Archiv der Kategorie: Instandhaltung

Was hält ein technisches System betriebsbereit und welche Voraussetzungen sind hierbei zu erfüllen? Und welche Kriterien bestimmen den Lifecycle technischer Systeme? Lesen Sie in der Kategorie Instandhaltung, was systemspezifische Aktivitäten ausmacht und wie sie sich entwickeln.

Schlagkräftige Einflussgrößen einer wertorientierten Instandhaltungsstrategie – Europäische Unternehmen mit signifikantem Einsparpotenzial

Um eine exzellente Maintenance zu erreichen, sollten Organisationen der Instandhaltung auf fünf besonders effizient wirkende Einflussgrößen achten. Neben einer wertorientierten Instandhaltungsstrategie dominiert hier das Insourcing und Outsourcing von Leistungen; gefolgt von der Zeitwirtschaft mit der Planung von Kapazitäten und Terminen, sowie der Ablauforganisation und den Kennzahlen innerhalb des Kostenwesens. Es gilt, die in Europa bisher für Instandhaltungsmaßnahmen offenbar verschwendeten finanziellen Mittel einzufangen. So das Fazit der ConMoto Consulting Group GmbH aufgrund entsprechender Ergebnisse ihrer Studie. Analysiert wurden die Instandhaltungsleistungen von 83 europäischen Unternehmen und Betriebsstätten aus unterschiedlichen Branchen.

Und das sind die ermittelten Fakten:

  • Europäisches Betriebsvermögen aus Produktionsanlagen und Maschinen in 2008: ca. 9,7 Billionen Euro
  • Durchschnittliche, branchenübergreifende Instandhaltungskostenrate in Europa: 4,8 %
  • Direkte Instandhaltungskosten in europäischen Produktionsstätten p.a.: > 450 Milliarden €
  • Beeinflussbare direkte Instandhaltungskosten in europäischen Produktionsstätten p.a.: ca. 300 Milliarden €
  • Einsparungspotenzial bei den direkten Instandhaltungskosten in europäischen Produktionsstätten p.a.: 70 Milliarden €
  • Einsparungspotenzial bei den direkten Instandhaltungskosten in deutschen Produktionsstätten p.a.: 14 Milliarden €

ConMoto Consulting geht davon aus, dass 60 % der Produktionskosten direkt und indirekt durch die Effizienz der Instandhaltungsleistungen beeinflusst werden. Insofern ist es weniger hilfreich, wenn die durchschnittliche Instandhaltungsreife der Unternehmen lediglich bei 46 % liegt. Ein sechstufiges Modell zur Beurteilung der Maintenance orientiert sich hierbei zwischen Worst Case und Excellence (0% – 100%).

Hier eine Auswahl an Unternehmen mit ausgewiesener Instandhaltungsstrategie:

Nutzen hinter der mobilen Industriekamera: Lösungen für die mobile Zusammenarbeit

Im Bereich der Überwachung und Beurteilung von Maschinen und Anlagen haben sich mobile Kamerasysteme etabliert. Sie versprechen ein hohes Serviceniveau und einen echten Mehrwert. Herr Jörg Brinkmann von der seeITnow GmbH repräsentiert ein solches System insbesondere für die Bereiche Service und Instandhaltung.

sr: Herr Brinkmann, welcher Nutzen steckt hinter ihren mobilen Industriekameras?

Brinkmann: Wir möchten Fachkräften und Servicekräften ein Tool an die Hand geben, welches ermöglicht, einen noch höheren Kundenservice zu schaffen und schneller auf Störungen zu reagieren. Der virtuelle, simultane Informationsaustausch von Sprache, Bild und Video soll helfen, interne Ressourcen zu optimieren und die Produktivität von Systemspezialisten zu steigern.

sr: Serviceorganisationen haben in der Regel eine dezentralisierte Struktur. Bieten Sie mit diesem Tool die Möglichkeit einer organisatorischen Rationalisierung?

