungspartner können über die Datenbank-Software identifiziert und direkt kontaktiert werden; so der IVAM e.V. , Fachverband für Mikrotechnik – www.ivam.de

Verbraucherschutz verbessert – Kostenfallen im Internet und unerlaubte Telefonwerbung

Seriöse Callcenter dürften zufrieden sein, dass das “Gesetz gegen unerlaubte Telefonwerbung” endlich in Kraft getreten ist. Ab dem 04.08.2009 können die schwarzen Schafe der Branche mit empfindlichen Geldbußen in die Schranken gewiesen werden; so das Bundesministerium der Justiz.

Verbraucherschutz – Im Einzelnen definiert das BMJ mit dem neuen Gesetz folgende Verbesserungen für die Verbraucher:

  • Verstöße gegen das bestehende Verbot der unerlaubten Telefonwerbung gegenüber Verbrauchern können künftig mit einer Geldbuße bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Außerdem wird im Gesetz klargestellt, dass ein Werbeanruf nur zulässig ist, wenn der Angerufene vorher ausdrücklich erklärt hat, Werbeanrufe erhalten zu wollen. So wird verhindert, dass sich Anrufer auf Zustimmungserklärungen berufen, die der Verbraucher in einem völlig anderen Zusammenhang oder nachträglich erteilt hat.
  • Bei Werbeanrufen darf der Anrufer seine Rufnummer nicht mehr unterdrücken, um seine Identität zu verschleiern. Viele unerwünschte Werbeanrufe werden bislang nicht verfolgt, weil sich nicht feststellen lässt, wer angerufen hat. Denn die Unternehmen machen in der Regel von der Möglichkeit Gebrauch, ihre Rufnummer zu unterdrücken. Dies wird nun durch das Telekommunikationsgesetz (TKG) verboten. Bei Verstößen gegen das Verbot der Rufnummernunterdrückung droht eine Geldbuße bis zu 10.000 Euro.
  • Verbraucherinnen und Verbraucher bekommen mehr Möglichkeiten, Verträge zu widerrufen, die sie am Telefon abgeschlossen haben. Verträge über die Lieferung von Zeitungen, Zeitschriften und Illustrierten sowie über Wett- und Lotterie-Dienstleistungen können künftig widerrufen werden so wie es heute schon bei allen anderen Verträgen möglich ist, die Verbraucher am Telefon abgeschlossen haben. In diesen Bereichen kommt es besonders zu unerlaubter Telefonwerbung, um Verbraucher zu einem Vertragsabschluss zu bewegen. Bislang gibt es hier kein Widerrufsrecht (§ 312d Absatz 4 Nummer 3 und 4 BGB). Diese Ausnahmen werden beseitigt. Es kommt für das Widerrufsrecht nicht darauf an, ob der Werbeanruf unerlaubt war. Die Vorschrift ermöglicht einen Widerruf, aus welchen Gründen auch immer.Wenn der Verbraucher den Vertrag fristgerecht widerrufen hat, braucht er ihn nicht zu erfüllen. Die Widerrufsfrist beträgt abhängig von den Umständen des Einzelfalles – zwei Wochen oder einen Monat und beginnt nicht, bevor der Verbraucher eine Belehrung über sein Widerrufsrecht in Textform (etwa als E-Mail oder per Telefax) erhalten hat. Bei unerlaubten Werbeanrufen beträgt die Frist regelmäßig einen Monat.

Verbraucherschutz – Auch der Schutz vor untergeschobenen Verträgen, einschließlich der so genannten Kostenfallen im Internet, wird verbessert:

