Korruption wirksamer bekämpfen – Seriosität lohnt sich

Da gibt es nun ein europäisches Amt, das für ein korruptionsfreies Europa sorgen soll (OLAF) – und prompt ist diese Institution selbst im Verdacht, nicht sauber zu arbeiten. Dieser Vorwurf kommt direkt vom Kontrollausschuss der EU-Antikorruptionsbehörde, mit massiven Zweifeln an den statistischen Erkenntnissen aus dem Antikorruptionsbericht der EU für 2014.

Korruption in der Wirtschaft

Noch in den neunzigerJahren betrachteten Unternehmen “Bestechungsgelder” und “Steuerabschreibungen für die Zahlung von Bestechungsgeldern” als ganz normalen Bestandteil des grenzüberschreitenden Wirtschaftslebens. Mit der Ratifizierung des Antikorruptionsübereinkommens der OECD im Jahr 1998 haben sich 38 Vertragsstaaten dazu verpflichtet, das Angebot, das Versprechen sowie die Zahlung von Bestechungsgeldern, um sich einen wirtschaftlichen Vorteil zu verschaffen, als Straftat zu behandeln. Weitere Länder sollen dem OECD-Antikorruptionsübereinkommen beitreten.

Korruption im öffentlichen Dienst

Der Entwurf eines verschärften Gesetzes gegen unseriöse Geschäftspraktiken fand lange keine ausreichende Mehrheit – als Crux galt der §108e des Strafgesetzbuches, der sich der Bestechung von Abgeordneten widmet. Insbesondere Deutschland hat die UN-Konvention gegen Korruption erst im September 2014 ratifiziert. Die Bestechung ausländischer Angehöriger des öffentlichen Dienstes gilt nun definitiv als gesetzeswidrig. Es gilt, sogenannte “Anfütterungszahlungen” zu bekämpfen, Informanten zu schützen und die Kommunikation zwischen Angehörigen des öffentlichen Dienstes und Strafverfolgungsbehörden zu verbessern.

Korruption versus Seriosität

Es dürfte mittlerweile zum Allgemeinverständnis gehören, dass man heutzutage keine schwarzen Kassen mehr bilden muss, um zu korrumpieren. Die Methoden der Korruption sind subtiler geworden, doch auch praktische Hilfestellungen für Antikorruptionsmaßnahmen sind verfügbar. Zur Beschaffung empfiehlt der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. auf die Seriosität der Lieferanten zu achten: “Es gilt, Antikorruptionsmaßnahmen systematisch in die bestehenden Geschäftsprozesse zu integrieren. Dabei muss deutlich werden, dass beschaffende Unternehmen nicht mit Lieferanten arbeiten, deren Geschäftsgebaren auch auf korruptiven Handlungen beruht.”

Führungskräfte profitieren von Compliance

Compliance ist als regelkonformes Verhalten in den Geschäftsprozessen zu verankern. Vorgesetzte haben dieses Verhalten sicherzustellen, was sich auch in einem entsprechenden Führungsstil offenbart. Compliance gilt als Chance, ein Unternehmen effizienter und besser zu führen – sowohl pflichtgemäß als auch lösungsorientiert.

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Korruption wirksamer bekämpfen - Seriosität lohnt sich
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Korruption ist ein unverändert präsentes Problem. Regelkonformes Verhalten ist definiert und bekannt - und dennoch wird es ignoriert, wenn Geschäfte anscheinend nur über Korruption zu realisieren sind.
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