Brinkmann: Unser Tool soll keine Servicekräfte ersetzen, sondern deren Einsatz je nach Situation und Standort ergänzen. Kunden können sich so unabhängig von Zeit und Entfernung in Echtzeit mit Spezialisten verbinden, um anstehende Probleme oder Systemverbesserungen zu besprechen. Denkbar ist der Einsatz des Kamerasystems auch zu Schulungszwecken, da parallel zur 2-Wege Kommunikation ein umfassendes Videokonferenzsystem adaptiert werden kann.

sr: Die Investition in ein solches Tool hängt sicherlich davon ab, wann ein messbarer Return on Investment erreicht ist. Und die Höhe des ROI ist natürlich davon abhängig, wie dieses Tool dann tatsächlich eingesetzt wird. Gibt es hierzu ein realistisches Kalkulationsbeispiel?

Brinkmann: Ich möchte das nicht an konkreten Zahlen festmachen. Allerdings kann bei bestimmten, ungeplanten Systemstillständen jede Minute zu erheblichen Schadensersatzforderungen führen. Entsprechend hilfreich ist eine beschleunigte Entstörung mit einem mobilen Kamerasystem, das dann vielleicht schon bei einem einzelnen Serviceeinsatz amortisiert ist. Besonders schnell profitieren natürlich auch Unternehmen mit einem hohen Anteil an internationalen Serviceaktivitäten.

sr: Der Einsatz eines mobilen Kamerasystems kann als Serviceleistung definiert werden. Wie groß ist die Tendenz bei ihren Kunden, das Serviceportfolio entsprechend anzupassen?

Brinkmann: Unsere derzeitigen Kunden sind ausschließlich Hersteller mit eigenen Service-Organisationen, die ihr Serviceportfolio sicherlich auf den Einsatz eines Kamerasystems abgestimmt haben. Entsprechende Serviceangebote sind breit gefächert und branchenabhängig. Wir wissen beispielsweise, dass unser System als definierte Serviceleistung in Wartungsverträge eingebunden wird. Dabei ist die Einsatzdauer fließend: Möglich ist sowohl der mobile, kurzfristige Transfer relevanter Systemzustände als auch deren längere bis dauerhaft stationäre Fernüberwachung.

sr: Wie sieht Ihr Servicekonzept aus?

Brinkmann: Unser Servicekonzept orientiert sich an den variablen Einsatzmöglichkeiten der Kamerasysteme, denn auch die Anforderungen der Kunden sind sehr unterschiedlich. Deshalb wird in unseren Produktschulungen das Zusammenspiel von Kamera und korrespondierender Software so praxisnah wie möglich dargestellt. Die weitere Betreuung richtet sich nach der Art des Servicevertrages. Unsere Kunden profitieren von Neuerungen und Erweiterungen im Soft- und Hardwarebereich. Bei Störungen garantieren wir den Kunden schnelle Hilfe. Sollte dies telefonisch oder online nicht zum gewünschten Erfolg führen, stellen wir schnellstmöglich Ersatz zur Verfügung. Hierbei können wir auch auf das weltweite Servicenetz des Herstellers zurückgreifen.

sr: Herr Brinkmann, vielen Dank für Ihre Ausführungen.Herr Jörg Brinkmann ist Geschäftsführer der seeITnow GmbH.

Fahrsicherheit durch funktionsfähiges Fahrwerk: Autowerkstätten starten Servicekampagne

Das deutsche Kraftfahrzeuggewerbe will die Sicherheit auf den Straßen verbessern. Hierbei ist angestrebt, die Wartungsfrequenz von Familienfahrzeugen zu erhöhen. Über die Sicherheit am “FamilienMobil” informieren Meisterbetriebe der Kfz-Innungen. Die Servicekampagne startet am 15. Mai 2011. Ebenso präventiv orientiert, empfiehlt ZF Services einen Frühjahrscheck. Es gilt, wintergeschädigte Bauteile auf ihre Funktionsfähigkeit zu prüfen und gegebenenfalls die Dienstleistung von Autowerkstätten in Anspruch zu nehmen. Vor allem der verschleissbedingte, schleichende Funktionsverlust macht präventive Servicemaßnahmen erforderlich.

Fahrsicherheit – die Problemfelder

ZF Services sieht das sichere Fahrverhalten eines Fahrzeugs nicht mehr gewährleistet bei:

  • verschlissenen oder defekten Stoßdämpfern, die gleichzeitig den Verschleiß an Fahrwerk und Reifen erhöhen und außerdem die Funktionsfähigkeit elektronischer Fahrhilfen mindern;
  • korrodierten Fahrwerkskomponenten wie Traggelenken, Querlenkern und Stabilisatoren, die gegebenenfalls auch noch durch das Eindringen von Fremdkörpern und Schmutz Schaden genommen haben;
  • undichten, abgenutzten und beschädigten Gummibelägen im Bereich der Lenkung und entsprechend beschädigten Komponenten der Gelenke;
  • Beschädigungen der Lenkmanschette sowie lockeren oder fehlenden Federspannringen.

