Service First – intelligent und klug

Serviceleistungen im Maschinen- und Anlagenbau gelten bislang als stabile Umsatzbringer mit hervorragenden Margen – auch in Krisenzeiten. Kürzere Innovationszyklen, ein weltweiter Maschinenbestand, und Services, die sich über den gesamten Lebenszyklus erstrecken, treiben auch den Bedarf an intelligenten Dienstleistungen. Die große Herausforderung lautet unverändert, weltweit und rund um die Uhr einen auf die lokalen Bedürfnisse abgestimmten, individuellen Service anzubieten.

Intelligenter Service überwindet Protektionismus

Protektion der einheimischen Industrie behindert die Einfuhr neuer Maschinen, Anlagen und Geräte. Intelligente Dienstleistungen sind prädestiniert, solche Handelsschranken zu überwinden. Intelligenter Service unterläuft protektionistisches Verhalten durch Angebote, die man nicht ablehnen kann – insbesondere für Produkte, die bereits installiert sind. Als Basisleistungen zählen Zuverlässigkeit, Qualitätserhaltung und Nutzensteigerung, eingebettet in das sogenannte “Subscription-Business”. Letzteres soll digital analysierte Kundendaten kontinuierlich in kundenspezifischen Service transferieren, der zu abonnieren ist.

Intelligenter Service schliesst Lücken

Service, der als verlängerte Werkbank wahrgenommen wird, ist in der Regel negativ besetzt – zu Unrecht, denn verlängerte Werkbänke schliessen Lücken. So ist die verlängerte Werkbank der Herstellerservices für die Beseitigung von Kinderkrankheiten neu eingeführter Produkte zuständig – gegebenenfalls gestützt durch die Werkbank der Zulieferer für entsprechende Subsysteme. Wer die Betreuung technischer Systeme nicht eigenständig durchführen möchte, setzt auf die verlängerte Werkbank freier Dienstleister. Und über diese kann auch die innovative Weiterentwicklung technologischer Spitzenprodukte gelingen.

Intelligenter Service agiert mit Klugheit

Wenn nur die Effizienz von Serviceangeboten gesteigert wird, ohne gleichzeitig deren Servicequalität zu verbessern, mag das intelligent sein, aber nicht klug. Unklug handelt auch, wer mit intelligentem Service zufriedene und begeisterte Kunden generieren möchte, ohne zu berücksichtigen, dass dies nur über hochmotivierte Mitarbeiter erreicht werden kann. Die derzeit angebotene künstliche Intelligenz von “Online-Avataren” reicht allenfalls für einen Pseudo-Kundendienst. Das muss nicht so dilettantisch beiben, und doch erscheint der zwischenmenschliche Kontakt unersetzlich. Deswegen wird ja auch versucht, der künstlichen Intelligenz eine emotionale Komponente hinzuzufügen. Doch es geht offenbar auch umgekehrt – umfangreiche “Cyborg”-Experimente favorisieren die Mensch-Maschine, realisiert über entsprechende “Implantate”. Es gibt bereits Menschen, die sich dafür begeistern – möglicherweise sind auch Kunden darunter, die den direkten Kontakt mit ihren Maschinen, Anlagen und Geräten einem zwischenmenschlichen Kundendialog vorziehen. Es scheint an der Zeit zu sein, “intelligente Möglichkeiten” klug zu bewerten.

Zusammenfassung
Beitrag
Service First - intelligent und klug
Beschreibung
Intelligenter Service überwindet Protektionismus, schliesst Lücken und agiert mit Klugheit - weltweit und auf lokale Bedürfnisse abgestimmt.
Autor