  • Wenn der Verbraucher über sein Widerrufsrecht nicht in Textform belehrt wurde, kann er Verträge über Dienstleistungen, die er am Telefon oder im Internet abgeschlossen hat, künftig widerrufen. Bislang gibt es in solchen Fällen kein Widerrufsrecht mehr, wenn der Unternehmer mit der Ausführung der Dienstleistung mit ausdrücklicher Zustimmung des Verbrauchers begonnen oder der Verbraucher die Ausführung selbst veranlasst hat. Unseriöse Unternehmer haben diese Regelung gezielt ausgenutzt, um Verbrauchern am Telefon oder im Internet Verträge unterzuschieben. Diesem Verhalten entzieht das Gesetz die Grundlage. Widerruft der Verbraucher einen solchen Vertrag, muss er die bis dahin vom Unternehmer erbrachte Leistung nur dann bezahlen, wenn er vor Vertragsschluss auf diese Pflicht hingewiesen worden ist und er dennoch zugestimmt hat, dass die Leistung vor Ende der Widerrufsfrist erbracht wird. Das Unterschieben von Verträgen wird damit wirtschaftlich uninteressant, weil Unternehmen auf eigenes Risiko leisten.
  • Außerdem bedarf die Kündigung eines Dauerschuldverhältnisses oder die Vollmacht dazu im Fall des Anbieterwechsels zukünftig der Textform, wenn der neue Anbieter gegenüber dem bisherigen Vertragspartner des Verbrauchers auftritt. Hierdurch wird verhindert, dass ein neuer Anbieter den Vertrag des Verbrauchers mit seinem bisherigen Anbieter ohne entsprechenden Auftrag des Verbrauchers kündigt. Hierzu ist es durch unseriöse Anbieter von Telefondienstleistungen häufiger gekommen.

Elektrofahrzeug mit Entwicklungsschub

Die Politik will spätestens bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen bringen. Mit einem “Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität” werden erstmals alle Elektrofahrzeug-Maßnahmen untereinander abgestimmt und koordiniert umgesetzt – so das BMBF.

Dabei geht es sowohl um die Ausbildung und den Kompetenzaufbau an Hochschulen, als auch um die Batterieentwicklung, die Netzintegration und das Energiemanagement – aber auch um die Marktvorbereitung, denn die Akzeptanz für das Elektrofahrzeug kann nicht unbedingt als selbstverständlich vorausgesetzt werden.

Potenzielle Fahrzeughalter haben hierzu diverse Vorstellungen: etwa, dass der Strompreis nicht teuer wird als das Benzin, dass ein Elektrofahrzeug mindestens eine bestimmte Strecke ohne “nachzuladen” fährt, und der Ladevorgang als solcher eine bestimmte Zeitspanne nicht überschreitet. Möglicherweise ist auch der Platz für den Kofferraum oder der verfügbare Innenraum entscheidend – oder der generelle Anschaffungspreis für ein Elektrofahrzeug.

Vielleicht haben sich PKW-Nutzer aber auch so an die Geräuschkulisse von Verbrennungsmotoren gewöhnt, dass sie diese nicht missen möchten; ganz abgesehen von dem Gefahrenpotenzial, mit dem ein geräuschloses Fahrzeug behaftet ist. Und obwohl Hardliner vermutlich auch in Zukunft nicht auf “V8-Benzinmotoren” verzichten werden, kann die Kaufentscheidung für ein Elektrofahrzeug auch von dem Argument beeinflusst sein, aus welcher Primärenergie der Strom gewonnen wird. Abgesehen davon sind als Alternative weiterhin “Hybridfahrzeuge”, “Wasserstoff-Autos” oder “Gasfahrzeuge” im Rennen.

Die Politik will jedenfalls sicherstellen, dass das Gesamtkonzept der Elektromobilität – von der Grundlagenforschung bis hin zu neuen Geschäftsmodellen – in Deutschland umgesetzt wird, die Wertschöpfung in Deutschland erfolgt und somit neue zukunftssichere Arbeitsplätze geschaffen werden; um die Klimaschutzziele Deutschlands umzusetzen und neue zukunftssichere Arbeitsplätze zu schaffen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert hierzu mit 22 Millionen Euro ein Projekt, bei dem, unter Führung der Audi AG, Partner aus Industrie, Universitäten und Forschungsinstituten in den kommenden Jahren ein komplett neuartiges Systemkonzept für ein leistungsfähiges Elektrofahrzeug entwickeln wollen. Neben Audi beteiligen sich die Robert Bosch GmbH und die RWTH Aachen an dem sogenannten “ePerformance”-Projekt.