Fahrsicherheit – der Straßenkontakt

Präzises Lenkverhalten von Fahrzeugen wird durch den Einsatz adäquater Reifen begünstigt. Reifenhersteller konkurrieren um den besten Straßenkontakt und die kürzesten Bremswege. Der Verband der chemischen Industrie informiert, dass bei der Produktion von High-Performance-Reifen Chemiefasern verwendet werden. Aber nicht nur dort, auch Bremsscheiben sollen durch den Einsatz von Chemiefasern belastbarer sein und eine höhere Standzeit garantieren.

Fahrsicherheit – die Überwachung

Die aktive Fahr-Sicherheit wird durch Antiblockiersysteme und elektronische Stabilitätskontrollen garantiert. Nicht ausreichend, meint die Continental AG: denn diese Systeme greifen erst dann ein, wenn ein Fahrzeug bereits akut in Gefahr ist, außer Kontrolle zu geraten. Continental setzt daher auf ein Frühwarnsystem, das rechtzeitig auf gefährliche Straßenabschnitte hinweist. Über entsprechende Sensordaten sollen die Reifenhaftungsverhältnisse zwischen Reifen und Fahrbahn kontinuierlich analysiert werden. Der Fahrer wird gewarnt, sobald die Grenze der Haftung zwischen Reifen und Fahrbahn erreicht ist.

Risikomanagement braucht Sicherheitssysteme: Instandhaltung hält Sicherheitsstandard aufrecht

Der Sicherheitsstandard einer Maschine oder Anlage definiert sich über die Art und den Umfang seiner Sicherheitssysteme. Und zweifelsfrei unterliegt auch ein Sicherheitssystem einem bestimmten Lebenszyklus. Entsprechendes Wissen zu Ausfallverhalten und Standzeiten von Komponenten resultiert aus Labortests und den Erfahrungswerten aus dem Systembetrieb. Insofern sind natürlich auch Sicherheitssysteme auf ihre Funktionen und Baugruppenzustände zu überprüfen und instandzuhalten. Definierte Prozesse geben vor, wann, wie oft und auf welche Weise dies zu geschehen hat. Instandhaltung ist somit integraler Bestandteil eines betrieblichen Risikomanagements. Mehr noch, denn ohne die konsequente Umsetzung geplanter Instandhaltungsaktivitäten verkommt ein definierter Sicherheitsstandard zu Makulatur.

Sicherheitssysteme im AKW

Der Betreiber des AKW Fukushima hat offenbar Inspektionen vernachlässigt. Der Spiegel berichtete am 21.3.2011 über Japans Atomaufsicht, die den AKW-Betreiber hierzu öffentlich angeprangert hat. Gleichzeitig soll die Behörde erklärt haben, dass die ausgefallenen Inspektionen kein unmittelbares Risiko für die Sicherheit des Kraftwerks darstellen würden. Ja was denn nun? Schlampereien, die kein Problem darstellen? Solche widersprüchlichen Äußerungen machen deutlich, wie sehr selbst die höchsten Sicherheitsstandards im Alltag eines Routinebetriebs konterkariert werden können. Gleichgültig aus welchen Gründen, es passiert einfach! Nur macht es einen Unterschied, ob hieraus maximal ein “Störfall mit überschaubaren Folgen” resultieren kann oder auch eine “Katastrophe mit unkalkulierbaren Konsequenzen” denkbar ist. Letztere gibt Anlass, einen entsprechenden Systembetrieb generell in Frage zu stellen.

Sicherheitssysteme und die Haftung

Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist sicherlich auch das Thema Haftung für Umweltrisiken, insbesondere im Hinblick auf eine korrespondierende Produkthaftpflicht: Der Versicherungskonzern AXA verweist auf Haftungsfälle, die für Unternehmen existenzbedrohend sein können. Sicherlich gilt das auch für die Havarie im AKW Fukushima, die neben Personenschäden und Todesfällen auch japanische Produkte in Mitleidenschaft gezogen hat. Wie der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) berichtet, formieren sich derzeit Unternehmen in Krisenstäben, um die Frage möglicher Kontamination japanischer Lieferungen zu klären. Gesucht werden alternative Hersteller und Produkte.

Nachtrag am 30.04.2013

Die Tragödie geht weiter. Wie der Spiegel berichtet, laufen die Fukushima-Reaktoren mit Grundwasser voll, womit es kontaminiert wird. Man versucht offenbar einerseits, den Wasserfluss von den Reaktorgebäuden fernzuhalten und andererseits die in Strahlungsbereiche fließende Wassermassen in Tanks aufzufangen und zu speichern.

Worst Case Szenarien im AKW FUKUSHIMA: Unzureichender Sicherheitsstandard eskaliert Naturkatastrophen

Die katastrophale Störfallsituation im japanischen AKW FUKUSHIMA ist Folge einer Verkettung zweier Naturkatastrophen, meint das deutsche Atomforum. Worst Case Szenarien haben vorgeführt, dass Sicherheitsstandards ihre Grenzen haben. Netz und Infrastruktur sind zerstört, was dem Erdbeben angelastet wird. Der anschließende Tsunami gilt als Ursache für den Ausfall der Notstromanlage und des Reaktorkühlsystems. Das Atomforum definiert eine Verkettung dieser Naturkatastrophen als “in Deutschland nicht vorstellbar”.

Worst Case – Szenarien einschätzen

Es drängt sich die Frage auf, weshalb sich die japanischen Kraftwerksbetreiber eine solche Verkettung auch nicht vorstellen konnten. Japan ist immerhin ein Hochtechnologie-Land mit extrem ausgeprägtem Sicherheitsbedürfnis und Qualitätsbewusstsein sowie ausgiebiger Erfahrung mit Erdbeben. Es ist sicherlich zweifelsfrei, dass Worst-Case-Szenarien für den Betrieb von Atomkraftwerken weitgehend durchgespielt sind. Und für diese Szenarien darf man auch annehmen, dass sicherheitstechnische Vorkehrungen in ausreichendem Maße in Atomkraftwerken integriert sind. Problematisch sind offenbar die als unwahrscheinlich definierten Konstellationen, die wider Erwarten den Totalausfall von Sicherheitssystemen verursachen.

Worst Case – Vergleiche ziehen

Aufgrund des japanischen Szenarios plant die deutsche Bundesregierung neue Sicherheitschecks für alle deutschen AKWs. Als Resultat sind drei Möglichkeiten denkbar:

  • Man kommt zu dem Ergebnis, dass die Sicherheitstechnik der deutschen AKWs dem japanischen Szenario standgehalten hätte und sieht keinen weiteren Handlungsbedarf.
  • Man kommt zu dem Ergebnis, dass die Sicherheitstechnik der deutschen AKWs dem japanischen Szenario nicht standgehalten hätte und veranlasst entsprechende Nachrüstungen.
  • Man kommt zu dem Ergebnis, dass die Sicherheitstechnik der deutschen AKWs dem japanischen Szenario nicht standgehalten hätte. Trotzdem wird aufgrund der als gering definierten Eintrittswahrscheinlichkeit in Deutschland auf eine sicherheitstechnische Nachrüstung verzichtet.

Worst Case – das Unmögliche berücksichtigen

Es drängt sich auf, bei den geplanten AKW-Sicherheitschecks auch weitere bisher als “unvorstellbare Verkettungen” bezeichnete Konstellationen zu berücksichtigen. Allerdings liegen die anstehenden AKW-Nachrüstungen jetzt schon im Milliardenbereich, wie der Spiegel am 30.8.2010 berichtete. Hinzu kommt, dass selbst bei einer umfassenden Ausdehnung der AKW-Nachrüstungen, im Hinblick auf bisher undenkbare Katastrophenszenarien, trotzdem noch eine Sicherheitsgrenze zu definieren wäre. Und auch diese kann aufgrund einer Verkettung bestimmter, ungünstiger Ereignisse überschritten werden und in eine Katastrophe münden.

Am 4. August 2010 hat die Bundesregierung einen nationalen Aktionsplan für erneuerbare Energien beschlossen. Er sollte forciert realisiert werden.