Systemkonzept – Basis für guten Service

Wie gut ein technischer Service agieren kann, hängt sicherlich auch davon ab, wie servicefreundlich und wie kundenorientiert die zu betreuenden Systeme konzipiert sind. Doch auf welche Parameter kommt es hierbei an? Hier der Standpunkt von Dr. Hohnhaus, Leiter der Division Entwicklung bei Bystronic.

Systemkonzept – Serviceumfang

„Der Idealfall wäre selbstverständlich der, dass ein Maschinensystem ganz ohne Serviceleistungen auskommt. Dass dies nicht möglich ist, liegt auf der Hand. Aber: Es muss das Ziel sein, diesem Zustand so nahe wie möglich zu kommen, das heißt, die technische Ausfallzeit auf ein absolutes Minimum zu reduzieren und Serviceleistungen planbar zu machen. Um dies zu erreichen, empfiehlt sich ein ganzes Bündel an Maßnahmen, die bei Bystronic bereits seit langem umgesetzt sind und permanent optimiert werden.” Entsprechend empfiehlt Dr. Hohnhaus primär, „bei der Herstellung von Werkzeugmaschinen ausschließlich geprüfte Bauteile und Komponenten zu verwenden, da aus qualitativ zweifelhaften Elementen schließlich keine gute Maschine gebaut werden kann”. Und er verweist darauf, „dass man das spätere Ausfallrisiko der entsprechenden Maschinen verringert, wenn man geprüfte Module standardisiert und in verschiedenen Produktserien verwendet”.

Systemkonzept – Anwendung

Auch dass „ein gutes Maschinensystem einfach zu bedienen sein sollte”, steht für Dr. Hohnhaus außer Frage, und sieht „als Konsequenz einen entsprechend hohen Automatisierungsgrad zur Vermeidung von Anwendungsfehlern: und zwar über die gesamte Prozesskette eines Produktionsauftrags”. Hinzu kommt, dass „moderne Maschinensysteme über einen gewissen Umfang an eingebauter Sensorik verfügen, die allerdings heute vielfach noch nicht effizient genug genutzt wird. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die Prozessüberwachung und die frühzeitige Erkennung, wenn Verschleißteile das Ende ihrer Lebensspanne erreicht haben. Mit diesen Informationen können Probleme bereits vor ihrem Auftreten beseitigt werden.”

Systemkonzept – Remoteservice

Als weiteren Punkt nennt Dr. Hohnhaus die „Ferndiagnose, die Bystronic für sämtliche Laser- und Wasserstrahlschneidanlagen und für Abkantpressen der Beyeler Xpert Serien anbietet; und mit deren Hilfe sich prozessrelevante Daten und der jeweilige Status der einzelnen Anlagenkomponenten der Bystronic Helpline zugänglich machen lassen. Servicearbeiten werden auf diese Weise schnell und gezielt eingeleitet und durchgeführt.”

Systemkonzept – Ausfallrisiko

Last but not Least: „Servicefreundliche und kundenorientierte Systeme beinhalten stets das gesamte Paket aus Hard- und Software sowie Dienstleistungen. Zu diesen Dienstleistungen gehören Wartungsverträge, die auf die Gegebenheiten beim Kunden zugeschnitten sind, zwingend dazu. Es ist kein Geheimnis, dass das Ausfallrisiko sinkt, wenn eine Maschine gut gewartet wird. Außerdem sind Servicearbeiten im Rahmen eines Wartungsvertrags sehr gut planbar”, so Dr. Hohnhaus.

Systemkonzept – wirtschaftliche Lösungen

Nachgefragt bei Dr. Jürgen Hohnhaus, Bystronic Laser AG: Leiter der Division Entwicklung und mit Ausnahme des “Wasserstrahlschneidens”, weltweit für sämtliche Entwicklungsaktivitäten des Unternehmens verantwortlich. In seiner Funktion ist Dr. Hohnhaus Mitglied der Bystronic Gruppenleitung; Bystronic ist ein weltweit agierender Anbieter von Lösungen für die wirtschaftliche Verarbeitung von Blechen und anderen Flachmaterialien.