Service und Instandhaltung: Ökologisch und ökonomisch orientiertes Instandhaltungskonzept im Trend

Die Instandhaltung im Bereich Facility Management tendiert zu einer automatisierten Überwachung als Software-as-a-Service-Lösung (SaaS). Kontinuierlich aufgezeichnete Messdaten werden zusammengeführt, um Aktivitäten der Instandhaltung, Inspektion und Wartung zu initiieren. Hierzu kommuniziert ein im Gebäude installiertes System mit einer zentralen Internet-Plattform. Die Verbrauchs- und Messdaten sind für Anwender visualisiert dargestellt und erlauben entsprechende Vergleiche. So ist es beispielsweise möglich, Differenzen in der Energiebilanz festzustellen und darauf zu reagieren – soweit das Konzept aus dem Beratungs- und Softwarehaus Bestence.

Dass eine solche Überwachung durchaus Sinn macht, beweist ein vom Deutschen Verband für Facility Management (GEFMA ) durchgeführtes Benchmarking.

Erfasst und ausgewertet wurden mehr als 2800 Gebäude mit einer Brutto-Gesamtfläche von über 10,5 Millionen Quadratmeter. Im Ergebnis liegen die Nutzungskosten für die Gebäudetypen Büro, Industrie und Labor pro Jahr deutlich über 100 €/m² der Brutto-Gesamtfläche. Allein die Instandhaltungskosten sind in Bürogebäuden in 2010 gegenüber dem Vorjahr um mehr als 40 % angestiegen. Ziel des GEFMA ist es, den Lebenszyklus von Gebäuden sowohl bei der Neuerrichtung als auch bei Sanierungen zu optimieren. Während einer möglichst langen technischen Nutzungsdauer soll lediglich ein Minimum an Energie und Instandhaltungskosten aufgewendet werden.

Auch für den Service von Maschinen und Anlagen gibt es Bestrebungen, Aktivitäten nach einem ökologisch und ökonomisch sinnvollen Instandhaltungskonzept durchzuführen.

So propagiert das Institut für Turbomaschinen und Fluid- Dynamik (TFD) Verschleißteile nicht einfach durch neue Teile zu ersetzen. Vielmehr sollen betriebsbeanspruchte Komponenten möglichst wieder aufbereitet und weiterverwendet werden. Das Prinzip des reparierten Austauschteils ist natürlich nicht neu. Das TFD forciert hier allerdings eine umfassende Regeneration komplexer Investitionsgüter. Und zwar für möglichst viele Komponenten und Bauteile, die in vielfältigen funktionalen Beziehungen zueinanderstehen. Ein entsprechender Sonderforschungsbereich erarbeitet hierzu die wissenschaftlichen Grundlagen.

Technische Überholungen können sowohl von Original-Herstellern als auch von Dritten durchgeführt werden.

Als solche stehen autorisierte Dienstleister bereit, eventuell aber auch nicht autorisierte Dienstleister und im ungünstigsten Fall Ersatzteilpiraten. Insofern ist die Regeneration von Komponenten immer auch mit der Frage verbunden, wie diese als Originalteile geschützt und kontrolliert werden können. Außerdem ist im Hinblick auf eine kurzfristige Lieferfähigkeit von Ersatzteilen dafür zu sorgen, dass immer auch eine adäquate Menge an neuen Komponenten zur Verfügung steht. Das richtige Verhältnis zwischen aufbereiteten und neuen Teilen ist eine Frage der Ersatzteillogistik.

Ein in diesem Sinne durchdachtes Instandhaltungskonzept propagiert beispielsweise die Piepenbrock Unternehmensgruppe

Nach deren Definition sind zwei Szenarien denkbar. Das erste beschreibt die Senkung der Instandhaltungskosten bei einer gleichbleibenden technischen Verfügbarkeit der Produktionsanlagen. Alternativ wird angeboten, die Instandhaltungskosten auf gleichem Niveau zu halten und dafür die technische Verfügbarkeit der Produktionsanlagen zu steigern. Dieses Konzept einer Pro-Aktiven Instandhaltung orientiert sich also an den konjunkturellen Auslastungsschwankungen eines Produktionsbetriebs. Voraussetzung hierbei ist, dass Anlagen und Maschinen in ihrer Bedeutung klassifiziert werden. Piepenbrock orientiert sich an vier Bereichen, in denen definiert ist für welche Systeme:

  • auf Störfälle reagiert werden muss;
  • turnusmäßige Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden, ohne die effektive Systembelastung zu berücksichtigen;
  • neben der periodischen Wartung und Inspektion auch ein vorbeugender Teileaustausch vor dem Eintritt eines Schadensfall durchgeführt wird;
  • extrem hohe Sicherheits- und Zuverlässigkeitsansprüche bestehen, mit explizit darauf abgestimmten Servicemaßnahmen.

Dieses Instandhaltungskonzept berücksichtigt somit nicht nur flexible und zeitnahe Serviceaktivitäten sondern auch einen ausgewogenen Einsatz personeller und materieller Ressourcen.

Technische Zuverlässigkeit gewährleisten: Verlässliche Systeme methodisch realisieren

Dass die Zuverlässigkeit technischer Produkte als entscheidendes Verkaufsargument betrachtet wird, ist eigentlich keine neue Erkenntnis. Welche Methoden angewendet werden, um Zuverlässigkeit zu garantieren, ist eine andere Frage. Zur Erörterung dieser Thematik hat der VDI eine “Fachtagung Technische Zuverlässigkeit” angesetzt. Die vorläufigen Programmpunkte beschreiben das Zuverlässigkeitsmanagement für komplexe Systeme. Maßgeblich sind hierbei Simulationen und experimentelle Untersuchungen sowie Ausfalldaten aus Laborversuchen und Kundendiensterkenntnissen. Außerdem erscheint es relevant, den “menschlichen Einfluss” zu berücksichtigen.

Technische Zuverlässigkeit bei  Availon

So hat zum Beispiel die Availon GmbH einen herstellerunabhängigen Generator für Windenergieanlagen konzipiert. Dieser Generator soll sowohl einen zuverlässigen wie auch langlebigen Betrieb garantieren. Entsprechende charakteristische Merkmale manifestieren sich in einer hohen Drehzahlvariabilität, optimierten elektrischen und mechanischen Eigenschaften; sowie einem verbesserten Schutz vor Verschmutzung und einem effizienteren Kühlkonzept. Auf diese Weise lässt sich der Generator sowohl kostengünstig betreiben als auch leicht montieren und instandsetzen.

Technische Zuverlässigkeit bei Seagate

Die Seagate Technology LLC setzt bei ihrer ersten “1 Terabyte Festplatte” auf eine verbesserte Datenintegrität und bemerkenswert hohe Zuverlässigkeit. Diese wird mit 1,4 Millionen Stunden “Meantime between Failure (MTBF)” beziffert. Außerdem soll eine optional verfügbare Datenverschlüsselung gewährleisten, dass die gesicherten Daten vor unbefugten Zugriffen durch Dritte geschützt sind; und zwar über den gesamten Lebenszyklus des Gerätes. Diese Lösung empfiehlt sich somit für kompakte Server- und Speichersysteme in Rechenzentren.

Technische Zuverlässigkeit bei Baumüller

Mit ihren Antrieben für die Medizin- und Rehatechnik bietet die Baumüller Holding GmbH & Co.KG eine lebensrettende und lebenserhaltende Zuverlässigkeit. Hierzu sind die jeweiligen Bereiche des Motorenportfolios mit diversen Merkmalen und Eigenschaften ausgerüstet. Dazu gehören eine Platz sparende, flache Bauweise; ein optimierter Gleichlauf; hohe Bedienungssicherheit; hohe Überlastfähigkeit; dynamische Betriebseigenschaften; gute Belüftungsmöglichkeiten; sowie ein hoher Wirkungsgrad.

Technische Zuverlässigkeit bei DEKRA

Sicherlich muss Zuverlässigkeit auch nachweisbar sein, insbesondere wenn es um die Einhaltung von kritischen Grenzwerten geht. So hat die DEKRA Industrial GmbH ein Verfahren entwickelt, um das von Biogasanlagen ausgestoßene Formaldehyd kontinuierlich in Echtzeit zu messen. Das Besondere: Der Betreiber kann die Anlage während der Messung so nachregeln, dass sie den erforderlichen Grenzwert wieder einhält. Bei dem bisherigen “diskontinuierlichen Verfahren” war eine entsprechende Bewertung und Korrektur offenbar erst nach knapp zwei Wochen möglich.